Unterweisung 89

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 89



So spricht der Herr:


1. Ihr habt auf dem Rücken euer Kreuz getragen; die Probleme des Lebens sind wie eine Last auf eurer Seele gewesen, aber das geistige Kreuz, das es in eurer Bestimmung gibt, habt ihr noch nicht aufgenommen, um Mir zu folgen.

2. Die Stunde ist gekommen, in der die Menschen sich erheben, um immer mehr ihre geistige Passion zu durchleben und ihr Kreuz zu umarmen.

3. Jener Ausspruch, den Ich euch lehrte und den Ich mit Meinem Blut auf Golgatha besiegelte: "Liebet einander", wird letztendlich im Herzen der Menschheit erblühen.

4. Meine Liebe zu euch konnte es nicht erlauben, dass ihr verlorengeht, und deswegen gab Ich euch in Jesus ein Wort mit Ewigkeitswert, das euch zu jeder Zeit seinen Beistand leisten sollte, damit ihr das Heil erreicht. Das Göttliche Wort wurde Mensch, um euch zu retten. Wisst ihr etwa, ob nicht euer Geist in dieser Zeit inkarnierte, um seine Geschwister zu retten?

5. Jesus war "Das Wort" Gottes auf dieser Erde; alles an Ihm sprach — nicht nur Seine Worte, auch Seine Werke, Seine Blicke, Seine Gedanken. Das sagt euch euer Meister, weil ihr jenem Vorbild nacheifern könnt. Fähigkeiten hierfür fehlen euch nicht; es genügt, dass ihr liebt und dass euer Herz von gutem Willen erfüllt ist, damit diese in eurem Wesen schlummernden Fähigkeiten erwachen und sich äussern.

6. Nehmt euer Kreuz und folgt Mir in Demut. Vertraut darauf, dass während ihr jemandem Trost zusprecht, einem Herzen Frieden oder einem Geiste Licht bringt, Ich auf alles achten werde, was mit eurem materiellen Leben in Beziehung steht, und Ich werde nichts vernachlässigen.

7. Glaubet daran, dass wenn Ich zu eurem Geiste spreche, Ich auch einen Blick in euer Herz werfe, um in ihm seine Sorgen, seine Bedürfnisse und seine Wünsche zu entdecken.

8. Die neue Morgenröte erleuchtet die Menschen, ihr Licht wird in den Herzen der Menschen den Glauben entzünden.

9. Vielgeliebte Jünger, gewöhnt euch nicht an Mein Wort, damit euer Herz jedes Mal, wenn ihr es hört, das Gefühl hat, dass dieser göttliche Same in sein tiefstes Empfinden gefallen ist.

10. Ihr Seelen, die ihr das Licht sucht, kommet zu Mir und höret dies Wort. Ihr traurigen Herzen, lasst Meine Stimme euch die Hoffnung zurückbringen. Ihr von einem schweren Lebensweg gekrümmten Körper, sucht in Mir die Kraft und richtet euch wieder auf.

11. O Seelen, die ihr Mich hört, erlaubt nicht, dass die Probleme des irdischen Lebens ihre Spur in euch hinterlassen, und noch weniger, dass sie euch beugen. Sucht das Licht, das jede Prüfung beinhaltet, auf dass dieses euch hilft, stark und massvoll zu werden.

12. Wenn die Seele es nicht schafft, sich den Körper untertan zu machen, wird dieser sie beugen und sie beherrschen; aus diesem Grunde werden die Seelen schwach und glauben, dass sie mit dem Fleische sterben.

13. Was Ich jetzt suche sind Geister, so wie Ich einstmals Herzen suchte, damit sie sich untereinander lieben sollten.

14. Heute komme Ich, um euch eine Liebe zu lehren, die jenseits des Menschlichen ist, eine Liebe, die alle Welten verbinden wird.

15. Mein Wort offenbart euch, dass eure Bestimmung sich nicht nur auf das irdische Leben beschränkt, sondern dass ihr eure Mission im Geistigen fortsetzen müsst.

16. Ich bilde ein Volk heran, das sich wie ein grosses Heer erheben soll, das von den hundertvierundvierzigtausend durch Mein Licht Gekennzeichneten wie von Fackeln, die den Weg erhellen, angeführt wird.

17. Soldaten des Friedens werden dieses Volk bilden, Propheten und Seher werden das Kommende ankündigen; Ärzte ohne menschliche Wissenschaft werden die Kranken mit dem Balsam der Barmherzigkeit und der Liebe heilen; von Meinem Lichte inspirierte Ratgeber werden von göttlichen Unterweisungen sprechen, und ihre Spur auf der Welt wird von Wiederherstellung, von Erneuerung und von Geistigkeit zeugen.

18. Dieses Volk wird nicht nur aus Menschen bestehen; auch grosse Heere von Geistern des Lichtes werden ein Teil davon sein, deren unsichtbare Waffen jenen beistehen werden, die auf Erden kämpfen.

19. Wollt ihr ein Teil dieses Volkes sein? Höret Meine Stimme, betet, setzet euch hinweg über die Schwäche des Körpers und fangt damit an, Meine Lehrsätze unter euren Mitmenschen zur Anwendung zu bringen.

20. Wie könnten jene, die sich müde fühlen, Kräfte weitergeben? Wie könnten Kranke ihre Mitmenschen, die die Gesundheit verloren haben, heilen? Stärket und nähret euch bei Mir, damit ihr euer Kreuz mit Freuden tragt.

21. Geliebtes Volk, Ich breite Meinen Mantel der Liebe über alle Herzen aus.

22. Ich strahle derzeit Mein Licht von der Unendlichkeit her und bereite euch zu, damit ihr morgen Mein Wort zu verstehen vermögt; denn euer Glauben ist noch nicht echt. Wie oft habt ihr euch selbst gefragt, ob die Ausstrahlung Jesu in diese Welt und in diese Zeit Wirklichkeit ist. Ihr erweckt in eurem Inneren einen Kampf, in welchem — während der Geist euch sagt, dass Meine Offenbarung wirklich ist — das widerspenstige Fleisch mit seinem Herzen und seinem kleinen Gehirne zweifelt, schwanket und oftmals Meine Gegenwart in dieser Form verleugnet.

23. Fürchtet euch nicht, denn Ich segne euch sowohl wenn ihr glaubt und Mich liebt, als auch dann, wenn ihr an Mir zweifelt und euch vom Wege entfernt. Ich bevorzuge niemanden und zeichne auch niemanden aus, Ich komme nur, um der Menschheit das Licht zu geben, damit alle die Wahrheit haben.

24. Diese Botschaft, die Ich euch gesandt habe, als die Dritte Zeit angebrochen ist, wird euch Klarheit und Gewissheit über das bringen, was Meine göttliche Liebe birgt, und über das, was ihr von Meiner vollkommenen Gerechtigkeit zu erwarten habt.

25. Ich bin der Sämann des Lichtes und kenne die beste Zeit zum Säen und zum Ernten genau. Nachdem die Winde die Bäume geschüttelt und die Erde getrocknet haben, ist die Zeit zum Säen gekommen, und die heutige Zeit ist genau die Zeit, in der die Winde die Welt peitschen und die Bäume entblättern. Dies ist eine Zeit des Schmerzes, in der ihr anfangt, euren Leidenskelch zu trinken. Der Kampf zwischen Materie und Geist ist nah, die Schlacht des Guten gegen das Böse, des Lichtes gegen die Finsternis, der Wahrheit gegen die Lüge.

26. Geschrieben steht seit langer Zeit, dass wenn die Menschheit sich auf dem Höhepunkt der Verderbtheit befinden würde, wenn die Welt der Sünde verfallen wäre, euer Gott kommen würde, um euch Sein Licht zu geben.

27. Während die Menschen in dieser Zeit tötend triumphieren, werde Ich siegen, indem Ich ihnen das Leben gebe. Meine göttliche Aufgabe ist es, die Seelen zu retten, ihr habt noch nicht zu begreifen vermocht, was "Heiland der Welt" bedeutet.

28. Das Leben schlägt in euren Herzen, ohne dass ihr Mich dort fühlt, und trotzdem wundert ihr euch noch immer, dass Mein Geist Licht auf euren Verstand ausstrahlt. Was ist für euch daran seltsam, dass der Heiland auf der Suche nach den verirrten Seelen ist? Habt ihr euch etwa gewundert, wenn ein Hirte sich auf die Suche nach einem Schafe macht, das er verloren hat?

29. Schon vor eurer Erschaffung wusste Ich, dass ihr Mir nicht gehorchen würdet, und dass Ich euch durch die Liebe retten würde. Ich wusste, dass Ich Meine Göttliche Liebe in Jesus inkarnieren müsste, welchen die Menschen ein Kreuz zum Throne geben würden.

30. Ich war in Jesus, um euch die Kraft der Liebe zu lehren, welche keine Grenzen hat, und die Ich beständig in Worten, Heilungen, mit Meinem Blut und Meiner Vergebung verströmt habe. Diese Liebe erweckte Lazarus und vergab Magdalena. Dennoch denkt ihr, dass es unmöglich ist, dass Ich zur Welt zurückgekehrt bin, weil ihr Mir in ihr den Tod gegeben habt. Doch Ich bin zum Schoss des Vaters zurückgekehrt und ihr habt nicht begriffen, dass ihr Mich nicht mehr als Mensch fühlen und euch vorstellen sollt, sondern nur als Liebe.

31. Es ist zwar richtig, dass die Göttliche Liebe in jener Zeit durch ganz reine Lippen sprach, wie es die Lippen von Jesus waren, und dass sie sich jetzt durch die Lippen von Sündern offenbart, durch die Ich euch Mein Wort verkünde, um euch Meine Lehre zu übermitteln. Doch Ich muss euch auch sagen, dass der Wesensgehalt in beiden Fällen derselbe ist, und dass sich Meine Liebe in dieser Zeit in vollkommenerer Form offenbart, da Ich euch selbst zu Meinen Sprachrohren mache, womit Ich euch einen Beweis dafür gebe, dass eure Makel Mich nicht dazu bringen können, euch zu verachten.

32. Während einige behaupten, dass die Menschen, durch die Ich Mich kundtue, Gotteslästerer sind, sage Ich euch: Sie sind Lerchen, die mit ihrem Gesang das Kommen eines neuen Tages verkünden.

33. Schon in vielen Lektionen habe Ich euch über Meine geistige Ausstrahlung auf die Menschen aufgeklärt, und trotzdem dauert noch euer Zweifel an. Ihr hättet gerne, dass Ich euch materielle Beweise gebe wie jene, die Ich euch in der Zweiten Zeit gab, welche von kleingläubigen Menschen gefordert wurden, damit sie an Mich glauben könnten.

34. Wenn die Sonne auf die ganze Natur und auf alle Wesen Lebenslicht ausstrahlt, und wenn auch die Sterne Licht auf die Erde ausstrahlen, — warum sollte dann nicht der Göttliche Geist Licht auf den Geist des Menschen ausstrahlen?

35. Jetzt sage Ich euch: Menschen, geht in euch, lasst das Licht der Gerechtigkeit, das seinen Ursprung in der Liebe hat, sich auf der Welt verbreiten. Lasst euch durch Meine Wahrheit davon überzeugen, dass ihr ohne wirkliche Liebe das Heil eurer Seelen nicht erlangen werdet.

36. Ihr wisst, wozu Ich aufs neue gekommen bin. Haltet euch also an Meine Lehre, die euch an den rechten Weg erinnert. Bis die Welt die wirkliche Geistigkeit erreicht hat, werde Ich nicht aufhören, Mich den Menschen zu nähern und dabei alle materiellen und menschlichen Mittel zu nutzen, um Mich mit ihnen zu verständigen. Ich erwarte eure Inspiration und eure Aufwärtsentwicklung, sowie eure Ankunft in der Ewigkeit.

37. Ihr könnt den geistigen Aufstieg schon hier in dieser Welt erreichen, welche euch so feindlich erscheint und die in Wirklichkeit ein geeigneter und günstiger Ort ist, für den, der es versteht, von der Tugend und der Liebe Gebrauch zu machen.

38. Es gibt viele Seelen, die leiden, viele Mütter, die weinen, und viele gramvolle Herzen. Die Welt ist voll von Blut, Krankheit und Trauer. Helft der Menschheit, veredelt eure Gefühle, übt mehr Barmherzigkeit. Streckt eure Hand aus, um euren Nächsten zu helfen, als ob sie eure Kinder wären, hört sie an, als ob sie eure Geschwister wären, dann werdet ihr der Welt Liebe geben, und im Tiefsten eures Herzens werdet ihr den Widerschein der Liebe eures Vaters fühlen, als eine Liebkosung, die über euch kommt, um euch zu ermutigen, den Kampf fortzuführen.

39. Schritt um Schritt, Augenblick für Augenblick nähert sich die dafür bestimmte Zeit, in der Ich komme, um in Meinem Heiligtum zu wohnen, welches bisher im Herzen der Menschen verschlossen war.

40. Wer denkt, dass er, um sich Mir zu nähern, sein Leben nur dem Geben widmen muss, ohne zu erwarten, etwas dafür zu bekommen, oder dass er sich ohne eine unmittelbare Belohnung opfern muss, ist im Irrtum; denn weil ihr so seid, wie ihr seid — unvollkommen und sündig — wird jener, der euch aufsucht, um euch um etwas zu bitten, derjenige sein, der euch einen Gefallen tut. Denn dadurch, dass er euch braucht, gibt er euch die Möglichkeit, dem Vater auf dem Wege der Barmherzigkeit näherzukommen.

41. Geht also, Jünger, hinaus in die Welt, um euren Mitmenschen zu sagen, dass sie Mich in dieser Zeit — falls sie etwa auf Meine Ankunft warten — nicht als Mensch sehen werden. Falls sie auf Erden die Ankunft des Meisters erwarten, um wie in der Zweiten Zeit Blinde, Gelähmte, Unheilbare und Besessene zu Ihm zu bringen, werden sie Mich nicht als Mensch sehen, denn Meine Gegenwart unter den Menschen ist rein geistig. Trotzdem können sie Mir ihre Kranken anbefehlen, ihre Sorgen und Leiden erzählen, denn Ich bin all Meinen Kindern nah und gegenwärtig.

42. Dies Licht, dies Wort, durch welches Ich euch in dieser Zeit Meine Lehre gegeben habe, wird euch die geistige und einfache Art und Weise zeigen, in der ihr euch untereinander heilen, trösten und auf dem Lebensweg helfen könnt. Dies wird dann sein, wenn die Kranken ihre Heilung durch die Liebe untereinander erreichen.

43. Ja, Menschheit, du hast das Feuer der Leidenschaften entfacht, und danach habt ihr zum Himmel geschrien, um zu bitten, dass er euch nicht bestraft, ohne dass ihr infolge eurer Blindheit verstehen konntet, dass der Vater euch nicht bestraft. Ihr seid es, die es nicht verstanden haben, den Weg zu finden, um das Feuer eures Hasses und eurer Kriege mit dem kristallklaren Wasser der Wiedergutmachung und der Tugend zu löschen. Denn ihr habt diese Tugend nicht in euch gehabt, und ihr müsst nun das Feuer mit euren Tränen und sogar mit Blut zu löschen beginnen.

44. Ich bin Derjenige, der es vermeiden wollte, dass ihr weint, dass ihr Schmerz fühlt. Ich bin Derjenige, der will, dass ihr euch erhebt und über euch selbst siegt.

45. Machet aus der Demut einen von euren besten Verbündeten, um den geistigen Aufstieg zu erreichen. Denn die Pforten des Himmels, welcher das Reich des Geistes ist, sind für den Hochmütigen völlig verschlossen. Er hat sie nie durchschritten, noch wird ihm dies je gelingen, aber wenn er demütig wird, werde Ich der erste sein, der ihn lobt, und es wird Meine Barmherzigkeit sein, die ihm die Tür zur Ewigkeit öffnet.

46. Indem Ich in dieser Weise durch Verstandesorgane zu euch spreche, welche unfähig sind, sich selbst zu inspirieren, gebe Ich euch den besten Beweis für Meine Gegenwart und für die Wahrheit Meiner Einstrahlung. Warum verlangt ihr dann von Mir in unlauterer Absicht Beweise? Seht, gerade sagte Ich euch, dass nur die Demütigen in Mein Reich eingehen werden. Seid demütig, dann werdet ihr die Liebe und die Barmherzigkeit verstehen, welche Mein Wort in sich birgt.

47. Fordert Mich nicht heraus, denn dann werde Ich euch fragen, welches Recht ihr hattet, wenn Ich euch jemandem die Barmherzigkeit verweigern sah, der euch darum gebeten hatte.

48. Lasst Mein Wort in euren Herzen blühen; ihr wisst noch nicht, wie viele von euch Meine Sämänner werden. Setzt euch über die Furcht hinweg, die ihr vor den Vorurteilen der Menschen fühlt, denn diejenigen, die solche Furcht empfinden sollten, werden Mir nicht dienen, um diesen Samen in die Herzen ihrer Brüder zu säen. Die Furcht ist nur eine Schwäche der materiellen Natur, das Vertrauen und der Glaube hingegen sind Eigenschaften des Geistes.

49. Bedenkt, dass ihr sehr kalt gegenüber der Liebe Christi wart, eures Meisters und Herrn, doch Ich frage euch: Was ist der Grund für diese Gefühlskälte gewesen?

50. Ich habe euch in der Zweiten Zeit gesagt: "Die Füchse haben Höhlen, die Vögel ihre Nester, doch der Sohn Gottes hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann"; und heute, da Ich an die Türen eurer Herzen klopfe, wollt ihr Mir nicht aufmachen. Aber Ich werde aus euch allen Meine Jünger machen, denn Meine Liebe wird nie besiegt werden.

51. Dieser Planet, der vom Vater als ein Abbild des Geistigen Lebens bereitet wurde, damit die Menschenwesen inmitten seiner Wunder ihren Schöpfer verehrend und verherrlichend lebten, wurde später von den Menschen in ein Tal der Tränen und des Blutes verwandelt. Seitdem ist diese Welt für jene Wesen, die durch eine Feuerprobe aus Prüfungen und Läuterungen gehen mussten, ein Tal der Sühne geblieben. Und dennoch — wie viele Menschen sehen noch in dieser Erde das Himmelreich und die Ewigkeit!

52. Hier hat die menschliche Eitelkeit ihre Paläste und ihre Throne errichtet, hier hat sich der Mensch zum König gekrönt und sich in seiner Blindheit für Gott haltend anbeten lassen. Ich habe seine Wünsche nicht vereitelt, noch habe Ich ihn jemals der Gabe der Willensfreiheit beraubt. Ich wollte, dass er von sich selbst aus das Licht der Wahrheit entdeckt und die Essenz des Lebens erkennt.

53. Meine Macht hat niemals eine Welt, eine Heimstatt oder einen Ort der Sühne geschaffen, um die Kinder, die sich versündigen, zu bestrafen. Wenn die Erde ein Schmelztiegel des Schmerzes und der Bitterkeit ist, ist das ein Werk der Menschen gewesen.

54. Ich sage euch erneut, dass diese Welt mit ihrem Frieden, ihren Wundern und ihren Offenbarungen im Anbeginn eine Ähnlichkeit mit dem Geistigen Reiche bewahrte.

55. Wisst ihr, was Ich euch sagen wollte, wenn Ich zu euch von Wiedergutmachung sprach?: Der Seele und dieser Welt ihre Reinheit zurückgeben, damit sie für Meine Kinder das ist, was Ich von Ewigkeit her für euch bestimmt habe: Eine Welt der Brüderlichkeit zwischen den Menschen, wo man einen Kult der Harmonie mit allem Geschaffenen und eine geistige Verehrung für den Herrn ausübt.

56. Bin Ich nun euer Richter oder nicht? Ja, Menschheit, Mein Urteil ist mit euch unerbittlich und streng, aber es ist aus der Liebe Dessen geboren, welcher der Urheber des Lebens ist. Ich hätte all jene vernichten können, die Meine Gesetze entweiht, gegen sie gesündigt oder ihnen nicht gehorcht haben; aber welchen Wert hätte es, euch durch den Tod zu besiegen? Hat die Wahrheit und die Liebe etwa keine Kraft?

57. Ich will keine Toten, Ich will nicht ewig die Klagen jener hören, die wegen einer Sühne weinen.

58. In den Anwesenden empfange Ich die Abwesenden; morgen, wenn dies Wort nicht mehr zu hören ist, wird es durch die Lippen Meiner Zeugen jenen mitgeteilt werden, die es nicht hörten. Liebt euch, Jünger, auf dass euer Herz wie ein Rettungsboot für eure Brüder sei.

59. Die Gute Botschaft dieser Zeit wird zu jedem Herzen und in jeden Winkel der Erde gelangen. Die Botschaft, die Ich euch in der Zweiten Zeit durch Jesus gab, ist bereits zum Wissensgut der Menschheit geworden. Auf jenen gesegneten Samen wird der fruchtbar machende Regen des Spiritualismus niedergehen, um die Botschaft vergangener Zeiten zu erhellen und zu erklären.

60. Sucht nicht nur diejenigen auf, die glücklich leben, die wenig von Sünde oder Schmerz wissen; kommt zum Aussätzigen, zum Totschläger, zum Gotteslästerer und zu dem, der in seinem Leben in Verwirrung geraten ist. Schreckt nicht vor dem Elend zurück, das jenes Wesens euch äusserlich darbietet, denkt sogleich daran, dass in jenem Menschen ein Geist wohnt, dass in jenem Wesen ein Kind des Herrn wohnt, eines eurer Geschwister, mit euch verbunden durch ewige und göttliche Bande. Haltet Mein Wort immer in euch lebendig, damit ihr den Schmerz nicht an euch vorbeigehen lasst, ohne ihn zu fühlen oder zu mildern.

61. Wer den Schmerz seines Nächsten fühlt, wer die Prüfungen seines Bruders innerlich mitlebt, dem wird gewährt werden, dass durch sein Gebet und durch seine Worte die schwere Sühne aufgehoben wird, die auf jenen liegt, für die er sich verwendet oder mit denen er leidet.

62. Sorget dafür, dass die Notleidenden euch nicht unvorbereitet antreffen, wenn sie an eure Tür klopfen, denn dann wird euer Geist kein Zeugnis ablegen können von Dem, der ihn zur Erde sandte, um diese so schwere Mission zu erfüllen.

63. Euer Geist muss eine neue Menschheit schaffen, und dazu muss er gegen das Böse, das die Welt umfangen hält, kämpfen. Wachet für die Kinder, stärkt das Gute in der Jugend, denn die neuen Generationen werden diejenigen sein, die eure hochherzigen Werke fortsetzen sollen.

64. Glaubt ihr, dass Mein Blick die Abgründe nicht entdeckt, in die jene stürzen, die zu leben beginnen, und die Gefahren, die jenen auflauern, die keine Waffen haben, um sich zu verteidigen?

65. Volk, gewöhne dich nicht länger an die Verderbtheit, bekämpfe sie, ohne mit Reinheit zu prahlen, empört euch auch nicht über die Verfehlungen eurer Mitmenschen. Seid taktvoll, treffsicher und wohlwollend beim Sprechen und in eurem Handeln, so wird die Welt auf euch hören und wird auch euren lehrenden Worten Aufmerksamkeit schenken. Ist es nötig, dass Ich euch noch einmal sage, dass bevor ihr diese Lehre weitergebt, ihr sie leben müsst?

66. Studiert Mein Wort, Jünger, damit ihr seinen Wesensgehalt entdeckt. Ich mache euch zu ersten Hütern dieser Offenbarung, die ihr morgen der Welt bekannt machen sollt.

67. Dem Anschein nach enthält diese Offenbarung nichts Grossartiges, aber ihr werdet in der Zukunft noch erleben, welche Bedeutung sie unter der Menschheit haben wird.

68. Unter diesem Volk gibt es Jünger aller Art; einige ahnen die Grösse dieses Werks und fühlen bereits die Erschütterung, die sein Erscheinen in der Welt verursachen wird; andere geben sich damit zufrieden, zu glauben, dass dies ein guter Weg ist, und es gibt auch solche, die die Grösse dieser Lehre nicht entdecken können und die an ihrem Sieg und ihrem Einzug in die Herzen der Menschen zweifeln. Ich sage euch, es ist ein Juwel, das Ich euch anvertraut habe, dessen göttliche Lichtstrahlen ihr nicht erkennen wolltet, weil ihr Meine Unterweisung nicht ergründet habt.

69. Vergesst nicht, dass auch zu Seiner Zeit am Worte Christi gezweifelt wurde, denn die Menschen beurteilten Jesus aufgrund Seiner Herkunft und Seiner Kleidung, und als sie erfuhren, dass Er der Sohn eines Zimmermanns aus Nazareth und einer armen Frau war — der sich später in Begleitung von armen galiläischen Fischern aufmachen sollte, um eine Lehre zu predigen, die ihnen seltsam erschien — da konnten sie nicht glauben, dass jener Wanderprediger, der von Dorf zu Dorf zog und die Dürftigkeit seiner Kleidung darbot, der König sei, welchen der Herr dem Volk Israel versprochen hatte.

70. Ich gebe euch diese Hinweise, weil die Menschen den äusserlichen Glanz suchen, der die Sinne blendet, um an die Grösse dessen glauben zu können, was nur mit dem Geiste gesehen und gefühlt werden soll.

71. Ich musste Mein Blut vergiessen, Mein Leben geben und auferstehen, damit die Menschen die Augen öffneten. Welchen Kelch soll Mein Geist jetzt trinken, damit ihr an Mich glaubt? Menschheit: Was würde Ich nicht tun, um euch gerettet zu sehen?

72. Es bleibt noch eine kurze Zeitspanne, um zu euch zu sprechen. Ich weiss, dass diejenigen, die Meine Kundgebung noch nicht zur Kenntnis genommen haben, später zum Verständnis derselben gelangen werden, um dann ihre Mission mit felsenfestem Glauben zu umarmen.

73. Ich komme mit Geduld gewappnet; Ich bin Lehrer für den, der um Meiner Lehre willen herbeikommt; Ich bin Arzt für den, der nur die Gesundheit in Mir sucht; Ich bin ein nachsichtiger Richter für den, der viel gesündigt hat und danach mit demütig gebeugtem Haupte vor Mein Angesicht tritt, um Meine Vergebung zu erbitten. Morgen, wenn sie ihr Verlangen erfüllt sehen, werden gerade ihre Lippen sprechen, um die Unwissenden zu lehren. Sie werden zum Göttlichen Arzt kommen, aber nur, um Balsam und Trost für die Leiden ihrer Nächsten zu erbitten, und sie werden sich auch an Meine Gerechtigkeit wenden, um für jenen einzutreten, der sie beleidigt hat.

74. Ich habe euch gesagt, dass ihr, um Meister zu werden, erst Lehrlinge und Jünger sein müsst.

75. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet.

Mein Friede sei mit euch!


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