Unterweisung 205

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 205



So spricht der Herr:


1. Nehmt die Essenz meines Lehrwortes in euch auf, lasst eure Seele stille werden, bringt den Verstand und das Herz zur Ruhe.

2. Nähert euch Mir auf solche Weise, dass ihr euch in den Frieden eures Meisters versunken fühlt.

3. So wie ihr herbeigekommen seid, so werdet ihr eure Geschwister aus fernen Ländern herbeikommen sehen, weil sie alle nach dem Lichte dieser Botschaft verlangen.

4. Allen werde Ich die ersten Lektionen geben, die sie vorbereiten, um später die Unterweisungen für die Seele zu verstehen.

5. Denkt über das Wort nach, seht euch jeden Satz genau an und sucht immer nach dem Sinngehalt, der Essenz meiner Lehre. Begreift, dass ihr, die Menschen, sich an meine Gesetze halten müssen, und sich nicht mein Gesetz euren Vorstellungen und eurem Gutdünken anpassen muss.

6. Wenn Ich euch gewähren liesse, dass ihr meine Lehre nach eurem Willen und nicht nach dem meinen auf euer Leben anwendet - wahrlich, Ich sage euch, ihr würdet niemals aus eurem geistigen Stillstand herausfinden und eurer Seele niemals ihre Entwicklung, ihre Entfaltung und Vervollkommnung erlauben.

7. Da seht ihr die in ihren Religionen träge gewordenen Menschen, die keinen Schritt mehr hin zum Lichte machen, weil sie sich nicht dem unterworfen haben, was das göttliche Gesetz befiehlt, sondern das Gesetz ihrem Willen zu unterwerfen versucht haben, indem sie es mit Mythen und Irrlehren anfüllten.

8. Es ist notwendig gewesen, dass viele Menschen dieser Zeit sich von jeder Religion freimachten, um Mich mit dem Geiste zu suchen und all jene Eigenschaften, Gaben und Fähigkeiten entfalten zu können, die sie im Innersten ihres Wesens fühlen.

9. Diese sind es, die die Botschaften aufzunehmen vermochten, die zu ihnen vom ewigen Leben sprechen.

10. Euch musste Ich von den verschiedenen Nebenwegen abbringen, auf denen ihr ginget, um euch auf diesen Weg zu bringen, auf dem meine Offenbarungen erstrahlen und meine Botschaften widerhallen. Denn Ich will, dass ihr zu denen gehört, die das Leben von einer grösseren Höhe seelischer Erhebung aus betrachten.

11. Was ist der Körper ohne Seele? - Ein Verband unbeseelter Zellen. Die Seele ist das Leben des Körpers, aber das eine wie das andere geht aus Gott hervor.

12. Habt ihr einmal daran gedacht, dass - da alles aus Gott hervorgeht - Er in euch ist? Doch weshalb ist Er in euch und wozu? Etwa, um dort zu verharren, ohne sich zu offenbaren? Dann wäre Er nicht Gott, denn Er erscheint, spricht, erleuchtet, macht sich fühlbar und offenbart sich überall. Seid also nicht der Auffassung, dass Gott in euch ist, um verborgen zu bleiben, ohne euch seine Botschaft zu geben. Denkt nicht, dass Er ohne Ideen in euch sein kann. Wisset, dass Gott sich durch euch voll offenbaren will.

13. Würdet ihr Mir antworten können, wenn Ich euch fragen würde, warum Gott in euch ist? Warum Er, obwohl Er alles ist, in dem ist, was ihr Seele nennt, in jenem Teil eures Wesens? Warum Er will, dass ihr ein williges Werkzeug seiner Offenbarung sein sollt? Noch könnt ihr Mir nicht antworten, Jünger, weil euch niemand zur inneren Betrachtung angeleitet hat. Deshalb wisst ihr nicht, inwiefern ihr den Vater offenbart, und warum ihr Ihn durch eure Werke zum Ausdruck bringt. Aber wenn ihr euch mit Liebe dem Studium und der Ausübung meiner Lehre widmet, so zweifelt nicht, dass ihr bald diese und andere, noch tiefer-gehende Fragen beantworten könnt. Und wenn ihr einmal das Licht dieses Wissens erlangt habt, werdet ihr in Wahrheit wissen, warum und wozu der Vater in jedem seiner Kinder wohnt.

14. Manche sagen, dass es Gott nicht gibt, und andere, die zwar bekennen, dass sie an sein Dasein glauben, interessieren sich nicht dafür. Doch in Unkenntnis darüber, dass sie Ihn in sich tragen, wissen die einen wie die anderen nicht, dass sie ohne Ihn nicht leben können.

15. Wenn ihr einmal alle von dieser Wahrheit Kenntnis habt und aufrichtig glaubt, dass ihr geistige Kinder jener göttlichen Essenz seid, werdet ihr euch oftmals fragen, bis zu welchem Grad ihr Gott, der in eurer Seele gegenwärtig ist, durch euch habt sich offenbaren lassen.

16. Die Zeiten werden vergehen, ihr werdet einen langen Weg zurücklegen, und eines Tages werdet ihr innehalten, um verwundert die Werke zu betrachten, die der Herr durch eure Vermittlung tat. Dann werdet ihr euch an Jesus, den Meister, erinnern, der an sich den Willen seines Vaters geschehen liess.

17. Wann werdet ihr begreifen, dass Gott, der euch das Leben gab, es dazu verwenden will, sich zu offenbaren? Bedenkt, wie manchmal eine einzige dieser Botschaften hier genügt, um euch viel weiter sehen und erkennen zu lassen als bis dahin, wohin ihr gelangt seid. Und dieses Verstehen wird euch befähigen, Wunder zu vollbringen. Denn ihr werdet euch selbst erkennen, und deshalb werdet ihr euer geistiges Erbe anzuwenden verstehen.

18. O geliebte Jünger, ihr müsst lernen, Liebe zu geben, Gutes zu tun und mit der Seele zu schenken. Ich sage euch, dass der, welcher der Welt die Macht seiner Seele offenbart und aus jener Wissensquelle schöpft, um es den anderen anzubieten, den Willen des Vaters vollziehen wird.

19. Ihr müsst alle Fähigkeiten und Kräfte kennen, die ihr in euch habt, damit sich die Essenz eures Wesens zu offenbaren beginnt. Ihr werdet dann erleben, wie leicht es ist, die Probleme des Lebens zu lösen, wie ruhig und sanft das Ringen um den Aufstieg ist.

20. Das Elend, der Schmerz und die Krankheit werden durch die Macht des Geistes schwinden, der sie durch das Gebet vertreiben wird.

21. Macht euch bereit, Mich zu empfangen, habt oft Augenblicke seelischer Vorbereitung, in denen ihr bereit seid, mit eurem Herrn Zwiesprache zu halten.

22. Wenn ihr glauben würdet, dass ihr Gott wirklich in eurem Wesen tragt - könnten euch dann Krankheiten befallen oder Versuchungen zu Fall bringen? Wie könnte euch die schwache Kraft des Körpers beherrschen?

23. Ich mache euch frei und stark, damit ihr die Welt und das Fleisch besiegt. Denn Ich führe euch und bringe euch näher zur vollkommenen Zwiesprache mit dem Vater.

24. Glaubt nicht, dass ihr bereits mit derjenigen, die ihr mittels dieser Verstandesorgane habt, die vollkommene Zwiesprache habt. Und es ist auch nicht die einfache Intuition, die manchmal euren Verstand erleuchtet. Die höchst-stehende Zwiesprache, die eindringlichste, die ihr erreicht, wird niemals mittels eures Leibes geschehen.

25. Der Körper, Jünger, ist nur ein Gehäuse. Aber in seinem Inneren gibt es ein "Riechfläschchen", dessen Parfüm oder Essenz die Seele ist. Meint ihr nicht, dass es falsch ist, dass jenes Parfüm verschlossen ist, obwohl sein Duft eine ganze Wohnung wohlriechend machen könnte? Die "Wohnung" könnte heute euer Heim sein, morgen wird sie die Welt sein, später der endlose Raum.

26. Volk: Öffnet euren inneren Tempel, damit ihr in ihm die Essenz empfangt, die dies Wort enthält. Wenn ihr im Äusseren bleibt, wenn ihr euch nicht bemüht, in euer Heiligtum einzutreten, werdet ihr Mich später nicht mehr hören wollen und wegbleiben und auf euren Schultern weiterhin die Last tragen, die ihr bei eurem Kommen trugt - eine Last der Mühsale, der Krankheiten, der Enttäuschungen.

27. Lernt von denen, die sich schon vorbereiten, um Mich zu vernehmen, indem sie vor allem den inneren Tempel betreten, der in der Seele existiert. Sie stärken sich und heilen mit meiner Liebesbotschaft.

28. Euch fehlt der Glaube, um euer Angesicht emporzurichten und hoffnungsvoll zu lächeln und der Zukunft ohne Befürchtungen, ohne Misstrauen ins Gesicht zu blicken, denn in der Zukunft bin Ich.

29. Wie oft seid ihr krank, nur weil ihr dies denkt; denn auf Schritt und Tritt meint ihr, dass euch das Verhängnis verfolgt und der Schmerz auflauert. Dann zieht ihr durch euer Denken dunkle Kräfte an, mit denen ihr euer materielles Leben und euren geistigen Aufstiegsweg überschattet. Doch Ich bin hier bei euch, um aufs Neue den Glauben an das Leben, an die Wahrheit, an das Ewige, an den vollkommenen Frieden zu entzünden, und auch um euch zu lehren, das Licht anzuziehen.

30. Jünger, der göttliche Plan ist gewesen, ist noch immer und wird sein, euch vollkommen zu machen. Doch wenn Gott euch für eure Heranbildung die Vorstellung der Vollkommenheit gewährte - weshalb dann das Licht dieser Wahrheit verdunkeln, die der Vater in euer Wesen hineinlegte, so wie in alles, was Er entwarf? Wisset, dass der Mensch dem Universum gleicht, und das Universum dem Menschen. Das Universum ist die grosse Heimstatt der Kinder des Herrn. Doch in ihr gibt es viele Lebensräume, durch die ihr für eure Vervollkommnung gehen müsst, und die Seele des Menschen ist das Heiligtum, in dem euer Herr wohnen soll.

31. Wenn ihr mein Wort versteht, werdet ihr bald sagen: "Vater, öffne schon heute die Tore meines inneren Tempels, damit deine Essenz, welche Leben und Gesundheit, Weisheit und Kraft ist, in mich eindringt."

32. Ich sage euch: Wenn ihr so zu Mir sprecht, wird es geschehen, weil die Seele ihre Aufgabe angenommen hat. Dann werdet ihr Mich sich durch euch offenbaren sehen, auch durch euren Körper, das unbedeutende Ding, das dennoch in seiner Ausgestaltung Grösse besitzt.

33. Heute bewohnt ihr diese Welt, morgen werdet ihr eine andere jenseits der Erde bewohnen, und von jeder Welt werdet ihr das für eure Vervollkommnung Notwendige verwenden.

34. Überall werdet ihr euren Geschwistern begegnen, denn das Universum ist voller Geschöpfe, und alle sind Kinder Gottes.

35. Sonnen, Sterne, Welten, Naturreiche, Wesen jeder Art, Atome, Kräfte, alles, vom höchsten Engel bis zum unbekannten Kriechtier, sie alle sind Kinder des Absoluten Wesens, alles stammt von Ihm. Ihr wisst, dass es keinen Reichtum gibt, der keinen Besitzer hat, und der Eigentümer dieses universellen Reichtums ist Gott.

36. Nun frage Ich euch, Jünger: Ist es möglich, dass ihr krank seid? Ist es möglich, dass ihr betrübt seid, obwohl diese Unterweisung dazu da ist, euch frei und glücklich zu machen?

37. Für die Offenbarung, die Ich euch gebracht habe, ist geistige Aufklärung nötig, die nur Ich, der Meister der Seele, euch gebe.

38. Wenn ihr euch immer mehr als Körper denn als Seele gefühlt habt, so lehre Ich euch nun, mehr Seele als Körper zu sein und sich zu fühlen. Dies ist Erlösung, Rettung und Friede.

39. Manchmal fragt ihr euch, warum ihr in dieser Zeit mehr leidet als die Menschen vergangener Zeiten, und warum ihr kommen musstet, um eine geistige Mission zu erfüllen, die ihr früher nicht hattet. Doch Ich sage euch: Diese Aufgabe, geistig auf den Wegen des Guten und des Lichtes zu wandeln, um auf den Gipfel des göttlichen Berges zu gelangen, ist immer in eurer Seele gewesen. Und andererseits haben sich in der gegenwärtigen Existenz alte Schulden angesammelt - nicht zum Abschluss gebrachte Werke und nicht zu Ende geführte Missionen.

40. Wer den Sinn eines neuen Lebens nicht zu begreifen vermag, wird gegen meine Gerechtigkeit aufbegehren und seine Sühnepflicht als Strafe auffassen. Wer dagegen in einem neuen Dasein die Gelegenheit erkennt, Schulden zu bezahlen und Flecken abzuwaschen, der wird den Namen des Herrn segnen.

41. Noch seid ihr kleine Kinder, und als kleine Kinder sollt ihr aufrichtig sein. Schämt euch nicht, Mich in euren Gebeten um Kleinigkeiten zu bitten. Das Wesentliche ist, dass ihr betet, dass Ich euch inspiriere und erziehe.

42. Betet, verwendet meine Ausdrucksweisen, stärkt und heilt durch den Glauben und die Kraft, die diese verbreiten.

43. Morgen, wenn euer Gebet nicht mehr dazu bestimmt ist, eure Krankheiten zu heilen, sondern euch an der Zwiesprache mit dem Vater zu erquicken, wird eure Seele durch Regionen schweifen, die dem Verstande nicht bekannt sind. Zu einigen werdet ihr euer Licht bringen, von anderen werdet ihr Botschaften mitbringen, von wieder anderen werdet ihr Ermutigung und Beglückungen für die Seele empfangen.

44. Gott, der in euch ist, wird seine Botschaften durch euren Mund kundtun, wenn eure Seele und euer Körper sie zu übertragen verstehen.

45. "Wie ist es möglich, dass Gott durch den Menschen spricht", könnt ihr euch fragen. Doch Ich sage euch: Seinerzeit wurde "das Wort" Mensch, um das Wort Gottes auszusprechen. "Das Wort", welches der Ausdruck der Weisheit ist, nahm Fleisch an, und sein Körper war der Mensch Jesus.

46. Warum solltet ihr, die ihr die Jünger von Jenem seid, in welchem "das Wort" sprach, dieses nicht mittels der Seele und selbst des Fleisches offenbaren?

47. Heute seid ihr noch Schüler und seid nicht immer fähig, meine Lektion zu verstehen. Doch sprecht vorerst zu Gott mit eurem Herzen, mit euren Gedanken, und Er wird euch im Innersten eures Wesens antworten. Seine Botschaft, die in eurer Seele sprechen wird, wird eine klare, weise, liebevolle Stimme sein, die ihr nach und nach entdecken werdet, und an die ihr euch später gewöhnen werdet.

48. Es ist notwendig, dass ihr am Anfang über die Botschaften nachdenkt, die ihr auf euer Gebet hin empfangt, damit ihr wirklich diejenigen erkennt, die ihr von eurem Vater erhaltet, und sie niemals mit jenen Stimmen, Ideen, Gedanken und sogar Offenbarungen eurer irrenden Seele verwechselt. Nur in der Stille und in der Meditation werdet ihr den Weg erkennen können, auf dem jede Botschaft zu euch gelangt.

49. Welcher Mensch könnte sagen, in welche geistigen Regionen seine Seele eindringt, und bis zu welcher Höhe des Lichtes sie sich aufzuschwingen vermag? - Niemand. Daher irrt sich oftmals der, der die Wege des Gebetes, der Gemeinschaft mit Gott, der geistigen Betrachtung nicht kennt. Denn anstatt dem Lichte entgegen zu gehen, dringt er in dunkle Sphären ein, von denen er schlechte Inspirationen und falsche Botschaften empfängt.

50. Strengt euch an, versucht, das Wissen zu erlangen, das zum ewigen Lichte des Geistes führt - dorthin, wo euer Ursprung und euer Ziel ist.

51. Ströme von Gesundheit verbreitet mein Wort. Wenn ihr euch vorbereitet, um zu empfangen, werdet ihr gesund werden. Wenn ihr so die Gesundheit zu erlangen vermögt, werdet ihr beweisen, dass ihr euch durch den Geist geheilt habt.

52. Bittet, betet, wendet euch an Mich. Ich werde euch zudem einige Fortschritte gewähren. Doch bemüht euch darum, Verdienste zu erwerben.

53. Lasst euer Leben immer harmonischer werden, indem ihr mit all euren Geschwistern - gegenwärtigen und abwesenden, sichtbaren und unsichtbaren - eine einzige Familie bildet.

54. Dann werdet ihr euch eines nie zuvor erlebten inneren Friedens erfreuen, der der Befolgung des göttlichen Gebotes entspringt, einander zu lieben.

55. Geliebte "Arbeiter": Ich sehe euch fleissig die Felder bestellen, die Erde vorbereiten und den Samen in sie legen, der euch morgen seine Früchte bringen wird und so eure Mühe vergelten wird. Wählt den Samen aus und grabt die Erde um, denn ihr beginnt nun ein Jahr, das das erste der drei letzten Jahre ist, in denen Ich Mich in dieser Weise unter euch kundgeben werde. Die Zeit, die noch bleibt, ist kurz, und ihr werdet euch bei eurer Vorbereitung beeilen müssen. Denn Ich will euch nicht als schwache Kindlein, sondern als fortgeschrittene Jünger zurücklassen, die schon nahe daran sind, zu Meistern zu werden.

56. Nach meinem Scheiden werdet ihr die Verantwortlichen für die Auslegung sein, die ihr meiner Unterweisung durch eure Worte und eure Werke gebt. Die Menschen werden meine Lehre nach euren Taten und eurem Leben beurteilen.

57. Meine Inspiration wird euch nicht fehlen. Durch sie werdet ihr den Augenblick erkennen, in dem ihr sprechen müsst, und auch das, was ihr sagen müsst. Mit klaren, genauen und schlichten Worten sollt ihr das Dasein des Jenseits bekanntmachen, das Ich euch offenbart habe, und so für eure Mitmenschen mit wahrer Liebe einen geistigen Pfad anlegen, und immer sollt ihr eure Worte mit Taten und Beispielen bekräftigen.

58. Allmählich lernt ihr, fremde Leiden wie eigene zu empfinden. Der Grund dafür ist, dass eure Seele, wenn sie sich an meiner Unterweisung sättigt, sich erhebt, Entfernungen überwindet und in die Geheimnisse des Jenseits eindringt, wo sie entdeckt, dass der Ursprung aller Wesen ein einziger ist: der Vater, in welchem ihr alle Geschwister seid.

59. Aber nicht nur eure Seele hat in meinem Werke Anstösse zu ihrem Fortschritt erhalten. Auch eure verstandesmässigen Fähigkeiten haben sich entfaltet, als ihr gefühlt habt, wie die geistige Inspiration in euch immer stärker wurde, und ihr festgestellt habt, dass das Verstehen all dessen, was ihr früher nicht klar erkannt habt, sich mehrt, und die Geheimnisse sich aufklären.

60. Wenn es euch nicht gelingt, ganz in die Welt des Geistes einzudringen, um alles, was sie enthält, zu begreifen und zu fühlen, so deshalb, weil ihr noch dem Druck der Materie und dem Einfluss der Welt ausgesetzt seid. Ich habe euch vieles offenbart, aber wahrlich, Ich sage euch, der Mensch wird niemals schon auf dieser Erde verstehen, wie die Welt ist, die ihn erwartet, auf welche Weise dort die Seele lebt, welche Seligkeiten sie angesichts der Göttlichkeit erlebt, und wie jener seine Läuterung erhält, der voller Unvollkommenheiten ist.

61. Wenn der menschliche Verstand die Wonne der reinen Seele im Jenseits begreifen würde, dann hätte jene Seligkeit Grenzen, wie sie der Mensch hat. Darum sage Ich euch, dass ihr das von hier aus nicht zu begreifen vermögt, wohl aber zu erahnen.

62. Ebenso wenig könnt ihr euch die Intensität des Schmerzes vorstellen, den eine Seele erlebt, wenn ihr Gewissen sie vor meine Göttlichkeit bringt. Daher sage Ich euch immerzu: Bereitet euch vor und erhebt eure Seele, denn ihr werden die Unterweisungen offenbart, die sie kennen muss. Erkennt, dass zwischen der Seele und dem Verstande eine wirkliche Übereinstimmung bestehen muss, damit ihr schon hier eine Ahnung von jener Wahrheit erlangen könnt.

63. Ich habe zugelassen, dass eure Intelligenz zunimmt und in der Unendlichkeit das Licht sucht, das sie benötigt. Ich habe euch Willensfreiheit gewährt, damit ihr selbst euren Weg wählt. Aber Ich habe meine Gebote über euren Willen gestellt. In jenem Gesetz werdet ihr den rechten Weg erkennen können, in ihm werdet ihr die Kenntnis finden, um eure Werke zu läutern. Falls ihr diesem Weg nicht folgen möchtet, seid ihr frei, euch von ihm abzuwenden. Doch ihr werdet euch nicht mehr selbst betrügen können, euer Gewissen wird unablässig zu euch sprechen. Auch dann, wenn ihr - bereits ohne Erdenkörper - vor Mich gelangt, wird jener innere Gewissensrichter euch richten und euch sagen, welchem Läuterungsweg ihr folgen müsst. Jenes Gerechtigkeitslicht ist Teil von Gott selbst, der in euch ist und der euch lehrt, das Gute zu lieben und das Böse zurückzuweisen.

64. In diesen Vorbereitungsjahren sollt ihr euch dem Studium meiner Unterweisung widmen. Denn es gibt viele Herzen, die eures Wortes bedürfen. Es gibt Überdruss an so viel Lasterhaftigkeit, es gibt Hunger danach, geistig zu leben.

65. Die Jünger dieses Werkes werden die geistige Nahrung erzeugen, werden die falschen Vorstellungen, die die Menschheit bisher gehegt hat, korrigieren, werden die Frohe Botschaft dieser Zeit, in der ihr lebt, weitergeben, werden die Weiterentwicklung von Weltanschauungen und des Lebens, das diese Zeit mit sich bringen wird, ankündigen, werden den Menschen zu Diensten sein, ohne nach Klassen, Sekten, Religionen oder Rassen zu unterscheiden, werden jedem geistigen oder physischen Bedürfnis Rechnung tragen. Diese Jünger werden wie ein Leuchtturm sein, der das Boot des Schiffbrüchigen erhellt, werden der Stern sein, der den rettet, der orientierungslos in der Nacht umhertappt.

66. Sie werden keine Kirchen aus Stein erbauen, noch werden sie Altäre errichten, um ihre Werke bekannt zu machen. Sie werden einen grossen geistigen Dom erbauen, dessen Steine die Herzen der Menschen sind, die sich durch die Macht der Liebe miteinander vereinen.

67. Lauscht aufmerksam meinen Unterweisungen dieser letzten drei Jahre. Denn die Jünger, die diese Unterweisungen lernen, werden nach 1950 die Lehrer sein. In jener Zeit, in der ihr euch nach meinem Willen vereinigen und wirklich zu Mir erheben sollt, werde Ich euch mit dem Lichte meiner Inspiration erleuchten, damit ihr grosse und grundlegende Werke vollbringt. Doch bereitet euch darauf vor, denn wenn der von Mir festgelegte Zeitpunkt gekommen ist, werde Ich Mich nicht mehr des Stimmträgers bedienen.

68. Mein Licht wird in jedem meiner Kinder erstrahlen, das sich auf die Zeit der direkten Zwiesprache mit dem Meister vorbereitet. Aber es wird nicht in jenen sein, die mein Werk verkaufen und zu Krämern werden. Bereitet euch vor, damit, wenn mein Wort im Jahre 1950 endet, ihr die Vorgehensweise verstanden habt, um auf dem Wege voranzukommen. Denn - hört gut zu!: All jene werden in Verwirrung geraten, die sich nicht genügend vorbereitet haben.

69. Begreife, geliebtes Volk, die Art und Weise, in der ihr mein Wort nach meinem Willen unter die Menschen bringen sollt. - Damit ihr nicht scheitert, sollt ihr euch nicht vornehmen, die Gewohnheiten, die die Menschheit jahrhundertelang gehabt hat, von einem Augenblick zum andern umzuwandeln. Gebt ihr meine Unterweisung, und sie wird die Verirrungen begreifen, in denen sie gelebt hat. Die Überzeugungskraft, die meine Lehre besitzt, wird ihr Auffassungsvermögen erleuchten, und die Wahrheit wird erkannt werden. Dann wird das, was in ihren Augen einst als falsch erschien, in unendlichem Lichte erstrahlen.

70. Meine Kinder, Ich bin bei euch gewesen und habe euer Herz berührt, damit ihr Mir in ihm einen Platz bereitet, in dem Ich für immer wohnen kann.

Mein Friede sei mit euch!


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