Unterweisung 188

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 188



So spricht der Herr:


1. Kommt herbei, geliebte Jünger, hier ist der Meister. Ihr erkennt Mich am Sinngehalt meines Wortes, Ich erkenne euch an euren Handlungen.

2. In der Welt werden meine Jünger an der Reinheit ihrer Werke erkannt werden; und wenn sie nach guter Erfüllung ihrer Pflichten in meine Gegenwart kommen, werde Ich ihnen sagen: Ihr seid wirklich meine Jünger, weil ihr das getan habt, was Ich euch lehrte.

3. Ringt darum, die Vergeistigung zu erreichen, denn sie bedeutet die Befreiung der Seele. Passt euch meinen Gesetzen an, welche liebevoll und unfehlbar sind, und sie sollen euer Leben bestimmen; denn alles, was euch umgibt, sei es materiell oder geistig, lebt im Rahmen meines Gesetzes.

4. Der Mensch, der ein vollkommenes Werk innerhalb der Schöpfung ist, soll gemäss der Gnade leben, die der Schöpfer in ihn gelegt hat.

5. Ich sage euch nicht, dass ihr euch von den Pflichten der Welt abkehren sollt, die von Mir zu eurer Erhaltung, Befriedigung und Vervollkommnung eingesetzt sind. Seid ausgewogen und gerecht und gebt eurer Seele und eurem Körper das Notwendige.

6. Ich habe den Menschen von Anbeginn frei geschaffen, doch seine Freiheit war immer vom Lichte des Gewissens begleitet. Dennoch hat er nicht auf die Stimme seines inneren Richters gehört und sich vom Wege des Gesetzes entfernt, bis er jene mörderischen, blutigen und monströsen Kriege geschaffen hat, in denen sich das Kind gegen den Vater erhoben hat, weil es sich von jedem Gefühl von Menschlichkeit, Barmherzigkeit, Achtung und Geistigkeit abgewandt hat.

7. Die Menschen müssten längst Zerstörung und Kriege vermeiden, um sich eine leidvolle Sühnepflicht zu ersparen. Wisset, dass wenn es ihnen nicht gelingt, sich im Guten zu läutern, bevor sie bei Mir ankommen, Ich sie erneut zu diesem Tal der Tränen und des Blutes senden muss. Denn wer in einem gegen die Vollkommenheit gerichteten Sinne lebt, wird nicht zu Mir kommen können.

8. Wie könnte dies Wort die Menschheit erreichen? - In der Weise, in der Ich es in vergangenen Zeiten getan habe: durch Sendboten, Propheten und Jünger.

9. Ich bereite euch derzeit vor, damit ihr meine Unterweisungen und Offenbarungen zu alle Orten der Erde gelangen lasst.

10. Wenn ihr heute noch unbekannt seid, so werdet ihr morgen bekannt sein. Die Aufgabe der neuen Apostel wird darin bestehen, die Moral in dieser Menschheit wiederherzustellen. Dieser Kampf wird heftig sein.

11. Betet immer, damit ihr Stärke erlangt. Seid tatkräftig, damit ihr Vollkommenheit erreicht. Wachet, denn die Bestie des Bösen lauert der Seele in tausenderlei Gestalten auf.

12. Ich lasse meine Worte wie Tautropfen in euer Herz fallen, die ihm Leben schenken. Doch wenn ihr alles verstehen könntet, was Ich euch sage - wie klar würdet ihr den Weg erkennen! Ich lasse Frieden und mein Licht in eure Gedanken einfliessen, denn auch über diese werdet ihr zu Mir gelangen.

13. Vernehmt die Unterweisung, die der Meister euch in geistiger Sprache gibt, in der universellen Sprache der Liebe, die die Menschen ihrem Schöpfer näher bringt.

14. Mein Wort ist wie eine neue Morgenröte des Friedens für eure Seele, wie ein Lichtstrahl, der euren Pfad erhellt. Ihr habt diese Stimme schon oft vernommen, und nach und nach versteht ihr, was sie sagt.

15. Ich offenbare Mich derzeit in der ganzen Menschheit, denn jetzt ist die Zeit, in der die ganze Welt die Vergeistigung kennen lernen soll, die Zeit der geistigen Kommunion. Der Christus der Liebe verströmt sich nun in seine Kinder, damit sie ihre Erlösung erlangen.

16. Es gibt viele, die - ohne Mich wie ihr in dieser Zeit vernommen zu haben - das gleiche Ziel verfolgen, dem ihr zustrebt, weil sie fühlen, dass die Kampfzeit des Geistes für die Zwiesprache mit seinem Himmlischen Vater gekommen ist. In der Zweiten Zeit machte Ich euch begreiflich, dass ein Zeitabschnitt kommen würde, in dem der Mensch die gedankliche Zwiesprache kennenlernen und entfalten würde, und er meine Weisheit mittels Intuition und Inspiration empfangen würde. Damals näherte sich Mir ein Pharisäer und sprach zu Mir: "Wenn Du Gottes Sohn bist, so sage, wie Er ist; wenn Du vom Vater gesandt bist, so sage, wie der Vater ist." Doch Ich antwortete ihm so: "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater, denn Ich komme von ihm."

17. Wahrlich, Ich bin immer im Menschen gewesen. Doch um Mich zu fühlen, ist es notwendig, euch nicht von den Instinkten des Körpers leiten zu lassen. Wenn der Mensch erwacht und sich aufmacht, um das zu erforschen, was Ich ihm offenbart habe, wird er den Sinn des Lebens erkennen und den Auftrag, der in ihm enthalten ist. Erst dann wird er keine Schmerzen und Heimsuchungen mehr fühlen, weil er seine Fähigkeiten und Sinne in den Dienst des Geistes gestellt hat.

18. Da das Leben Jesu, des Nazareners, allen bekannt ist, habt ihr ein Vorbild, damit ihr einem Weg folgt, auf dem ihr niemals zugrundegehen werdet. "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben", Ich bin das Gefüge der Welt, die ihr bewohnt, und die Luft, die ihr atmet. Ich bin die Kraft, die bewirkt, dass der Mensch sich zu einem höheren Leben erhebt, von dem aus er alles, was ihn umgibt, erblickt, versteht und fühlt. Denn diese Welt ist nicht nur ein Tränental, sie ist auch, obwohl nur vorübergehend, der Ort, an dem ihr Befriedigungen, Freude und Frieden haben könnt.

19. Erkennt Mich, und ihr werdet euch selbst erkennen.

20. Ihr seht, wie die Menschen durch diese Welt gegangen sind und sich dabei immer durch den Schmerz geläutert haben. Dies deshalb, weil ihr Mir nicht näher zu kommen verstandet, obwohl ihr immer mein Licht gehabt habt, das vom Vergänglichen dieses Lebens und der Unsterblichkeit der Seele zu euch spricht. Daher spreche Ich heute zu euch in geistiger Ausdrucksweise, wobei Ich von eurer menschlichen Sprache Gebrauch mache, um Mich verständlich zu machen.

21. Als Zuhörer habt ihr verstanden und habt Fortschritte gemacht; denn ihr vernehmt diese Kundgebungen und erlebt sie nicht mehr nur in eurem irdischen Wesensteil, das heisst äusserlich, sondern ihr ergründet sie im Verlangen nach ihrer Essenz. Ihr nehmt in eurem Gehör nicht mehr den Ton der Stimme dessen wahr, durch den Ich zu euch spreche, weil der göttliche Klang meines Wortes im Innersten eurer Seele und eures Herzens Widerhall gefunden hat. Dies ist eine weitere Verklärung meiner Göttlichkeit; denn Ich, das "Wort" des Vaters, bewirke, indem Ich Mich so kundgebe, dass euer Verstand, der begrenzt ist, mit dem unbegrenzten Verstand des Vaters kommunizieren kann.

22. Eure Seele, die sich beim Empfangen meiner Gnade geehrt fühlt, sagt Mir: "Herr, du kommst zu unserem Herzen als wahrer Liebeshauch."

23. Wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr auf diese Weise einmal meine Unterweisung versteht und lebt, erlangt ihr Vergeistigung, weil ihr die Eitelkeiten und sinnlosen Befriedigungen aufgebt, um das Himmlische Konzert zu vernehmen.

24. Denkt über alles gründlich nach, worauf Ich euch hinweise. Bedenkt, wie die Wissenschaftler, als sie den menschlichen Körper erforschten, sich über seine Vollkommenheit gewundert haben. Doch wenn jener Körper, der ein vergängliches Wesen in diesem Leben ist, von solch wunderbarer Vollkommenheit ist - könnt ihr euch da die Herrlichkeit der Geistseele vorstellen, deren Natur unsterblich ist?

25. Staunt nur über die Unermesslichkeit des Meeres, über die Dimensionen eures Planeten, um die Bedeutung dessen ermessen zu können, dass ihr mehr seid als all diese Wunderwerke, weil ihr eine Seele besitzt, die euch in einem Augenblick über jene Grenzen hinaustragen kann, und welcher, wenn sie geläutert ist und im Reiche des Vaters wohnt, alle Welten gezeigt werden.

26. Wer Mich vernommen hat, verliert die Furcht davor, zu seinem Ursprung zurückzukehren; und auch wenn er sich nur für ein Atom inmitten der Schöpfung hält, fühlt er die innere Wonne zu existieren, weil er ein Kind des Himmlischen Vaters ist.

27. Wenn ihr diese Welt verlasst, werdet ihr wie ein Tautropfen sein, der weiterhin alles Geschaffene belebt. Ich sage euch: Gott, der Unendliche, der Ewige, ist in der ganzen Schöpfung, ist die Essenz, die alles beseelt. In den Geschöpfen sieht er alle Schönheit seines Werkes und erlebt er die Seligkeit, die in den Früchten seiner Inspiration existiert; denn alles spricht von Ihm, alles verherrlicht Ihn und huldigt Ihm.

28. Er ist in jeder Manifestation von Leben, weil Er der Urheber von allem ist, was existiert. Denkt darüber nach, und ihr werdet begreifen, dass es keinen Tod gibt.

29. Dies ist die Lektion für diesen Tag - eine Lektion, die wie alle, die Ich euch gegeben habe, nach meinem Willen in jenem Buche niedergeschrieben werden soll, das das Vermächtnis für die kommenden Generationen sein wird: Das Dritte Testament.

30. Jetzt ist die Dritte Zeit, in der ihr einen Schritt vorwärts machen werdet. Die Zeit, in der ihr Mich mittels Symbolen gesucht habt, ist vorbei. Jetzt fängt ein neues Zeitalter vor euren Augen an, doch nicht ein neuer Weg. Ich bin nicht gekommen, um eure Saat zu zerstören, noch euch mit befremdlichen Worten zu verwirren. Ich sage euch nicht, dass ihr die geistige Botschaft verleugnen sollt, die Ich euch in den vergangenen Zeiten hinterliess. Ich setze nur meine begonnene Unterweisung fort, die Ich in ihrem zweiten Teil hinterlassen hatte.

31. Als Christus damals in der Fülle seines menschlichen Lebens erschien, um den Menschen das Kommen des Gottesreiches anzukündigen, überraschte Er jenes Volk, das Riten und Zeremonien feierte, weshalb Er ihm sagte, dass es nicht das Gesetz vergessen solle, um die Traditionen zu befolgen. Doch hernach verwarf Ich mit meinem Worte und mit meinen Werken alle unnötigen Kultformen, um in ihrem Herzen allein das göttliche Gesetz zurückzulassen. Niemand kann sagen, dass Jesus das Gesetz Moses' verleugnete; denn mit meinem Leben, meinen Werken und meinem Blute lehrte Ich euch, es zu erfüllen. Aber Ich lehrte euch auch neue Lektionen, die der Zeit gemäss waren, in der Ich kam, und die im Einklang mit eurer seelischen Entwicklung waren. Dies war der zweite Teil des grossen Buches meiner Weisheit. Ich lehrte euch eine reinere Form des Gebets, damit diese eure Liebe zu Gott und euren Nächsten zum Erblühen brächte.

32. In jener Zeit habt ihr Mich als Liebe erkannt. Ich liess euch den Grund für mein Kommen wissen, offenbarte euch das Geistige Leben, kündigte euch meine Wiederkunft an, die neue Zeit, und liess euch vorbereitet zurück, damit, wenn der Zeitpunkt gekommen wäre, ihr meine dritte Lektion, den dritten Teil jenes Buches empfangen könntet, das heute vor eurem Geiste aufgetan ist.

33. Ich bin zu den Menschen inmitten von Kriegsnachrichten, Ereignissen und Zeichen zurückgekehrt, mit denen Ich mein Kommen voraussagte. Dennoch haben Mich die Menschen nicht gefühlt.

34. Inmitten dieser Stille, dieser Armseligkeit, dieses Erdenwinkels lasse Ich derzeit mein Wort durch das menschliche Verstandesvermögen ertönen, rufe die Menschen herbei, erwecke sie zu einem neuen Leben, erneuere sie durch meine überzeugende und liebevolle Unterweisung, erwecke in ihnen ihre schlummernden Fähigkeiten, um sie auf die Wege der Nachfolge ihres Meisters zu erheben.

35. Ich muss euch sagen, dass Ich euch in dieser Zeit in grösserem religiösen Fanatismus und Götzendienst verstrickt antraf als in irgendeiner früheren Zeit, und gleichzeitig eure Seele ärmer an Tugenden als jemals zuvor. Nun frage Ich euch, nachdem ihr Mich Jahr um Jahr mittels dieser Kundgabe gehört habt: Wer hat das Gefühl, dass Ich seine Lebensprinzipien zerstört habe? Wer glaubt sich verwirrt zu fühlen oder sieht seinen christlichen Glauben zerstört? Wahrlich, Ich sage euch, Ich habe euch nur an das erinnert, was Ich euch in früheren Zeiten offenbarte, weil ihr es vergessen oder verfälscht hattet. Das, was die Menschen euch verheimlicht hatten, habe Ich ans Licht gebracht, und das, was in meiner geheimen Schatzkammer verwahrt war, habe Ich euch offenbart. Dies Zeitalter ist das der geistigen Freiheit. Die Menschen sind durch ihren Geist erleuchtet und werden den sicheren Weg zu wählen verstehen.

36. Mein Strahl und meine geistigen Boten haben eine Atmosphäre durchdrungen, in der die dunklen Schwaden des Materialismus und der Sünde dahintreiben.

37. Ihr habt in diesen Augenblicken nachgedacht, und ihr erkennt an, dass ihr wirklich keinen anderen Gott verehrt als den, den ihr früher verehrtet - dass niemand die Türen eurer Herzen gegenüber Maria, der Jungfrau und Universellen Mutter verschlossen hat - dass diese Lehre euren Glauben gestärkt und eure Kenntnis über das ewige Leben der Geistseele vermehrt hat, und dass Ich jene Höchstgebote, euren Nächsten wie euch selbst zu lieben und euch untereinander zu lieben, mit dem Lichte meines Wortes in eure Seele geschrieben habe.

38. Ich bin nur gekommen, um aus euren Herzen das Schädliche zu entfernen - das, was euch nicht vorankommen lässt. Daher sage Ich euch immer wieder, dass Ich euch geistige Freiheit gewährt habe, damit ihr Mich in jedem Augenblick und an jedem Ort finden und fühlen könnt, und, anstatt die Welt das zu fragen, was sie euch nicht beantworten kann, ihr geistig euren Vater fragt und von seiner Barmherzigkeit das Brot des Geistes empfangt. Wenn ihr also euren Gott in der Person eures Bruders verletzt habt, sollt ihr ihm, wenn er euch beleidigte, vergeben, oder ihn um Vergebung bitten, wenn ihr ihn verletzt habt, und Ich werde euch vergeben. Denn jemand, den ihr nicht beleidigt habt, kann euch nicht die Vergebung des Bösen gewähren, das ihr einem anderen angetan habt.

39. Jünger: Da ihr euch nicht mehr darüber wundert, dass Ich in dieser Zeit zu euch gekommen bin, seid ihr auch nicht darüber erstaunt, dass die Geistige Welt sich unter euch kundgibt.

40. Vom Beginn der Menschheitsentwicklung an versprach der Vater die Manifestation der geistigen Wesen als einen Beweis und eine Offenbarung des Daseins jener Welt, jenes Lebens. Wahrlich, Ich sage euch, jene Welt ist nach meinem Willen immer in Verbindung mit dem Menschen gewesen. Zu Beginn eurer Entwicklung verbot Ich, dass der Mensch sich an die Geistwesen wandte, weil die Zeit dafür noch nicht gekommen war. Weder Inkarnierte noch Entkörperte waren für diese Kommunikation vorbereitet.

41. Elias in dieser Dritten Zeit, der Wegbereiter meines Kommens ist es, dem Ich den Schlüssel übergab, damit er die Türen der Geistigen Lichtwelt öffne, damit deren Bewohner Zugang zur materiellen Welt haben würden, ebenso wie Ich den Menschen erlaubte, in das Jenseits einzudringen, und so zwischen beiden eine Annäherung, Harmonie und Liebe bestünde.

42. Schon bevor meine Stimme den Zeitpunkt für diese Kommunikation festsetzte, gab es auf der Erde Ungehorsame, Neugierige und Ungeduldige, die unter Missachtung des Verbots zu den Wegbereitern einer anderen Art von Kommunikation wurden, bei der sich dunkle und verwirrte Wesen kundgetan haben, weil diese nicht von meiner Göttlichkeit dazu bestimmt waren.

43. Mein Wirken ist anders; erst als Ich euch für genügend befähigt und bewusst hielt, um diese Unterweisungen zu erhalten, brachte Ich euch diese grosse Unterweisung - eine der grössten, die Ich dieser Welt gab, damit ihr mittels des Geistes zu sehen, zu fragen, zu verstehen und zu entdecken lernt. Doch als Ich euch diesen Horizont eröffnete, habe Ich euch ein Gesetz gelehrt, das euch verbietet, mit diesen Gaben zu prahlen und mit ihnen Geschäfte zu machen oder sie zu missbrauchen. In dieser Zeit, als ihr in meine Lehre eingedrungen seid, haben manche Furcht empfunden, andere Misstrauen, einige sogar Bestürzung, und es hat auch solche gegeben, die bei dem Wort "Geist" Schrecken fühlen, ohne zu bedenken, dass sie einen solchen in sich tragen, den ihnen der Schöpfer gegeben hat, der gleichfalls Geist ist. Wer flösste euch diese Furcht ein? Wer brachte euch dazu, eine Abneigung gegenüber dem Geist zu fühlen? Habt ihr nicht darüber nachgedacht, dass jener Körper oder Leib, den ihr so sehr liebt, nur Staub ist, der zur Erde zurückkehren wird, und ihr nur im Geiste für eine Ewigkeit weiterleben werdet? Was werdet ihr tun, wenn ihr euch in diesem Zustand befindet? Wollt ihr dann vor euch selbst fliehen?

44. Um euch bei eurer Mission zu helfen, gewähre Ich euch die notwendige Zeit für euer Studium; und um euch bei eurem Lebensunterhalt und euren Mühsalen Erleichterung zu verschaffen, sende Ich euch geistige Diener, wirkliche Engel der Barmherzigkeit, des Lichtes und des Friedens. Vertraut darauf, dass diese Kommunikation nicht durch Menschenwillen, sondern durch göttliche Inspiration geschehen ist.

45. Verwechselt diese Kommunikation nicht mit jener, die die Menschen aus eigenem Willen herstellen - die einen von der Wissenschaft, andere von der Neugierde, wieder andere von abergläubischen Vorstellungen getrieben.

46. Wenn ihr euer Augenmerk darauf richtet, werdet ihr entdecken, dass diese beiden Inspirationsarten in der Menschheit vom ersten Menschen an vorhanden gewesen sind, welcher ausser der Stimme seines Herrn, die ihm den Weg zum Lichte wies, auch eine andere Stimme vernahm, die ihn zum Ungehorsam und zum Hochmut anreizte. Erkennt schon seit damals den Kampf des Menschen unter dem Einfluss dieser beiden Kräfte, der des Guten und jener des Bösen. So, wie der Mensch seit damals das Naturgesetz kennt und sich vom Lichte des Geistes erleuchtet fühlt, ebenso fühlt er auch seit damals die Anfechtung durch die Versuchungen.

47. Ich sage euch dies, um euren Glauben und euer Wissen zu stärken. Lasst es nicht an Achtung gegenüber meinen geistigen Gesandten oder Botschaftern fehlen; denn wenn ihr die erhabene Anmut, mit der sie bekleidet sind, schauen könntet, würdet ihr bekennen, dass nicht einmal Salomon im Glanze seines Thrones die Majestät dieser Diener besass.

48. Was würden die Nationen, die verbluten und unter Seuchen und Hungersnöten umkommen, sagen, wenn sich jene Welt des Friedens und der Barmherzigkeit unter ihnen zeigen würde und sie ihre Stimme des Trostes und der Liebe vernehmen könnten?

49. "Fluidum" nennt ihr jene Kraft, mit der diese Wesen eure körperlichen oder moralischen Gebrechen heilen. Und in der Tat, in jenem Fluidum ist die heilende Kraft. Es ist die gleiche, mit der Jesus dem Blinden das Sehvermögen wiedergab, Beweglichkeit dem Lahmen, Sprache dem Stummen. Mit ihr heilte Er den Aussätzigen und erweckte Er den Toten.

50. Niemand (von euch) kommt rein in meine Gegenwart. Doch wenn irgendeiner als Reiner käme, so würde er von diesem Wege nicht befleckt wieder weggehen. In dieser Zeit, in der Elias nach göttlichem Gebot den Menschen die Tore zum Jenseits öffnete, werde Ich die Menschheit zum Verstehen dessen bringen, dass diese Kommunikation keine Ruchlosigkeit derer war, die sie ausübten, sondern eine Gnade, die den Menschen dieser Zeit vom Vater zugedacht war, und die die Wegbereiterin der Zwiesprache von Geist zu Geist nach dem Jahre 1950 sein wird, wenn jene Gnade euch wieder entzogen wird.

51. Schult euch, damit ihr später nicht dem Betrug, der Irreführung anheimfallt; denn noch habe Ich viele Lektionen, die dazu bestimmt sind, sie euch zu offenbaren. Eure Phantasie soll keine falschen Offenbarungen oder Inspirationen hervorbringen. Vom Himmel wird das Licht zu dem vorbereiteten Menschen kommen, damit er mit meiner Wahrheit zu seinem Nächsten spricht.

52. Es naht die Zeit, in der die Menschen die Waffen, das Machtstreben und die Feindschaften verwerfen und dem Geistigen zustreben, und unter den Menschenmassen werden Apostel auftreten, deren Wort vernommen und deren Spur gefolgt wird. Dies wird in der Zeit des Krieges der Ideologien, Religionen und Weltanschauungen sein.

53. Jene Schlacht wird gewaltig sein, furchtbarer als die, die durch die Ansprüche auf irdischer Macht verursacht worden sind. Denn der Friede wird aus den Herzen weichen, das Denken wird durch die Finsternis des Fanatismus verdunkelt werden, und man wird die Stimme des Gewissens und der Vernunft nicht mehr vernehmen. Der Fanatismus wird bis zum Grund aufgewühlt werden und seine Kräfte vervielfachen, Kirchen errichten und sich zur Schau stellen. Manche werden, an ihren Götzen geklammert, zugrundegehen, aber andere werden ihre Augen dem Lichte öffnen und aus diesem Abgrund gerettet werden.

54. Heute scheinen euch all diese Prophetien ferne zu sein; dennoch ist deren Erfüllung nahe. Die Augen der Menschen werden die Götzen, die falschen Götter und die grossen Kirchengebäude, die der Stolz und Prunk der Kirchen gewesen sind, von ihrem Sockel stürzen sehen. Aber nicht ihr sollt diejenigen sein, die jene öffentlich entlarven, die lügen; diese Aufgabe werden andere erfüllen. Ihr sollt mit dem Wort, dem Herzen und dem Verstande vorbereitet sein, damit sich euer Geist mit wahrer Liebe für die Rettung dieser Menschheit einsetzt.

55. Angesichts des entfesselten Wirbelsturms sollt ihr nicht fliehen, noch nach Katakomben suchen, um euch zu verbergen; vielmehr sollt ihr inmitten des Orkans gefasst bleiben. Dann werdet ihr die Menschen aus ihrer Lethargie erwachen und Vergleiche zwischen den verschiedenen Religionsgemeinschaften anstellen sehen. Und wenn sie dann in allen die menschliche Unvollkommenheit entdecken, werden sie fragen: "Was ist der Spiritualismus?" Dann sollen meine Sendboten und Apostel, ohne Marktschreierei oder Faselei, ohne Angeberei irgendwelcher Art, die Lauterkeit, die Schlichtheit und das Licht dieser Lehre aufzeigen, und die Welt wird sich beugen, von ihrer Wahrheit überzeugt.

56. Es wird schwere Auseinandersetzungen geben, ihr werdet verfolgt und verleumdet werden. Ihr werdet überall auf Widerspruch stossen und zuweilen auch auf schwerwiegende und begründete Argumente. Doch ihr dürft euch durch Menschenworte nicht beeindrucken lassen. Denn wenn diese sich nicht auf Werke der Wahrheit stützen, werden es nur leere Worte sein.

57. Wenn ihr auf Mich vertraut und euch zubereitet, werde Ich euch nicht alleinlassen. Ich werde durch euren Mund reden, und ihr werdet euch der Werke bewusst sein, die Ich durch eure Vermittlung vollbringe.

58. Die Menschheit wird den wahren Weg zu erahnen und Mich zu suchen beginnen, so wie Ich es erwartet habe - mit dem Geiste. Jeder, der erkennt, dass er den Vater in seinem eigenen Herzen trägt, wird augenblicklich aufhören, der Feind seines eigenen Bruders und Nächsten zu sein. Dann wird die Vergebung, die Versöhnung, die Nächstenliebe und die Brüderlichkeit Einzug halten.

59. Dann werden die Menschen sagen können, dass sie Jesus gesehen haben, dass Er von seinem Kreuz herabgekommen ist, um der Welt zu sagen: Das Blut, das Ich um euer Erlösung willen vergossen habe, hat aufgehört zu fliessen. Hier bin Ich, für immer bei euch.

60. Volk, Ich habe bei meiner Kundgabe Gute und Verkommene empfangen, Menschen aller Art - solche, die Mich lieben, und andere, die Mir den Rücken gekehrt haben. Denn alle sind meine Kinder, alle liebe Ich gleichermassen, und alle werden Mich gleichfalls lieben und Mir dienen.

61. Heute komme Ich, euch alle zu vereinigen, da euch mein in der Zweiten Zeit vergossenes Blut nicht genügte. Denn ihr wart nicht fähig, das Werk der Brüderlichkeit und der Liebe zu vollenden, das meine Lehre euch lehrte.

62. Wann werdet ihr zu der Überzeugung gelangen, dass ihr nur in der Erfüllung meines Gesetzes Gesundheit, Glück und Leben finden könnt? Ihr anerkennt, dass es im materiellen Leben Prinzipien gibt, denen ihr euch anpassen müsst, um überleben zu können. Aber ihr habt vergessen, dass es auch im Geistigen Gesetzmässigkeiten gibt, die man respektieren muss, damit der Mensch imstande ist, sich des Brunnquells des ewigen Lebens zu erfreuen, welcher im Göttlichen existiert.

63. In dieser Zeit werden Mich die Hochmütigen und die Törichten, die Vermaterialisierten und die Ungläubigen hören müssen, und Ich werde erneut in ihr Herz säen, das für meine Saat wie unfruchtbares Land gewesen ist, bis aus den Felsen Blumen spriessen.

64. Auf jede Seele werde Ich den Brunnquell meiner Gnade ergiessen, bis sie gereinigt ist. Doch es werden nicht mehr die Wasser des Jordan sein, sondern das Licht meiner Gnade, meiner Gerechtigkeit, das, wenn es diese Seele berührt, sie erweckt, damit sie die Stimme ihres Gewissens vernehmen, das sie zum Gebet, zur Reue und zur Erneuerung bringen wird.

65. Ich erfülle nun das, was Ich euch in der Zweiten Zeit versprach. Ich kündigte es euch an, als Ich euch durch mein Wort begreifen liess, dass eine Zeit des Friedens und der Vergeistigung kommen würde. Jetzt lebt ihr in dieser Ära, in der die Traditionen, Riten, Zeremonien, die Symbole und Bilder ausgelöscht werden, und sich euer (menschlicher) Geist von Vorurteilen, von Fanatismus und Abgötterei befreit, um stattdessen die wahre Verehrung für Gott anzunehmen.

66. Wenn diese Worte die Ohren der Materialisten erreichen, werden diese über meine Lehre und meine Prophetien ungläubig lächeln. Aber die Zweifelsucht der Menschen hat Mich niemals verletzt.

67. In der Zweiten Zeit geschah es, dass, als die Frohe Botschaft meiner Unterweisung zu den grossen Städten und zu den grossen Imperien wie Rom gelangte, die Menschen gleichfalls lächelten, wenn sie erfuhren, dass Jesus, ein armer Galiläer war, dem ein paar Fischer nachfolgten, die genauso arm und demütig waren wie Er selbst. Ihre Spötteleien trafen Mich nicht, denn Ich wusste, dass sie Mich nicht kannten. Sie verstanden nicht, dass meine Macht gerade in jener Demut ihre Wurzeln hatte, und dass meine Kraft in jenem Wort voller Liebe und Gerechtigkeit war, das vielen unverständlich erschien, und das andere für unmöglich durchführbar hielten.

68. Als sie erfuhren, dass Jesus gestorben war, gekreuzigt, als ob es sich um einen Übeltäter handeln würde, und dass jener Tod seinen Jüngern und Nachfolgern zur Abschreckung dienen sollte, rechneten sie nicht damit, dass jenes Blut dazu dienen würde, die Saat fruchtbar zu machen, die nur bei wenigen ausgesät worden war.

69. Unter den Zweiflern entstand der Glaube, unter den Gläubigen zeigte sich die Aufopferung, unter den Sklaven, unter den Unterdrückten erstrahlte das Licht der Hoffnung und überall vernahm man die göttlichen Unterweisungen des Erlösers auf den Lippen der Menschen, die nach Gerechtigkeit riefen und von Liebe sprachen. Eine höhere Kraft umfing die Seele der gläubigen Menschen, und jene ausgegossene Kraft war wie ein Wildwasser, das keine menschliche Macht mehr aufhalten konnte.

70. Es war ein reissender Strom, der von Stadt zu Stadt und von Landstrich zu Landstrich flutete, der sich in die Täler hinabwälzte und bis in die Berge empordrang. Es gab kein Heim - sei es eine Hütte oder ein Palast -, wohin jener Einfluss nicht gelangt wäre. Es war der Fluss des Lebens, der sich auf die toten Felder ergoss, es war die immer liebevolle Gerechtigkeit eures Vaters, die zu den Menschen kam, um ihre Seelen zu reinigen und ihre Werke zu richten. Als jener Wildbach aufhörte zu fliessen, kam eine neue Welt ans Licht, eine neue Menschheit erschien auf der Erde, und dennoch war es dieselbe.

71. Das Licht einer neuen Unterweisung hatte sie aus ihrer Lethargie gerissen, um ihr zu helfen, geistig weiter voranzuschreiten, was sie dem vollkommenen Wesen näher brachte, das ihr Gott und Vater nennt. Daher sage Ich euch skeptischen und materialistischen Menschen jetzt: Wenn ihr die Gerüchte hört, dass Ich bei den Menschen gewesen bin und Mich ihnen durch ihr Verstandesvermögen mitgeteilt habe, und wenn ihr von den Unterweisungen, die in meiner Lehre enthalten sind, Kenntnis erhalten habt, so lächelt nicht spöttisch, und haltet die Verwirklichung der Unterweisungen meines Werkes - dieses Werkes, das Ich euch gerade ans Herz lege - nicht für menschenunmöglich. Denn später wird es euch leid tun, dass ihr euch geweigert habt, es zu vernehmen, wenn ihr das Erblühen desselben miterlebt. Wenn ihr daher fühlt, dass die Gewalt des reissenden Stromes an euren Türen rüttelt, so öffnet sie und lasst ihn eindringen. Ich versichere euch, dass nur das weggespült wird, was unsauber ist; denn das Gute, das es in eurem Leben gibt, wird Er nicht antasten.

72. Damit mache Ich euch begreiflich, dass ihr lernen müsst, den Sinngehalt dieses Wortes zu ergründen, damit ihr nach und nach meine Wahrheit kennenlernt, während ihr euch in sie vertieft. Denn bei diesem Nachdenken werdet ihr schliesslich zu der Überzeugung kommen, dass die Verwirklichung vieler der Prophetien, die in früheren Zeiten gegeben wurden, nun tatsächlich eintritt, ebenso wie bei vielen der Prophetien, die euch meine Boten übergaben, als sie euch das Kommen des Geistes der Wahrheit, des Geistes des Trostes ankündigten.

Mein Friede sei mit euch!


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