Unterweisung 18

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Buch des Wahren Lebens Lehren des Göttlichen Meisters


Unterweisung 18



So spricht der Herr:

1. So, wie euch Meine neue Kundgebung angekündigt war, habt ihr sie heute verwirklicht gesehen: Ich bin im Geiste gekommen, umgeben von Engeln und Geistern des Lichts.

2. Die, welche jene Prophetien nicht kennen, zweifeln an Meiner Gegenwart; doch sehe Ich auch unter denen, die die Schriften erforscht haben, solche, die nicht an Meine Kundgebung glauben, weil ihre Auslegungen beinahe immer irrig sind.

3. Allen, die der Prophetie einen materiellen Sinn geben, wird es wie dem jüdischen Volke ergehen müssen, welches in dem verheissenen Messias einen mächtigen König der Erde erwartete, und als es Mich demütig und sanftmütig sah, nicht an Mich glaubte trotz der Werke, die Ich vor ihren Augen tat.

4. Die Mich fühlten, Mich liebten und Mir nachfolgten, waren die von schlichtem Herzen, sanftmütigem Geiste und reinem Verstande, die Hunger und Durst nach Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit litten.

5. Denen, welche die Schriften vergangener Zeiten studieren, sage Ich, dass sie nur mit Vergeistigung in ihrem Leben die Wahrheit werden finden können, welche in jener Sprache enthalten ist.

6. Ich werde denen beistehen, welche die Wahrheit ergründen und lehren; doch werde Ich jeden, von dessen Lippen Verwirrung ausgeht, auf seinem Wege aufhalten, bis er seine Irrtümer berichtigt.

7. Dagegen werde Ich alle, die reinen Herzens Meinen Samen des Lichtes säen, indem sie das göttliche Wort auslegen und die Lehre, die verborgen war, erhellen — diese werde Ich zu den Ländern und Nationen senden, um Meine Lehre der Liebe zu verbreiten.

8. Die wahren Verkünder werden heilen Herzens, demütigen Geistes sein, und deswegen werden sie Meine neue Botschaft mit Freude und mit Glauben aufzunehmen wissen.

9. Selig, die Mich so in ihrem Herzen empfangen und Meinem Worte glauben, denn sie werden Mich in der himmlischen Wolke sehen, umgeben von Meinen geistigen Heerscharen; und obgleich Ich den Erdenstaub nicht wie in der Zweiten Zeit betrete, werden sie Meine geistige Gegenwart zu fühlen vermögen. Dann werden sie diese neue Botschaft mit derjenigen vereinigen, welche sich unter der Menschheit ausbreitete und welche nicht vollständig war, weil Meine Offenbarungen als Heiliger Geist noch hinzugefügt werden mussten.

10. Jünger, vergeistigt euch, damit ihr in den wahren Sinn Meines Wortes eindringt und damit bei der Begegnung mit euren Brüdern, die nur Meine Offenbarungen der Zweiten Zeit kennen, ihr in euren Auslegungen übereinstimmt und die geistige Vereinigung der Menschheit beginnt.

11. Oftmals lehrt ihr irrige Vorstellungen aus Mangel an Studium und Eindringen in das Geistige; deshalb trage Ich euch auf, euch der Betrachtung Meiner Lehre zu widmen, damit ihr nicht mehr Werke tut, die ihr für gut haltet, die vor dem Vater jedoch unvollkommen sind.

12. Erkennet, dass die Verantwortlichen dafür, dass die Menschheit den geistigen Sinn Meiner gegenwärtigen und vergangenen Unterweisungen klar versteht, ihr alle seid, die ihr im Geiste den Hunger nach Wissen fühlt, die ihr die Wege des Studiums, der Betrachtung und Erforschung betreten habt. Von denen, die nur von Riten, Zeremonien und materiellen Kulten leben, kann ich nicht dasselbe sagen, sie begnügen sich mit dem Äusserlichen, weil sie noch nicht den Geschmack der Frucht kennengelernt haben.

13. Wenn Meine Jünger die Wege der Welt durchqueren, wird das geistige Erwachen der Religionen und Sekten beginnen, die seit langer Zeit stehengeblieben sind.

14. "Wachet und betet", sage Ich euch immer wieder; aber Ich will nicht, dass ihr euch an diesen gütigen Rat gewöhnt, sondern über ihn nachdenkt und danach handelt.

15. Ich heisse euch beten, weil jener, der nicht betet, sich überflüssigen, materiellen und manchmal wahnwitzigen Gedanken hingibt, wodurch er, ohne sich dessen bewusst zu sein, die brudermörderischen Kriege begünstigt und nährt. Doch wenn ihr betet, zerreisst euer Denken, als ob es ein Schwert des Lichtes wäre, die Schleier der Finsternis und die Schlingen der Versuchung, die heute viele Wesen gefangen halten; es sättigt eure Umgebung mit geistiger Kraft und wirkt den Mächten des Bösen entgegen.

16. Verzagt nicht angesichts des Kampfes, und verzweifelt auch nicht, wenn ihr noch keinen Erfolg gesehen habt. Macht euch klar, dass es eure Aufgabe ist, bis zum Ende zu kämpfen; aber ihr müsst in Betracht ziehen, dass euch nur ein sehr kleiner Teil dieses Werkes der Erneuerung und Vergeistigung der Menschheit zufallen wird.

17. Morgen werdet ihr euren Posten verlassen, und andere werden kommen, um eure Arbeit fortzusetzen. Sie werden das Werk einen Schritt weiterbringen, und so wird sich Mein Wort von Generation zu Generation erfüllen.

18. Zuletzt werden sich alle Zweige mit dem Baume vereinigen, alle Nationen werden sich zu einem einzigen Volke verbinden, und auf Erden wird der Friede regieren.

19. Betet, Jünger, und vervollkommnet euch in eurer Erhebung, damit eure Worte der Unterweisung und Liebe ein Echo im Herzen eurer Brüder finden.

20. In Wahrheit sage Ich euch: Wenn dies Volk ausser dem Verstehen seiner Bestimmung schon seine Aufgabe erfüllen würde, die Menschheit würde durch seine Gebete Gnade erlangen. Aber noch fehlt euch die Nächstenliebe, dass ihr eure Nächsten als wahre Brüder empfindet, dass ihr in Wahrheit die Unterschiede der Rassen, Sprachen und Glaubensbekenntnisse vergessen könnt, und ihr ausserdem aus euren Herzen jede Spur von Groll gegen jene auslöscht, die euch verletzt haben.

21. Wenn es euch gelingt, eure Gefühle über so grosses menschliches Elend hinweg zu erheben, wird in euch die tiefst empfundene und aufrichtigste Bitte für eure Brüder aufsteigen, und diese Liebesschwingung, diese Reinheit eurer Empfindungen werden die machtvollsten Schwerter sein, welche die Finsternisse vernichten, die die Kriege und Leidenschaften der Menschen geschaffen haben.

22. Der Schmerz hat dich vorbereitet, Israel, in der Knechtschaft habt ihr euch geläutert; darum seid ihr die Geeigneten, um für die Leidenden zu sorgen.

23. Wache, Mein Volk, sei gleich den Vögeln, die den neuen Tag ankündigen und die Schlafenden aufwecken, damit sie die ersten sind, die das Licht empfangen, und Ich ihnen dann sage: Der, welcher euch wahrhaft liebt, grüsst euch in diesem Augenblick.

24. Im Menschen gibt es zwei Mächte, die immer im Kampfe liegen: seine menschliche Natur, die vergänglich ist, und seine geistige Natur, die ewig ist. Dieses ewige Wesen weiss sehr wohl, dass sehr lange Zeiträume vergehen müssen, damit es seine geistige Vervollkommnung zu erreichen vermag; es ahnt, dass es viele Menschenleben haben muss und dass es in ihnen durch viele Prüfungen gehen muss, bevor es das wahre Glück erlangt. Der Geist ahnt, dass er nach den Tränen, dem Schmerz und nachdem er viele Male durch den körperlichen Tod gegangen ist, zu dem Gipfel gelangen wird, den er in seinem Sehnen nach Vollkommenheit immer gesucht hat. Der Körper dagegen, das gebrechliche und kleine Ding, weint, bäumt sich auf und weigert sich zuweilen, den Rufen des Geistes zu folgen, und nur, wenn dieser sich entwickelt hat, stark und erfahren ist im Kampfe mit dem Fleisch und allem, was ihn umgibt, gelingt es ihm, den Körper zu beherrschen und sich durch ihn kundzutun.

25. Der Geist macht sich durch die menschlichen Äusserungen fühlbar; doch niemals gebraucht er Gewalt, um sich die Körpermaterie zu unterwerfen. Der Geist will, dass die Materie sich in voller Erkenntnis mit seinem Willen vereint, er will einen Gehorsam, welcher Sanftmut bekundet.

26. Obwohl es ein Fehler von manchen ist, in ihrer Widerspenstigkeit zu verharren, und sie fühlen, dass das Fleisch noch immer sinnlich und eigensinnig ist, möchten sie einen Thron für dasselbe haben; doch wenn Ich ihnen nicht in allem willfahre, was sie begehren, so deshalb, weil in Meinen Kindern noch ein anderes Sein vorhanden ist, das in grösserer Reinheit und Liebe schwingt, das ein höheres Leben ersehnt; in ihm existiert das geistige Denken, welches das göttliche widerspiegelt. Euer Gehirn dagegen spiegelt nur menschliche Gedanken wider.

27. Lang ist die Pilgerschaft des Geistes, weit sein Weg, vielfach und sehr abwechslungsreich seine Daseinsformen, und in jedem Augenblick sind seine Prüfungen anders geartet; doch während er sie besteht, erhebt er sich, reinigt er sich, vervollkommnet er sich. Auf seinem Gang durchs Leben lässt er eine Lichtspur zurück; deshalb ist dem hochstehenden Geiste oftmals das Wimmern seines Körpers nicht wichtig, weil er weiss, dass es vorübergeht und er sich auf seiner Reise nicht durch Ereignisse aufhalten lassen kann, die ihm klein erscheinen.

28. Für einen Augenblick richtet er seine Aufmerksamkeit auf die Schwächen seines Fleisches, aber er weiss, dass er etwas, das nur kurz lebt und das bald im Innern der Erde verschwindet, nicht zu sehr lieben darf.

29. Was nützen eure Bestrebungen und euer Ehrgeiz, mit dem Körper einen Kult zu treiben und ihn auf einen Thron der Eitelkeiten zu setzen? Solange er auch bestehen mag: es ist sehr wenig, verglichen mit dem ewigen Leben des Geistes.

30. Es ist notwendig, dass ihr dem höchsten Teil eures Wesens gehorcht, welches der Geist ist, der in einem jeden von euch wohnt, um zu ermöglichen, dass er sich mit Klarheit kundtut und seine Schritte zu dem Ziel hinwendet, für das er geschaffen wurde.

31. Sagt Mir: Wer seid ihr? Was seid ihr? Wer glaubt ihr zu sein? Was fühlt ihr zu sein? Etwa die Materie, die ins Grab sinkt, oder der Geist, der sich zur Ewigkeit erhebt, zur Unendlichkeit?

32. In Wahrheit sage Ich euch, dass ihr während der ganzen Zeit eures Daseins eure Eindrücke, Bedürfnisse, Beunruhigungen und Sehnsüchte durcheinanderbringt, ohne zu wissen, welche vom Geiste und welche von der Materie ausgehen.

33. Der Geist, der seine Bestimmung wirklich kennt, überträgt seine Schwingung auf den Körper, den er belebt, damit er ihm hilft und an seiner Mission teilhat; doch wenn der Augenblick kommt, da er die Körperhülle auf Erden zurücklässt, fühlt er keine Trauer, weil er weiss, dass dies das Gesetz ist, noch ist es ihm wichtig, wie das stirbt, was sein Körper war: ob durch Krankheit, durch Alter oder Zerstörung. Er weiss, dass seine Aufgabe wichtiger als alles ist.

34. Wisst ihr, wie Meine Apostel der Zweiten Zeit starben? Wie Petrus endete und alle, die Mich in ihrem Herzen trugen? — Petrus starb an einem Kreuz und sagte, dass er nicht wert sei, wie Ich zu sterben; er bat, mit dem Kopf nach unten zu sterben. Und wer trieb Petrus an und gab ihm die Kraft, die Festigkeit und die Gelassenheit, seinen Märtyrertod zu erleiden? — Sein wahres Sein, der Geist, der Gottes Kind ist und die Schwäche des Körpers zu überwinden versteht. In seiner letzten Stunde zeigte er sich gefasst, ruhig, wie sein Meister, als Er am Kreuze rief: Alles ist vollbracht.

35. Wenn ihr diese Beispiele untersucht, werdet ihr zur Überzeugung kommen, dass der Mensch mehr Geist als Fleisch ist, und dass dieses, wenn es sich vergeistigt hat, den höchsten Geboten Meines Gesetzes gehorsam ist.

36. Für diejenigen, welche diese geistige Höhe erreichen, sind die Pforten des Himmelreiches aufgetan, und sie gelangen zu ihm ohne "Ach", ohne Klage.

37. Mit diesem Gehorsam, mit dieser Ergebung und Liebe gelangten jene Jünger in die Gegenwart des Vaters. Und ihr, wann werdet ihr dem Ruf eures Geistes gehorchen? — Ihr habt Furcht vor dem Schmerz und allem, was den Körper betrifft, weil ihr nicht völlig von der Wahrheit ergriffen seid; denn wenn es so wäre: Wer könnte euch hindern, die Wahrheit zu sagen und zu verkünden, selbst wenn man euch mit dem Tode bedrohte?

38. Wisst ihr, warum sie Johannes dem Täufer den Kopf abschlugen? — Weil er die Wahrheit sagte, weil er auf Gerechtigkeit hielt und auf die Defekte derer hinwies, die sich auf der Welt Könige nennen und auf einem Thron der Fäulnis sitzen. Doch wenn die grossen Geister grosse Schmerzen haben und sich über das Unglück, das Elend, den Schmerz und den Tod erheben und so ihre Aufgabe würdig erfüllen —wer seid ihr, die ihr den Tag stöhnend beginnt und ihn am Abend weinend vor Ungehorsam oder Auflehnung beendet? Ihr seid Fleisch und nur Fleisch, weil ihr euch noch nicht über den Schmerz zu erheben versteht und über alles, was ihr Unglück nennt.

39. Es ist gut, dass ihr alles, was Ich euch heute gesagt habe, genau untersucht. Begreift: je höher der inkarnierte Geist steht, desto geringer werden seine Leiden sein und die Wirkungen des Schmerzes auf seinen Körper.

40. Den Apostel Johannes tauchten sie in siedendes Öl, und er starb nicht. Die Macht des Geistes, der sich zum Vater erhoben hatte, offenbarte sich, indem sie die Kraft der Hitze verminderte.

41. Sie zogen ihn heraus, und als sie sahen, dass er keinerlei Schaden genommen hatte, verbannten sie ihn, und selbst dann erfüllte er weiterhin die hohen Ratschlüsse des Herrn, ohne dass ihn jene Prüfung in seiner geistigen Erfüllung aufgehalten hätte.

42. Ihr, die ihr Mir heute zuhört und aus denen Meine neuen Jünger hervorgehen sollen, verzagt angesichts der Prüfungen und versucht, euch von Meinem Wege zu entfernen.

43. Wann wird es euch gelingen, Meine Lehre im Herzen zu tragen und fähig zu sein, euer Leben um des Zeugnisses der Wahrheit willen hinzugeben?

44. Genügen euch die Vorbilder so vieler Märtyrer nicht, die ihr Leben aus Liebe zur Menschheit, um der Aufrechterhaltung der Wahrheit oder der Verteidigung der Gerechtigkeit willen hingegeben haben? Genügen euch jene Vorbilder nicht, um zu begreifen, wozu Meine Jünger fähig sind?

45. Ihr fühlt euch belästigt, wenn der Wind stärker bläst als ihr es wünscht; wenn die Sonne zu sehr brennt, protestiert ihr, und wenn die Wolken sie verbergen, seid ihr nicht einverstanden. Wenn es ein Unwetter gibt, sucht ihr schimpfend Zuflucht, und wenn die Erde bebt, flieht ihr vor Schrecken.

46. Seid ihr etwa das Volk, das geboren wurde, um auf einem Throne zu herrschen und damit die Kräfte der Natur eurem Befehl gehorchen, nur zu eurem Nutzen?

47. Die Naturkräfte werden euch gehorchen, wenn ihr Mein Gesetz erfüllt und Mich darum zum Wohle eurer Brüder bittet!

48. Ich will, dass jeder ein Apostel der Wahrheit ist, dass ihr nützlich im Leben seid; denn ihr seid zur Erfüllung einer Aufgabe gekommen, die im Plane des Schöpfers liegt.

49. In dieser Zeit sage Ich euch, dass der Weizen Meiner Lehre reichlich vorhanden ist, und noch immer wird er nicht gesät. Weinet, wenn ihr Liebe zu dieser Arbeit habt, denn der göttliche Sämann, der euch Seinen Samen gab und euch die Felder zeigte, ist immer noch allein. Weinet, auf dass eure Tränen dazu dienen, die Felder zu bewässern, auf denen ihr später arbeiten werdet.

50. Fürchtet euch nicht, von euren Mitmenschen verletzt zu werden; das, was ihr Beleidigung nennt, ist etwas Gutes, das sie euch tun, es ist eine Hilfe bei der Erfüllung eurer Aufgabe. Wisst ihr nicht, dass die, welche auf dem Entwicklungsweg sind, leiden müssen? Wisst ihr nicht, dass der Geist sich um all diese Schwächen nicht kümmern darf, weil es Kleinigkeiten sind, die nur die Materie betreffen?

51. Ich will euch stark sehen gegenüber dem Leben, gegenüber seinen Wechselfällen und seinen Leiden.

52. Werdet stark in der Ausübung der Nächstenliebe und kümmert euch nicht darum, dass man euch in der oder jener Weise beurteilt. Ihr braucht nicht zu sagen, was ihr seid; ihr müsst nur vorbereitet sein, (den Menschen) Liebkosung, Barmherzigkeit zuteil werden zu lassen, und die Lippen sollen bereit sein, Güte, gesunden Rat und Vergebung zu bekunden.

53. Eure Bestimmung ist es, auf eurem Erdenweg das Gute zu tun.

54. Begreift, dass die materielle Schöpfung, die ihr Universum nennt, die Wohnung von Geistern in der Entwicklung, ein Ort der Vervollkommnung ist. Wenn die Geister die hohe Entwicklung erreicht haben, die sie befähigt, höhere Heimstätten zu bewohnen, werden die Welten, die sie zuvor bevölkerten, verschwinden, da sie ihren Zweck erfüllt haben.

55. Alle Kraft, welche die Wesen belebte und den Organismen Leben gab, wird sich wieder zu Mir wenden; alles Licht, das die Welten erhellte, wird zu Mir zurückkehren, und alle Schönheit, welche über die Reiche der Schöpfung ausgegossen war, wird im Geiste des Vaters sein; und sobald wieder in Mir, wird sich jenes Leben in geistige Essenz verwandeln, welche über alle geistigen Wesen ausgegossen werden wird, auf die Kinder des Herrn; denn Ich werde euch von den Gaben, die Ich euch geschenkt habe, niemals enterben.

56. Weisheit, ewiges Leben, Harmonie, unendliche Schönheit, Güte, all dies und mehr wird in den Kindern des Herrn sein, wenn sie mit Ihm den Ort der Vollkommenheit bewohnen.

57. Heute seid ihr fern jenem Ziele; Beweis dafür ist, dass Ich auf der Erde beanstande, was ihr mit eurem Geiste gemacht habt, und wenn ihr ins Geistige Tal kommt, mache Ich dem Geiste Vorhaltungen darüber, was er auf seinem Gang durch die Welt mit seinem Körper gemacht hat. Solange ihr noch Kinder in diesem Unterricht seid, müssen diese Welten, diese Natur, dies materielle Leben bestehen bleiben.

58. Als Gott erleuchte Ich euch und erhalte Ich euch; als Vater liebe Ich euch und erwarte euch; als Meister lehre Ich euch und führe euch; doch als Richter richte Ich euch unerbittlich.

59. Jemand könnte sagen, dass Ich einem reichen Geizhals gleiche, der alles für sich will; denn alles hütet er, alles bewacht er und fordert er zurück; doch wahrlich, Ich sage euch, so wie in der Welt alles, was Ich in sie legte, für euch war und nicht für Mich, ebenso bewahre Ich im ewigen Leben alles für euch auf, bis ihr in dasselbe eintretet und seine Besitzer werdet.

60. Habe Ich euch nicht gesagt, dass ihr die Erben Meiner Herrlichkeit seid? Also fehlt nur, dass ihr Verdienste erwerbt, damit sie euer ist und ihr sie geniesst.

61. Alles, was Ich geschaffen habe, ist nicht für Mich gewesen, sondern für Meine Kinder. Ich will nur eure Freude, eure ewige Seligkeit.

62. Fürchtet nicht, euch zu verirren, um Mich zu finden, da Ich nicht nur das Ziel bin, sondern auch der Weg. Wer zu Mir gelangen will, komme auf dem Wege der Demut, der tätigen Nächstenliebe, der Ergebung, und verstärke sein Streben nach Vervollkommnung in der Liebe.

63. Damit euer Gang sicher sei, erlanget die innere Einheit in eurem Wesen, auf dass der Geist den Körper immer auf dem guten Wege führt und dieser seinerseits ihm zu gehorchen vermag. Wenn ihr diesen Sieg über euch selbst erlangt, wird es euch leicht fallen, dem Willen eures Vaters zu gehorchen.

64. Wendet euch ab vom Unnützen; entfernt aus eurem Leben das Unnötige und beschäftigt euch nicht mit Nutzlosem.

65. Meidet alles Laster. So werdet ihr den Geist rein und den Körper gesund erhalten, um mit Waffen der Liebe für die Eroberung des Verheissenen Landes zu kämpfen, jenes Landes, das euch als höchster Lohn im geistigen Leben erwartet.

Mein Friede sei mit euch!


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