Unterweisung 174

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 174



So spricht der Herr:


1. Geliebte Jünger, jeder Augenblick, der in eurem Leben vorübergeht, ist ein weiterer Schritt, der euch eurem Vater näherbringt. Langsam, Schritt für Schritt, legt ihr den Weg zurück, der zum Reiche des Lichtes führt.

2. Ihr geht auf eine Zeit zu, in der ihr eurem Geist in gerechter Weise das zu geben versteht, was ihm zusteht, und der Welt das, was ihr zukommt. Es wird eine Zeit wahrhaftigen Gebetes sein, einer von Fanatismus freien Verehrung Gottes, bei der ihr vor jeder Unternehmung betet, bei der ihr das zu bewahren wisst, was euch anvertraut wurde.

3. Wie könnte der Mensch irregehen, wenn er, statt seinen Willen zu tun, zunächst einmal im Gebet seinen Vater fragen würde? Wer zu beten versteht, lebt in Verbindung mit Gott, kennt den Wert der Wohltaten, die er von seinem Vater empfängt, und zugleich begreift er den Sinn oder Zweck der Prüfungen, die er durchlebt.

4. Der Mensch, der direkt zu Gott betet, ist ein vergeistigter Mensch, der keine dunkle Binde vor den Augen hat und der vorbereitet ist, um in sich und ausserhalb von sich unbekannte Welten der Weisheit und Wahrheit zu entdecken, die es im Leben des Menschen gibt, ohne dass er diese wahrnimmt.

5. Wer diesen Pfad entdeckt, kann nicht mehr stehenbleiben; denn da seine Sinne und seine geistigen Gaben erwacht und empfänglich geworden sind, vernimmt er heute Stimmen der Natur, morgen empfängt er Botschaften des geistigen Reiches, und später wird er die Stimme seines Herrn in einer Zwiesprache von Geist zu Geist hören, als Frucht der Liebe zwischen dem Vater und seinen Kindern.

6. Volk, beneide nicht die Stimmträger, durch die Ich mich kundgebe; denn wenn ihr euch wirklich körperlich und seelisch zubereitet, werdet ihr sie sogar überflügeln, nachdem diese Kund- gebung vorüber ist.

7. Eine Zeit der Zeichen, Wunder und Beweise ist vorgesehen für dies Volk, dem Zeugen meiner Kundgabe in dieser Dritten Zeit.

8. Noch habe Ich mein letztes Wort nicht gesprochen, in welchem Ich euch grosse Offenbarungen geben werde. Aber mein Wille und meine Weisungen sind in das Gewissen dieses ganzen Volkes geschrieben, damit es volle Kenntnis darüber besitzt, wie der Abschluss meiner Kundgebung sein wird, sowie von dem Tag, der für meine letzte Unterweisung ausgewählt und festgesetzt wurde.

9. Ihr müsst begreifen, dass Ich euch alles lehren will, was ihr wissen müsst, um in jene Welten oder Heimstätten einzugehen, die euch erwarten. Denn ebenso, wie euer Geist in der Welt, in der er unmittelbar zuvor lebte, vorbereitet werden musste, um auf der Erde inkarnieren und leben zu können, so muss er sich auch darauf vorbereiten, zu der Heimat zurückzukehren, die er verliess, wenngleich es Heimstätten sind, die in Bezug auf Liebe, Reinheit und Weisheit höher stehen.

10. Zweifelt nicht an meinem Worte. Ich erfüllte (auch) in der Ersten Zeit meine Verheissung, Israel aus der Knechtschaft Ägyptens zu befreien, welche Abgötterei und Finsternis bedeutete, um euch nach Kanaan zu bringen, dem Land der Freiheit und der Verehrung des lebendigen Gottes. Dort wurde auch mein Kommen als Mensch angekündigt, und die Prophetie wurde Wort für Wort in Jesum erfüllt. Der Meister, der lebte und euch liebte, versprach, sich im Geiste kundzutun, und hier habt ihr die Erfüllung jener Verheissung.

11. Heute kündige Ich euch an, dass Ich für euren Geist wunderbare Regionen, Wohnorte, geistige Heimstätten bereithalte, wo ihr die wahre Freiheit finden könnt, zu lieben, das Gute zu verbreiten und Licht zu schaffen. Zweifelt ihr etwa daran, nachdem Ich alle meine früheren Verheissungen für euch gehalten habe?

12. Wisset, dass die grossen Geister schon immer in meinem Werke arbeiten: Elias, dazu bestimmt, das Kommen des Meisters unter seinen Jüngern anzukündigen, ist das Licht, das für die Geister eine Bresche schlägt, zu den vom Wege Abgeirrten niedersteigt, zu denen, die schlafen oder die den Glauben an das geistige Leben verloren haben, um sie in das Liebesfeuer einzuhüllen, das von ihm ausstrahlt — ein Feuer, das Glauben ist, Vernichtung des Bösen und Läuterung. Sein Ruf erschallt in jeder Nation, sein läuterndes Feuer greift um sich. Zwar lässt die Läuterung auf ihrer Bahn eine Spur des Schmerzes zurück, doch bald kommt dann ein göttlicher Trost, verkörpert in Maria, um ihren Balsam auf jedes schluchzende Herz zu ergiessen, auf jedes von Schmerz gequälte Geschöpf.

13. Hernach werde Ich ein Herz nach dem anderen aufsuchen, um die Menschen meinen göttlichen Ruf hören zu lassen, der ihnen nur sagt: Folget mir nach.

14. Meine Lehre lässt den Menschen sich in all seinen Wesensaspekten entfalten: Sie macht das Herz empfindsam und veredelt es, erweckt den Verstand und vervollkommnet und erhebt den Geist.

15. Macht aus meiner Lehre ein gründliches Studium, das euch in die Lage versetzt, die rechte Art, meine Unterweisungen auszuüben, zu begreifen, damit eure Entwicklung harmonisch verläuft, das heisst, dass ihr nicht nur den Verstand entwickelt, ohne euch um das Gefühlsleben zu kümmern, das ihr pflegen sollt, oder um die Ideale des Geistes, die ihr beleben sollt.

16. Alle Fähigkeiten eures Wesens können in meinem Worte den lichten Pfad finden, auf dem sie sich bis ins Unendliche entwickeln und vervollkommnen können.

17. Ich habe euch genügend Zeit gegeben, um meine Unterweisungen aufzunehmen und sie zu verstehen, so dass viele von euch, die als Kinder herbeikamen, jetzt Jugendliche sind, während andere, die als Jugendliche kamen, jetzt Greise sind. Die einen sind auf diesem Wege gewachsen und gehören nun zur Zahl meiner "Arbeiter", und andere haben den letzten Atem ausgehaucht und nehmen nun ihren Platz unter meinen Auserwählten ein.

18. Ich habe diesem Volke hier genügend Zeit gegeben, damit in ihm das Licht eines festen und wahren Glaubens auflebt, und damit sein Geist eine tiefe Kenntnis meines Werkes hat. Mein Wort bereitet euch vor, damit ihr meine Gegenwart fühlen und meine Inspiration empfangen könnt, auch wenn ihr diese Stimme nicht mehr hört und ihr euch auf den Kern eures Wesens konzentrieren müsst. 19 Meine Unterweisung wird in euer Gewissen geschrieben. Dort ist die Lade, die mein Gesetz am besten aufbewahrt, damit, wenn diese Stunden geistiger Erquickung, die ihr bei eurem Meister habt, im Laufe der Zeit ferne rücken, die Essenz meines Wortes in eurer Seele weiter schwingt, voll Leben, frisch und pulsierend vor Liebe und Weisheit.

20. In meinem Worte sage Ich euch immer wieder, dass ihr Vergeistigung erlangen sollt, denn das wird es sein, was euch auf Erden auszeichnen soll. Ohne Vergeistigung werdet ihr euren Mitmenschen nicht das Zeugnis geben können, das ihr geben sollt.

21. Fürchtet euch nicht, weil Ich mein Wort unter euch beende. Mein Werk wird nicht untergehen, noch soll euer Geist verzagen. Ich halte im geistigen Tale die Wesen in Bereitschaft, die inkarnieren werden, um Lenker und Propheten der Völker zu sein — Lichtwesen, Spiritualisten, die euch lehren werden, auf dem durch mein Wort erschlossenen Pfade einen Schritt nach vorne zu tun.

22. Heute will Ich euch sagen, dass ebenso, wie ihr es hier nötig habt, dass aus dem geistigen Tale Lichtwesen zu euch kommen, die euch auf eurem Wege beistehen, es auch geistige Heimstätten gibt, die dessen bedürfen, dass einige von euch mit dem Lichte meiner Unterweisung zu ihnen kommen. Ihr kennt nicht jene unter euch, die mich in diesem Augenblicke hören und bald zu einer geistigen Mission aufbrechen müssen. Das ist der Grund dafür, weshalb sich schon seit langem viele Herzen läutern, und weshalb sich deren Geist meinem Werke täglich mehr verbunden fühlt.

23. Ich will, dass unter meinen geistigen Heerscharen einige von euch sein sollen, um sich mit jenen zu vereinen, die in diesem gesegneten Werk der Wiederherstellung und Gerechtigkeit mit mir zusammenarbeiten zur Rettung aller Wesen, welche fern des Pfades des Lebens und der Wahrheit wandeln.

24. Bewahrt in eurem Geiste dieses Wort, das euch zur Zurüstung dienen kann für den grossen Augenblick, da ihr dies Dasein verlasst, um geistig frei zu werden.

25. Dies ist eine herrliche Zeit der Offenbarungen, o geliebtes Volk. Eine Zeit des Lichtes, das die Seelen erhebt. Wohl denen, die sich zurüsten, denn diese empfangen mein Licht in Fülle.

26. Doch bedenkt, dass dies noch kaum der Beginn eines neuen Zeitalters ist, dass Ich euch nicht alles offenbart habe, was diese Zeit für die Menschen bereithält, und dass auch nicht alles, was ihr empfangen habt, von euch bereits verstanden worden ist.

27. Tage, Jahre und ganze Jahrhunderte werden noch vorübergehen, in denen diese Menschheit Zeuge von wunderbaren Lichtkundgaben und noch unbekannten geistigen Offenbarungen sein wird.

28. Diese Zeiten rücken näher, daher sollt ihr denen den Weg bereiten, die euren Platz einnehmen werden. Ihr sollt den Weg durch eure guten Werke segnen. Dann werdet ihr die Errichtung des wahren Tempels begonnen haben, den andere fortsetzen werden, und später werden wieder andere kommen und ihn vollenden.

29. Ich habe euch meine Unterweisung lange Zeit hindurch gegeben, damit sie als guter Same tiefe Wurzeln in eure Herzen treibt und ihr in eurem Leben jederzeit bereit seid, sie unter euren Mitmenschen zu verbreiten.

30. Erstellt ein Buch aus meinem Worte, entnehmt ihm dabei das Wesentliche, damit ihr einen wirklichen Begriff von der Reinheit meiner Lehre bekommt. In dem vom Stimmträger übermittelten Worte könnt ihr Irrtümer entdecken, doch nicht im Sinngehalt. Meine Übermittler sind nicht immer zubereitet gewesen. Deshalb habe Ich euch gesagt, dass ihr es nicht nur oberflächlich durchlesen, sondern in seinen Sinngehalt eindringen sollt, damit ihr seine Vollkommenheit entdecken könnt. Betet und meditiert, damit ihr es verstehen könnt.

31. Ihr alle braucht Glauben, um zu leben. Weh dem, der nur für die Eitelkeiten der Welt lebt, denn seine Seele wird leer sein, und am Ende seines Erdenweges wird er keinerlei Ernte vorweisen können. Denkt daran, dass ihr zur Erde gesandt worden seid, um eine geistige Aufgabe zu erfüllen, dass ihr danach zu mir zurückkehren werdet, während der Körper mit der Erde verschmelzen wird, aus der er hervorgegangen ist. Lasst euch von meiner Liebe inspirieren, um einen grossen Glauben zu erreichen, macht aus eurem Herzen einen Tempel. Schliesst die Augen eures Körpers und öffnet die des Geistes, damit ihr über eure Welt hinausblicken könnt. Ich bin in und ausserhalb von euch, im Innersten eures Wesens, und behüte und bewahre euren Geist. Ich kenne alle eure Wünsche und Hoffnungen und sage euch: Ersteigt den Berg der Vervollkommnung voll Geduld und Opferbereitschaft. Wenn ihr dem Ziele nahe seid, werde Ich dann die Tore meines Reiches ein wenig öffnen, damit ihr meinen Frieden erahnt und in der letzten Stunde stark seid.

32. Alles entwickelt sich. Der Mensch schreitet in seiner Wissenschaft fort, doch er nutzt dies Wissen, das er erworben hat, nicht dazu, um Gutes zu tun; er versteht seine Nächsten weder zu trösten noch zu schützen. Das Machtstreben und die falsche Auffassung der Willensfreiheit haben einen neuen Krieg verursacht, und dessen Folge ist der Schmerz. Ich sehe überall Verwaisung, Elend, Verwüstung und Tod, und für all das werdet ihr mir Rechenschaft geben. Was habt ihr mit meinem Worte angefangen? Ihr habt nicht darauf gehört und verirrt euch in einem Meer von Schmerzen und Verwicklungen; und dennoch wird es nicht der letzte Krieg sein, den ihr führen werdet. — Doch für alle kommt das Gericht. In meiner Gegenwart sind Richter und Angeklagte, Henker und Opfer. Alle Nationen werden meinen Ruf hören. Ich fordere euch auf, in dieser Stunde der Entscheidung zu beten, und Ich gebe euch das Licht meines Geistes.

33. Meine Schöpfung ist beständig, und nichts geht zugrunde. Wenn der Schmerz das Fleisch verzehrt und die Seele nackt und bloss zurückbleibt, ohne ihre Aufgabe auf Erden erfüllt zu haben, werde Ich ihr ein neues körperliches Gewand geben und sie auf dieselbe zurückkehren lassen.

34. Ich fordere euch dazu auf, geistige Werke zu vollbringen, die die Zeiten überdauern. Baut auf festem Erdreich, damit es keine Naturgewalt gibt, die das zerstört, was ihr geschaffen habt.

35. Ihr steht vor meinem Tische. Setzt euch um mich her und hört mir zu.

36. Es ist mein Wille, dass in dieser Zeit jeder Mensch und jedes Geistwesen dies göttliche Wissen erhält, das der Heilige Geist euch nun offenbart hat.

37. Mein Wort in dieser Zeit ist wie ein Buch der Weisheit gewesen, das vor den Menschen aufgetan wurde.

38. Euch, die Ich meine Jünger genannt habe, mache Ich zu wachsamen Hütern dieser Unterweisung.

39. Ihr seid die bescheidene Familie Jesu, der ein Erbe anvertraut worden ist. Begreift, dass Ich, der Meister, euch meinen Willen offenbart habe.

40. Kein Erdenbewohner kennt die himmlische Welt. Ihr seid noch Wanderer in der Wüste des Lebens. Manche irren umher, ohne zu wissen, wohin sie gehen. Aber in der Ewigkeit erwartet euch die Liebe eures Vaters. Deshalb komme Ich herab, um euch auf eurem mühseligen Lebensweg beizustehen, damit ihr zu jenem Schosse zurückkehrt, aus dem ihr hervorgegangen seid.

41. Vorher will Ich euch in der Liebe vereinigen, damit die Verdienste euch mir näher bringen, welche ihr erwerbt, wenn ihr euch bemüht, einander näherzukommen, euch gegenseitig vergebt und euch brüderlich die Hände reicht. Ich habe den Weg bereitet, damit ihr auf ihm zum Frieden meines Reiches gelangt — jenem Frieden, den ihr in diesem Leben nicht findet, weil ihr in ihm nur Schmerz erfahren habt. Warum seid ihr nicht dem Wege gefolgt, den Ich euch in der Zweiten Zeit vorzeichnete? Ihr wäret dann weder gestrauchelt noch gestürzt. Nun seid ihr meine Jünger, denn Ich liebe euch und will euch eine neue Gelegenheit geben, euch zu retten. Werdet ihr sie nun nutzen, oder erneut im Stillstand verharren? Bedenkt, dass das, was Ich euch so schlicht und einfach offenbart habe, etwas ist, das dem geheimen Weisheitsschatze des Vaters angehört, der selbst für Gelehrte und Theologen verborgen war. Doch deswegen, weil euch diese Gnade zuteil geworden ist, sollt ihr nicht wie die Wissenschaftler werden, die über ihren Entdeckungen eitel und blind geworden sind bis zu dem Grade, dass sie den verleugnen, der alles geschaffen hat.

42. Heute besitzt ihr das, was andere verkannt oder verachtet haben. Aber wenn ihr darangeht, meine Unterweisungen zu ver- breiten, so haltet euch nicht damit auf, zu beurteilen, ob der, mit dem ihr gerade sprecht, würdig ist oder nicht, meine Lehren zu empfangen, selbst wenn es sich dabei um jene handelt, die mich am heftigsten abgelehnt haben.

43. Ihr, deren Geist vor Freude strahlt, wenn ihr mir zuhört, sollt mein Werk bekanntmachen. Die Stunde meines Abschieds naht, und ihr sollt dann zugerüstet sein.

44. In der Zweiten Zeit erwählte Ich zwölf Männer, die nach meinem Scheiden die Frohe Botschaft auf dem Erdkreis verbreiteten. Zwölf Männer waren ausreichend, um jenes Werk zu vollbringen. In dieser Zeit habe Ich Tausende von Männern und Frauen gelehrt und meine geistigen Heerscharen zu eurer Unterstützung gesandt, weil ihr euch in der Zeit der Befreiung der Seelen befindet. Die Zahl meiner Soldaten ist deshalb so gross, weil die Menschheit jetzt grösser ist, und ihre Sünden und Vergehen sind gleichfalls grösser.

45. Seid demütig und einverstanden mit eurem Schicksal.

46. Zuweilen steigt in euren Herzen diese Frage auf: "Bin ich geistig vorwärtsgekommen, oder bin ich stehengeblieben?" Und Ich, der Meister, sage dann meinen Jüngern, dass — wenn sie soweit sind, den Schmerz ihrer Mitmenschen zu fühlen — sie einen Schritt nach vorn gemacht haben; wenn sie denen zu vergeben fähig waren, die sie schwer verletzt haben, sie einen weiteren Schritt getan haben; und wenn ihr Herz sich mit allen Menschen ohne Unterschied der Rassen oder Gesellschaftsklassen identifiziert, sie auf dem Wege der geistigen Entwicklung erheblich fortgeschritten sind.47. Doch was ist der Beweggrund für diese Gefühle und Handlungsweisen gewesen? — Die Liebe, die euch mein Gesetz einzuflössen vermochte. Nur die Liebe kann euch meine Lehre nahebringen, denn aus ihr entspringen alle Tugenden. Es ist vergeblich, dass die Menschen versuchen, die Lösung ihrer Probleme mit anderen Mitteln zu erreichen. Vergeblich wollen sie den Frieden in der Welt aufrichten, wenn dieser nicht auf gegenseitige Liebe gegründet ist.

48. Dennoch sehe Ich, dass meine Lehre von denen, die das Leben mit Gefühlen betrachten, die ihnen ein materialistisches und egoistisches Herz einflösst, noch immer gleichgültig und manchmal sogar mit Spott aufgenommen wird. Doch Ich sage euch, dass selbst sie schliesslich zu der Überzeugung kommen werden, dass nur eine hohe Moral, klare Erkenntnis und rechte Vernunft die Menschheit aus dem Abgrund retten kann, in den sie gestürzt ist. Und diese hohe Moral kann ihr nur die Vergeistigung geben, die Ich euch lehre. Jene Lauterkeit eurer Werke vor dem Lichte des Gewissens und jene vernunftvolle Gerechtigkeit werdet ihr nur in meinem Worte finden; denn Ich spreche nicht von Unmöglichem und lehre euch keine Phantasien. Meine Lehre basiert auf der Wirklichkeit, auf der Wahrheit.

49. Unmögliches hat der Mensch zu verwirklichen versucht, durch Mittel, die euch mein Gesetz der Liebe und Gerechtigkeit nicht geboten hat; und wenn Ich ihm erlaubt habe, in Freiheit zu wirken, so deshalb, damit er seine eigenen Erfahrungen macht, obschon er immer mein Gesetz in seinem Gewissen gegenwärtig hatte.

50. Wenn das Herz der Menschen nicht so sehr verhärtet gewesen wäre, hätte der Schmerz des Krieges genügt, um ihn über seine Irrtümer nachdenken zu lassen, und er wäre zum Wege des Lichtes zurückgekehrt. Aber obwohl er noch die bittere Erinnerung an jene Menschenschlächtereien hat, bereitet er sich auf einen neuen Krieg vor.

51. Wie könnt ihr annehmen, dass Ich, der Vater, die göttliche Liebe, fähig wäre, euch durch Kriege zu strafen? Glaubt ihr wirklich, dass jemand, der euch mit vollkommener Liebe liebt und der wünscht, dass ihr euch untereinander liebt, euch Verbrechen, Brudermord, Totschlag, Rache und Zerstörung eingeben kann? Begreift ihr nicht, dass all dies auf den Materialismus zurückzuführen ist, den die Menschen in ihren Herzen angesammelt haben?

52. Die Menschen haben sich von dem Pfad entfernt, den ihnen ihr Gewissen weist, sie haben den Verstand verloren und sind vom Pfade der Moral und der guten Gefühle abgewichen. Sie wollten nicht rechtzeitig innehalten, sind nicht in sich gegangen und treiben auf den tiefen Abgrund zu, den sie geschaffen haben, auf das Zusammentreffen mit der Finsternis. Dennoch — meine Liebe hat ihnen ihre Übertretungen vergeben, und mein Licht hat versucht, sie zurückzuhalten, und hat ihnen gezeigt, dass sie auf einem Irrweg gehen. Aber mein Gesetz respektiert die Willensfreiheit, mit der Ich sie ausgestattet habe, wenn auch meine Gerechtigkeit zulassen wird, dass sie die Früchte ernten, die sie in ihrem Leben säen.

53. Doch wenn es den Anschein hat, dass für den Menschen alles aus ist, der Tod gesiegt hat oder das Böse triumphiert, werden sich aus der Finsternis die Wesen zum Licht erheben. Vom Tode werden sie zum wahren Leben auferstehen, und aus dem Abgrund des Verderbens werden sie sich aufrichten, um das ewige Gesetz Gottes zu befolgen.

54. Nicht alle werden den Abgrund kennenlernen; denn manche waren darauf bedacht, sich von jenem Krieg der Leidenschaften, des Machtstrebens und des Hasses fernzuhalten, und haben nur am Rande des neuen Sodom gelebt; und andere, die viel gesündigt haben, werden rechtzeitig innehalten, und durch ihre rechtzeitige Reue und völlige Erneuerung werden sie sich viele Tränen und viel Schmerz ersparen.

55. Ihr, die ihr mich vernehmt, sollt diesen Kriegen in keiner Weise Nahrung geben oder dazu beitragen. Bleibt beharrlich auf meinem Wege, damit euer Leben, eure Worte sowie eure Werke dazu dienen, dass viele Herzen rechtzeitig in ihrem atemberaubenden Laufe innehalten, damit sie meinen Frieden erfahren und dem Zwang entgehen, diesen Leidenskelch trinken zu müssen.

56. Nutzt diesen Tag, den ihr eurem Schöpfer weiht. Euer Herz bereitet sich vor und schlägt in Liebe zu meiner Göttlichkeit, und ihr seid von meiner Gnade erfüllt, weil ihr euch würdig erweist, meine Gegenwart zu empfangen.

57. Lasst die Freude eures Geistes sich in eurem Körper widerspiegeln, deswegen wird sie zu keiner falschen Freude. Wie könnte euer Geist fröhlich sein und euer Herz gleichzeitig traurig, wenn beide harmonisch zusammenleben?

58. Dieser Zustand ist schön, wenn er der Seligkeit des Geistes entspringt. Strebt nach der Vollkommenheit eurer Werke, denn in der Vollkommenheit liegt das höchste Glück.

59. Welche Unvollkommenheit findet ihr in der Schöpfung? — Keine, sagt ihr mir. Dennoch gibt es sehr viele Unvollkommenheiten, und diese finden sich in den Werken der Menschen. Tut meinen Willen, denn alles, was ausserhalb des Gesetzes geschieht, ist unvollkommen.

60. Begreift: Ihr müsst eure Phantasie im Zaum halten. Ihr dürft die Werke eurer Mitmenschen nicht richten. Ich will, dass ihr gut seid, und ausserdem ist es mein Verlangen, dass ihr vollkommen werdet; denn obwohl ihr dem Anschein nach unbedeutend seid, seid ihr grösser als die materiellen Dinge und die Welten, weil ihr ewiges Leben habt, weil ihr ein Funke meines Lichtes und Geistwesen seid. Ihr müsst erkennen, was Geist ist, damit ihr begreifen könnt, warum Ich euch auf den Weg zur Vollkommenheit rufe.

61. Ich habe euch in eurem Schmerz gesucht, um euch zu retten. Es ist die Liebe eures Vaters, die noch nicht müde geworden ist, an die Türen eurer Herzen zu klopfen.

62. Seit 1866 habe Ich mich euch durch von mir inspirierte Menschen kundgetan, um euch den Weg des Guten und der Gerechtigkeit zu zeigen.

63. Der Meister sagt euch: Es ist mein Wille zu bezeugen, dass dies das Dritte Zeitalter ist.

64. In der Ersten Zeit schloss Abraham einen Bund mit dem Vater. In der Zweiten Zeit besiegelte Christus den Bund, den er mit den Menschen schloss, mit seinem Blut; denn mit seinem Blut, welches Liebe, Leben, Opfer und Vergebung bedeutet, zeigte er der Welt den Weg zur Erlösung von ihrer Schuld, womit er dem Geiste Heil und ewiges Leben schenkte.

65. In dieser Zeit ergiesse Ich mein Licht in den Geist; denn wenn ihr als Menschen zu mir gelangen wollt, werdet ihr dies nie erreichen, weil die verheissene Heimstatt in der Ewigkeit für den Geist bestimmt ist.

66. Ich empfehle euch meine Unterweisung an, damit ihr sie in derselben Form, in der Ich sie euch gebe, euren Mitmenschen weitergebt. Doch diskutiert niemals in heftiger Weise, wenn ihr sie lehrt. Hütet euch, über etwas zu urteilen, was ihr nicht kennt, doch begreift, dass ein lauteres Vorbild genügen wird, um die Menschen zur Vergeistigung zu bekehren.

67. In meinem Gebot, das euch sagt: "Liebet einander", ist meine Lehre zusammengefasst. Warum haben mich nicht alle verstanden, obwohl Ich euch allen bei eurer Erschaffung denselben Grad von Erkenntnisfähigkeit gab? Warum verstehen die einen, Gott zu geben, was sein ist, und der Welt, was ihr zukommt, während die anderen alles der Welt geben, aus der sie ihren Gott, ihr Paradies und ihr Himmelreich machen? — Weil diese vergessen haben, dass Ich euch in der Zweiten Zeit sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt."

Mein Friede sei mit euch!


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