Unterweisung 173

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 173



So spricht der Herr:


1. Ihr seid keine kleinen Kinder mehr auf dem geistigen Wege, ihr seid entwickelte Seelen. Wisst ihr, was "Spiritualist" bedeutet? Ich werde es euch in einem kurzen Satz sagen: Spiritualist bedeutet "Jünger des Heiligen Geistes".

2. Ihr werdet alle gross sein, wenn ihr wahre Demut erlangt, wenn ihr wahre Liebe übt. Solange Bosheit in euren Herzen existiert, werdet ihr nicht den hohen Lohn gewinnen, den Ich euch versprochen habe. Deshalb lehre, korrigiere und reinige Ich euch in den klaren Wassern des Flusses des Lebens, damit ihr würdig werdet, zu mir zu gelangen.

3. Ich werde eure Fehler liebevoll korrigieren, werde euch aufrichten, wenn ihr fallt, und euch in euren Leiden trösten. Ich werde nicht zulassen, dass ihr zugrunde geht, und werde euch niemals verlassen. Ich werde euch an der Hand auf dem Pfade zur Vollkommenheit führen, bis ihr in meinem Reiche ankommt. Wenn ihr nicht gewacht habt — Ich habe gewacht. Meine Barmherzigkeit und meine Gnade sind mit euch, damit ihr euch in Liebe den anderen Völkern der Erde zuwendet. Ich habe euch gelehrt, meiner Göttlichkeit wohlgefällige Verehrung darzubringen. Ich habe mich im Worte durch euer Verstandesvermögen, durch Intuition und durch Offenbarung kundgetan. Auch habe Ich zu euch durch meine geistige Welt gesprochen. In all euren Prüfungen, Schmerzen und Wechselfällen habe Ich mich als Vater erwiesen.

4. Von allen Welten, von allen Himmeln habe Ich Tribut empfangen. Doch als Ich meinen Blick auf diesen Planeten richtete, habe Ich alle Sekten und Religionsgemeinschaften durchforscht und doch nur Schmerz empfangen und veräusserlichte Kulte, die für diese Zeit nicht mehr angemessen sind. Aber Ich verströme meine Gnade und meine Liebe auf alle und nehme den guten Samen an. Ich habe meinen Blick (auch) auf mein spiritualistisches Volk 411 141219 gerichtet und eure Gottesverehrung ebenfalls unvollkommen angetroffen.

5. Ich habe mich euch durch das menschliche Verstandesvermögen kundgetan, um euch den (rechten) Weg zu weisen, und euch gesagt: Vergeistigt euch, verzichtet auf alles Unnötige. Ich will euch von der Abgötterei, vom Fanatismus, vom Materialismus frei machen, indem Ich durch meine Unterweisungen die Traditionen und Riten beseitige. Denn ihr habt meiner Lehre etwas von euren früheren Bräuchen hinzugefügt, habt in sie die Überlieferungen und Kulthandlungen hineingebracht, die in euren Herzen verwurzelt und das Erbe eurer Vorfahren sind.

6. Ihr seid das israelitische Volk, zu dem Ich durch das menschliche Verstandesorgan spreche, damit ihr nach 1950 mit mir von Geist zu Geist Zwiesprache haltet und die Welt die wahre Verehrung lehrt.

7. Bereitet eure Kinder vor, denn sie sind die Generationen von morgen, die sich aufmachen werden, meine Wahrheit zu säen, ohne Vermischung mit Fanatismus oder Götzentum.

8. Wie gross und schön ist meine Lehre, und wie weit ist sie von allem Überflüssigen entfernt! Ergründet sie, damit ihr nicht in Fanatismus verfallt. Die Zeit wird kommen, in der ihr sie uneingeschränkt verstehen und mit euren Gedanken das Jenseits erreichen könnt. Wie schön wird es sein, wenn ihr diese Spiritualität erlangt habt!

9. Dann werdet ihr erkennen, dass euer Rückstand gross war, obwohl ihr den grössten Meister unter euch hattet. Dann werdet ihr auch den Grund für so viele Prüfungen, Läuterungen und Heimsuchungen verstehen.

10. Fürchtet nicht die Welt, erhellt ihren Weg durch das Licht eures Geistes, entmaterialisiert sie und befreit sie von ihrer Sünde.

11. Ich teile euch nicht in Klassen ein; diese Unterschiede verschwinden, wenn ihr bei mir seid. Ich demütige nicht den, der gut gekleidet ist, denn er beabsichtigt mit seiner Kleidung nicht, die anderen zu demütigen. Ich würdige den Armen und setze ihn neben jenen, den er immer als höherstehend betrachtet hat, und aus dieser geistigen Vereinigung lasse Ich die wahre Brüderlichkeit entstehen, indem Ich euch allen dasselbe Wort gebe. Denn ebenso, wie in einem Gelehrten eine Seele von geringer Reife existieren kann, kann sich in einem einfachen Menschen eine grosse Seele befinden. Doch dies wird nur von mir erkannt. Daher lade Ich alle Rassen und Stämme ein, dasselbe Wort zu vernehmen, damit ihr alle Jünger des Heiligen Geistes seid.

12. Das Jahr 1950 wird kommen, aber meine geistige Welt wird sich nicht von euch trennen. Sie wird zwar keinen Zugang mehr zu eurem Verstandesorgan haben, doch wird sie euch weiterhin beschützen und inspirieren. Ich werde durch den Mund derer sprechen, die zugerüstet sind. Ich werde die Wege ebnen, damit ihr hinausziehen und den Menschen die Frohe Botschaft bringen könnt. Da ihr mit eurem Vater und mit euren geistigen Geschwistern in Verbindung getreten seid — wie solltet ihr da nicht Länder und Meere durchqueren, um mit euren Brüdern aus anderen Rassen und von anderer Sprache in Verbindung zu treten? Ich werde euch die Vollmacht und die universelle Sprache dafür geben, welche die Liebe ist.

13. Ich will, dass ihr ein klarer Spiegel, ein Beispiel seid, das wert ist, zum Vorbild genommen zu werden. Ich will nicht, dass ihr eine weitere Sekte auf Erden seid. Ich will, dass ihr der sichere Hafen für den Schiffbrüchigen seid, der Stern für den Verirrten in der Wüste, der Baum für den todesmatten und erschöpften Wanderer.

14. Um euch bei der Erfüllung eurer Aufgabe zu helfen, segne Ich euch, geliebtes Volk. Ich sehe das Verlangen, mit dem ihr zusammenkommt und auf mein Wort wartet. Ihr wollt nicht eine meiner Unterweisungen versäumen, denn in ihnen findet ihr die Nahrung, die den Geist stärkt und den Körper neu belebt, und ihr seid davon überzeugt, dass es kein vergleichbares Erbe gibt, das euch die Erkenntnis schenkt, die dieses Werk enthält.

15. In diesem Worte fandet ihr Auferstehung und Leben, und ihr habt euch ihm zugewandt, wie es der Schiffbrüchige tut, wenn er ein Rettungsboot entdeckt.

16. Das menschliche Leben ist wie ein Sturm, und ihr wollt euch davor retten, durch Kriege, entfesselte Leidenschaften und Unglücksfälle zugrunde zu gehen.

17. Ihr wollt im Frieden leben, sehnt euch nach einer Welt der Gerechtigkeit, träumt von der Brüderlichkeit der Menschen, und daher, wenn ihr mein Wort vernehmt, entdeckt ihr in ihm die göttliche Verheissung jener Welt, die ihr ersehnt. Ihr habt euch um diese Kundgebung geschart, um euch sicher und zugerüstet zu fühlen, und in der Hoffnung, zu mir zu gelangen, geläutert durch eure guten Werke.

18. Ich segne diese Generation, die mich anzuhören und an meine Kundgabe zu glauben verstand, so wie Ich die kommenden Generationen segnen werde, die ihre Verehrung und ihren Gottesdienst mit wahrer Spiritualität darbringen werden.

19. Meine Unterweisung wird von der Menschheit erneut vernommen werden, doch nicht, weil mein Gesetz zu den Menschen zurückgekehrt ist, denn es war immer in ihr Gewissen geschrieben. Die Menschen werden es sein, die zum Wege des Gesetzes zurückkehren. Diese Welt wird ein Ebenbild des verlorenen Sohnes meines Gleichnisses sein. Wie dieser wird sie gleichfalls den Vater auf seinem Landgut auf sie wartend finden, um sie mit Liebe zu umarmen und zum Essen an seinen Tisch zu setzen.

20. Noch ist die Stunde der Rückkehr dieser Menschheit zu mir nicht gekommen, noch ist ihr ein Teil ihres Erbes geblieben, den sie in Festen und Vergnügungen vergeuden wird, bis sie nackt, hungrig und krank ist, um dann den Blick zu ihrem Vater zu erheben.

21. Von Abgrund zu Abgrund sank der Mensch geistig bis zu der Stufe, dass er mich leugnete und vergass, bis zu dem Extrem, sich selbst zu verneinen, indem er seinen Wesenskern, seinen Geist verleugnete.

22. Nur meine Barmherzigkeit wird den Menschen den Schmerz ersparen können, den Weg noch einmal zurücklegen zu müssen, um zu mir zurückzukehren. Ich allein vermag in meiner Liebe die Mittel auf dem Wege meiner Kinder bereitzustellen, damit sie den rettenden Pfad entdecken.

23. Wird euer Herz nicht von Wonne erfüllt bei dem Gedanken, das Vaterhaus vor Augen zu haben? Seid ihr denn nicht von der moralischen und geistigen Tragödie erschüttert, in der die Völker der Erde leben?

24. Ach, wenn ihr doch bereits die Mission begriffen hättet, die ihr in dieser Zeit erfüllen müsst! Wie würdet ihr euch dann um eure Mitmenschen bemühen, und wie würdet ihr dann eure eigenen Kümmernisse vergessen! Doch Ich sehe, dass ihr noch keine Ahnung von den Gaben habt, die ein jeder besitzt. Wie wollt ihr euch vereinen, um der Menschheit bekannt zu machen, dass die Rettung nahe ist?

25. Zwar ist die Aufgabe des einen nicht die des anderen, aber ihr müsst euch zusammenschliessen, damit alle in Harmonie einen einzigen "Körper"* und einen einzigen Willen bilden, und ihr so, in der Erfüllung meines Gesetzes der Liebe vereint, für eine bessere Welt kämpfen werdet. Wie wollt ihr das Recht haben, von einer Welt des Friedens, der Harmonie und Brüderlichkeit zu träumen, wenn ihr nicht eurerseits die Mittel einsetzt, um sie zu erlangen?

(* Hier steht der Körper gleichnishaft für die Gemeinschaft.

26. Ihr seid nicht allein im Kampfe, noch blind beim Gehen, noch fehlen euch Waffen, um euch zu verteidigen. Ich habe euren Geist die Schönheiten des geistigen Lebens begreifen lassen, habe euren geistigen Blick für die Zukunft geöffnet, habe euch die Gaben und Fähigkeiten enthüllt, die ihr, in der Tiefe eures Wesens ruhend, in euch tragt.

27. Jene Vorstellung von Nutzlosigkeit, von Unfähigkeit, Unbeholfenheit und Armseligkeit, die ihr von euch selbst gebildet hattet, habe Ich aus eurem Verstande beseitigt, damit ihr begreift, dass ihr alle nützlich sein könnt, und ihr euch alle höherentwickeln müsst, bis ihr die Heimstatt erreicht, wo euch euer Vater erwartet.

28. Einige sagen mir: "Herr, warum erlaubst Du nicht, dass wir alle Dich sehen, wie unsere Geschwister, die bezeugen, dass sie Dich schauen?"

29. Ach ihr schwachen Herzen, die ihr sehen müsst, um zu glauben! Welches Verdienst findet ihr dabei, wenn ihr Jesus in einer Vision in Menschengestalt schaut, obwohl euer Geist mich durch die Liebe, den Glauben und das Gefühl in meiner göttlichen Essenz unbegrenzt und vollkommen wahrnehmen kann? Ihr tut übel, wenn ihr jene beneidet, welche die Gabe besitzen, das Geistige in Gestalten oder Symbolen begrenzt zu erblicken; denn was jene sehen, ist genaugenommen nicht das Göttliche, sondern eine Allegorie oder ein Sinnbild, das zu ihnen vom Geistigen spricht.

30. Seid zufrieden mit euren Gaben und ergründet die Zeugnisse, die ihr empfangt, und sucht immer den Sinngehalt, das Licht, die Belehrung, die Wahrheit.

31. Tragt euer Kreuz bis zum Ende mit Geduld und Ergebung, dann wird mein Gesetz es sein, das es euch abnimmt, wenn ihr vor die Tore jener Heimstatt gelangt, die Ich euch verheissen habe, wo ihr den wahren Frieden geniessen werdet. Derzeit seid ihr noch Reisende, seid Soldaten und Kämpfer, die einem hohen Ziel zustreben, die daran gehen, ein besseres Vaterland zu erobern.

32. Ihr seid nicht allein bei eurem Ringen; der Mensch ist es nie gewesen, denn Ich habe ihm immer den besten Weg gezeigt, habe ihn begleitet und ihm Mut eingeflösst.

33. Wenn mich jemand fragen sollte, wie die Menschen geführt wurden, bevor ihnen das Gesetz Moses' bekannt war, das dieser vom Herrn empfing, so würde Ich ihm antworten, dass Ich vor Moses alle Geister mit dem in ihr Gewissen geschriebenen Gesetze aussandte, damit alle Handlungen ihres Lebens meiner Göttlichkeit wohlgefällig sein sollten. Danach sandte Ich der Welt Geister von grossem Licht, Patriarchen und Propheten, damit sie durch ihre Werke alle ihre Mitmenschen die Erfüllung meines Gesetzes lehren sollten.

34. Jene Männer ehrten mich durch ihr Leben; sie waren keine Götzendiener, denn sie kannten bereits die Vergeistigung, hatten die Empfindung der Liebe und der Barmherzigkeit für andere, waren bereit, den Fremden auf ihrem Land und in ihrem Heim aufzunehmen. Sie waren gastfreundlich zum Fremden und zum ermüdeten Reisenden. Für alle hatten sie ein gutes Wort und einen weisen Rat.

35. Doch nicht alle Menschen haben sich von der inneren Stimme ihres Gewissens führen lassen. Dazu ist Vergeistigung nötig, und die Sinne des Fleisches weichen ihr aus. Daher musste euer Vater sich in unterschiedlichen Formen unter den Menschen kundgeben, um ihnen das Gesetz zu erklären und das Göttliche zu offenbaren.

36. Du, Volk, das meine Unterweisung in der Dritten Zeit vernimmt und noch etwas von dem Samen bewahrt, den Ich euch in vergangenen Zeiten anvertraute, begreife, dass ihr eure Herzen von Egoismus und Materialismus reinigen müsst, damit ihr den glücklichen Augenblick erlebt, ab dem ihr euer Leben wieder nach den Weisungen eures Gewissens ausrichtet wie jene ersten Erleuchteten, wie Abraham, von dem das Volk abstammt, das zu allen Zeiten der Treuhänder aller meiner Offenbarungen gewesen ist.

37. Ich will, dass — wenn der Zeitpunkt kommt, an dem meine Kundgebung in dieser Form endet, in der ihr sie heute habt — ihr auf solche Weise zugerüstet seid, dass jeder Geist von denen, die diese Gemeinschaft hier bilden, wie ein Tempel für mich ist, jedes Herz ein Heiligtum, jedes Heim ein Altar, ein Vaterhaus, gastfreundlich und voll tätiger Nächstenliebe. Wie tief wird dann euer Friede sein, wie stark wird dann euer Herz sein, um aus allen Prüfungen siegreich hervorzugehen.

38. Das Brot wird nicht nur von mir gesegnet sein, sondern auch durch euch, denn dann werdet ihr gelernt haben, es mit Liebe, mit Glauben, in einer Atmosphäre des Friedens zu bereiten.

39. Die geistige Gnade, mit der Ich euch beschenkt habe, ist der Same der Vergeistigung. Wer diesen Samen in seinem Herzen liebevoll pflegt, wird kein Opfer von Plagen oder entfesselten Elementen werden, noch werden ihn materielle Nöte bedrücken.

40. Ihr sollt nicht erwarten, dass diese Tage von alleine zu euch kommen. Nein, Volk, du musst durch Vergeistigung dazu beitragen, dass sie kommen, damit du ihre Wunder erlebst und zu beurteilen vermagst, wozu der Geist fähig ist, wenn er sich über den Schlamm, den Staub und Schmutz eines vermaterialisierten und unreinen Lebens zu erheben imstande ist.

41. Vergesst nicht, o Jünger, dass die Vergeistigung keinen Fanatismus irgendwelcher Art, Vergötzung oder Vorurteile zulassen kann, denn dann wäre sie keine Vergeistigung mehr.

42. Wer Lauterkeit in seinem Herzen trägt und mich mit den Werken seines Lebens zu ehren sucht, der braucht keine sinnfälligen Kultformen, um das Gefühl zu haben, die Gebote seines Vaters und Herrn erfüllt zu haben. Der hingegen, der in seinem Herzen die Beunruhigung durch das Gewissen spürt, das ihn richtet, verlangt begierig nach Riten und sichtbaren Kultformen, weil er fälschlicherweise glaubt, dass er sich durch sie mit seinem Vater zu versöhnen vermag.

43. Seid schlicht wie die Blumen und rein wie die Vögel. Seid durchsichtig wie die Luft und klar wie reines Wasser, dann habt ihr jene Lauterkeit und Erhebung erreicht, die euch die Wahrheit des Lebens erkennen lassen wird.

44. Wer behaupten sollte, dass meine Lehre eine Gefahr für den materiellen Fortschritt der Menschheit ist, begeht damit einen schweren Fehler. Ich, der Meister aller Meister, zeige der Menschheit den Weg zu ihrer Aufwärtsentwicklung und zu wahrem Fortschritt. Mein Wort spricht nicht nur zum Geist, es spricht auch zum Verstand, zur Vernunft, und selbst zu den Sinnen. Meine Lehre inspiriert und lehrt euch nicht nur das geistige Leben, sondern sie bringt Licht in jede Wissenschaft und auf alle Wege. Denn meine Unterweisung beschränkt sich nicht darauf, alle Seelen auf den Weg zu der Heimstatt zu bringen, die jenseits dieses Daseins ist, sie erreicht auch das Herz des Menschen und inspiriert ihn dazu, auf diesem Planeten ein angenehmes, menschenwürdiges und nützliches Leben zu führen.

45. Wenn Ich euch in der Zweiten Zeit sagte, dass mein Reich nicht von dieser Welt ist, so sage Ich euch heute, dass sich hier auch nicht das eure befindet, weil diese Welt, wie ihr bereits wisst, für den Menschen nur ein Übergang ist.

46. Ich lehre euch das wahre Leben, das niemals auf Materialismus gegründet gewesen ist. Deshalb werden sich die Mächtigen der Erde erneut gegen meine Lehre erheben. Ich komme zu euch mit meiner ewigen Lehre, mit meiner für immer gültigen Unterweisung, welche aus Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit besteht. Dennoch wird sie nicht sofort verstanden werden, die Menschheit wird mich wiederum verurteilen, wird mich noch einmal ans Kreuz schlagen. Doch Ich weiss, dass meine Lehre durch all dies hindurchgehen muss, um anerkannt und geliebt zu werden. Ich weiss, dass meine schärfsten Verfolger hernach meine treuesten und entsagungsbereitesten Sämänner sein werden, denn Ich werde ihnen sehr grosse Beweise meiner Wahrheit geben.

47. Jener Nikodemus der Zweiten Zeit, ein Fürst unter den Priestern, der Jesus aufsuchte, um mit ihm über weise und tiefgründige Lehren zu sprechen, wird in dieser Zeit erneut erscheinen, um mein Werk gewissenhaft zu erforschen und sich zu ihm zu bekehren.

48. Jener Saulus, genannt Paulus, welcher — nachdem er mich mit Ingrimm verfolgt hatte — zu einem meiner grössten Apostel wurde, wird erneut auf meinem Wege erscheinen, und allerorten werden sich meine neuen Jünger zeigen, die einen inbrünstig, andere sich selbst verleugnend. Die gegenwärtige Stunde ist von grosser Tragweite, die Zeit, von der Ich zu euch spreche, kommt euch immer näher.

49. Dieser Krieg der Ideen, die Auseinandersetzungen, die ihr derzeit miterlebt, und die Geschehnisse, die sich täglich vollziehen — sprechen sie zu euch nicht von etwas, das auf euch zukommt, lassen sie euch nicht erahnen, dass ein Zeitabschnitt zu Ende geht und ein neues Zeitalter sein Licht zu verbreiten beginnt?

50. Ich will nur, dass ihr, die Zeugen meines Wortes in dieser Zeit, standhaft bleibt in den Augenblicken der Prüfung, die der Durchsetzung meines Gesetzes vorangehen müssen. Denn meine erneute Manifestation unter euch wird wie ein Orkan sein, unter dessen Gewalt das Land und die Meere, auf denen diese Menschheit wohnt und sich regt, erschüttert und aufgepeitscht werden, damit sie alles ausspeien, was sie in ihrem Inneren an Unreinem bergen.

51. Wenn diese Prüfungen kommen, so fürchtet euch nicht, denn wenn sie da sind, werdet ihr begreifen, dass der Anfang vom Ende einer Herrschaft begonnen hat, und die Morgendämmerung einer neuen glücklicheren Zeit naht.

52. Die Bosheit, die Ungerechtigkeit, der Hochmut, die Knechtschaft, die Unwissenheit und die irdische Macht werden stürzen, um der Aufrichtung der Herrschaft der Liebe, des Lichtes und des Friedens unter den Menschen den Weg frei zu machen. Ihr werdet nicht wanken noch eure Lampe verlöschen lassen, auch wenn ihr fühlt, dass die Prüfung sehr hart und der Kelch, den ihr trinken müsst, sehr bitter ist. Im Gegenteil, ihr sollt dann die Flamme der Hoffnung entzünden und sie anfachen, wie es der Soldat im Schlachtengetümmel tut, wenn er fühlt, dass er dabei ist, den Feind zu übermannen, und der Sieg nahe ist.

53. Wenn ihr euch von feindlichen Scharen umringt seht, deren Zungen Gift gegen euch schleudern, so zweifelt nicht an meinen Verheissungen; denn in jenen Augenblicken werde Ich euch meine beruhigende Gegenwart fühlen und meine liebevolle Stimme vernehmen lassen, die euch von neuem sagt: "Ich bin bei euch."

54. Ihr werdet dann häufig erleben, wie unter jenen Rotten ein Herz in Erscheinung treten wird, das euch versteht und das für euch wie ein Schild ist. Doch dies werdet ihr nur erreichen, wenn ihr euer Vertrauen und euren Glauben in mich setzt.

55. Erinnert euch an Daniel, jenen Propheten, der sein unterdrücktes Volk in der Knechtschaft in Babylonien so sehr verteidigte.

56. Lasst den Kampf kommen. Ihr müsst mit eurer Liebe aufs neue die Saat bewässern, die der Ewige in den Geist des Menschen säte. Lasst zu, dass das Unkraut vom Hieb der Sichel meiner Gerechtigkeit abgehauen und die Felder umgebrochen werden, damit sie für den Anbau geeignet sind.

57. Es ist nötig, den Menschen, die den Gütern der Welt nachjagen, noch einige Augenblicke zu gewähren, damit ihre Enttäuschung dann vollkommen ist, damit sie sich schliesslich davon überzeugen, dass das Gold, die Macht, die Titel und die Vergnügungen des Fleisches ihnen niemals den Frieden und das Wohlergehen ihres Geistes geben werden.

58. Die Stunde der Selbstprüfung im Lichte des Gewissens naht für die ganze Menschheit. Da werden die Gelehrten, Theologen, Wissenschaftler, die Machthaber, die Reichen und die Richter sich fragen, worin die geistige, moralische oder materielle Frucht bestand, die sie geerntet haben und die sie den Menschen zu essen geben können. Nach diesem Zeitpunkt werden viele zu mir zurückkehren, weil sie erkennen, dass trotz des Ansehens, das sie auf Erden genossen, ihnen etwas fehlte, um die Leere auszufüllen, in die ihre Seele geraten war, welche sich nur von den Früchten des geistigen Lebens nähren kann.

59. Ich habe für diese Seelen inmitten der Wüste eine Oase geschaffen; denn Ich weiss, dass sie während ihrer Erdenleben an einer Tür nach der anderen angeklopft und einen Weg nach dem anderen zurückgelegt haben — die einen auf der Suche nach Wahrheit, andere nach Macht, wieder andere nach Glück. Doch am Ende des Weges, den sie auf Erden durchlaufen haben, wenn sie soweit sind, alles abzulehnen, werde Ich sie in meinem Schosse ausruhen lassen, werde sie trösten und ihnen den wahren Weg zeigen, damit sie durch ihn die Felder finden, auf denen sie die fruchtbaren Samen ihrer Erfahrung aussäen können.

60. Die Oase ist geistig, zu der Menschen aller Rassen auf allerlei Wüstenwegen kommen werden — die einen müde, andere voller Wunden, ergraut, und viele mit leerem Wandersack, beschämt wegen der Unfruchtbarkeit des Kampfes, den sie geführt hatten. Dort werden sie meine Stimme hören, sie sogleich erkennen und ausrufen: "Es ist der Herr!" Mit diesem Satze werden sie die Demut zum Ausdruck bringen, mit der sie mich schliesslich finden werden. Denn sie alle werden durch ihre eigenen Verdienste zu mir gelangen müssen.

61. Jene Stunde unendlicher Seligkeit, Versöhnung und Demut wird göttliche Vergebung auch den verlorenen Kindern bescheren, die endlich zum Vaterhaus zurückkehren, im Verlangen nach jenem, der ihnen das Leben und ihr Erbe gab.

62. Ihr habt diesen Novembertag dazu bestimmt, der Wesen zu gedenken, die ins Jenseits schieden. Von der ersten Morgendämmerung an erheben sich viele Seelen im Gebet für jene, die sie ihre "Toten" nennen. Ich sage euch, dass es sehr gut ist, dass ihr ihrer gedenkt und einen Gedanken der Dankbarkeit, Liebe, Bewunderung für sie habt. Aber es ist nicht gut, dass ihr sie beweint, als ob sie Güter wären, die ihr verloren habt, und auch nicht, dass ihr sie für tot haltet. Denn wenn ihr sie in den Augenblicken, in denen eure Augen Tränen um sie vergiessen und eure Brust um der Hingeschiedenen willen seufzt, erblicken könntet, wäret ihr erstaunt angesichts des Lichtes, das sie erleuchtet, und des Lebens, das sie durchströmt. Dann würdet ihr ausrufen: "Wahrlich, sie sind es, die leben, und wir sind die Toten!"

63. Wahrlich, ihr lebt verkehrt, wenn ihr angesichts eines leblosen Körpers Tränen vergiesst und dabei vergesst, dass seine Seele voll pulsierenden und vibrierenden Lebens ist.

64. Wenn ihr mit denen, die ins geistige Leben hinübergingen, statt ihnen traditionsgemäss einen Tag zu widmen, immer durch das Band des Gebetes verbunden wäret, würde deren unsichtbare, aber reale Gegenwart in eurem Leben und ihr wohltätiger Einfluss von euch während eures ganzen Daseins empfunden werden — in euren Kämpfen, in euren Prüfungen und auch in euren schönen Stunden. Und jene Wesen hätten ihrerseits die Gelegenheit, bei euren edlen Werken und Vorhaben mitzuwirken, wodurch sie mehr Licht erlangen würden.

65. Ich sagte einst: "Lasst die Toten ihre Toten begraben", und wenn ihr diesen meinen Worten sorgfältig und liebevoll auf den Grund geht, werdet ihr erkennen, wie viel Grund Ich dazu hatte, euch dies zu sagen.

66. Ihr alle habt das letzte Bild, die körperliche Erscheinung eurer geliebten Hingeschiedenen im Herzen und vor Augen. Wer dem Körper nach als Kind verschied, an den erinnert ihr euch als Kind; wer dies Leben seiner Leibeshülle nach im Greisenalter verliess, an den erinnert ihr euch als einen Greis, so wie ihr euch an den, der einen durch den Schmerz ausgemergelten Körper verliess oder inmitten eines qualvollen Todeskampfes verschied, immer in diesem Zustand erinnert. Doch es ist nötig, dass ihr über den Unterschied nachdenkt zwischen dem, was Körper, und dem, was Seele ist, damit ihr begreift, dass da, wo der Mensch stirbt, die Seele in ein neues Leben hineingeboren wird, wo sie nicht mehr das Licht der Welt, sondern das göttliche Licht schaut, welches das ewige Leben der Seele erhellt.

67. Ich sagte euch einmal, dass der Mensch infolge seines Hanges zum Materiellen götzendienerisch sei, und im Kult für seine Toten gibt er ein schlagendes Beispiel für seinen Götzendienst. Doch meine Lehre ist gleich einer Morgenröte von unendlicher Schönheit in eurem Leben aufgegangen und hat die Schatten einer langen Nacht der Unwissenheit vertrieben, in der die Menschen in Irrtümern befangen gelebt haben. Und dies Licht, in die Unendlichkeit aufsteigend, wird als ein göttlicher Stern seine schönsten Lichtstrahlen auf euren Geist aussenden, in einer Vorbereitung, die euch mit sicherem Schritte dahin bringen wird, jenes Leben zu geniessen, in das ihr alle durch eure Höherentwicklung einzugehen vermögt.

68. Ihr werdet nicht mehr bitterlich um jene weinen, die hingeschieden sind und nun ein besseres Leben haben, noch werdet ihr später als Geistwesen um jener willen weinen, die ihr zurückgelassen habt, oder weil ihr den Körper verlassen habt, der euch ein ganzes Leben lang als Hülle diente.

69. Es gibt Wesen, die leiden und sich ängstigen, wenn sie den Zerfall des Körpers erleben, den sie so sehr geliebt haben. Doch ihr sollt zu denen gehören, die ein Dankeslied zu ihrem Schöpfer emporsenden, wenn sie sehen, dass das Ende einer Aufgabe gekommen ist, die von jenem menschlichen Körper übernommen worden war.

70. Heute verzeihe und vergebe Ich euch alle eure Fehler und zeige euch zugleich eine Seite des göttlichen Buches des Lebens, bei der ihr euren Geist und euren Verstand erleuchten könnt, damit ihr Werke tut, die dessen würdig sind, der sie euch gelehrt hat.

71. Ihr übernehmt derzeit eine grosse Verantwortung gegenüber der Menschheit, und je mehr Unterweisungen ihr von mir empfangt, desto grösser wird diese Verantwortung; denn ihr seid das Volk, das zu den Menschen von Vergeistigung sprechen soll. Unter euch werde Ich die vollkommene Art, mit mir in Verbindung zu treten, fest verwurzelt zurücklassen — ohne Riten oder abgöttische Formen, einfach von Geist zu Geist.

72. Dieser gesegnete Same, der bereits in euren Herzen ist, wird das Brot sein, das ihr mit euren Geschwistern teilen sollt, und es wird auch das geistige Erbe sein, das ihr euren Kindern vermachen sollt.

73. Als Ich euch sagte: "Liebet einander", wollte Ich euch damit nicht sagen, dass dies nur unter menschlichen Wesen geschehen sollte, sondern auch von einer Welt zur anderen. Doch jetzt sage Ich euch, dass — wenn ihr an die denkt, von denen ihr sagt, dass sie dahingegangen sind — ihr sie euch nicht ferne von euch und auch nicht ohne Gefühl vorstellen sollt. Liebt nicht Tote, und erinnert euch auch nicht an sie als Tote; ihr sollt ihrer nur als Lebende gedenken, denn sie leben in der Ewigkeit.

Mein Friede sei mit euch!


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