Unterweisung 170

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 170



So spricht der Herr:


1. Wenn ihr an die Qualen denkt, die Ich am Kreuze erlitt, seid ihr darüber entsetzt, dass die menschliche Niedertracht solche Exzesse von Grausamkeit erreicht hat. Doch Ich sage euch, dass jener Schmerz und der Kelch, den Ich damals trank, nicht die grösste Bitternis waren.

2. Der grösste Schmerz für mich war der, zu erleben, dass meine Kinder trotz meines Lebens unter ihnen nicht erkennen wollten, wer Ich war — jener, der ihnen mit Worten voller Licht die Wahrheit offenbarte — und zu erleben, dass sie meine Worte ablehnten und mich verleugneten, und dass Ich meine Liebe in ihre Herzen verströmte, während sie mich verspotteten und ihre Lippen Lästerungen gegen mich ausstiessen.

3. Der letzte Seufzer, den Ich am Kreuze aushauchte, war die göttliche Vergebung, die sich meinem Herzen über so viel Elend und so viel Totes entrang. Aber meine Passion endete nicht mit jenem Seufzer. Ich hatte euch gesagt, dass Ich das Leben bin, und mein Geist empfing in der Ewigkeit weiterhin die Undankbarkeiten aller Menschen.

4. Sie diskutierten darüber, ob Ich der verheissene Messias sei oder nicht. Sie untersuchten meine Werke, um zu sehen, ob sie die Bestätigung für das seien, was die Prophetien angekündigt hatten; und während die einen zu der Überzeugung gelangten, dass Ich der Verheissene sei, leugneten mich andere — die Materialisten, die nur das Materielle verehren, jene, die die Prophetien nach ihren weltlichen Wünschen und ihren selbstsüchtigen Interessen ausgelegt hatten, sie alle verleugneten mich weiterhin.

5. Wie blind waren jene, die meine Worte des Lebens vernommen und meine machtvollen Werke gesehen hatten, doch nicht zu der Einsicht gelangten, dass Gott allein sie zu vollbringen imstande war.

6. Heute könnt ihr sagen, dass die Menschheit Christus als den Messias anerkannt hat, den der Vater schon in der Ersten Zeit der Menschheit verheissen hat. Dennoch hören die Menschen nicht auf, mich zu leugnen, abzulehnen und mir für meine Liebe die Galle und den Essig ihrer Undankbarkeiten anzubieten.

7. Heute zweifeln sie nicht mehr an Jesum, aber viele stellen meine Göttlichkeit in Frage und leugnen sie sogar. Die einen schreiben mir grosse geistige Erhebung zu; andere behaupten, dass auch Ich den Entwicklungsweg der Seele durchlaufe, um zum Vater gelangen zu können. Doch wenn es so wäre, hätte Ich euch nicht gesagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."

8. Ich kenne eure Überlegungen, eure Philosophien. Ich weiss, dass für euch nur eine Seele inkarniert, die dieser Prüfung bedarf, um ihre Erhebung und Vervollkommnung zu erlangen, und dies verbietet euch zu glauben, dass das göttliche "Wort" Mensch wurde. Ich weiss, dass ihr nicht begreift, dass die göttliche Wesenheit Schmerz empfinden konnte, und die Menschen, die erkennen, dass Christus dies widerfuhr, leugnen daher, dass er die verheissene Gottheit sein konnte.

9. Ach meine geliebten Kinder, wenn ihr doch begreifen könntet, dass die Menschwerdung des "Wortes" auf Erden der grösste Ausdruck der göttlichen Liebe ist! Es war ein Verlangen nach Demut euch gegenüber, und eine Lehre aus meinem Wunsch heraus, mich zu begrenzen, mich klein zu machen, damit ihr mich mehr zu euch gehörig und euch selbst näher beim Vater fühlen solltet.

10. Aber jener grosse Schmerz — wie wenig wisst ihr darüber! Ihr denkt nur an den körperlichen Schmerz, an das Fleisch, das leidet, an die Angst der Seele, aber ihr begreift nicht, dass, solange zwischen den menschlichen Geschöpfen und ihrem Himmlischen Vater keine Harmonie herrscht, der Schmerz unter euch fortbestehen wird. Doch welchen Schmerz könntet ihr erleiden, der nicht auf euren Vater zurückstrahlt?

11. Denkt nicht, dass Ich mich gegenüber euren Urteilen verteidige, oder dass Ich euch bitte, mich nicht jener göttlichen Wesensnatur zu berauben, die ihr mir absprecht. Ich bin in dieser Zeit gekommen, um dem Menschen zu sagen, dass er mich mit seinem Geist beurteilen soll.

12. Hört auf, mit eurer kleinen menschlichen Vernunft im grossen Buch des Lebens, welches vom göttlichen Geist für euren Geist niedergeschrieben wurde, lesen und es erfassen zu wollen, denn euer Geist ist es, der die Unsterblichkeit erlangt, und nicht das "Fleisch".

13. Bedenkt, dass Ich euch diese Unterweisungen durch ungebildete und einfache Geschöpfe gebe, damit ihr ihnen Glauben schenkt. Denn wenn Ich sie euch durch geschulte und gebildete Menschen übergeben hätte, würdet ihr diese Offenbarungen als eine weitere Theorie unter den vielen auffassen, die in diesen Zeiten auf der Erde aufgetaucht sind.

14. Jene, die durch mein Wort in dieser Zeit ergriffen wurden, haben sich als fleissige Arbeiter ans Werk gemacht und mühen sich unermüdlich ab, von meinen Unterweisungen inspiriert. Ihre Lippen sagen mir nicht: "Meister, hier sind wir bei Dir", weil sie wissen, dass sie überall bei mir sind, wenn sie mein Gesetz erfüllen, und morgen werden sie die geistigen Wegweiser und Botschafter für die Menschheit sein.

15. In der Welt warten die Menschen bereits auf das Kommen der Apostel des Friedens und des Lichtes — auf euch, die ihr beim Göttlichen Meister gewesen seid, die ihr den Herzen die Frohe Botschaft bringen werdet.

16. Noch befindet ihr euch in der Prüfung und Vorbereitung für die Ausübung meiner Lehren. Ihr sättigt euch an meiner Liebe und seid ganz von meinem Werk durchdrungen.

17. Es sind bereits die letzten Jahre meiner Kundgabe. Nach 1950, wenn Ich mein Wort zurückgezogen habe, werdet ihr euch an dasselbe erinnern, und euer Herz wird von Trauer erfüllt sein, wenn ihr es nicht zu nutzen verstandet. Doch wahrlich, Ich sage euch, Ich werde mich nicht von euch trennen, nur die Form, in der Ich mich kundgebe, wird sich wandeln, und Ich kann euch sogar sagen, dass Ich euch näher sein werde, weil die Zeit wahrer Vergeistigung kommen wird.

18. Ihr werdet weiterhin in geistiger Verbindung mit mir sein. Erkennt, wie einfach meine Lehre ist, wie leicht verständlich mein Gesetz, dasselbe, das euch Jesus, der Galiläer, lehrte.

19. Ich will euch noch nicht richten, sondern weise euch ein weiteres Mal den Weg, der zu mir führt.

20. Jetzt seid ihr noch Jünger, morgen werdet ihr Meister sein und mit Worten und Werken lehren, was Ich euch offenbart habe. Ihr Männer und Frauen werdet Lehrer hoher Moral sein. Bedenkt, dass ihr euch den Religionsgemeinschaften stellen müsst, unter denen ihr ein grosses geistiges Werk vollbringen sollt, weil bei vielen der Glaube erloschen und die Hoffnung entschwunden ist, und dies deshalb, weil die Menschen sich nicht kennen, noch Erbarmen mit sich selbst haben. Doch, um meine Wahrheit zu predigen und von meiner Liebe zu sprechen, müsst ihr euch läutern.

21. In der Zweiten Zeit sagte Ich meinen Jüngern: "Wenn eines der Glieder eures Körpers die Ursache eurer Sünde wäre, so schneidet es ab", das heisst, auch wenn es Schmerz und Opfer kostet, sollt ihr rein sein. Euch sage Ich: Reinigt euer Herz, lasst nicht zu, dass Leidenschaften in ihm Wurzeln schlagen. Reinigt das Gefäss innen und aussen.

22. Lasst euer Herz im Rhythmus meiner Liebe schlagen, dann werden euch eure Mitmenschen an der Reinheit eurer Seele und an der Lauterkeit eurer Empfindungen erkennen müssen. Findet zu ruhiger Ausgeglichenheit, vergebt, und euch wird vergeben werden. Lebt in Frieden mit euch selbst. 23 Erkennt, wie viele eurer Mitmenschen inmitten ihres abgöttischen Treibens das Kommen des Messias erwarten. Bedenkt, wie viele in ihrer Unwissenheit meinen, dass Ich nur kommen werde, um mein Gericht über die Bösen abzuhalten, die Guten zu retten und die Welt zu zerstören, ohne zu wissen, dass Ich unter den Menschen als Vater, als Meister, als Bruder oder Freund bin, voll Liebe und Demut, und meine helfende Hand ausstrecke, um alle zu retten, zu segnen und ihnen zu vergeben.

24. Ihr entfaltet darum eure (Geistes)gaben unter meiner Anweisung, um Beweise für meine neue Offenbarung zu geben — sei es, um den Schmerz des Leidenden zu beseitigen, sei es, um dem Verirrten den Weg des Lichtes zu weisen, oder um den "Toten" mit dem Ruf "Stehe auf und wandle!" zu neuem Leben zu erwecken.

25. Ihr werdet die Vorstellung vom Tode beseitigen und den Weg des wahren Lebens lehren.

26. Wenn ihr von meinem Werke sprecht, so tut es mit Überzeugungskraft. Bringt im Augenblick eurer Inspiration das zum Ausdruck, was das Herz fühlt. Bereitet euch zu, denn Ich will durch eure Lippen zur Menschheit sprechen. Lebt wachsam, ohne euch von meiner Unterweisung zu entfernen, damit ihr euch nie in die Verstrickungen der Menschen verwickelt seht.

27. Noch ist die Gruppe klein, die zusammenkommt, um mein Wort zu vernehmen. Doch Ich betrachte sie als Vertretung der ganzen Menschheit und gebe ihr meine Unterweisung, wie Ich es getan habe, seit Ich durch meine Tochter Damiana Oviedo meinen Willen mittels deren Verstandesvermögen bekanntgab. Was Ich euch auf diese Weise übergeben habe, waren Lehren der Weisheit, die ihr gleich einem kostbaren Juwel in euren Herzen bewahren sollt, denn ihre Essenz besteht aus Liebe.

28. Ich segne euch, weil ihr mich unermüdlich empfangt. Ich will, dass ebenso, wie Ich euch unterwiesen und geführt habe, ihr eure Mitmenschen führt und unterweist. Ich habe euch die Gabe gewährt, den Schmerz mit meinem Heilbalsam zu heilen, welcher die Barmherzigkeit ist.

29. Ihr seid Zeugen der Art und Weise, in der Ich mich kundgetan habe. Morgen, wenn dies Wort nicht mehr von menschlichen Lippen kommt und diese Gnade nicht mehr besteht, werdet ihr mit Liebe an diese Zeit und diese Kundgebungen zurückdenken. Dann werdet ihr bezeugen, was ihr gehört und gesehen habt.

30. Nach 1950 werden die Menschen euch fragen, auf welche Weise sich das Wort des Herrn kundgab, und ihr sollt ihnen dann sagen, dass es in einer schlichten Kundgebung geschah, in einfacher Sprache und für alle verständlich.

31. Ihr werdet mit Interesse angehört werden, und die Bücher, die meine Unterweisungen überliefern, werden begierig gelesen werden.

32. In unterschiedlichen Formen habe Ich euch über die Zeiten hinweg geschult, aber es ist immer die gleiche Unterweisung gewesen, die Ich euch gelehrt habe. Sie hat vor allem den Glauben entzündet, damit ihr vor mir würdig werdet und schliesslich im ewigen Leben den Lohn für eure Verdienste erlangt.

33. Was könntet ihr mir in eurem Herzen vorbringen, das Ich nicht sehen könnte?

34. Ich vernehme alles und Ich weiss alles. Wachet und betet, denn der Wolf umlauert euch. Verurteilt nicht jene, die auf ihrem Lebensweg in Versuchung gefallen sind; ladet sie vielmehr aufs neue liebevoll ein, einen neuen Anlauf zu nehmen, um auf dem Entwicklungsweg voranzukommen.

35. In der Zweiten Zeit wurde eine Frau, welche die Versuchung in Sünde fallen liess, auf offener Strasse von einer Menschenmenge gerichtet, als Jesus gerade dort vorbeikam. Jene Menschen beschuldigten die Frau des Ehebruchs und suchten sie zu töten. Da wandten sie sich an den Meister und sprachen zu ihm, um ihn auf die Probe zu stellen: "Herr, diese Frau ist beim Ehebruch ertappt worden, und das Gesetz Moses' sagt, dass sie vom Volk gesteinigt werden soll. Was sagst Du dazu?" Da sah Jesus sie voll Erbarmen an und antwortete ihnen: "Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein."

36. Das Licht jenes Wortes erleuchtete die Seelen, und da sich alle zu unvollkommen und unwürdig fühlten, einen Mitmenschen zu richten, zogen sie sich beschämt zurück und liessen den kleinen Platz leer zurück.

37. Daraufhin fragte Jesus die Frau, die auf der Erde lag: "Frau, wo sind jene, die dich anklagen? Sie sind gegangen. Erhebe dich, gehe hin und sündige hinfort nicht mehr."

38. Wahrlich, Ich sage euch, mir allein steht es zu, alles zu richten.

39. Ich lade euch ein, mein Wort zu studieren, und wenn ihr meinen Frieden wollt, so beachtet meine Gebote, damit sie euch allzeit als Führer dienen.

40. Volk, schreibe die tätige Nächstenliebe auf deine Fahne. Wer auf meinen Feldern arbeiten will, der mache die Barmherzigkeit zum Grundprinzip seines Wirkens, dann wird er eine grosse Mission zu erfüllen haben.

41. Die Felder, auf denen sich der Schmerz ausgebreitet hat, sind sehr ausgedehnt, und das Saatkorn der Liebe und Barmherzigkeit ist sehr spärlich in den Herzen derer gespeichert, die zur Aussaat aufbrechen sollen.

42. Mein Tröster-Geist ergiesst sich auf all jene, die dies grosse Liebeswerk auf der Welt durchführen werden. Aber dieser Trost ist auch der geistigen Welt zuteil geworden, jenen Wesenheiten, die dazu bestimmt wurden, ihr Licht auf die Wege der Erde auszustrahlen.

43. Wenn Ich zu euch über meine geistige Welt spreche, meine Ich jene Heerscharen gehorsamer Geistwesen, die als wahre Diener nur das tun, was der Wille ihres Herrn ihnen befiehlt. Diese habe Ich zu euch gesandt, damit sie für alle Menschen Berater, Beschützer, Ärzte und wirkliche Geschwister sind. Sie klagen nicht, denn sie haben den Frieden in sich. Sie stellen keine Fragen, denn das Licht ihrer Entwicklung und ihrer Erfahrung auf den langen Wegen hat ihnen das Recht gegeben, das Verstandesvermögen der Menschen zu erleuchten. Sie sind bei jedem Hilferuf und in jeder Not bereitwillig und demütig zur Stelle.

44. Ich bin es, der ihnen aufgetragen hat, sich unter euch kundzugeben, damit sie euch ihre Anweisungen, ihr Zeugnis und ihre Aufmunterung geben. Sie ziehen vor euch her, reinigen den Weg und gewähren euch ihren Beistand, damit ihr nicht den Mut verliert.

45. Morgen werdet auch ihr zu diesem Licht-Heer gehören, das in der unendlichen Welt der Geistwesen nur aus Liebe zu seinen Menschengeschwistern wirkt, in dem Bewusstsein, dass es damit seinen Vater verherrlicht und liebt.

46. Wenn ihr ihnen ähnlich werden wollt, so weiht euer Dasein dem Guten. Teilt euren Frieden und euer Brot, empfangt den Bedürftigen mit Liebe, besucht den Kranken und den Gefangenen. Bringt Licht auf den Weg eurer Mitmenschen, die auf der Suche nach dem wahren Weg umhertappen. Erfüllt die Unendlichkeit mit edlen Gedanken, betet für die Abwesenden, dann wird das Gebet sie euch nahe bringen.

47. Wenn dann der Tod den Schlag eures Herzens anhält und das Licht in euren Augen erlischt, werdet ihr zu einer durch ihre Harmonie, ihre Ordnung und ihre Gerechtigkeit wunderbaren Welt erwachen. Dort werdet ihr zu begreifen beginnen, dass die Liebe Gottes euch für alle eure Werke, Prüfungen und Leiden entschädigen kann.

48. Wenn eine Seele zu jener Heimstatt gelangt, fühlt sie sich immer stärker von einem unendlichen Frieden durchdrungen. Sogleich erinnert sie sich an die, die noch fern jener Seligkeit leben, und in ihrem Drang, in ihrer Sehnsucht, dass jene, die sie liebt, auch jenes göttliche Geschenk erlangen mögen, schliesst sie sich den geistigen Heerscharen an, die für die Rettung, das Wohlergehen und den Frieden ihrer Erdengeschwister kämpfen und arbeiten.

49. Um euer Herz zu bereiten und eurem Geist Stärke zu verleihen, ermutigt euch meine Stimme auf diesem Weg der Prüfungen, welche — wie ihr bereits festgestellt habt — eurem Geist Standhaftigkeit verleihen. Wer Kraft besitzt, kann sie mit dem teilen, der sich schwach fühlt.

50. Bald werdet ihr die Ankunft vieler Menschen aus anderen Ländern erleben, die zu dieser Nation kommen werden, wo der Meister sich kundtut.

51. Das Licht meiner Weisheit wird die Menschen aus ihrer Lethargie wachrütteln, und ihr werdet sie geistig und verstandesmässig sich entwickeln sehen. Dieser Schritt wird zum Wohle der Menschheit sein.

52. Die Nationen werden ihre Augen auf diesen Teil der Erde richten und mein Werk und mein Wort kennenlernen, das gedruckt erhalten bleiben wird. Denn zu dieser Zeit werden die Gehirne derer, die ihr Stimmträger genannt habt, in Bezug auf diese Kundgabe verschlossen sein.

53. Die Versammlungsstätten, die die grossen Menschenscharen aufgenommen haben, werden nach meinem Abschied geöffnet bleiben, damit die Jünger dort weiterhin zusammenkommen, um mein Wort zu studieren. Sie werden wie Wächter wachen und die Ankunft der "Letzten" erwarten, die Ich heute ankündige. Wenn ihr auf eurem Posten seid, werden jene die Grösse dessen, was Ich euch offenbart habe, erkennen. Wenn ihr diesem Auftrag untreu werdet, werden Elend und Unheil jenen begegnen, die sich euch im Verlangen nach Frieden und Licht zu nähern versuchen.

54. Ich will euch auch lehren, eure Pflichten gegenüber denen zu erfüllen, die auf der Welt regieren. Wenn ihr wollt, dass ihre Entscheidungen für ihre Völker förderlich und gerecht sind, müsst ihr sie durch das Gebet unterstützen.

55. Wenn ihr, statt auf diese Art zu wirken, sie im Stich lasst und euch nur damit beschäftigt, ihre Entschlüsse zu kritisieren, lasst ihr zu, dass sie im Kampfe den Mut verlieren und schädlichen Einflüssen ausgesetzt sind. Seid wie Wächter des Friedens.

56. Wahrlich, Ich sage euch, von den frühesten Tagen der Menschheit an besass der Mensch das intuitive Wissen, ein geistiges Wesen in sich zu tragen — eine Wesenheit, die, obwohl sie unsichtbar war, sich bei den verschiedenen Werken seines Lebens offenbarte.

57. Euer Herr hat euch von Zeit zu Zeit die Existenz des Geistes offenbart, seine Wesensnatur und sein verborgenes Sein. Denn obschon ihr ihn in euch tragt, ist der Schleier, in den euch eure Vermaterialisierung hüllt, so dicht, dass ihr nicht zu erkennen vermögt, was das Edelste und Reinste in eurem Wesen ist.

58. Viele Wahrheiten hat der Mensch zu leugnen gewagt. Dennoch — der Glaube an die Existenz seines Geistes gehörte nicht zu dem, was er am meisten bekämpft hat, weil der Mensch gefühlt und schliesslich begriffen hat, dass die Leugnung seines Geistes dasselbe wäre, wie sich selbst zu verleugnen.

59. Als der menschliche Körper aufgrund seiner Leidenschaften, seiner Laster und seines Materialismus degenerierte, wurde er zu einer Kette, zu einer dunklen Augenbinde, zu einem Gefängnis und einem Hindernis für die Entfaltung des Geistes. Trotzdem hat dem Menschen in seinen Stunden der Prüfung nie ein Funken inneren Lichtes gefehlt, der ihm zu Hilfe kommt.

60. Wahrlich, Ich sage euch, der höchste und reinste Ausdruck des Geistes ist das Gewissen, jenes innere Licht, das den Menschen unter allen Geschöpfen, die ihn umgeben, das erste, das höchste, das grösste und edelste sein lässt.

61. "Meister" — fragt ihr mich im stillen — "warum wissen wir so wenig vom Geiste? Warum wissen wir so wenig über uns selbst?"

62. Der Meister antwortet euch: Weil ihr euch mehr dem zugewandt habt, was euch die Welt beschert, und ihr euch nicht dem Studium des Unvergänglichen gewidmet habt, welches euer Geist ist. Selbst der Geist verschmäht angesichts der Schönheiten, Wunder und Vergnügungen, die das Leben für ihn bereithält — sei es auch nur für kurze Zeit — die Seligkeiten, die ihm seine eigene Entwicklung bieten kann. Dennoch — muss Ich euch wahrheitsgemäss sagen — sollt ihr deshalb nicht glauben, dass das Irdisch-Materielle mächtiger ist als der Geist, und dass dies der Grund dafür ist, dass er gesunken ist, bis er sich vermaterialisiert hat. Nein, der Geist ist unvergleichlich stärker und wird es immer sein. Doch wenn er gefallen ist, so geschah es freiwillig, verführt durch die Verlockungen einer Welt, die — wenn auch nur vorübergehend — ihm durch die Sinne des Fleisches ein Leben reich an Vergnügungen und Versuchungen anbietet.

63. Es ist nur natürlich, dass seine Vermaterialisierung ihn hindert, sich selbst zu erkennen, und ihm nicht erlaubt, seine Fähigkeiten durch seinen menschlichen Wesensteil zu offenbaren. Denn die materielle Natur scheint der geistigen Natur am meisten entgegengesetzt zu sein. Dennoch, wenn beide in euch zur Harmonie finden, werdet ihr erleben, dass eure körperliche Natur wie ein reiner Spiegel ist, der das Geistige und selbst das Göttliche in all seiner Schönheit widerspiegelt.

64. Sucht meine Gegenwart in den von mir vollbrachten Werken, und ihr werdet mich auf Schritt und Tritt finden können. Versucht, mich zu hören, und ihr werdet mich in der machtvollen Stimme vernehmen, die von allem Geschaffenen ausgeht. Denn es ist für mich ein Leichtes, mich durch die Erscheinungen der Schöpfung zu offenbaren. Ich offenbare mich sowohl in einem Gestirn, im Wüten eines Sturmes, als auch im milden Licht einer Morgenröte. Ich lasse meine Stimme im melodischen Trillern eines Vogels hören, wie Ich sie auch durch den Duft der Blumen zum Ausdruck bringe. Und jeder Ausdruck von mir, jeder Satz, jedes Werk spricht zu euch allen von Liebe, von Erfüllung gegenüber den Gesetzen der Gerechtigkeit, von Weisheit, von Ewigkeit im Geiste.

65. Warum habt ihr es nicht erreicht, euch in der ganzen geistigen Fülle zu zeigen, in der grossen Schönheit eures Geistes, obwohl ihr Macht über das Materielle hattet? — Weil ihr euch von den Leidenschaften der Welt mitreissen liesst.

66. Unterlasst daher nicht das Studium und die Ausübung meiner Unterweisung, in der Meinung, dadurch grössere Vergeistigung zu erreichen. Ihr müsst lernen, sie durch Weisheit zu verdienen, dann werdet ihr den Anfang der universellen Harmonie erreicht haben, in welcher ihr zulasst, dass euer Geist sich offenbart.

67. Legt das Gesetz aus und befolgt es. Dadurch werdet ihr euch darauf vorbereiten, in den höheren geistigen Welten zu leben. Solange es materielle Welten gibt, muss die geistige Welt weiterhin ihr Licht auf sie ausstrahlen und ergiessen.

68. Bedenkt: Wenn ihr jetzt nicht imstande wart, eine haltlose körperliche Hülle zu beherrschen — welche Aufgabe könnte Ich dann eurem Geiste anvertrauen, wenn er einst in einer Welt höherer Vergeistigung lebt?

69. Ich allein kann euch diese Unterweisungen geben, o Menschenkinder. Welcher Mensch könnte euch das sagen, was Ich in meiner Geheimkammer noch für euch bereithalte? Denkt nach und betet, o Jünger, damit meine Unterweisung euch zur Versöhnung des Geistes mit seinem Erdenkleide führt.

Mein Friede sei mit euch!


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