Unterweisung 169

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 169



So spricht der Herr:


1. Mein Blick dringt in euer Herz. Lasst ihn in euch wie Weizen auf fruchtbarem Boden sein. Wenn Ich euch in diesem Augenblick richten würde, so würde Ich euch sagen, dass eure Geräte zur Bestellung der Felder durch Untätigkeit verrostet sind, dass die Waffen verlassen herumliegen, dass ihr den Samen verborgen habt und die Quellen lebendigen Wassers habt vertrocknen lassen.

2. Doch heute will Ich nur eure Sorgen entgegennehmen. Ihr klagt und leidet und schreibt euren ganzen Schmerz meiner Gerechtigkeit zu und macht euch nicht bewusst, dass ihr für euer Straucheln verantwortlich seid. Denn statt euch mit Eifer zum Kampfe zu erheben, habt ihr euch zurückgelehnt, um im Schatten des mächtigen Baumes zu schlafen.

3. Es bereitet euch Pein, dass der Vater so zu euch spricht. Doch warum schämt ihr euch? Hat euch Unterweisung gefehlt? Habt ihr nicht den Meister unter euch gehabt? Nur wenn ihr meine Vorwürfe hört, lasst ihr zu, dass euer Gewissen über die begangenen Versäumnisse zu euch spricht, und erst dann erinnert ihr euch daran, dass ihr den Zusammenschluss unter euch, wie der Vater ihn euch befohlen hat, nicht geschafft habt. Denkt daran, dass die grossen Kriege noch bevorstehen, und dass, wenn ihr nicht meine Saat der Liebe und Barmherzigkeit aussät, um damit den Frieden unter euren Mitmenschen zu erreichen, eine Tür offen stünde, durch welche Krieg, Seuchen, Hunger und Tod eindringen würden.

4. Ich habe euch gesagt, dass Ich nicht als Richter zu euch gekommen bin, obwohl Ich euch richten könnte. Warum nehmt dann ihr meine Stelle als Richter ein, um die Taten eurer Mitmenschen zu richten? Meint ihr etwa, dass ihr vollkommen und unfehlbar seid?

5. Verstosst nicht gegen mein Gesetz, legt meine Unterweisungen nicht falsch aus, tut nicht euren Willen.

6. Wahrlich, Ich sage euch: Wenn Ich euch Menschen mit soviel Liebe und Barmherzigkeit behandle, so wende Ich mich mit derselben fürsorglichen Liebe auch denen zu, die ihre früheren Verfehlungen im Jenseits sühnen. Ich sende diesen Wesen mein Licht, um sie von ihrer Verstörtheit zu befreien, welche wie Finsternis ist, und von ihren Selbstanklagen, welche das "Feuer" sind, um sie hernach unter die Menschen zu senden, damit jene, die früher Schmerz in die Herzen säten, jetzt mit Erkenntnislicht versehen zu Wohltätern und Beschützern ihrer eigenen Geschwister werden.

7. Das Gesetz, das euch in der Ersten Zeit führte, und das Blut, das euch in der Zweiten Zeit den Weg zur Wiedergutmachung lehrte, sind das Licht, das euch alle in dieser Dritten Zeit emporhebt, in der meine Stimme durch euer Gewissen die Menschen vom Wege der Verblendung abbringt. Ich muss euch sagen, dass Ich die ganze Menschheit auf dem Wege der Verblendung wandeln sehe!

8. Wenn die Gelehrten diese Worte kennenlernen, werden sie sich beleidigt fühlen, und jene, die vorgeben, reinen Geistes zu sein, werden ebenfalls protestieren. Doch Ich werde den einen wie den anderen und allen beweisen, dass die Menschheit sich heute auf einen Weg verirrt hat, auf dem nur Unsicherheit und Angst regieren, welche die Saat der Verblendung sind.

9. Gibt es etwa in irgendeinem Volk auf Erden oder in irgendeinem Menschen innere Ruhe und Frieden? Haben die Menschen etwa ihre Zuversicht auf den Sieg des Guten und der Gerechtigkeit über das Böse gegründet? Haben die Völker der Erde einen sicheren Weg, um sich moralisch, seelisch und körperlich vor der Zerstörung zu retten, die der Menschheit droht? Nein, Volk, die Menschen wissen nicht, wohin sie gehen, noch was sie wollen. Der Hass, der mangelnder Vergeistigung und Unwissenheit über das Gesetz entspringt, die gegenseitige Furcht, der Ehrgeiz, den anderen überlegen sein zu wollen, die Freizügigkeit, die man den niederen Leidenschaften gegeben hat, und der Mangel an Wahrhaftigkeit bei der Erfüllung der göttlichen Gesetze haben die Menschheit auf einen finsteren Pfad geführt, wo alles ein Vorzeichen des Bösen ist, und wo weder Hoffnung noch Glaube und noch viel weniger Nächstenliebe ist.

10. Viele Menschen haben sich so sehr an die Welt der Sünden und Leiden, in der ihr lebt, gewöhnt, dass sie denken, dies Leben sei das natürlichste, dass die Erde dazu bestimmt sei, ein Tränental zu sein, und dass sie niemals Frieden, Eintracht und geistigen Fortschritt wird beherbergen können.

11. Jene Menschen, die so denken, sind im Schlaf der Unwissenheit befangen. Es irrt sich, wer meint, dass diese Welt von mir zu einem Tal der Tränen und der Sühne bestimmt wurde. Das Eden, das Ich den Menschen anbot, kann und soll wiederkehren, denn alles, was Ich geschaffen habe, ist Leben und Liebe. Daher irrt sich, wer behauptet, dass die Welt von Gott als Ort menschlicher Schmerzen bestimmt wurde. Statt dessen sollten sie sagen, dass sie selbst sie zu einer Gerichts-Mission verurteilten, während sie eigentlich zur Freude und Erquickung der Mensch gewordenen Geister geschaffen worden war.

12. Niemand war zur Sünde vorherbestimmt, obwohl alles vorhergesehen wurde, um den Menschen vor seinen Stürzen zu bewahren.

13. Der Mensch wollte sich nicht durch die Liebe aufwärtsentwickeln, noch wollte er weise werden, indem er mein Gesetz erfüllt; und er vergass, dass meine Gerechtigkeit, der er immer auszuweichen versuchte, ihn beschützt, weil meine Gerechtigkeit der vollkommenen Liebe entspringt.

14. Diese Erde, entweiht durch die Sünde, befleckt durch Verbrechen und geschändet durch Habgier und Hass, wird ihre Reinheit zurückgewinnen müssen. Das menschliche Leben, das ein unaufhörlicher Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen gewesen ist, wird das Heim der Kinder Gottes werden, ein Heim des Friedens, der Brüderlichkeit, des Verständnisses und edler Bestrebungen. Doch um dies Ideal zu erreichen, müssen die Menschen durch die Prüfungen gehen, die sie aus ihrer geistigen Lethargie wachrütteln.

15. Die heutige Zeit ist günstig für die Selbstbesinnung, obwohl ihr das Gegenteil denkt, da ihr euch als Gefangene in einer Menschheit ohne Erbarmen, ohne Liebe, ohne Frieden fühlt. Doch je mehr ihr euch dem Höhepunkt der Schlacht nähert, desto stärker wird euer Erwachen werden; denn das Ahnungsvermögen des Geistes wird euch sagen, dass nach der Prüfung der Friede kommen wird und mit ihm die Wiederherstellung.

16. Wie fern der Wirklichkeit sind derzeit Millionen von Wesen, die nur für ihre materielle Gegenwart leben! Wie könnten sie ihre Augen für die Wirklichkeit öffnen? — Nur, indem sie auf die Stimme des Gewissens lauschen — jene Stimme, welche Sammlung, Besinnung und Gebet benötigt, um gehört zu werden.

17. Sei nicht ungeduldig, geliebtes Volk, verlange nicht, dass meine Worte innerhalb weniger Stunden in Erfüllung gehen. Manche von ihnen werden bald Wirklichkeit werden, und andere im Laufe der Zeit.

18. Für die menschlichen Wesen, vor allem, wenn sie Stunden voller Schmerz erleben, gibt es Augenblicke, die ihnen wie Jahrhunderte vorkommen, weil sie sich nicht mit Hoffnung, Glauben, Geduld und Sanftmut zu wappnen wissen. Doch wenn sie sich zu mir erheben, um Licht zu empfangen, werden diese Tugenden ihnen Kraft geben, um zu hoffen und zu kämpfen, und ihnen ausserdem die schweren Stunden versüssen.

19. Ihr durchlebt schwierige Zeiten, in denen der Fortschritt, den ihr in eurem Geiste erreicht habt, auf die Probe gestellt wird. Im Geiste — habe Ich euch gesagt -, weil er der einzige ist, der euch auf eurer mühseligen Lebensreise aufrechterhalten kann.

20. Verlasst euch nicht nur auf eure menschliche Kraft, denn das Fleisch ist gebrechlich. Tut dies jedoch bezüglich der Stärke des Geistes, welcher zu mir betet und von Glauben durchdrungen ist. Dann werdet ihr darauf vertrauen können, dass ihr im Kampfe besteht.

21. Meine Liebe bedeckt euch wie ein Schutzmantel in den Stunden des Schmerzes und Gerichtes, die ihr durchlebt, und meine Barmherzigkeit macht euch begreiflich, dass der Kelch, den ihr trinkt, notwendig ist.

22. Ich werde jenen Kelch entfernen und ihn für euch in Wein des ewigen Lebens verwandeln, sobald ihr mir eure Verdienste vorzeigen könnt.

23. Ihr werdet die nötige Zurüstung, um als Meister meine Unterweisung bekannt zu machen, erreicht haben, wenn ihr imstande wart, euch selbst zu finden. Ihr werdet dann die Stimme des Gewissens vernehmen und die Maske, die alles Böse bedeckt, wird von euch fallen.

24. Sucht das Heil der Seele, selbst auf Kosten eures materiellen Besitzes, denn je mehr ihr aus diesem Grund verliert, desto mehr werdet ihr hernach haben. Je mehr ihr gebt, desto mehr werden sich die Gaben in eurem Geiste mehren. Wahrlich, Ich sage euch, wenn die Selbstsucht keinen Platz mehr in eurem Herzen findet, werdet ihr Meister sein, und meine Liebe wird euch empfangen und sagen: "Euer Vater nimmt Euch gerne auf und bietet Euch das geistige Brot an." Fürwahr, Ich habe euch von überall her gerufen, denn der Schall der göttlichen Glocke wurde auf dem ganzen Erdkreis vernommen. Aber es waren nur wenige, die dem Rufe gefolgt sind.

25. Hast du begriffen, Volk, dass Ich dich gerufen habe, um dir das Brot des ewigen Lebens zu essen zu geben?

26. Ihr alle habt euren Platz am geistigen Festmahle zugewiesen bekommen, doch der Meister sieht, dass es noch leere Plätze gibt. Es sind die von jenen, die meine Einladung nicht angenommen haben. Sie haben die Speisen verschmäht, die Ich für sie zubereitet hatte. Mit Schmerz sage Ich euch: "Wer das verschmäht, was der Himmel ihm anbietet, muss später Tränen vergiessen." Diese Worte hat auch einer meiner Diener vernommen, der die Weisung empfängt, sich auf den Weg zu machen, um jeden Hungernden, dem er begegnet, zu mir zu bringen. Ich setze ihn dann an meinen Tisch, und jene, die eine so grosse Gnade nicht einmal ahnten noch erwarteten, werden dann die leeren Plätze einnehmen und beseligter sein als die, die sich meine Auserwählten nennen.

27. Ich werde weiterhin die Menschen herbeirufen und auch jene Wesen, die dem Jenseits angehören, damit sich die Entkörperten zusammen mit den Inkarnierten an meinen Tisch setzen; denn sie alle sind meine Kinder.

28. Jünger: Wenn mein Wort zu euch kommt und ihr es nicht versteht, zweifelt ihr an ihm. Doch Ich sage euch: Wenn euch Ungewissheit quält, so zieht euch in die Einsamkeit der Felder zurück und dort, inmitten der Natur, wo ihr nur die freie Flur, die Berge und das Firmament als Zeugen habt, befragt euren Meister noch einmal. Vertieft euch in sein Wort, und schnell wird euch seine liebevolle Antwort erreichen. Dann werdet ihr euch getragen, inspiriert, von einer unbekannten geistigen Wonne erfüllt fühlen. Auf diese Weise werdet ihr keine kleingläubigen Menschen mehr sein, weil ihr wisst, dass jedes Wort Gottes Wahrheit enthält, man jedoch — um es zu erschliessen — mit Andacht und lauterem Sinn in dasselbe eindringen muss, weil es ein Heiligtum ist.

29. Immer, wenn ihr vorbereitet seid und etwas wissen wollt, wird euer Verlangen nach Licht das göttliche Licht anziehen. Wie oft habe Ich euch schon gesagt: Geht in die Bergeinsamkeit und sagt mir dort eure Sorgen, eure Leiden und Nöte!

30. Jesus lehrte euch diese Lektionen in der Zweiten Zeit mit seinem Beispiel. Erinnert euch an mein Beispiel, als Ich mich in die Wüste zurückzog, um zu beten, bevor Ich mein Predigtamt begann. Erinnert euch, dass Ich in den letzten Tagen meines Daseins unter den Menschen, noch bevor Ich in die Synagoge ging, um zu beten, die Einsamkeit des Ölberghaines aufsuchte, um mit dem Vater zu sprechen. — Die Natur ist ein Tempel des Schöpfers, wo sich alles zu ihm erhebt, um ihn zu verehren. Dort könnt ihr direkt und unverfälscht die Ausstrahlung eures Vaters empfangen.

31. Dort, fern von menschlichem Egoismus und Materialismus, werdet ihr fühlen, wie weise Inspirationen in euer Herz dringen, die euch dazu bewegen, auf eurem Wege das Gute zu tun.

32. Diese Kundgebungen, die Ich euch derzeit durch das menschliche Verstandesorgan gebe, werden im Jahre 1950 zu Ende gehen. Dieser unwiderrufliche Zeitpunkt wird kommen. Doch was bedeutet es schon, dass ihr mein Wort nicht mehr durch den Stimmträger vernehmt, wenn ihr euch innerlich zu erheben gelernt habt, um die Inspiration direkt vom Meister zu empfangen?

33. Erhebt euch, geliebte Kinder, und wirkt nach dem Vorbilde Jesu.34. So, wie Ich mich vor euren Augen durch diese Verstandesorgane kundtue, ebenso werdet ihr meine Inspiration empfangen. Dann werdet ihr in meinem Namen die Lehren verkünden, die Ich euch inspiriere. Auf diese Weise werdet ihr erleben, dass meine Unterweisung weitergeht, dass meine Offenbarung immerdar auf euren Geist herabkommt. Nur die äussere Form wird etwas anders ein.

35. Wenn ihr zubereitet seid, werdet ihr voll Demut ans Werk gehen. Denn wahrlich, Ich sage euch, wenn in eurem Herzen nur ein wenig Eitelkeit oder Hochmut vorhanden ist, werdet ihr kein gutes Werk tun können. Wer meine Lehre predigen will, muss sie auch demütig ausüben. Ich spreche so zu euch, damit ihr begreift, was euch noch zu tun fehlt. — Ihr wollt euch voll dafür einsetzen, meine Unterweisungen zu verbreiten. Doch wie könnt ihr lehren, wenn sich in euren Taten und eurem Leben nicht die Lehre Jesu offenbart? Lasst die Menschen mein Werk in euren Taten erkennen, dann wird sich das Bild des Meisters im Jünger widerspiegeln.

36. Ich sage euch, dass ihr es fühlen werdet, wenn euer Geist zubereitet ist, um eure Mitmenschen meine Lehre zu lehren. Denn dies wird dann sein, wenn ihr euch selbst gefunden habt. Ihr werdet dann die Stimme des Gewissens ganz klar vernehmen. Solange dies bei euch nicht zutrifft, werdet ihr mich nicht wahrhaft fühlen können.

37. Es gibt niemanden, der nicht das Glück finden möchte, und je dauerhafter es ist, desto besser — denn Ich lehre euch einen Weg, der zur höchsten und ewigen Seligkeit führt. Dennoch zeige Ich euch nur den Weg, und dann lasse Ich euch jenen wählen, der euch am meisten zusagt.

38. Ich frage euch: Wenn ihr euch nach Glück sehnt — warum sät ihr es nicht aus, um es hernach zu ernten? Wie wenige sind derer, die den Antrieb gefühlt haben, für die Menschen da zu sein!

39. Ich spreche auf eine Art, in der mich sowohl euer Geist, als auch eure irdische Natur versteht. Doch seid euch bewusst, dass es die Seele ist, die Ich retten will, selbst auf Kosten ihres Körpers. Wisset, dass ihr, je mehr ihr gebt, desto mehr haben werdet. Wenn ihr einmal auf diese Stufe gelangt, werdet ihr Meister sein. Dann wird euer Leben ein Beispiel, ein Spiegel sein, in welchem die anderen ihre Fehler erkennen und ihre Irrtümer korrigieren können.

40. Um euch bei eurer Zurüstung zu helfen — kommt und vernehmt mein göttliches Wort.

41. Lasst eure Gedanken und Sinne zur Ruhe kommen, damit ihr meine Stimme in eurem Herzen fühlen könnt.

42. Mein Wort ist der Weg, der von Ewigkeit her durch meinen Willen vorgezeichnet ist, damit die Seelen nicht ziellos auf Erden umherirren. Wahrlich, Ich sage euch, der Mensch muss die Vergeistigung kennenlernen, um die Entwicklung seiner Seele zu erlangen.

43. Dies ist das Zeitalter des Lichtes des Heiligen Geistes, das von den entwickelten Seelen innerlich empfunden wird, von jenen, die über die äusseren Erscheinungen hinaussehen.

44. Betrachtet das Universum und schätzt es in all seiner Vollkommenheit und Schönheit. Es wurde geschaffen, damit die Kinder des Herrn sich von ihm inspirieren liessen und in ihm ein Abbild des Vaters sehen sollten. Wenn ihr die Schöpfung so auffasst, werdet ihr euer Denken zu meiner Göttlichkeit erheben.

45. Euer Denken soll niemals träge sein, soll ständig fortschreiten, so wie auch die Entwicklung der Rassen über die Generationen hinweg keinen Stillstand kennt, oder die menschliche Wissenschaft, die im Ablauf der Zeiten immer einen Weg nach vorne weist.

46. Sucht mich mit dem Geiste, ohne an gewohnten Traditionen noch symbolischen Riten zu haften. Sucht mich in eurem Herzen, und ihr werdet mich in ihm finden, weil das Herz liebt, leidet und empfindet.

47. Wenn die Menschen bei dem Versuch, ihre Kenntnisse in der Wissenschaft zu erweitern, nicht ihr Herz vergessen hätten, gäbe es keine so grosse Zwietracht und so viel Selbstsucht, und sie hätten bereits den göttlichen Funken entdeckt, den ihr alle in euch tragt, weshalb ihr alle in mir Geschwister seid. Die Menschen würden bereits das Grundprinzip Jesu des "Einander-Liebens" erfüllen, was genügen würde, dass diese Welt Frieden und Licht hätte.

48. Heute trifft die Stimme des Gewissens auf taube Menschen, die ohne innezuhalten, um auf sie zu hören, sich in mörderische Kriege stürzen, Nationen zerstören, Lebenselemente und materielle Kräfte vernichten, ohne in Betracht zu ziehen, dass sie als Folge davon moralische und geistige Zersetzung säen, was noch schwerer wiegt.

49. Ich muss über all dies zu euch sprechen, Männer und Frauen, damit ihr im Werk der moralischen und geistigen Wiederherstellung eurer Aufgabe in dieser Zeit gerecht werdet. Beschränkt euch nicht darauf, mein Wort zu vernehmen; denkt gründlich darüber nach und bringt es zur Anwendung, denn wenn ihr es nicht tut, wäre es ein tauber Same.

50. Unterstützt den Fortschritt eurer Seele und sorgt dafür, dass sie ihren irdischen Körper voll Ergebenheit und Erhebung verlässt, wenn der durch meinen Willen festgesetzte Augenblick kommt. Begreift, dass niemand körperlich zu mir gelangt, sondern als Geistwesen. Wenn dies geschieht, so sorgt dafür, zu den hohen Stufen der Himmelsleiter zu gelangen, wo es keinen Schmerz und keine Verstörtheit mehr gibt.

51. Ihr seid unvollkommen hinsichtlich eurer Werke, nicht in Bezug auf euren Ursprung oder eure Erschaffung. Aber ihr werdet diese Vollkommenheit schliesslich durch eure eigenen Verdienste erreichen.

52. Ihr seid wirklich vor dem Altar der Weisheit gestanden, wo euer Geist von meiner Gnade im Übermass beschenkt wurde.

53. Jünger, wenn ihr und Ich ohne Stimmträger oder Mittler von Geist zu Geist miteinander Zwiesprache halten, und wir allein der Unendlichkeit gegenüberstehen, werdet ihr im Innersten eures Wesens die göttliche Stimme vernehmen, die der Stille entspringt, um mit eurem Geiste zu sprechen. — Jenseits dieser Stille ist das himmlische Konzert, dessen Klänge ihr noch nicht hören könnt, weil euer Gehör nur die materiellen Töne vernehmen kann.

54. Hört diese Botschaft mit wirklicher Andacht, denn die Zeit wird kommen, in der ihr mich nicht mehr in dieser Form vernehmt. Aber wenn ihr zubereitet bleibt, werdet ihr später mein Wort auf eine vollkommenere Weise empfangen. Diese Form der Kundgabe, an der ihr derzeit teilnehmt, könnt ihr als äusserlich beurteilen. Aber jene andere, die Ich euch verheisse, wird innerlich sein, und ihr werdet sie erlangen, wenn ihr euch noch mehr vergeistigt. Dann werden sich die Menschen der vollkommenen Gemeinschaft nähern, wenn sie sich ohne Mittler oder Zeugen zu ihrem Vater erheben und von ihm direkt empfangen, was sie erbitten. Dann wird der menschliche Geist zu erstrahlen beginnen, wie er niemals erstrahlt ist, denn in der Gemeinschaft mit mir werde Ich mich in ihm widerspiegeln.

55. Die Kundgabe meines Lichtes durch das menschliche Verstandesvermögen geschah, um euch die grundlegenden Unterweisungen zu bringen und die Fundamente für die grosse Aufklärung zu legen, die hernach kommen wird. Auch bin Ich gekommen, um euch die Last des Kreuzes zu erleichtern, das jeder von euch im Leben trägt — ein Kreuz, das sich jeder selbst geschaffen hat und an dem er sich aus eigenem Antrieb gekreuzigt hat.

56. Vielen, die mir ihre Trübsale und ihren Kelch der Bitternis vor Augen geführt haben, könnte Ich sagen, dass niemand sie nach Golgatha abgeführt hat; sie selbst und ihr eigener Wille waren es, die diesen Kelch gesucht haben. Auch könnte Ich ihnen sagen, dass die Nägel, Dornen, Galle und Essig verschwinden und sie zu einem neuen und besseren Leben auferstehen werden, wenn sie auf dem Höhepunkt der Prüfung zu mir zu kommen und mich zu rufen verstehen.

57. Wenn sie dies hören, fragen mich einige: "Meister, wenn Du zu uns von diesem neuen Leben sprichst, meinst Du dann das des Jenseits oder das Dasein, das wir auf Erden führen müssen?" Darauf antworte Ich euch, dass — wenn ihr zum Lichte, zur Liebe, zur Wahrheit und zum Guten aufersteht — ihr euch nicht um den Ort zu sorgen braucht, an dem ihr euch aufhalten werdet.

58. Ich sagte euch in jener Zweiten Zeit: "Das Haus meines Vaters hat viele Wohnungen." — Wisst ihr, dass jeder Geist ein Haus Gottes ist? An jedem Ort, an dem ein Gewissen vorhanden ist, wird der Herr sein.

59. Heute könnt ihr euch noch keine Vorstellung davon machen, wie die Welt sein wird, wenn sie meine Lehre ganz verwirklicht, wenn der Mensch die Sünde aus seinem Herzen reisst — Ich weiss das wohl. Ich weiss, dass dann Zeiten kommen werden, in denen Mann und Frau, vom Kind bis zum Greis, alle vollkommenen Frieden geniessen können und das Glück erleben werden, in ungetrübter Glückseligkeit hier auf dieser Welt zu leben, auf der so viele Tränen und so viel Blut vergossen wurde. Jene Menschen werden die Harmonie mit ihrem Gott nicht einen einzigen Augenblick zerstören wollen und werden, in ihren Geist geschrieben, die Essenz meines Gesetzes mit sich tragen, mit seinem höchsten Prinzip, sich untereinander zu lieben.

60. Daher sollt ihr, die ihr mich vernehmt, begreifen, wie notwendig es ist, dass ihr euch vorbereitet, euren Mitmenschen die Frohe Botschaft zu bringen, damit ihr ihnen nicht länger die Seligkeit vorenthaltet, die ihr Erwachen für sie mit sich bringt. Denkt daran, dass viele von denen, die ihr erweckt, das vollbringen werden, was ihr nicht zu tun vermochtet, und dass die, die sie wiederum erwecken, mehr vollbringen werden als das, was jene erreichten, die ihnen die Frohe Botschaft brachten, und so Schritt für Schritt weiter, bis die Zeit da ist, in der das Volk gross und zahlreich ist und auf Erden die Erfüllung meines Wortes sichtbar wird.

61. Ich habe darauf gewartet, dass ihr zur geistigen Reife gelangt, um euch zu sagen: Nehmt den Samen und streut ihn aus.

62. In der Zweiten Zeit gab Ich euch ein Beispiel dafür, wie ihr die rechte Stunde abwarten müsst, um die Aufgabe zu erfüllen, die euch zur Erde brachte.

63. Ich wartete, bis mein Körper — jener Jesus, den die Menschen vor Augen hatten — sein bestes Alter erreicht hatte, um durch ihn die göttliche Mission zu erfüllen, euch die Liebe zu lehren.

64. Als jener Körper — das Herz und der Verstand — seine volle Entfaltung erlangt hatte, sprach mein Geist durch seine Lippen, meine Weisheit durchflutete seinen Verstand, meine Liebe liess sich in seinem Herzen nieder, und die Harmonie zwischen jenem Körper und dem göttlichen Licht, das ihn erleuchtete, war so vollkommen, dass Ich oft zu den Menschenscharen sprach: "Wer den Sohn kennt, kennt den Vater."

65. Christus machte Gebrauch von der Wahrheit in Gott, um die Menschen zu lehren. Er bezog sie nicht von der Welt. Nicht von den Griechen, Chaldäern, Essenern oder Phöniziern — von niemandem bezog er das Licht. Diese kannten den Weg des Himmels noch nicht, und Ich lehrte das, was auf Erden nicht bekannt war.

66. Jesus hatte seine Kindheit und Jugend der tätigen Nächstenliebe und dem Gebet gewidmet, bis die Stunde kam, um das Himmelreich, das Gesetz der Liebe und der Gerechtigkeit, die Lehre des Lichtes und des Lebens zu verkünden.

67. Sucht den Wesensgehalt meines in jener Zeit verkündeten Wortes und sagt mir, ob er aus irgendeiner menschlichen Lehre oder irgendeiner damals bekannten Wissenschaft stammen konnte.

68. Ich sage euch, wenn Ich wirklich die Gelehrsamkeit jener Menschen in Anspruch genommen hätte, so hätte Ich meine Jünger unter ihnen gesucht und nicht unter den ungebildeten und unwissenden Menschen, aus denen Ich meine Apostelschar bildete.

69. Ihr fragt mich, was Ich euch bezüglich der Lehren und Philosophien jener Völker sagen kann, und Ich sage euch, dass sie Inspirationen des Geistes sind, aber nicht die höchste Wahrheit, die Ich allein besitze.

70. In dieser Dritten Zeit ist es mein Wille gewesen, mich mittels des Menschen kundzutun unter Verwendung seines Geistes und seines Verstandes. Doch dabei habe Ich mich der Demütigen, der Ungebildeten und schlichten Gemüter bedient, wobei Ich darauf achtete, dass ihr Verstand von Wissenschaften und Theorien unberührt war. Um euch meine Unterweisung durch diese ausdrucksarmen menschlichen Lippen zu geben und die Zuhörerscharen, die aus Menschen aller Art bestehen, zu überraschen und zu beeindrucken, dürft ihr nicht glauben, dass Ich die Stimmträger als erstes zu Meistern hätte schicken sollen, um bei ihnen Zurüstung und Weisheit zu finden — im Gegenteil: Ich habe sie von jeder Ansteckung und jeder Beeinflussung ferngehalten, damit ihr Verstand unbefangen, rein und frei genug sei, um die göttliche Inspiration vor dem Volk wiederzugeben. Was hätten sie denn auch jene Menschen (die Meister) bezüglich der tiefgründigen und unbekannten Botschaft fragen können, die mein Geist der Menschheit nunmehr offenbarte?

71. Das ist der Grund dafür, weshalb Ich ungebildete und einfache Menschen erwählt habe, um meine Unterweisung durch ihr Verstandesorgan kundzutun.

72. Die Lehre, die Ich damals in Jesus legte, war in ihrem Wesensgehalt und in ihrer Form vollkommen. Ihr könnt ihr keinerlei Makel zuschreiben, denn der, der sie inspirierte und der, der sie übermittelte, ist vollkommen.

73. Heute, da Ich mich durch diese Geschöpfe mitteile, die sehr ferne der Vollkommenheit leben, müsst ihr eure Aufmerksamkeit mehr dem Sinngehalt des Wortes als der äusseren Form desselben widmen, da es menschliche Geschöpfe sind, die nicht mit der Vollkommenheit dessen harmonieren können, der ihnen die göttliche Botschaft inspiriert.

74. Dies alles sage Ich euch, weil das bereits unterrichtete Volk, das Volk, das an meine Gegenwart bei dieser Kundgebung glaubt, die Pflicht hat, durch seine geistige Erhebung, sein Gebet und seine Zurüstung mit dem Stimmträger, der eine so heikle geistige Mission erfüllt, zusammenzuarbeiten.

75. Wer die Verantwortung derer, die diesen Auftrag durchführen, nicht begreift, wird kein liebendes Mitgefühl für sie haben. Aber jene, die verständnisvoll sind, werden wie treue Helfer sein, die durch ihr Gebet dazu beitragen, die Last des Kreuzes mit ihren Geschwistern zu teilen.

76. Wenn meine Kundgabe beendet ist und ihr die ganze Liebe begreift, die Ich euch bewies, als Ich mich durch diese Geschöpfe kundgab, werdet ihr mir sagen müssen: "Herr, da Du bis zu unserem Elend, unserer Sündhaftigkeit und Armseligkeit herniedergekommen bist — was sollten wir da nicht tun, um eine so grosse Liebe zu erwidern?" Und dann werdet ihr damit beginnen, zu lieben und euer Leben denen zu widmen, die der Liebe, des Lichtes und der Barmherzigkeit bedürfen.

77. Jene geliebten Jünger, die mich in der Zweiten Zeit umgaben und mir nachfolgten, gaben ihr Leben hin, liessen ihren Geist überfliessen und vergossen ihr Blut, weil sie dem mit Liebe vergelten wollten, der seinen Thron verlassen hatte, um mit ihnen zu leben und ihnen den kostbarsten Schatz des Geistes zu schenken: die Wahrheit.

Mein Friede sei mit euch!


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