Unterweisung 167

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 167



So spricht der Herr:


1. Aus vielen Herzen steigt zu Gott die Frage auf: "Herr, wird der Schmerz, der diese Welt heimsucht, für immer fortbestehen?" Darauf antwortet ihnen der Meister: "Nein, meine vielgeliebten Kinder, euer Schmerz wird verschwinden, sobald ihr die wahre Liebe findet."

2. Obwohl man auf Erden viel von Liebe spricht, gibt es sie in Wirklichkeit nicht unter euch. Manche täuschen sie vor, andere verwechseln sie mit einem selbstsüchtigen Gefühl, und wieder andere mit einer niederen Leidenschaft. Falschheit regiert im Menschenherzen, die Lüge herrscht, man heuchelt Liebe, Freundschaft, Wohltätigkeit. Das Unkraut ist gewuchert und hat sich überallhin verbreitet, und nur das Feuer des Schmerzes wird imstande sein, es zu vernichten.

3. Dies Feuer werden die Menschen mit ihren Kriegen der Ideen, Glaubensbekenntnisse, Philosophien und Wissenschaften entflammen. Es ist der Krieg, der sich mit grossen Schritten nähert. Dort, in diesem Feuer, das durch ihre eigenen Machtgelüste, Leidenschaften und Feindschaften entzündet wird, werden sie ihre Läuterung finden. So haben sie es gewollt, so haben sie es gefordert.

4. Wie wäre es möglich, dass die Menschen sich wie Geschwister lieben, wenn sie ihr Herz noch nicht geläutert haben? Es bedarf einer grossen Heimsuchung auf der Welt, damit sie aus ihr geläutert hervorgehen; denn der Schmerz läutert.

5. Auch sage Ich euch: Die Menschen müssen an die Menschen glauben, müssen Glauben und Vertrauen zueinander haben, denn ihr müsst zu der Überzeugung kommen, dass ihr alle auf der Erde einander braucht.

6. Meint nicht, dass es mir gefällt, wenn ihr sagt, dass ihr an mich glaubt, und Ich dabei weiss, dass ihr an der ganzen Welt zweifelt. Denn was Ich von euch erwarte, ist dies, dass ihr mich durch die Liebe, die ihr euren Nächsten entgegenbringt, liebt und denen vergebt, die euch verletzen; dass ihr dem Ärmsten, Geringsten oder Schwächsten liebevoll beisteht, eure Mitmenschen unterschiedslos liebt und bei allen euren Werken grösste Selbstlosigkeit und Wahrhaftigkeit walten lasst.

7. Lernt von mir, denn Ich habe niemals an euch gezweifelt, glaube an eure Rettung und vertraue darauf, dass ihr euch aufraffen werdet, um das wahre Leben zu erreichen.

8. Auch wenn es nach aussen hin viel Falschheit bei den Werken der Menschen gibt, gibt es nicht einen, in dessen Innern nicht ein Teil Wahrhaftigkeit vorhanden ist. Dieser Teil ist der Funke geistigen Lichtes, den er in sich trägt, ist meine göttliche Gegenwart, der Gottesfunke, der ihn innerlich erleuchtet. Ich werde bewirken, dass dies Licht, welches das meine ist, in jedem Herzen erstrahlt, und dass sein Widerschein sich in jedem eurer Werke bekundet.

9. Ich will, dass ihr in der Wahrheit lebt, und dafür ist es nötig, dass alles Böse stirbt. Ihr, die ihr euch der Stunde, die näherrückt, bewusst seid — wachet und betet schon heute, kündigt euren Mitmenschen diese Schlacht als Propheten an, damit sie sich vorbereiten und in den Augenblicken der Bitternis während des kommenden Kampfes nicht verzweifeln.

10. Seid davon überzeugt, dass alle "Felder" Frucht tragen werden, wenn sie zubereitet sind. Mein Same ist bereit, auf sie niederzugehen: Jedes menschliche Wesen wird eine Pflanze sein, die erblüht und Früchte der Liebe schenkt und so die Bestimmung alles Geschaffenen erfüllt.

11. Im Pflanzenreich gibt es Schmarotzerpflanzen, die unnütz sind; nehmt sie euch nicht zum Vorbild.

12. Wisst ihr, warum der Vater von euch nur Früchte der Liebe erwartet? — Weil der Same des Lebens, den Ich in jedes Geschöpf legte, der Ur-Same, die Liebe war.

13. Wenn ihr zuweilen, wie es bei Pflanzen der Fall ist, dem Anschein nach vertrocknet seid, wenn ihr für kurze Zeit welk geworden seid oder Durstqualen erlitten habt, so geschah dies nicht, weil euch das Wasser meiner Gnade gefehlt hat. Mein Liebesquell hat sich immerdar auf jeden Geist und jedes Herz als lebenspendendes Nass ergossen. Aber diese menschlichen, mit Geist begabten Pflanzen besitzen Willensfreiheit, und infolge des schlechten Gebrauchs dieser kostbaren Gabe entfernen sie sich von jener göttlichen Gnade, welche das einzige ist, was die Seele retten und stärken kann. Wie verschieden seid ihr von den Pflanzen der Erde, die an ihrem Orte immer ergeben das entgegennehmen, was ihnen die Barmherzigkeit Gottes beschert!

14. Ihr alle meint, in eurem Leben schon geliebt zu haben, doch Ich sage euch: Manche haben wirklich geliebt, während andere die Leidenschaften und den Egoismus mit Liebe verwechselt haben.

15. Durch Jesum gab Ich euch die vollkommene Unterweisung. Betrachtet meinen Lebensweg als Mensch von der Geburt bis zum Tode, dann wird sich euch die Liebe in lebendiger und vollkommener Weise erschliessen.

16. Ich verlange nicht von euch, dass ihr Jesum gleich sein sollt, denn in ihm war etwas, was ihr nicht erreichen könnt: als Mensch vollkommen zu sein, da jener, der in ihm war, Gott selbst in begrenzter Form war. Aber Ich sage euch dennoch, dass ihr ihm nacheifern sollt.

17. Mein ewiges Gesetz hat zu euch immer von dieser Liebe gesprochen. Ich sagte euch in den ersten Zeiten: "Du sollst Gott von ganzem Herzen und von ganzer Seele lieben", und "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."

18. Später gab Ich euch diese inspirierten Worte: "Liebet eure Geschwister, wie der Vater euch geliebt hat"; "Liebet einander."

19. In dieser Zeit habe Ich euch offenbart, dass ihr Gott mehr als alles Geschaffene lieben sollt, dass ihr Gott in allem Bestehenden, und alles Bestehende in Gott lieben sollt. Dass ihr an euren Mitmenschen Barmherzigkeit und nochmals Barmherzigkeit üben sollt, damit ihr den Vater in all seiner Herrlichkeit schaut, denn Barmherzigkeit ist Liebe.

20. Der Mensch ist niemals so wie heute in der Lage gewesen, mich durch geistige Anbetung zu lieben, frei von Unlauterkeit. Die heidnischen Zeiten und die der Ungläubigen sind nun ferne. Der Götzendienst, der in allen Kulten und zu allen Zeiten fortbestanden hat, ist den Seelen zum Überdruss geworden mit seiner Sinnenbetörung und seinem falschen Glanze.

21. Bald kommen die Generationen, die an allen Enden der Erde die geistige Verehrung für meine Göttlichkeit einführen. Wenn diese Form der Religionsausübung dann schliesslich ein Reich des Friedens und des Lichtes unter den Menschen errichtet, wird der religiöse Fanatismus bei den Menschen verschwinden, weil in der Vergeistigung kein Platz mehr für Leidenschaften, noch für Unwissenheit ist.

22. Weil ihr noch einen weiten Weg vor euch seht, sollt ihr nicht stehenbleiben und denken, dass ihr niemals ans Ziel gelangen werdet. Schreitet voran, denn selbst über einen verlorenen Augenblick wird eure Seele später weinen. Wer hat euch gesagt, dass das Ziel auf dieser Welt ist? Wer hat euch gelehrt, dass der Tod das Ende ist, und dass ihr in jenem Augenblick mein Reich erreichen könnt?

23. Der Tod ist wie ein kurzer Schlaf, nach welchem die Seele unter der Liebkosung meines Lichtes mit erneuerten Kräften erwachen wird wie zu einem neuen Tage, der für sie beginnt.

24. Der Tod ist der Schlüssel, der euch die Tore des Gefängnisses öffnet, in dem ihr euch befandet, solange ihr an die Körpermaterie gebunden wart, und er ist zugleich der Schlüssel, der euch die Pforten zur Ewigkeit öffnet.

25. Dieser Planet, der durch die menschlichen Unvollkommenheiten in ein Sühnetal verwandelt wurde, war für die Seele Gefangenschaft und Verbannung.

26. Wahrlich, Ich sage euch, das Leben auf Erden ist eine weitere Stufe auf der Leiter des Lebens. Warum fasst ihr es nicht so auf, damit ihr alle seine Lektionen nutzt? Der Grund, warum viele ein ums andere Mal zu ihm zurückkehren müssen, ist der: Weil sie es nicht verstanden und sie aus ihrem vorhergehenden Leben keinen Nutzen zogen.

27. Bei den Menschen von morgen wird es soviel Vergeistigung und Verständnis für die Entwicklung geben, die ihre Seele erreichen muss, dass — wenn ihr Todeskampf beginnt und sie nur noch einen Schritt vom Leibestode entfernt sind — sie selbst und jene, die ihnen in dieser Stunde beistehen, jenen Augenblick als den schönsten ihres ganzen Erdendaseins betrachten, welcher wie der Höhepunkt eines fruchtbaren und nutzbringenden Lebens sein wird, und sie wie ihr Meister am Kreuze sagen können: "Alles ist vollbracht."

28. Ich spreche in väterlichem Tone und mit einfachen Worten zu euch. Ihr habt meine neue Offenbarung in dieser Zeit von Geheimnissen erfüllt erwartet, und gross war eure Überraschung, als ihr die Schlichtheit meiner Unterweisungen und die bescheidene Art, zu euch zu sprechen, gesehen habt.

29. Elias kam wie ein Lichtstrahl inmitten eines Sturmes, gefolgt von seinen unsichtbaren Heerscharen, seinen grossen Legionen von Lichtgeistern, die ihm wie die Schafe dem Hirten folgen. Er bricht den Menschenmassen eine Bahn, reisst zur Rechten und zur Linken das Dorngestrüpp nieder, um denen eine Bresche zu schlagen, die ihm nachfolgen, und sammelt die Seelen, die seine Stimme als die des Hirten erkennen, der sie in dieser Zeit zu mir führen wird.

30. Habt ihr vergessen, dass es ein Schaf Elias' war, das euch Zeugnis gab von meiner Gegenwart und euch einlud, euch in der Hürde zu vereinigen, um dann der Spur des Hirten zu folgen?

31. Mache dich auf, Menschheit, entdecke den Weg, entdecke den Grund für das Leben! Vereinigt euch, Volk mit Volk, liebt euch alle! Wie dünn ist die Scheidewand, die ein Heim vom anderen trennt, und dennoch, wie ferne sind ihre Bewohner einander! Und an den Grenzen eurer Länder — wie viele Bedingungen werden da verlangt, damit ihr den Ausländer durchlasst! Und wenn ihr dies selbst unter Menschenbrüdern tut — was habt ihr dann erst bei denen gemacht, die sich in einem anderen Leben befinden? Ihr habt zwischen ihnen und euch einen Vorhang herabgelassen — wenn nicht den eures Vergessens, so doch den eurer Unwissenheit, welche wie dichter Nebel ist.

32. Wenn Ich die Bewohner dieser Welt betrachte, sehe Ich, dass alle Völker meinen Namen kennen, dass Millionen von Menschen meine Worte aussprechen; doch wahrlich, Ich sage euch, dennoch sehe Ich keine Liebe der Menschen untereinander!

33. Alles, was Ich euch in dieser Zeit lehre und was auf der Welt geschieht, ist die Erklärung und die Erfüllung der Offenbarung, die Ich der Menschheit durch meinen Apostel Johannes gab, als Ich ihn zu der Zeit, da er auf der Insel Patmos lebte, im Geiste in die Himmelshöhen, zur göttlichen Ebene, zur Unermesslichkeit trug, um ihm durch Sinnbilder den Ursprung und das Ziel, das Alpha und das Omega zu zeigen; und er sah die Ereignisse, die geschehen waren, jene, die sich gerade vollzogen, und jene, die noch kommen würden.

34. Er verstand zu diesem Zeitpunkt nichts davon, aber meine Stimme sagte ihm: "Schreibe auf, was du sehen und hören wirst", und so schrieb er. Johannes hatte Jünger, die das Meer mit Schiffen überquerten und ihn an seinem Rückzugsort aufsuchten. Begierig fragten jene Männer den, der ein Jünger Jesu gewesen war, wie der Meister gewesen sei, wie seine Worte und seine Wundertaten; und Johannes, der seinem Meister in Liebe und Weisheit nacheiferte, setzte sie mit seinem Worte in Erstaunen. Auch als das Alter herannahte, als sein Körper bereits von der Zeit gebeugt war, hatte er noch genug Kräfte, um von seinem Meister zu zeugen und seinen Jüngern zu sagen: "Liebet einander." Als jene, die ihn aufsuchten, sahen, dass der Tag von Johannes' Hinscheiden näherkam, baten sie ihn im Verlangen danach, alle Weisheit zu besitzen, die jener Apostel angesammelt hatte, ihnen alles zu offenbaren, was er von seinem Meister gelernt hatte, doch als Antwort vernahmen sie immer nur jenen Satz: "Liebet einander."

35. Jene, die mit soviel Eifer und Interesse fragten, fühlten sich betrogen und dachten, dass das Alter die Worte Christi aus seinem Gedächtnis gelöscht habe.

36. Ich sage euch, dass Johannes kein einziges meiner Worte vergessen hatte, sondern dass er aus all meinen Lehren als eine einzige Quintessenz jene Lehre aussprach, die das ganze Gesetz zusammenfasst: die Liebe untereinander.

37. Wie hätte jenem so geliebten Jünger die Lehre des Meisters, den er so sehr liebte, aus der Erinnerung schwinden können?

38. Wisst ihr etwa, Jünger dieser Zeit, ob Ich euch, wenn das Jahr 1950, das letzte meiner Kundgabe, gekommen ist, nicht gleichfalls statt jeder Unterweisung nur noch sagen werde: "Liebet einander"? Alles auf eurem Lebenswege spricht zu euch von dieser Lektion: Der Baum, der sein Laubwerk ausbreitet, um euch Schatten zu spenden, die Blume, die ihre Blütenblätter fallen lässt, nachdem ihr ihren Duft eingeatmet habt, so dass ihr Opfertod zu eurer Wonne wird.

39. Dies ist der Weg, deshalb habe Ich euch gesagt, dass ihr Gott in allem Geschaffenen lieben sollt und die ganze Schöpfung in Gott, denn in allem bin Ich gegenwärtig und in allem spreche Ich zu euch.

40. Ich sehe, dass alle Menschen krank sind, sei es körperlich oder seelisch. Ihr Menschen, in deren Inneren nur noch der andauernde Klageruf des Gewissens zu hören ist — sucht mich als Quelle der Gesundheit, denn Ich besitze den Balsam, der alle Übel heilt. Doch um meine Macht unter euch zu offenbaren ist es nötig, dass ihr mir eure Herzen frei von Flecken vorweist.

41. Ihr habt Verlangen danach, dass Ich meine Macht und meine Wundertaten auf eurem Lebensweg erweise, und Ich bin bereit, euch dies zu gewähren. Die Schatzkammer eures Vaters wartet nur auf eure Zurüstung, um euch mit Gesundheit, Stärke und Licht zu überschütten.

42. Heute hegt und pflegt euch mein Wort, es ist Saat und zugleich Bewässerung; und morgen, wenn die rechte Zeit dafür gekommen ist, werde Ich die Ernte der Liebe einbringen, den goldenen Weizen meiner Ländereien.

43. Fragt ihr euch, weshalb Ich eure Fehler und Unvollkommenheiten immer wieder korrigiere? Ich reisse nur die Brennnesseln und anderes Unkraut aus, die in euren Herzen gewuchert sind und eure guten Gefühle erstickt haben.

44. Diese Zeit dient der Läuterung. Nicht nur die Menschen werden ihre Schandflecken in den kristallklaren Wassern meines Gerichtes abwaschen müssen, auch die Geistwesen sind dieser Säuberung unterworfen.

45. Wenn die Menschen dann von jeder Befleckung frei sind, werden sie fühlen, dass die Erde sich dem Himmel nähert. Diese Annäherung wird geistig geschehen und euch mit Frieden, Zuversicht und Erkenntnis erfüllen.

46. Jünger, wenn ihr in euren Mussestunden darangeht, mein Wort zu ergründen, werdet ihr in seinem Wesensgehalt eine vollkommene Vernunft und eine unendliche Gerechtigkeit feststellen. Mein Wort erweckt die Menschen zu einem gehobenen Leben, einem glücklichen Dasein. Doch während es für euch nötig war, dass Ich in dieser Form spreche, um euch aufzuwecken, hat es manche Menschen gegeben, die die körperlich hörbare Kundgebung des Geistigen nicht benötigten, um sie zur Erfüllung meines Gesetzes zu erwecken.

47. Die intuitiven Spiritualisten, die Inspirierten, die Träumer, sie tragen mich in ihren Herzen, auch ohne das Wort vernommen zu haben, das ihr bisher empfangen habt. Sie halten schon seit langem geistige Zwiesprache mit ihrem Meister.

48. Ihr werdet ihnen auf eurem Wege begegnen und von ihrem Wissen um mein Werk überrascht sein. Auch sie werden, wenn sie euch begegnen, erfreut sein, wenn sie ihre Ideen und ihr Tun bestätigt sehen, wenn sie euer Zeugnis und eure Erläuterungen vernehmen. Sie sollen jedoch in euren Vorstellungen, Handlungsweisen, eurer Religionsausübung oder in eurem Leben nichts entdecken, was die Spiritualität meiner Lehre verleugnet, denn dann werden sie sich mit Enttäuschung im Herzen von eurem Wege abwenden. Wachet und betet, Jünger, damit ihr meine Unterweisung versteht und sie in eurem Leben mit derselben Lauterkeit zur Anwendung bringt, mit der ihr sie empfangen habt. Dann wird der Jubel in euren Herzen gross sein, wenn ihr mit jenen zusammentrefft, die Ich intuitive Spiritualisten genannt habe. Zusammen werdet ihr auf der Welt eine starke Gemeinschaft bilden, die mit ihrem Gebet, ihrem Eifer im Gesetz, ihrer Einfachheit in der Lebensführung und ihrer Liebe zum Nächsten die Menschheit die wahre Verehrung Gottes lehrt und ihr den Weg des guten Willens weist, um auf Erden in Frieden zu leben.

49. In der Demut eures Gebetes sagt ihr mir: "Herr, wenn Du der höchste Schöpfer bist und ausserdem unser Vater, so tue mit uns, was Dir wohlgefällt. Wenn es Dein Wille ist, dass der Schmerz unsere Herzen abschleift, so tue an uns, was Dein Wille vorgesehen hat. Wenn Du willst, dass wir uns läutern, bevor Du uns eine Aufgabe anvertraust, so geschehe es, wie Du es bestimmt hast."

50. Es sind nur wenige, die so zu mir sprechen, doch ihrer bediene Ich mich, um euch ein Beispiel dafür zu geben, wie eure Bereitwilligkeit und Ergebung gegenüber den Weisungen des Vaters sein soll. Aber Ich gebe euch allen meine Unterweisung, damit ihr ebenso demütig und gehorsam werdet.

51. Manchmal wird euch mein Wort von Gericht erfüllt vorkommen und wird die Empfindlichkeit derer berühren, die es vernehmen. Doch immer werdet ihr es von einer göttlichen Essenz, einer grossen Sanftmut und unendlichen Barmherzigkeit durchdrungen finden, die bewirken werden, dass es immer mit Wonne und mit Interesse vernommen wird.

52. Wenn mein Wort euch überfordern würde, könntet ihr es nicht erfassen. Doch Ich will, dass ihr über die göttlichen Unterweisungen, die Ich euch lehre, nachdenkt; denn wer studiert, inspiriert sich, und wer sich von der göttlichen Liebe inspirieren lässt, ist bereits mein Jünger.

53. O ihr spiritualistischen Jünger, habt keine Furcht vor der Erfüllung eurer Aufgabe, denn es ist nicht schwierig, sie zu erfüllen. Mit Weisheit führe Ich euch auf dem Wege, damit ihr nicht stolpert, damit niemand sich verirrt. Doch denkt nicht, dass er mit Rosen bestreut ist, weil Ich euch den Weg bereite — nein, ihr werdet Dorngestrüpp und Prüfungen auf ihm finden.

54. Ich sage euch: Wer mir nachfolgen oder mich finden will, muss den Weg des Opfers und der Entsagungen dem der ungesunden Vergnügungen und der niederen Leidenschaften vorziehen. Denn auf dem ersteren Wege werdet ihr die Wonnen finden können, die euch meine Kraft und Ermutigung bescheren, und auf dem letzteren sehr schmerzhafte Stürze. Meine göttliche Spur, meine Spur der Liebe, werdet ihr immer auf dem Pfade der Selbstüberwindung, des Opfers, der Nächstenliebe und der Demut finden.

55. Die Menschen sind wie Kinder, die nicht über die Folgen ihrer Taten nachdenken, und deshalb begreifen sie nicht, dass ein Stolperstein, an den sie auf ihrem Wege stossen, nur ein Hindernis ist, das der Meister aufstellte, um ihren besinnungslosen Lauf aufzuhalten oder um ihnen zu ersparen, eine falsche Entscheidung zu treffen.

56. Ich will, dass ihr euch nunmehr wie Erwachsene benehmt, dass ihr eure Werke, eure Taten überlegt, dass ihr eure Worte wägt. Dies ist der Weg, Klugheit und Gerechtigkeit in euer Leben zu bringen. Ausserdem sollt ihr darüber nachdenken, dass das Leben eine unermessliche und beständige Prüfung für den Geist ist.

57. Auf meinem Wege geht niemand zugrunde, und obschon es Gelegenheiten gibt, bei denen der Mensch von der Last des Kreuzes bezwungen zusammenbricht, richtet ihn eine höhere Kraft wieder auf und ermutigt ihn. Diese Kraft entspringt dem Glauben.

58. Gesegnete Jünger, Ich sage euch wahrheitsgemäss, dass die Frohe Botschaft meines Wortes bereits zu vielen Herzen gelangt wäre, wenn dies Volk meine Unterweisung befolgen würde. Mit dem Beispiel der Werke in eurem Leben würdet ihr das grösste Zeugnis für die Wahrheit meiner Lehre geben.

59. Niemand soll glauben, dass die Anwesenden dazu bestimmt sind, alles zu tun. Nein, Volk, jede Generation hat den Auftrag, einen Teil meines Werkes durchzuführen.

60. Macht aus euren Herzen ein Gefäss und sorgt dafür, dass seine Liebe zum rechten Zeitpunkt in die Herzen eurer Mitmenschen überströmt. Schafft jedoch keine Hindernisse, die die Ausbreitung meiner Lehre verzögern oder verhindern, denn unter grossem körperlichem oder seelischem Schmerz müsstet ihr sie wieder beseitigen.

61. Macht euren Mitmenschen alles fühlbar, was mein Werk an Heilsamem und Gutem in sich birgt. Ich sage euch, dass jeder, den ihr den göttlichen Einfluss spüren lasst, der von ihm ausgeht, mein Wort segnen wird.

62. Ich werde euch gewähren, dass ihr das, was Ich an euch getan habe, an euren Mitmenschen tut; denn wenn mein Wort Wunder wirkte, so tragt auch ihr es in euren Herzen, und eben dies Wort sollt ihr euren Mitmenschen weitergeben.

63. So, wie Ich euch an Seele und Körper gesund machte, euch den Frieden zurückgab oder bewirkte, dass in euren Herzen der Glaube geboren wurde, und euch vor dem Verderben rettete, ebenso sollt auch ihr an allen tun, die dessen bedürfen. Aber Ich muss euch darauf hinweisen, dass mein Wort diese Wunder nur dann bewirkt, wenn ihr es vorher in euren Herzen wirklich fühlt, wie euer Vater es fühlt, wenn er es euch gibt.

64. Wenn ihr die erhebende Wirkung und die Macht meines Wortes kennenlernen wollt, so bringt es zur Anwendung, und ihr werdet oftmals staunen. Doch wenn ihr es nur in eurem Herzen bewahrt, um euch selbst daran zu erfreuen, werdet ihr wie der reiche Geizhals sein, der nicht weiss, was er besitzt, noch den Wert seines Besitzes kennt, weil sein Schatz ein totes Vermögen ist.

65. Lernt, in den Stürmen dieses Lebens Herzen zu fischen, Kranke zu heilen und Seelen zu leiten. Vergeistigt euch, und ihr werdet darin eine Kraft finden, die euch ermöglichen wird, die Prüfungen mit Gleichmut und Zuversicht zu überstehen. Diese Vergeistigung wird sich in eurem materiellen Leben widerspiegeln und wird Nahrung, Heilbalsam und die Fackel sein, die euren Weg erhellt.

66. Es wird vorkommen, dass das Brot auf dem Tische eures Heimes knapp ist, ohne dass euer Körper Hunger verspürt und eure Kräfte nachlassen. Es werden Tage des Schmerzes und der Betrübnis kommen, in denen Seuchen die Städte verheeren, und dort, wo es keinen Arzt gibt und man sich auch nicht auf Medikamente verlässt, wird sich mein unsichtbarer Balsam offenbaren, welcher im Augenblicke des Gebetes meiner Kinder herniederkommen wird. Doch müsst ihr Verdienste erwerben, bevor die Tage der Verwüstung nahen, damit ihr dann, statt euch mit eurem eigenen Schmerz zu beschäftigen, den eurer Mitmenschen lindert.

67. Entzündet Lampen des Glaubens im Herzen eurer Mitmenschen, lehrt sie, meinen Namen mit Ehrfurcht auszusprechen, meine Lehre hochzuschätzen und mit dem Geiste zu beten. Erinnert euch daran, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern auch von jedem Wort, das vom Herrn kommt.

Mein Friede sei mit euch!


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