Unterweisung 165

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 165



So spricht der Herr:


1. Ruhe dich eine Weile aus, geliebtes Volk, lasse deine Müdigkeit bei mir. Meine fürsorgliche Liebe hat euch gerufen, damit ihr zum Meister kommt. Ich bitte euch nur darum, dass ihr euren Verstand von Vorurteilen reinigt, damit die Essenz meines Wortes von euren Herzen aufgenommen und meine Gegenwart von eurem Geist empfunden wird. Wegen dieses Mangels an Vorbereitung und Vergeistigung habt ihr nicht viele der Unterweisungen verstanden, die Ich euch gegeben habe. Für unbestimmbar lange Zeit kommt ihr als Anfänger herbei, obwohl ihr bereits Jünger sein müsstet, wenn ihr mein Wort ergründet und meine Lehre zur Anwendung gebracht hättet.

2. Begreift: Wenn ihr eure Leidenschaften beherrschen und die Anziehungskraft zurückweisen wollt, die die Welt auf euch ausübt, so könnt ihr in meinem Worte das Licht und die Kraft finden, es zu tun.

3. Wer sich damit begnügt und danach trachtet, sein Gewissen zu beruhigen, indem er mir nur zuhört, wird bald in seine Lethargie zurückfallen und ist in Gefahr, der Versuchung zu erliegen. Deshalb ermutigt und erhebt mein Wort jene, die auf dem Weg zu Fall kommen.

4. Wie der Stern damals das Kommen des Messias ankündigte, so kündigte in dieser Zeit der Geist Elias' mein Kommen durch sein Licht an. Meine fürsorgliche Liebe bereitete euch dies Fleckchen Erde, damit ihr die Offenbarung der Dritten Zeit empfangt. Heute kennt die Welt diese Unterweisungen noch nicht, doch zum rechten Zeitpunkt wird die gute Nachricht zur ganzen Menschheit gelangen. Durch die Gabe der Intuition ahnt sie die geistige Bedeutsamkeit dieser Epoche. Es gibt viele, die in den grossen Ereignissen dieser Zeit die Bestätigung und Erfüllung der Prophetien vergangener Zeiten zu erkennen vermögen.

5. Volk, erkenne, wie viel Gnade dir zuteil wird, und doch gibt es unter diesen Zuhörerscharen noch welche, die an meiner Kundgebung zweifeln und mein Wort den Stimmträgern zuschreiben. Was könnten diese euch schon geben, da sie ebenso unwissend sind wie ihr, und ihr sie aus euren eigenen Reihen hervorgehen saht? Manche von ihnen sind aufgrund ihrer mangelnden Vergeistigung Fleisch und nochmals Fleisch, Sünder wie ihr. Doch wenn mein Licht sie erleuchtet, wenn mein Strahl sie inspiriert, verwandeln sie sich durch ein Wunder meiner Liebe und meiner Macht.

6. Ihr seid noch wie eine Stadt, die schläft, deren Bewohner sich ihrem Ruhebedürfnis hingeben und nicht hören, ob jemand stöhnt, ob jemand Hilfe, Schutz, Balsam oder Brot benötigt. Derzeit vergesst ihr noch die Menschen und denkt nur an euch selbst. Doch wenn ihr die Menschen vergesst, die ihr sehen und deren Trübsale ihr direkt miterleben könnt — um wie viel mehr habt ihr dann jene vergessen, die im Geiste sind und eine leidvolle Kette der Bitternisse mit sich schleppen! Seid euch bewusst, dass eure Aufgabe die des Wachens, Betens und Fürbittens für alle eure Geschwister ist, der anwesenden wie der abwesenden, der fernen oder nahen, sichtbaren und unsichtbaren.

7. In dieser Zeit lasse Ich euch durch einen Schmelztiegel gehen, damit, wenn ihr ihn überstanden habt, ihr die Würze der Welt sein könnt, das Licht, das die dunklen Wege erhellt.

8. Meine Stimme voller Majestät ruft die Menschheit, um sie aus ihrer Lethargie aufzurütteln, damit ihr alle zu einem Teil meines geliebten Volkes werdet.

9. Ich vertraue euch den Schlüssel an, der die Tür öffnet, hinter der sich viele der Offenbarungen befinden, die ihr erfahren wollt. Macht Gebrauch von diesem Schlüssel und lernt die Tür zum Reich zu öffnen, damit ihr alles kennenlernt, was ihr für ein unergründliches Geheimnis gehalten habt.

10. Noch vermögt ihr viele der Offenbarungen nicht zu begreifen, die dazu bestimmt sind, Teil eures Wissensgutes zu sein, und von denen die Menschen angenommen haben, dass ihre Kenntnis Gott allein gehört. Sobald jemand sein Verlangen zum Ausdruck bringt, sie auszulegen oder in sie einzudringen sucht, wird er sofort gotteslästerlich genannt oder für vermessen gehalten.

11. Was hätten die Menschen früherer Zeiten gesagt, wenn man ihnen gesagt hätte, dass der Menschheit eines Tages all das bekannt sein würde, was ihr wisst — sowohl in Bezug auf die Wissenschaft als auch hinsichtlich geistiger Offenbarungen? Wer solche Ereignisse angekündigt hätte, wäre gotteslästerlich genannt worden, oder man hätte ihn für geistesgestört gehalten.

12. Auch in dieser Zeit wird es geschehen, dass — wenn die Zwiesprache von Geist zu Geist, die Errichtung des Friedens auf dem ganzen Erdkreis und die Kenntnis des Jenseits angekündigt wird — die materialistische Welt dagegen aufstehen und mit aller Kraft die Möglichkeit leugnen wird, solche Ziele zu erreichen, und mit Härte jene verurteilen wird, die es wagen, solche Ereignisse anzukündigen.

13. Wenn die Menschheit die Worte und Ankündigungen studiert und ergründet hätte, die von den Propheten früherer Zeiten gemacht wurden, hätten sie in ihnen vieles von dem gefunden, was ihr derzeit Wirklichkeit werden seht — von dem, was die Menschheit derzeit erlebt.

14. Die Vorstellung, die ihr vom Geistigen erlangt habt, wurde euch vorausgesagt, ebenso all das, was eure Wissenschaft entdeckt hat.

15. Heute kann Ich euch versichern, dass in der Zukunft die Mitteilung durch Gedanken eine grosse Entfaltung erreichen wird, und durch dies Verständigungsmittel werden viele Barrieren verschwinden, die heute noch die Völker und Welten trennen. Wenn ihr lernt, euch gedanklich mit eurem Vater zu verbinden, wenn ihr die Zwiesprache von Geist zu Geist erreicht — was könnte euch dann noch Schwierigkeiten bereiten, euch mit euren sichtbaren oder unsichtbaren, anwesenden oder abwesenden, nahen oder fernen Geschwistern in Verbindung zu setzen?

16. In meiner Unterweisung lernt ihr derzeit diese Form der geistigen Mitteilung wie Ich sie euch gelehrt habe. Damit ihr euch täglich darin übt, habe Ich euch geraten, stille zu sein, eure Lippen zu schliessen und euren Geist sprechen zu lassen.

17. Ich will, dass ihr meine guten und demütigen Jünger seid, solche, die keine Ernennungen oder Ehrungen innerhalb der Gemeinschaft beanspruchen, sondern dass euer Ideal nur darin besteht, durch Tugend die Vervollkommnung zu erreichen und meine Anweisungen zu befolgen, damit euer Leben ein Vorbild wird. Was könnten euch Ehrenplätze, Titel oder Namen nützen, wenn ihr keine Verdienste habt, um sie zu Recht zu besitzen?

18. Tut nichts und haltet an nichts fest, was falsch ist. Die Rangordnung unter euch nehme Ich vor, ohne dass ihr es wisst, denn nur Ich weiss, wann ihr einen festen Schritt auf dem Entwicklungswege getan habt. Fühlt euch immer klein, auch wenn ihr im Grunde bereits Meister seid.

19. Gross ist die Liebe, die Ich zu euch habe, und diese Liebe, die ihr bereits in euren Herzen gespürt habt, will euch erwecken, damit ihr euch erhebt, den Auftrag des Vaters zu erfüllen.

20. Durch einfache Menschen gebe Ich euch mein Wort, welches, wie ein feiner Meissel, euren Geist glättet und formt.

21. Ich will, dass ihr das Ideal der Aufrichtigkeit beibehaltet, das mein Gesetz den Menschen schon immer eingegeben hat, damit es euch hilft, im Kampfe durchzuhalten, bis ihr Brüderlichkeit und Vergeistigung auf der Welt verankert habt.

22. Jeder von euch versteht mich entsprechend dem geistigen Reifegrad, den er erreicht hat. Daher offenbare Ich mich auf unterschiedliche Weise, damit alle mein Licht empfangen und meine Unterweisungen zu erfassen vermögen.

23. Bleibt nicht stehen auf eurem geistigen Entwicklungswege. Seid euch bewusst, dass Ich mich bei euren Fortschritten immer stärker offenbare, und dass ihr bei jedem eurer Entwicklungsschritte mich mit grösserer Herrlichkeit empfangt.

24. Auch wenn die, die mein Wort übermitteln, im Kampfe unterliegen sollten, werde Ich mich meinem Volke kundtun. Denn wahrlich, Ich sage euch, Ich will nicht, dass euch diese Unterweisung fehlt. Erinnert euch: Während ihr mir zugehört habt, ist euch Kraft zugeflossen, damit euch euer Glaube hilft, die Hindernisse zu überwinden, die sich auf eurem Lebenswege einstellen. Ich will euch zubereiten, um euch als Zeugen meiner Kundgebung zurückzulassen, und damit ihr euren Mitmenschen als Vorbild dient, wenn ihr mit euren Werken die Lehre bezeugt, die ihr empfangen habt.

25. Lernt und handelt, unterweist und fühlt dabei, was ihr tut und sagt, bekräftigt meine Lehre durch eure Werke. Ich will keine Heuchler unter meinen Jüngern. Bedenkt, was aus der Menschheit und euch selbst würde, wenn dies mit soviel Liebe und Geduld begründete Werk durch Mangel an Moral, Tugend und Wahrhaftigkeit in eurem Leben zu Fall gebracht würde.

26. Seht, wie über die Menschheit Epochen der Läuterung hinweggegangen sind, und noch immer gibt es in ihr keine Erneuerung. Bedenkt, dass es Menschen und Völker gibt, die darum gerungen haben, dauerhaften Frieden zu schaffen, doch dieser ist nicht gekommen, vielmehr breitet sich die blutige Welle weiterhin aus. Der Grund dafür ist, dass bei den Menschen keine Liebe und Aufrichtigkeit herrscht. Sie haben es nicht verstanden, sich in Nächstenliebe zu begegnen, und daher habe Ich meinen Frieden und mein Wort gebracht, das den Verstand der Menschen zur Einigkeit und zu gegenseitiger Liebe aufruft.

27. Ihr, die ihr mich in diesen unscheinbaren Versammlungsstätten hört — schliesst euch zusammen, liebt euch als "Arbeiter" auf ein und demselben "Ackerland", habt dasselbe Ziel, und dies Ziel soll die Rettung der Menschheit sein.

28. Sucht den Wesensgehalt meines Werkes und unterlasst überflüssige Erörterungen. Fangt damit an, euch von Schandflecken zu reinigen, dann werdet ihr nicht das beflecken, was klar und rein ist. So werdet ihr eure Mitmenschen dazu anregen, ihre Unvollkommenheiten zu korrigieren.

29. Liebt euch, wie Jesus es euch lehrte. Macht euch frei von Egoismus, setzt eure eigene Person hintan.

30. Ihr dürft nicht von dieser Welt scheiden, ohne zuvor euer Werk des Friedens und der Liebe vollbracht zu haben. Dies soll das Zeugnis sein, das ihr von mir ablegt, und die rechte Art und Weise, eine Schuld auszugleichen, die ihr bei mir habt.

31. Dies sage Ich euch durch einfache Leute, durch die "Letzten", durch solche, die auf ihrem Lebensweg von den Menschen vergessen waren, die den Ruf des Meisters hörten und darum kämpften, ihm nachzufolgen. Doch diese Spur, die Ich euch mit meinem Worte hinterlasse, ist die gleiche, die Ich euch in der Zweiten Zeit vorzeichnete, und dieselbe, die Ich euch in der Ersten Zeit durch Moses hinterliess.

32. Sucht mich jenseits materieller Erscheinungen, sucht mich im Geistigen, auch wenn ihr mich in allem Geschaffenen versinnbildlicht finden könnt. Die Augen eures Geistes sollen es sein, die meine Gegenwart schauen.

33. Der Materialismus lässt die Menschen nicht den Pfad erkennen, dem sie folgen. Die Sünde, der Fanatismus, die Eitelkeiten bilden den dichten Schleier, der sie daran hindert, ihren Vater zu schauen. Wenn es nicht so wäre, würden sie an die Vergänglichkeit dieses Lebens und an den Wert des geistigen Lebens denken. Sie würden jene Welt der Vollkommenheit erahnen, die sich jenseits des Todes befindet.

34. Wenn die Menschen im Geiste und im Herzen demütig wären, wäre der Friede bei ihnen, denn der Friede gründet in der Demut, nicht in falschem Grössenwahn, noch in eitlem Ruhm. Aber die Menschen sind in Klassen aufgeteilt, und während die einen alle Annehmlichkeiten besitzen, gehen andere im Elend zugrunde. Deshalb gibt es keinen Frieden. Aber all jene Selbstherrlichkeiten werden durch meine Gerechtigkeit beseitigt werden, und die Menschen werden sich dann als Geschwister anerkennen, als Kinder desselben Vaters.

35. Die fürsorgliche Liebe eures Herrn hat euch den goldenen Weizen anvertraut, damit ihr ihn durch eure Arbeit auf Erden mehrt. Es ist der Same eines Werkes, das Ich vor langer Zeit im Geiste des Menschen begann und das ihm den wahren Frieden geben wird.

36. Wohl euch, die ihr in dieser Zeit mein Wort vernommen habt, denn in ihm werdet ihr den sicheren Weg finden. Aber ihr sollt es nicht nur hören, sondern es ergründen, es richtig auslegen, damit, wenn ihr es eure Mitmenschen lehrt, ihr keine Verwirrung in ihre Herzen sät.

37. Euer Geist muss abwarten, bis sein Fleisch sich läutert und erneuert, damit er an die Erfüllung seiner Mission gehen kann. Dann werdet ihr geistig und körperlich ein einziges Wesen sein, ein folgsames und gehorsames Werkzeug, durch das sich die Geistesgaben offenbaren werden, die der Vater ihm gewährt hat. Handelt nicht wie jene, die — ohne meine Lehre der Vergeistigung verstanden und ergründet zu haben, ohne die notwendige Vorbereitung und Reife zu haben — sich auf den Weg machen und sich "Arbeiter" nennen, ohne sich bewusst zu werden, dass der Same, den sie anbauen, nicht wirklich der meine ist.

38. Erinnert euch, dass jene zwölf Jünger der Zweiten Zeit eine gewisse Zeit brauchten, bis sie die Lehre ihres Meisters schliesslich verstanden. Sie empfingen viele Unterweisungen und wurden vielen Prüfungen unterworfen. Sie wurden von mir unablässig befragt, und jede ihrer Schwächen oder ihrer Unvollkommenheiten wurde durch mein Wort berührt und korrigiert, damit in ihnen die Lauterkeit und die Wahrheit zum Durchbruch kommen sollten; und dennoch brauchten sie eine Vorbereitungszeit, um meine Lehre bekannt zu machen.

39. Was werde Ich nicht alles an euch tun müssen, meine Jünger, die ihr in einer viel materialistischeren Zeit lebt, als es jene war?

40. Begreift nun, warum Ich euch so lange gelehrt habe, und weshalb Ich euch unablässig prüfe.

41. Während Ich zu Andreas, Simon und Johannes, als sie mich zum ersten Mal sahen, nur sagte: "Folget mir nach", und sie folgten mir, musste Ich zu euch in dieser Zeit viel sprechen, damit sich schliesslich in euren Herzen der Glaube Bahn brechen konnte.

42. Ich will, dass ihr in jenen Aposteln das Vorbild findet, das euch bei eurem Tagewerk ermutigt, und ihr begreift, dass — als sie hinauszogen und mein Wort predigten — in ihre Herzen bereits der Friede und die Liebe eingezogen waren und keine Unlauterkeit mehr in ihnen war.

43. Es gab nicht einen, der einen Samen gesät hätte, der nicht der meine war, oder der eine Tat begangen hätte, durch die seine Mitmenschen hätten in Verwirrung geraten können. Der Grund dafür war, dass sie ihrerseits gleich den Früchten warteten, bis sie am Baum des Lebens reif waren, um sich dann in Reinheit dem Verlangen der Herzen darzubieten, die nach Erkenntnis der Wahrheit hungerten.

44. Heute dagegen habt ihr euch mit dem Anspruch, Meister zu sein, aufgemacht, als ihr noch nicht einmal fähig wart, die erste Lektion zu lernen. Ihr wollt eure Mitmenschen retten, während ihr noch in Gefahr seid, zu Fall zu kommen; und ihr sprecht von Reinheit, von Lauterkeit, von Vergeistigung, während ihr noch nicht einmal eure Laster abgelegt habt.

45. Das ist der Grund dafür, weshalb viele von euch weinend zu mir zurückgekehrt sind und sich beklagen, dass man euch Betrüger genannt hat, weil ihr nicht einen Kranken heilen konntet, weil ihr nicht einen Ungläubigen überzeugt habt, oder weil ihr dabei ertappt wurdet, als ihr Handlungen begingt, die für mein Werk unpassend sind. Daraufhin widmen sich manche dem Studium meiner Lehre und der Besserung ihres Lebens, um nicht nochmals zu scheitern, während andere in ihrem unlauteren Tun, Verwirrung zu säen, fortfahren, und wieder andere, entmutigt durch die erlittenen Niederlagen, den Weg verlassen und die Wahrheit meines Werkes leugnen.

46. Ich wollte euch Schritt für Schritt weiterbringen, indem Ich euren Geist Seite um Seite in meinen Lehren der Liebe unterwies, denn es gibt keinen längeren Weg als den der (notwendigen) Entwicklung des Geistes. — Wahrlich, Ich sage euch, ihr könnt auf Erden nichts finden, was heiliger für euch ist als einer eurer Nächsten.

47. Diese meine Lehre gibt euch die Kenntnis dessen, was für euch der Geist, das Gewissen, die Empfindungen, der Glaube ist und bedeuten soll. Wann immer einer von euch diese Lehren kennenlernt, fühlt er, dass seinem Herzen Achtung und tiefe Liebe gegenüber seinen Mitmenschen entströmt, denn in jedem von ihnen kann er etwas von der Gegenwart Gottes erkennen, erkennt er ein Kind des Höchsten, ln jedem seiner Nächsten und im Innern eines jeden Menschen erblickt er den Tempel des Herrn.

48. Wer all dies Wissen begreift und für gesichert hält — würde er es wagen, diesen Tempel zu entweihen, und wäre er fähig, diesen Mitmenschen zu beleidigen?

49. Dies ist die Lektion, die ihr nach meinem Willen begreifen sollt, denn wenn dies geschieht, werdet ihr nur noch einen Schritt davon entfernt sein, das höchste Gebot zu befolgen, das euch sagt: "Liebet einander."

50. Wie könnt ihr euch Spiritualisten nennen, solange ihr nicht wisst, was ein Geist ist, und was er für Gott bedeutet und wert ist?

51. Denkt über alles nach, was Ich euch gesagt habe, damit eure Körperhülle mit eurem Geiste zu einem einzigen Willen verschmilzt und zulässt, dass dieser sich offenbart und seine Mission erfüllt. Ihr werdet dann erleben, dass jede eurer Geistesgaben ein Licht und eine Kraft ist, der sich die steifsten Nacken und die härtesten Herzen beugen werden. Und wenn sie einen Beweis wahrer Spiritualität erhalten, werden sie bewegt ausrufen: "Diese handeln wirklich nach der Lehre Jesu, diese predigen wirklich die Wahrheit!"

52. Fasst diese Stunde als die eurer Gemeinschaft mit dem Vater auf. Sprecht geistigerweise mit mir, Ich höre dich, o Volk. Lege alle Leiden bei mir nieder, die du von der Welt empfängst. Wascht mit euren Tränen die Flecken eurer Seele ab. Ihr werdet erleben, wie das Weinen und das Gebet die Last eures Herzens für euch immer leichter machen. Dann werde Ich meine Gnade auf euch ergiessen, durch die Ich euch das Gefühl der Stärke geben werde.

53. Wenn ihr euch deshalb Trinitarier nennt, weil ihr meine Unterweisungen gründlich studiert habt und sie mit euren Werken bezeugt, so kann es in euch nicht an Licht, Kraft und Frieden fehlen.

54. Ich habe das göttliche Siegel in euch gelegt, das euch zu Erben der Weisheit macht, die im Buche meiner Göttlichkeit aufbewahrt ist, und wer dies Licht in sich trägt, kann nicht zu Fall kommen.

55. Der Vater aller Zeiten ist es, der derzeit zu euch spricht. Es ist derselbe, der euch durch Moses das Gesetz offenbarte, der euch in Christus die Stimme des "Wortes" hören liess, und der euch jetzt Elias im Geiste sandte, damit er die Menschen zubereite, weil sie in dieser Zeit lernen sollen, innere Zwiesprache mit dem Heiligen Geist zu halten, welcher Ich selbst bin. Wer in die Gemeinschaft mit mir kommt, wird entdecken, dass Ich der Vater selbst bin und zugleich jener, den ihr den Sohn nennt: Es ist das Wort der Liebe der Gottheit. Die Dreieinigkeit Gottes bedeutet nicht Verschiedenheit des Geistes, sondern der Eigenschaften oder Kräfte.

56. Gesetz, Liebe, Weisheit — dies sind die drei Offenbarungsformen, in denen Ich mich dem Menschen gezeigt habe, damit er auf seinem Entwicklungswege eine feste Überzeugung hat und eine vollständige Kenntnis seines Schöpfers. Diese drei Offenbarungsphasen unterscheiden sich voneinander, aber sie alle haben ein und denselben Ursprung, und in ihrer Gesamtheit sind sie die absolute Vollkommenheit.

57. Bei verschiedenen Gelegenheiten habe Ich euch schon gesagt: Warum wollt ihr unbedingt drei göttliche Wesen erkennen, wo ihr nur eines finden könnt? Eine einzige Stimme hat zu allen Zeiten zu euch gesprochen, ein einziger göttlicher Geist hat sich euch offenbart. Diese einzigartige, ewige Stimme, die euch mein Gesetz in verschiedenartigen Ausdrucksformen verkündet hat, ist die, die ihr auch in euer Gewissen geprägt in euch tragt, und deren Essenz ihr auch in euren Herzen bewahren solltet. Aber statt mich im Geiste und in der Wahrheit zu lieben, wie es euch meine Lehre gelehrt hat, liebt ihr mich in materialistischen Kultformen und Darstellungen, weil ihr euren Schöpfer nicht auf andere Weise begreifen könnt.

58. Als Ich mein Gesetz in einen Stein prägte — wer hätte daran gezweifelt, dass jene Tafeln geheiligt waren, da sie das göttliche Gebot enthielten? Dennoch entzog Ich jene Steintafeln dem Blick des Menschen und beliess ihm nur die Kenntnis meines Gesetzes.

59. Christus wurde geboren, lebte und starb in Armut, Reinheit und Vollkommenheit, und ihr hättet gewünscht, dass er ewig auf der Erde geblieben wäre. Daher habt ihr das Verlangen gehabt, ihn in Bildnissen zu verewigen, von Menschenhänden gemacht. Aber ihr müsst begreifen, dass seine menschliche Erscheinung verschwand, um dem Geist des Menschen nur die reinste Essenz seines Wortes und seiner Werke zu hinterlassen, welche der vollkommene Ausdruck der göttlichen Liebe waren. Heute, da Ich mich im Geiste offenbart und mich durch von mir zubereitete Verstandesorgane kundgetan habe — was könnt ihr von meiner dritten Offenbarung vermaterialisieren? Hofft ihr, Gegenstände, Orte oder Personen zu vergöttlichen? Nein, ihr sollt von dieser Zeit meiner geistigen Kundgabe nur das unendliche Licht bewahren, das Ich auf euch ergossen habe, das Licht ewiger Weisheit. Wenn ihr im Gesetz der Ersten Zeit Liebe und Weisheit suchen würdet, würdet ihr sie finden; wenn ihr in der Liebe Jesu das Gesetz und die Weisheit suchen würdet, würdet ihr sie finden, und wenn ihr danach trachtet, in der Weisheit, die mein Geist in dieser Dritten Zeit auf alle Geschöpfe ausgegossen hat, das Gesetz und die Liebe zu finden, so könnt ihr diese in ihrem Wesenskern entdecken. Erkennt, dass alle göttlichen Tugenden und Kräfte eine einzige Essenz bilden, und diese ist Gott.

60. Ergründet die Unterweisung, die Ich euch gegeben habe. In ihr offenbart sich die Liebe, die Ich zur Menschheit habe.

61. Mit meinem Unterricht forme Ich euer Herz, wobei Ich mich einfacher Menschen bediene. Die Jünger des Spiritualismus sollen meine Lehre in all ihrer Reinheit bewahren, denn sie wird es sein, die den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Menschen festigt.

62. Die religiösen Symbole werden verschwinden, denn der Mensch darf mich nicht mehr begrenzen, damit sein Werk des Vaters würdig ist.

63. Indem ihr mir ohne sinnfällig-materielle Darstellungsformen zugehört habt, habt ihr in euch einen neuen Charakter ausgebildet. Euer Verstand ist erwacht, und eure Moral ist erstarkt.

64. Ich will für die Zukunft Männer und Frauen mit Überzeugung haben — Jünger, die durch ihr Beispiel predigen, keine Heuchler, denn euer Sturz wegen fehlender Moral und Wahrhaftigkeit, aus Mangel an Frieden und Seelenstärke wäre sehr schmerzhaft.

65. Seht, wie die Menschheit, die über die Zeitalter hinweg durch den läuternden Schmelztiegel und die sühnenden Feuerproben gegangen ist, noch immer nicht in der Lage ist, ihren Frieden zu festigen. Die blutige Spur wird immer länger, weil die Menschen mein Wort vergessen haben. Es gibt keine Aufrichtigkeit, kein Vertrauen, keine Hilfsbereitschaft und keine Liebe.

66. Doch hier bin Ich mit meiner neuen Botschaft der Einheit und des Friedens, mit meinem schlichten Wort, das nach schwerem Ringen das Wunder vollbringen wird, den Verstand und die Herzen der Menschen zu vereinigen. Gibt es da noch solche, die fragen, weshalb Ich gekommen bin?

67. Auch in dieser Zeit waren viele berufen und nur wenige auserwählt, doch bei mir gibt es keine Bevorzugten. Denn der Mensch ist es, der sich seines Herrn würdig macht und sich ein Anrecht auf seine Gnade erwirbt.

68. Allen habe Ich meine Unterweisung in gleicher Weise gegeben, alle habe Ich gelehrt, auf diesem Wege zu wandeln und in diesem Tränental zu leben. Versteht mich recht: Nicht nur ihr müsst unter diesem Gesetze leben, sondern die ganze Welt. Aber es werden meine über den ganzen Erdkreis verstreuten Jünger sein, die es durch ihre Moral und ihr Vorbild einpflanzen.

69. Erfüllt schon jetzt eure Aufgabe und lasst nicht zu, dass die Zeit für den Geist verstreicht, ohne dass dieser sie nutzt, denn dann könnte der Augenblick des Bedauerns kommen.

70. Dies ist der Grund, weshalb Ich mich der Demütigen bediene, derer, die sich auf den Wegen des Lebens verirrt hatten, die die rettende Stimme ihres Herrn hörten und bereitwillig aufbrachen, ihm nachzufolgen. Dies seid ihr, die "Letzten", weil ihr mir in der Dritten Zeit dient.

71. Ich sende euch meinen Frieden, aber wahrlich, Ich sage euch, solange es Menschen gibt, die alles Lebensnotwendige besitzen und jene vergessen, die vor Hunger sterben, wird es keinen Frieden auf der Erde geben.

72. Der Friede liegt nicht in menschlichen Herrlichkeiten noch in Reichtümern. Er gründet sich auf guten Willen, auf gegenseitiges Lieben, Dienen und Sich-Achten. O, wenn die Welt doch diese Lehren verstünde! Der Hass würde verschwinden, und die Liebe würde im Menschenherzen erblühen.

73. Nur meine Liebe und meine Gerechtigkeit können heute jene beschützen, die Hunger und Durst danach haben. Ich allein vermag in meiner vollkommenen Gerechtigkeit den aufzunehmen, der sich gegen seine eigene Existenz vergeht.

74. Wenn diese wüssten, dass die Verlassenheit der Seele schrecklicher ist als die Einsamkeit in dieser Welt, würden sie geduldig und mutig bis zum letzten Tag ihres Erdendaseins ausharren.

75. Ich habe euch in diesem Worte meine väterliche Liebe geschenkt. Bezeugt meine Wahrheit mit euren Werken.

76. Liebet einander.

Mein Friede sei mit euch!


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