Unterweisung 164

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 164



So spricht der Herr:


1. Viel habe Ich euch in dieser Zeit geprüft, damit ihr das Licht und die Stärke erlangen könnt, die die Seele benötigt, um ihre Vervollkommnung zu erreichen. Es gibt keine Prüfung, die keine Lösung hat, noch einen Schmerz, der nicht einen Strahl des Lichtes in der Seele hinterlässt. Gerade dabei könnt ihr euch Rechenschaft geben über eure Ergebenheit und könnt eure Schwächen richtig einschätzen. Denn ihr müsst Beweise von Glauben und ein Zeugnis von meiner Lehre geben — nicht nur mit euren Worten, sondern mit euren Werken, die euren Mitmenschen ein Beispiel sein sollen.

2. Ich schule euch, damit ihr nach Empfang der Unterweisung in der Lage seid, sie zur Anwendung zu bringen und ihr sie nicht vergesst. Ich bearbeite euch auf eurem Lebensweg, damit, wenn die Zeit kommt, in der ihr mein Wort durch die Stimmträger nicht mehr habt, ihr weiterhin mit mir von Geist zu Geist Zwiesprache halten könnt. Wohin ihr auch geht, werdet ihr von mir begleitet werden, und in eurem Worte wird mein Wort sein, in euren Gedanken meine Inspiration, und in eurem Geiste wird der meine sein. Ihr seid meine neuen Jünger, und Ich werde euch nicht verlassen, so wie Ich jene, die mir in der Zweiten Zeit nachfolgten, nicht verliess. Auch sie wurden geprüft, und im schwersten Augenblick der Prüfung beobachtete Ich sie und beurteilte ihren Glauben.

3. Erinnert euch an folgende Bibelstelle: Der Meister fuhr, von seinen Jüngern begleitet, im Boot auf einem ruhigen See. Jesus sprach, und jene hörten ihm zu. Nachdem die Unterweisung beendet war, schloss der Meister seine Augen und ruhte sich aus. Die Jünger erörterten mein Wort und halfen sich gegenseitig beim Erfassen desselben. — Bis zu diesem Zeitpunkt war alles um jene Jüngerschar her voller Frieden. Danach erschienen die Vorzeichen eines grossen Sturmes, das Unwetter brach los und das aufgewühlte Meer geriet in Aufruhr, die Wogen gingen hoch und das Boot wurde zum Spielball der Wellen. Die Jünger fürchteten um ihr Leben, gaben sich gegenseitig Anweisungen, rafften die Segel, während einige beteten. Sie trauten sich nicht, Jesus aufzuwecken, doch als die Gefahr zunahm, riefen sie laut nach ihm. Er aber schlief, und sie wurden nicht erhört. Sie riefen ihn dann ein zweites und drittes Mal an mit den Worten: "Meister, erwache; siehe, wir gehen unter." Jesus öffnete seine Augen und sprach zu ihnen: "O ihr kleingläubigen Menschen, die ihr nicht an mich geglaubt habt." Und indem er seine Hand ausstreckte, gebot er den Wasserfluten, sich zu legen. Es herrschte nun wieder Friede, und das Meer blieb ruhig. Die Jünger, beschämt durch ihren Mangel an Glauben und betroffen von dem Wunder, das sich vor ihren Augen vollzogen hatte, gelobten sich, nie wieder zu zweifeln, und nach dieser Prüfung war ihr Glaube grösser.

4. In dieser Zeit fahrt ihr auch auf solch einem Meer. Ihr kämpft mit einem Sturm von Verirrungen, von Sünde und von Selbstsucht. Das Boot ist mein Werk, jener Meister ist der, dem ihr gerade zuhört, die Jünger seid ihr, die ihr jetzt bei mir seid. Die Wellen, die heute euer Boot peitschen, sind auch wild bewegt, und angesichts des zunehmenden Sturmes meint ihr, dass Ich schlafe. Wenn ihr dann aus voller Kehle nach mir ruft, verdient ihr, dass Ich euch eben jenes Wort wiederhole und euch sage, dass ihr meine Lehren nicht genutzt habt.

5. Lasst uns weiter in dem Boot fahren. Seht, schon naht der Augenblick, in dem Ich meine Hand über die Wasserfluten ausstrecke und ihnen sage: "Beruhigt Euch und werdet still." Heute bereite Ich euch vor, denn bald werdet ihr mich nicht mehr hören, und Ich will euch erstarkt zurücklassen. Noch habe Ich euch nicht meine letzte Unterweisung gegeben, doch wenn diese Stunde kommt, so fürchtet nicht die Prüfungen, verzagt nicht angesichts der Gefahr, erinnert euch an meine Unterweisung und denkt gründlich über sie nach; durch sie werdet ihr stark sein und eure Aufgabe erfüllen können.

6. Jetzt fragt euch der Meister: Wo sind eure Toten, und warum weint ihr über das Verschwinden der Wesen, die ihr liebt? Wahrlich, Ich sage euch, in meinen Augen ist niemand gestorben, denn allen habe Ich ewiges Leben gegeben. Sie alle leben; jene, die ihr für verloren hieltet, sind bei mir. Dort, wo ihr den Tod zu erblicken vermeint, ist das Leben, wo ihr das Ende seht, ist der Anfang. Wo ihr meint, dass alles Mysterium und unergründliches Geheimnis ist, ist das Licht, klar wie eine immerwährende Morgenröte. Wo ihr glaubt, dass das Nichts sei, ist das Alles, und wo ihr nur Stille wahrnehmt, ist ein Konzert.

7. Eure Seele ist noch nicht völlig zu ihrer Aufwärtsentwicklung erwacht, aber die Prüfungen, denen Ich euch in dieser Zeit in vielerlei Formen unterziehen werde, werden euch mit der Wirklichkeit konfrontieren, und diese Welt, die ihr derzeit so sehr liebt, die ihr so sehr bewundert, weil sie eurer körperlichen Hülle Vergnügen beschert hat, werdet ihr dann für armselig halten, weil ihr aufgestiegen seid und eine höhere, geistigere Lebensebene erreicht habt; und dies wird sich fortsetzen bis zum Erreichen der Fülle des Lebens.

8. Gesegnet seien, die von der Welt nur das gebrauchen, was für den Fortschritt ihrer Seele und ihres Körpers notwendig ist, denn so wird euch die Trennung von dieser Welt nicht schwer fallen. Ihr werdet nicht fühlen, dass eure Seele leidet, wenn sie ihre Körperhülle verlassen muss.

9. Ich will, dass ihr imstande seid, euch mit wirklicher Ergebung von dem Körper zu lösen, der vorübergehend eure Hülle, euer Gewand ist, und dass ihr das gleiche mit allem tut, was ihr in der Welt, die ihr heute bewohnt, erworben habt. Ihr sollt wissen, dass es für die Seele keine Entfernung, Abwesenheit oder den Tod gibt, und sollt beim Scheiden von dieser Welt begreifen, dass ihr in ein besseres Leben eingeht, in welchem ihr auch weiterhin denselben Vater lieben werdet, von demselben Gesetz regiert werdet und demselben Ideal der Aufwärtsentwicklung nachstreben werdet; dass ihr von dort aus das Leben besser überblicken, eure Mission in besserer Weise durchführen werdet, und dass ihr den Abgrund vom Gipfel unterscheiden könnt.

10. Wie sehr fürchtet der Mensch den Tod, wie verzagt ist er, wenn die Todesstunde kommt. Die Seele fürchtet die Unendlichkeit, jenes höchste und unbekannte Gefilde. Und weshalb fürchtet ihr euch? — Weil ihr euch nicht vorbereitet habt. Ich habe euch geistige Unterweisung gegeben, ihr kennt eure Bestimmung von Anfang an. Immer sind das göttliche und das menschliche Gesetz aufeinander abgestimmt gewesen und haben euch gelehrt, (recht) zu leben, damit ihr jener Stunde bewusst und zugerüstet entgegengeht.

11. Wann immer ihr nahe daran wart, meine Lehre zu vergessen, ist bei euch ein Sendbote von mir erschienen, sei es ein Prophet oder Ich selbst, um euch das Licht zurückzubringen. Daher bin Ich jetzt im stillen, ohne Gepränge zu euch gekommen — für manche voller Geheimnisse, für andere als leuchtendes Vorbild, in verwirrender Weise für jene, die mich nicht zu verstehen vermochten, doch voller Majestät für die, die meine Gegenwart deutlich empfunden haben.

12. Bete, Volk, damit der Friede meines Geistes, mit diesem Gebet vereint, auf der ganzen Welt empfunden und über sie ausgebreitet werde. Wenn ihr einst alle in der geistigen Heimat seid, werdet ihr erkennen, dass eure Gebete nicht vergeblich waren. Dort werdet ihr erfahren, wie nahe sich alle geistigen Wesen stehen und wie leicht die Zwiesprache von Geist zu Geist ist. Was die Wissenschaft nicht zu vermitteln vermochte, werdet ihr aufgrund meiner Unterweisung verwirklichen, welche alles in sich birgt, und durch die Ich euch derzeit mittels des menschlichen Verstandesvermögens diese Lehren gebe.

13. An diesem Morgen der Gnade offenbart sich die Ausstrahlung Christi, um euch stellvertretend für die ganze Welt zu empfangen.

14. Sammelt euch innerlich und vernehmt mein Wort. Ich bin im Geiste zu euch gekommen, weil ihr nicht zu mir gekommen seid. Doch wahrlich, Ich sage euch, der Mensch muss seine volle geistige Entwicklung erreichen, damit er geistig aufsteigen und zu mir gelangen kann. — Zu allen Zeiten hat der Mensch eine Gegnerschaft gegenüber meinen Geboten gezeigt, wobei er die Unbeugsamkeit seines Fleisches vorgab, das den Fortschritt seines Geistes unterbinde. Doch Ich habe euch voll Güte gelehrt, meine Unterweisung in die Tat umzusetzen, damit ihr feststellt, dass es nicht unmöglich ist, sie zu befolgen.

15. Erkennt, dass bei euch Stillstand eingetreten ist, während die Welt euch braucht; dass es nötig ist, an euch zu arbeiten und euch zusammenzuschliessen, damit ihr in euren Werken Kraft findet. Ihr müsst begreifen, dass dies Wort euch nicht nur irdische Rechtschaffenheit vermittelt, sondern auch geistige Zuversicht. Die Gnade des Vaters ist in ihm enthalten.

16. Durch euren Eifer, euch zu vervollkommnen, und indem ihr auf eurem Lebensweg Liebe und Barmherzigkeit sät, werdet ihr das geistige Heil erreichen.

17. Ringt darum, Vergeistigung zu erlangen, indem ihr Menschen guten Willens seid, mit Festigkeit in eurem Charakter, denn dies Werk steht über aller menschlichen Wissenschaft, über allem, was der Mensch besitzt und was er auf dieser Welt kennenlernen kann. Die Vermaterialisierung, in die die Menschheit geraten ist, erlaubt ihr nicht, das wunderbare Leben der Vergeistigung zu erahnen. Ich richte euch nicht in diesem Augenblick, Ich will nur, dass ihr mich versteht, indem ihr über mein Wort nachdenkt.

18. Die Welt vernimmt mich nicht, denn die Stimme dieser Körper, durch die Ich mich kundgebe, hat nur eine geringe Reichweite. Daher ist es die Stimme des Gewissens, welche meine Weisheit ist, die zu den Menschen spricht und viele überrascht, die im Banne ihrer Selbstsucht sonst taub sind gegenüber den Rufen jener Stimme, nur auf Schmeicheleien und irdisches Ansehen achtend und sich an ihrer gesellschaftlichen Stellung und ihrer Macht berauschend.

19. Wenn diese Menschen erfahren, dass Ich zu euch gesprochen und euch offenbart habe, dass ihr, um zu mir zu kommen, Liebe und Barmherzigkeit ausüben müsst, werden sie aus ihrem tiefen Geistesschlafe erwachen, sich zurüsten und demütig zu mir kommen, um mir zu dienen. Durch diese Beispiele werde Ich zur Menschheit sprechen, werde Ich ihre Grundprinzipien erschüttern. Die Sprachen und Rassen werden sich vermischen, weil die Menschen das Geheimnis der Brüderlichkeit entdecken werden, das sie in ihren Büchern und Pergamenten nicht gefunden hatten.

20. Ich liebe euch alle, euch allen gebe Ich mein richtungweisendes Wort, damit es euch auf den wahren Weg führt und euch schliesslich davon überzeugt, dass ihr mein vollkommenes Gesetz ausübt.

21. Heute lebt ihr mehr für die Welt als für mich. Ihr müsst beidem gleichermassen gerecht werden, indem ihr eurem Körper das gebt, was er zu seinem Unterhalt braucht, und eurer Seele, wessen sie für ihr Heil bedarf.

22. Alle bemühen sich um die Erweiterung ihres menschlichen Wirkens, jeder Verstand produziert andere Ideen, doch nicht alle Werke der Menschen dienen euch dazu, eine höhere Entwicklung zu erreichen, denn dazu müssen sie im Einklang mit dem vollkommenen Gesetz der Liebe stehen.

23. Der Mensch mit seiner Wissenschaft verletzt die Naturgesetze und leitet die Kräfte, die Ich zu eurem Wohle geschaffen habe, auf den Weg der Zerstörung. Deshalb gibt es viele Erschütterungen in eurem Leben. Denn ihr entfesselt mörderische Kriege, und die Boten des Friedens fühlen sich gescheitert und finden keinen Glauben.

24. Aber Ich bilde neue Boten heran, damit sie meinen Frieden zu jedem Herzen bringen, das seiner bedarf, und dies seid ihr. Lasst die Menschheit durch eure Gebete an diesem Frieden teilhaben. Schafft auch durch Werke Frieden unter euren Mitmenschen, dann werdet ihr ein Herz nach dem anderen gewinnen und der Tag wird kommen, an dem die Welt in das Reich des Friedens eingeht — nicht jenes Friedens, den die Menschen machen, der auf ihrer Macht und ihren Drohungen gegründet ist, sondern dessen, der auf geistigem Frieden beruht, jenes Friedens, den ihr erreichen werdet, indem ihr einander liebt.

25. Nach 1950 wird die Zeit der Vergeistigung beginnen. Ich werde mich durch jeden bekunden, der sich zurüstet, und so werdet ihr fühlen, dass mein Geist sich niemals von dem euren entfernt.

26. Mein Wort wird in euren Geist geprägt sein und ihr werdet es in Erfüllung gehen sehen. Wann immer ihr euch daran erinnert, werdet ihr Trost in euren Herzen und Zuversicht und Licht in eurem Geiste fühlen.

27. Mein Gesetz kann kein schweres Kreuz auf euren Schultern sein, im Gegenteil, es ist Erquickung und Wonne für den Geist.

28. Fürchtet nicht eure ungläubigen Mitmenschen, weil ihr mir auf solche Weise dient. Auch ihnen ist der Zeitpunkt bestimmt, an welchem sie in meine Gegenwart kommen müssen, und wenn dies geschieht, werden sie sich aufmachen und mir dienen. Doch zuvor müsst ihr mir dienen, damit ihr ein Beispiel von meiner Lehre gebt. Die Zeit, die ihr hier darauf verwendet, mir zu dienen, werde Ich euch im ewigen Leben ersetzen.

29. Durch euch will Ich der Menschheit meine Liebe schenken. Seht: Während eure Nation in Sicherheit ist, stürzen sich andere ins Verderben. Wendet eure Blicke und Gedanken nach Osten, und ihr werdet dort Hunger, Schmerz und Verzweiflung entdecken. Deshalb soll euer Gebet voll Mitgefühl und Liebe für eure Mitmenschen sein, denn dann wird die Liebe eures Geistes, für den es keine Entfernungen gibt, eure Mitmenschen erreichen und sie in euer liebendes Erbarmen hüllen.

30. Wie viele träumen vom Sterben in der Erwartung, dass dieser Augenblick sie zu mir bringt, damit sie mich dann ewiglich im Himmel anbeten, ohne zu wissen, dass der Weg unendlich weiter ist, als sie geglaubt haben. Um auch nur eine Stufe der Himmelsleiter, die euch zu mir führen wird, höher zu steigen, muss man das menschliche Leben in rechter Weise gelebt haben. Die Unwissenheit ist schuld daran, dass viele die Essenz meiner Lehren falsch auffassen.

31. Sie fürchten sich davor, sich auf der Welt zu beflecken, weil sie glauben, dadurch für immer den Himmel zu verlieren. Doch sie befinden sich im Irrtum, weil niemand den Himmel verlieren wird. Die Ewigkeit ist die gottgewollte Gelegenheit, die euer Schöpfer euch bietet, damit ihr alle zu ihm kommt.

32. Ein anderer Irrtum ist es, sich rein erhalten zu wollen, jedoch nicht aus Liebe zum Vater, nicht um dem wohlgefällig zu sein, der ihn geschaffen hat, sondern nur aus dem egoistischen Wunsch heraus, die Voraussetzungen zu erfüllen, um eine Stellung für sich zu erringen, ein bequemes Plätzchen — und dies auch zukünftig im ewigen Leben, gemäss der Vorstellung, die die Menschen sich von diesem gemacht haben.

33. Manche fühlen sich bewogen, gute Werke zu tun, weil sie fürchten, dass der Tod sie überrascht und sie dann keine Verdienste haben, die sie ihrem Herrn darbringen können. Andere lösen sich vom Bösen, doch nur aus Furcht, in Sünde zu sterben und nach diesem Leben eine ewige Höllenqual ertragen zu müssen.

34. Wie entstellt und unvollkommen ist dieser Gott in der Gestalt, in der so viele ihn sich vorstellen! Wie ungerecht, monströs und grausam! Wenn man alle Sünden und Verbrechen, die die Menschen begangen haben, vereint, so kann dies nicht mit der Abscheulichkeit verglichen werden, welche die Höllenstrafe für alle Ewigkeit bedeuten würde, zu der — ihrer Meinung nach — Gott die Kinder verdammt, die sündigen. Habe Ich euch nicht dargelegt, dass die höchste Eigenschaft Gottes die Liebe ist? Meint ihr dann nicht, dass eine ewige Qual die absolute Verneinung der göttlichen Eigenschaft ewiger Liebe wäre?

35. Christus wurde Mensch, um vor der Welt die göttliche Liebe zu offenbaren. Aber die Menschen haben harte Herzen und einen besserwisserischen Verstand, sie vergessen bald eine empfangene Lehre und legen sie falsch aus. Ich wusste, dass die Menschen nach und nach Gerechtigkeit und Liebe mit Rache und Strafe verwechseln würden. Deshalb kündigte Ich euch eine Zeit an, in der Ich geistig zur Welt zurückkehren werde, um den Menschen die Lehren zu erklären, die sie nicht verstanden hatten.

36. Jene verheissene Zeit ist diese, in der ihr lebt, und Ich habe euch meine Unterweisung gegeben, damit meine Gerechtigkeit und göttliche Weisheit als eine vollkommene Lehre der erhabenen Liebe eures Gottes offenbart wird. Meint ihr, dass Ich gekommen bin, weil Ich fürchte, dass die Menschen schliesslich die Werke ihres Herrn oder sogar das Leben selbst vernichten werden? Nein, Ich komme nur aus Liebe zu meinen Kindern, die Ich voll Licht und Frieden sehen möchte.

37. Ist es nicht recht und billig, dass auch ihr nur aus Liebe zu mir kommt? Nicht aus Liebe zu euch selbst, sondern in der Liebe zum Vater und zu euren Mitmenschen. Meint ihr, dass sich jener an der göttlichen Liebe inspiriert, der nur aus Furcht vor Höllenqualen die Sünde meidet, oder jener, der gute Werke nur im Gedanken an die Belohnung tut, die er damit erlangen kann, nämlich einen Platz in der Ewigkeit zu gewinnen? Wer so denkt, kennt mich nicht, noch kommt er aus Liebe zu mir. Er handelt nur aus Liebe zu sich selbst.

38. Die Stunde ist gekommen, in der die dunkle Binde der Unwissenheit für immer fällt, welche die Augen der Menschen so lange Zeit hindurch bedeckt hat, damit sie das Leben in seiner Fülle schauen können. Wenn manche wollen, dass die Menschen weiterhin an die Höllenstrafe glauben, damit dieser Glaube ihnen als Zügel diene, um ihre Schritte auf Erden zu lenken, so sage Ich euch, dass die Wahrheit mehr Macht über die Seele hat als der Betrug.

39. Lauscht meinem Wort mit innerer Sammlung, o Jünger, und denkt gründlich darüber nach.

40. Menschheit, wenn du alles, was du dazu verwendet hast, blutige Kriege zu führen, darauf verwandt hättest, humanitäre Werke zu vollbringen, wäre dein Dasein voll der Segnungen des Vaters. Aber der Mensch hat die Reichtümer, die er angehäuft hat, dazu benutzt, Zerstörung, Schmerz und Tod zu säen. Dies kann nicht das wahre Leben sein, das die führen sollen, die Geschwister und Kinder Gottes sind. Diese Art zu leben ist nicht im Einklang mit dem Gesetz, das Ich in euer Gewissen schrieb.

41. Um euch den Irrtum, in dem ihr lebt, zu Bewusstsein zu bringen, werden Vulkane ausbrechen; Feuer wird aus der Erde strömen, um das Unkraut zu vernichten. Die Winde werden entfesselt sein, die Erde wird sich schütteln, und die Wasserfluten werden ganze Landstriche und Nationen verheeren.

42. Auf diese Weise werden die Naturreiche ihren Unwillen gegenüber dem Menschen zum Ausdruck bringen. Sie haben mit ihm gebrochen, weil der Mensch ein Band der Freundschaft und Brüderlichkeit nach dem anderen zerstört hat, das ihn mit der Natur, die ihn umgibt, verband.

43. Der Meister gibt euch diese Offenbarungen, weil Ich sehe, dass die Wissenschaftler einerseits alles aufbieten, um der Natur ihre Geheimnisse zu entreissen und neue Elemente und Kräfte zu entdecken, um zu zerstören und zu töten, und sie andererseits die wahre Wissenschaft ausser acht lassen, nämlich jene, die zu erhalten, zu lieben und aufzubauen lehrt. Die Menschen dieser Zeit sind sich nicht klar darüber, dass sie ihre wahre Mission vernachlässigt, ihre Aufgabe im Stich gelassen haben.

44. Millionen von Kranken leben auf der Erde, Millionen von Kindern sind auf der Welt sich selbst überlassen und orientierungslos. Zahllose Alte sind ohne den Trost eines Beistandes, der ihnen hilft, ihr Los zu tragen. Es gibt unbeschützte Witwen und Frauen, die die köstliche Wärme eines wirklichen Heimes nicht kennen. Das Wertvollste im menschlichen Leben habt ihr mit Füssen getreten, indem ihr die Ehe entweiht habt, welche eine Institution göttlichen Ursprungs ist. Man vergreift sich am menschlichen Leben, das geheiligt sein sollte. Man zerstört die Wohnungen meiner Kinder, die unantastbar sein müssen, weil sie die Heiligtümer und Tempel sind, in denen man mich verehrt, so bescheiden sie auch sind. Dennoch behaupten die Menschen, eine Religion zu haben, worauf Ich sie fragen könnte: Was ist das für eine Religion, die euch lehrt, solche Werke zu tun, wie ihr sie getan habt?

45. An dem grossen Tage wird der Vater zu allen Menschen sprechen, und seine Stimme wird Gericht bedeuten.

46. Dieses Unheil entspringt der Vermaterialisierung, in die die Menschheit geraten ist. Da ihr den Geist auf den letzten Platz verwiesen habt und ihm die Leidenschaften des Fleisches und eure Vorstellungen vom Tode vorgezogen habt, ist es nur natürlich, dass ihr schliesslich das Resultat erreicht habt, das ihr heute erblickt. Da das Fleisch selbstsüchtig ist — welche andere Frucht hättet ihr von ihm erwarten können ausser Kriegen und der völligen moralischen Entartung?

47. Nur die Lehre der Vergeistigung wird bewirken können, dass die Stimme des Gewissens vom Menschen vernommen wird, und dass der Geist sich von der Sünde zu befreien vermag.

48. Der neue Krieg, der ausbrechen wird, wird nicht um materielle Ziele geführt werden, sondern es wird ein Kampf zwischen dem Geist und dem "Fleisch" sein, und wenn dann der Geist gesiegt hat, wird er als Zeichen der Wiederherstellung des Friedens in der Welt die Herrschaft der Liebe unter den Menschen verkünden. Meint ihr nicht, dass ihr auf den Fundamenten eines wahren Friedens eine Welt geistigen und materiellen Fortschritts errichten könnt?

49. Das geistig aufbauende Werk ist es, das die kommenden Generationen erwartet. Wenn der Mensch sein Leben dieser edlen und hohen Aufgabe widmet, wird er spüren, dass er die Harmonie mit seinem Herrn, mit seinem Schöpfer gefunden hat, der noch immer aufbauend wirkt.

50. Wenn ihr beim Hören dieser Unterweisungen damit beginnt, die kleine Welt eurer Worte, Gedanken und Werke zu erneuern, werdet ihr damit zur Erneuerung der Menschheit beitragen.

51. Das Universum ist ein grosses Buch der Weisheit, das Ich vor den Augen des Menschen aufgeschlagen habe, damit er die Gesetze, die die Schöpfung regieren, erkennt und sie zu beachten lernt. Indem er in diesem Buche studiert, wird er Weisheit erlangen, wird er nach Besserung, Wohlergehen und Fortschritt in seinem Leben auf Erden streben; und wenn er dies Wissen mit jeder Art geistiger Erkenntnis krönt, wird er einen absoluten Sieg in diesem Dasein erringen, welches eine tiefe und grosse Prüfung ist; denn er wird sich die Wahrheit zu eigen machen und wird unsterblich sein.

52. Die göttlichen Gesetze, die das Weltall regieren, sind die der Weisheit, Macht und Liebe. Von ihnen leiten sich alle anderen ab, die der Schöpfung alles Bestehenden zugrunde liegen.

53. "Weltall": Wenn der Mensch dich mit reinem Herzen studiert und mit einem Verstand voll Sehnsucht danach, mehr von meiner Wahrheit zu erkennen, und er vor allem vom Geiste inspiriert ist und nicht von selbstsüchtigen oder hochmütigen Gefühlen, wird er von dir die grossen Lehren empfangen, die er bisher nicht erhalten hat. In dir wird er ein Abbild meines Reiches finden können.

54. Meine geliebten Kinder, in euren Verstand ergiesst sich mein Licht, damit ihr meine Worte als Buchstaben des Buches meiner Weisheit studiert. Das menschliche Denkvermögen ist ein unendliches Feld, das der geistigen Betrachtung dient. Denkt über meine Worte nach.

55. Viele haben mir zugehört, doch vorerst werden nicht alle mit der gleichen Liebe darangehen, mir nachzufolgen. Auch seinerzeit rief Ich grosse Menschenscharen, doch von ihnen folgten mir nur zwölf Männer nach. Auch von ihnen standen nur drei dem Meister wirklich nahe, und Johannes war der einzige, der die Offenbarung der grossen Geheimnisse erhielt, weil er die Schatzkammer göttlicher Weisheit durch die Macht seiner grossen Liebe öffnete. Die Liebe öffnet die Pforten der Weisheit, weil sie Demut und Sanftmut enthält. Die Liebe ist die wahre Heimat des Friedens in der Ewigkeit des Geistes. Wer sie ausübt, braucht nichts zu erfragen, weil die Weisheit zu ihm kommt. Er begreift die Unvollkommenen, die Sünder, verurteilt niemanden, entschuldigt alle. Er versteht die Schwachen und auch die Starken. Die Liebe bewirkte alles, durch sie wurde der Mensch geschaffen, und sie wird die Macht sein, die alle bewegen und zur Einheit bringen wird. Die Liebe ist der Grund für euer Dasein.

56. Wie viele Geheimnisse gibt es noch für den Menschen. Er ist von unsichtbaren und unfühlbaren Wesen umgeben, die für ihn bereits sichtbar und fühlbar sein sollten.

57. Ein Leben voller Schönheiten und Offenbarungen pulsiert über dem Dasein der Menschen, doch diese in ihrer Blindheit sind noch nicht imstande, es zu schauen.

58. Vergesst nicht meine Unterweisungen, denn sie werden euch helfen, Apostel der Wahrheit zu sein. Ein wahrer Apostel meiner Lehre ist jener, der alles tut, was ihn Gott durch Jesus lehrte. Ich versichere euch, wenn Ich jeden von euch, die ihr mich so lange vernommen habt, fragen würde: "Was tust Du derzeit, was habe Ich Euch aufgetragen, oder was wünscht Ihr euch? Tut Ihr, was Gott Euch befiehlt, oder das, was Ihr angeordnet habt?" Ihr wüsstet mir nicht zu antworten.

59. Diese Nation wurde dafür erwählt, in dieser Zeit meine Verheissung zu erfüllen, damit ihr die Zeugen des Beginns und des Endes meines Wortes wäret. Auch in der Zweiten Zeit war es nicht erforderlich, dass sich meine Kundgebung über die ganze Welt ausbreitete, damit diese von meinem Kommen erführe. Es genügte, ein Volk zu erwecken, damit dieses sich aufmachte, den empfangenen Samen zu bezeugen und zu verbreiten. Ich muss euch darauf hinweisen, dass das Volk, das Ich durch meine Unterweisungen belehrt hatte, sich nicht als absoluten Besitzer eines so grossen Erbes betrachten durfte, auch nicht als das einzige, dem in diesem Werk eine geistige Mission anvertraut wurde. Meine Botschaft aller Zeiten war an alle Menschen gerichtet; doch es geschah, dass das Volk, das die Offenbarung empfing, am wenigsten Nutzen daraus zu ziehen verstand, weil es nicht fähig war, die Gaben und Gnaden zu schätzen, mit denen der Herr es überschüttet hatte.

60. Erinnert euch daran, wie in der Zweiten Zeit der Same, den Christus in Judäa aussäte, erst ausserhalb desselben erblühte.

61. Ich will euch damit nicht sagen, dass sich all diese Vorgänge bei euch wiederholen müssen, denn es ist mein Verlangen, dass meine Lehre unter diesem Volk erstrahlt und seinen Weg erhellt. Aber wenn ihr euch nicht der Erfüllung der gesegneten Mission widmet, die Ich euch anvertraut habe, wenn ihr euch nicht wie wahre Jünger des Göttlichen Meisters einsetzt, so ruft wenigstens die Menschen herbei, erklärt ihnen, was Ich zu denen sprach, die mir zuhörten, gebt meine Aufträge an sie weiter, erhellt ihren Weg, damit sie mein Gesetz und meine Weisungen befolgen.

62. Vergesst nicht, dass mein Wort lebenserhaltend ist und dass die Menschheit sich zugrunde richtet, weil es ihr fehlt. Mein Wort ist die Spur, die den Weg zur Erlösung weist. Denkt daran, dass es viele gibt, die sich verirrt haben und verstört umherirren. Geht zu ihnen und rettet sie.

63. Richtet eure Aufmerksamkeit auf die, die hinzukommen, um mein Wort zu vernehmen. Seht, wie sie vor Glück weinen, ihre früheren Verfehlungen bereuen und Vorsätze zur Besserung fassen. Seht, wie die, die nach Liebe hungernd in meine Gegenwart gelangt sind, bei der Rückkehr in ihr Heim Frieden in ihren Herzen trugen. Sie waren von der Gesellschaft Verachtete, als ihr sie in meine Gegenwart brachtet, und ihr habt miterlebt, dass Ich aus ihnen Stimmträger, Leiter und Propheten gemacht habe, damit sie mein Werk weiter ausbreiten würden. Mein Wort stärkte nicht nur ihren Geist, sondern war auch Gesundheit für ihren Körper.

64. Ihr seid ein Volk, zu dem Ich schon seit Jahrhunderten gesprochen und es gelehrt habe. Ich meine damit eure Seele, die Ich schon oft durch das Licht meiner Wahrheit erleuchtet habe, der Ich auf ihrem Sühneweg oft beigestanden bin und eine neue Körperhülle gewährt habe.

65. Ich habe euch über die Zeiten hinweg ein Buch der Liebe und Weisheit vermacht, damit ihr auf seinen Seiten das Licht finden könnt, das euch den Weg weist, der zu Gott führt. Wenn ihr in meinen Offenbarungen dieser Zeit einen handfesten Beweis für ihre Wahrheit finden wollt, könnt ihr diesen in der innigen Beziehung finden, die zwischen diesem Wort und jenem besteht, das Ich euch in vergangenen Zeiten gab, als Ich euch sagte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, und niemand kommt zum Vater, wenn er mein Gesetz nicht erfüllt."

Mein Friede sei mit euch!


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