Unterweisung 162

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 162



So spricht der Herr:


1. Es vergeht kein Tag, an dem die Menschheit nicht vor einer Heimsuchung erzittert oder sich über ein Ereignis wundert, das sie als aussergewöhnlich betrachtet, und dennoch hat sie die Zeit, in der sie lebt, nicht begriffen, noch den Sinn jeder dieser Prüfungen. Mit welcher Klarheit kündeten euch die alten Propheten Joel, Daniel und der Apostel Johannes von dem, was in diesen Zeiten geschehen würde. Doch wie gleichgültig sind die Menschen dieser Epoche gegenüber den Rufen ihres Herrn gewesen! Wenn sie gelegentlich einmal ihre Gleichgültigkeit und ihren Materialismus durchbrechen, geschieht es nur, um sich zu fragen: "Was geht nur auf der Erde vor sich, wo alles Drangsal, Krieg, Schmerz, Verwüstung und Tod ist?" Doch sie wachen nicht, beten nicht, noch denken sie über das nach, was ihnen offenbart worden ist, denn bis heute haben sie nur die falschen Befriedigungen interessiert, die ihnen die Welt beschert.

2. Je mehr die Menschen sich bedrängt fühlen, je mehr sie durch Katastrophen, die sie selbst entfesselt haben, bedroht werden, desto mehr meinen sie, dass ihnen ihre eigenen Kräfte genügen, anstatt ihre Zuflucht bei mir zu suchen, mein Erbarmen zu erflehen und um meinen Beistand zu bitten. Sie lassen sich von ihren niederen Leidenschaften fortreissen und machen aus ihrem Hass und ihrem Machtstreben die Waffen, mit denen sie kämpfen und sich verteidigen wollen. Doch wann habt ihr je erfahren, dass das Böse mit Bösem bekämpft werden kann?

3. Ich werde zulassen, dass die Menschen in ihrem Hochmut fortfahren und sich in ihrem Materialismus brüsten, dass sie noch eine Zeitlang in ihrem Mangel an Nächstenliebe weitermachen, damit sie sehen, wohin ihre Leidenschaften sie bringen. Währenddessen werde Ich mich im Herzen jedes einzelnen fühlbar machen, der zubereitet ist und der mich erwartet.

4. Ich habe meinen Geist auf jeden Geist und alles Fleisch ausgegossen, damit Männer und Frauen in Einklang mit der Prophetie weissagen. Ich spreche zu euch durch Träume und geistige Gesichte und gebe der Menschheit durch die Naturgewalten Zeichen, damit unter den Menschen ein starkes, grosses Volk in Erscheinung tritt — so gross, wie sie es noch nie kennengelernt haben. Dies Volk wird das Böse, das es auf seinem Wege findet, zunichte machen, und es wird keinen Feind geben, der von ihm nicht besiegt wird, noch eine Mauer, die es nicht überwinden kann. Die ihm Zugehörigen werden überallhin vordringen, seine Rufe werden von der ganzen Menschheit gehört werden, sein Wort wird jedes falsche Tun beenden, und es wird ihm gelingen, alle Menschen die Wahrheit erkennen zu lassen. Vor seinem Schritt werden Doktrinen, Religionen, Ideologien und Wissenschaften, die die Wahrheit verheimlichen, erzittern.

5. Ihr, die ihr dies Wort vernehmt — danket dem Herrn, eurem Vater, dass es euch zuteil ward, die Erfüllung meines Versprechens zu erleben, das durch die alten Propheten übergeben wurde, jene, die euch bereits meine Kundgabe prophetisch verkündet hatten, als einer von ihnen euch ankündigte, dass "mein Geist sich auf alles Fleisch ergiessen werde."

6. Wachet und seid stark, damit ihr ein Teil dieses Volkes von tapferen Soldaten werdet, das Ich in Kürze aufbieten werde. Glaubt nicht — und Ich habe es euch bereits bei vielen Gelegenheiten gesagt -, dass nur ihr zu diesem Volke gehört. Denn nicht nur die, die mich in dieser Form der Kundgabe gehört haben, werden mit der Kenntnis meiner Lehre begnadet sein. Erinnert euch daran, dass mein Same über den ganzen Erdkreis verstreut ist.

7. Jene Propheten vergangener Zeiten erhielten keinerlei irdische Vollmacht oder Ermächtigung, sie waren nicht gezwungen, sich irgendeiner Autorität zu unterwerfen, und sie konzentrierten sich nur darauf, den Weisungen ihres Herrn zu gehorchen, der sein Wort auf die Lippen jener von ihm Erwählten legte.

8. Voller Glauben und Mut hielt sie nichts von ihrer Aufgabe zurück, das Volk mein Gesetz zu lehren und es vom religiösen Fanatismus abzubringen, indem sie ihm die Gleichgültigkeit und die Irrtümer der Priester bewusst machten.

9. Wenn ihr ein wenig nachdenkt und die Schriften studiert, werdet ihr erkennen, dass bei allen Propheten ein einziger Wesensgehalt zum Ausdruck kam, den sie in ihrem Worte den Menschen übergaben. Sie gaben den Menschen Ermahnungen, Offenbarungen und Botschaften, ohne die Irrtümer des vermaterialisierten Kultes, den das Volk in jenen Zeiten ausübte. Sie lehrten, das Gesetz und das Wort Gottes zu befolgen, und halfen den Menschen, mit ihrem Himmlischen Vater in Verbindung zu treten.

10. Volk, findest du nicht eine grosse Ähnlichkeit zwischen jenen Propheten und diesen Stimmträgern, durch die Ich derzeit zu euch spreche? Auch auf die Lippen dieser letzteren lege Ich die Essenz meines Gesetzes; durch ihre Worte erreicht euch meine Inspiration, und strahlend bricht aus ihnen die Unterweisung hervor, die die Zuhörer dazu auffordert, ihren Herrn auf die lauterste Weise zu suchen. Sie sprechen, ohne Furcht davor, dass unter den vielen, die ihnen zuhören, auch Auskundschafter oder Fanatiker sind. Sie erfüllen hingebungsvoll ihre Aufgabe im Dienste ihres Vaters, damit er durch sie zur Menschheit spricht und ihr diese Unterweisungen gibt, die dem Menschen neue Wege des Lichtes eröffnen werden.

11. Volk, es besteht nicht nur eine grosse Ähnlichkeit zwischen jenen Propheten und diesen Stimmträgern, sondern es gibt auch eine vollkommene Beziehung zwischen ihnen. Jene kündigten diese an, und was jene vor langer Zeit voraussagten, erleben jetzt diese Diener.

12. Denkt nicht, dass zu jenen Zeiten das ganze Volk an das glaubte, was seine Propheten verkündeten. Nein, oftmals mussten sie den Spott ihrer Mitmenschen, die Drohungen der Priester und die Verfolgung der Mächtigen ertragen. Es war nötig, dass die Prophetien, die das Gericht Gottes über die Menschen ankündigten, in Erfüllung gingen, damit alle an die Wahrheit glaubten, die die Diener des Herrn verkündeten. Oft gingen ihre Ankündigungen erst in Erfüllung, als sie nicht mehr auf dieser Welt waren. Auch in dieser Zeit haben diese meine Kinder Spott, Verleumdung, die Gleichgültigkeit derer erfahren, die ihnen zugehört haben. Aber mein Wort wird ausserhalb dieser Versammlungsstätten bekannt werden, auch wenn es verspottet und abgelehnt wird. Auch das, was Ich euch angekündigt habe, wird in Erfüllung gehen, und dann werden die Menschen ihre Aufmerksamkeit auf das richten, was sie zuvor mit Verachtung oder mit Gleichgültigkeit betrachteten.

13. So, wie jenes Volk damals vom Glauben an den unsichtbaren Gott, der ganz Macht und Gerechtigkeit ist, durchdrungen wurde, sobald es an das glaubte, was seine Propheten voraussagten, ebenso wird dies Volk, das jetzt diese Offenbarung empfangen hat, von einem unerschütterlichen Glauben erfüllt werden, der durch die Kundgabe, die es von seinem Herrn empfangen hat, gestärkt sein wird. Dieser Glaube ist unbedingt notwendig, damit das Zeugnis, das von euren Lippen kommt, voll Überzeugungskraft ist. Doch Ich habe euch bereits gesagt, dass, wenn ihr nicht von mir Zeugnis abzulegen versteht, Ich es tun werde, wenn die Zeit dafür gekommen ist, denn Ich werde meine Verheissungen nicht unerfüllt lassen.

14. Wie oft in der Geschichte des Volkes Gottes stellten sich die Menschen mit ihrem Ungehorsam meinem Willen entgegen, doch trotz ihrer Verirrungen ging mein Wort in Erfüllung. Dasselbe wird in dieser Zeit geschehen. Nicht alle werden meinen Weisungen gehorsam sein. Während die einen meine Anordnungen richtig auslegen, werden andere in dem Bestreben, das Lautere und Wahre mit dem Niederen und Fleischlichen in Einklang zu bringen, den Versuch machen, sich über meinen Willen hinwegzusetzen, ohne zu begreifen, dass der göttliche Wille, welcher Macht und unendliche Gerechtigkeit ist, alle unlauteren Handlungen derer richtet, die mein Wort entweiht haben.

15. Ich sage euch dies, weil Ich weiss, dass unter euch eine Verwirrung entstehen wird, die Ich euch schon in dieser Zeit voraussage. Aber Ich werde das Buch, in dem mein Wort niedergeschrieben wurde, bewahren, damit es später zur ganzen Welt gebracht wird und das bezeugt, was der Meister euch bei seiner neuen Offenbarung gesagt hat.

16. Hört mich durch meine neuen Propheten, die ihr Stimm- träger nennt, und legt mein Wort richtig aus, damit ihr hernach die Aufträge erfüllt, die Ich euch gegeben habe.

17. Während die Menschen in mir einen unnahbaren, fernen Gott erkennen wollten, habe Ich mir vorgenommen, ihnen zu beweisen, dass Ich ihnen näher bin als die Wimpern ihren Augen.

18. Sie beten mechanisch, und wenn sie nicht sogleich alles verwirklicht sehen, worum sie in dringlicher Weise gebeten haben, rufen sie entmutigt: "Gott hat uns nicht erhört."

19. Wenn sie zu beten verstünden, wenn sie Herz und Verstand mit ihrer Seele vereinigen würden, würden sie in ihrem Geist die göttliche Stimme des Herrn vernehmen und würden fühlen, dass seine Gegenwart ihnen sehr nahe ist. Aber wie wollen sie meine Gegenwart spüren, wenn sie mich mittels veräusserlichter Kulte bitten? Wie sollten sie erreichen, dass ihre Seele empfindsam wird, wenn sie selbst ihren Herrn in Bildnissen anbeten, die von ihren Händen gemacht sind?

20. Ich will, dass ihr begreift, dass Ich euch sehr nahe bin, dass ihr euch leicht mit mir verbinden, mich fühlen und meine Inspirationen empfangen könnt.

21. Wenn ihr die Offenbarungen und Lehren genau betrachtet, die Ich euch über die Zeiten hin gegeben habe, werdet ihr nur einen Weg entdecken, der euch ans Ziel der Vergeistigung führen kann. Bedenkt, dass Ich es bin, der euch die vollkommenen und erfolgreichen Mittel und Wege gelehrt hat, um zu mir zu kommen. Ich sehe nicht ein, weshalb ihr euch von falschen Lehren verführen lasst, die nur euren Fanatismus fördern und eure Unwissenheit vermehren.

22. Als der Welt das Gesetz gegeben wurde, sagte Ich euch: "Du sollst keine fremden Götter neben mir haben."

23. Als in der Zweiten Zeit eine Frau Jesus fragte, ob in Jerusalem der Ort sei, an dem sie Gott anbeten solle, antwortete ihr der Meister: "Die Zeit kommt, in der weder Jerusalem noch irgendein anderer Ort der rechte Platz ist, um Gott anzubeten, denn er wird im Geiste und in der Wahrheit angebetet werden", das heisst von Geist zu Geist.

24. Als meine Jünger mich baten, dass Ich sie beten lehre, gab Ich ihnen als Vorbild das Gebet, das ihr "Vaterunser" nennt, womit Ich ihnen begreiflich machte, dass das wahre, vollkommene Gebet jenes ist, das gleich jenem von Jesum spontan aus dem Herzen kommt und bis zum Vater empordringt. Es soll Gehorsam, Demut, Schuldbekenntnis, Dankbarkeit, Glaube, Hoffnung und Verehrung enthalten.

25. Wie viele Lektionen voller Spiritualität hat euch der Vater durch all diese Botschaften gegeben, und wie sehr wurde sein Gesetz und seine Lehre auf Erden entstellt! Diese Vermaterialisierung, die andauernde Entweihung und die Verfälschung dessen, was Ich euch lauter übergeben habe, sind der Grund für das Chaos, das die Menschheit derzeit erleidet — sowohl im Geistigen als auch im Materiellen, diesen beiden Lebensformen, die immer im Menschen vereint waren. Denn es wäre nicht möglich, eine von ihnen anzutasten, ohne dass die andere nicht mitbetroffen wäre.

26. Wundert ihr euch darüber, dass mich viele Menschen in diesen Zeiten verlassen und andere Völker meine Lehre abgelehnt haben? Seid ihr betroffen, wenn ihr seht, dass die materialistischen Lehren sich unter der Menschheit weiter ausbreiten? Jeder von euch höre auf die Stimme seines Gewissens und frage sich, ob er mit seinem Leben ein wahrhaftiges Zeugnis der Lehre gegeben hat, die in meinem Worte enthalten ist.

27. Über die schweren Vergehen und die Verfehlungen, die an meinem Gesetze begangen wurden, wird mein Gericht kommen. Es wird keine einzige Verfehlung geben, die nicht durch den vollkommenen Meister korrigiert werden wird. Ihr dürft euch nicht verwirren lassen. Berichtigt eure Fehler und richtet nicht. Begreift, dass Ich euch niemals strafe — ihr straft euch selbst.

28. Ich mache Licht in jenem, der aus Unwissenheit gesündigt hat, und bewege den zur Reue, der wissentlich gesündigt hat, damit beide voll Zuversicht in meine Vergebung darangehen, die begangene Verfehlung wiedergutzumachen. Dies ist der einzige Weg, zu mir zu gelangen.

29. Bedenkt dies alles, ihr Geistlichen, die ihr die Menschen auf den verschiedenen Pfaden der Religionen führt. Betet und bringt die Euren zur Vergeistigung. Es ist nun an der Zeit, dass ihr eure Verirrungen bereut und einen Kampf gegen den menschlichen Materialismus beginnt, welcher Tod und Finsternis für die Seele ist. Dafür sollt ihr meine Wahrheit gebrauchen, mein Wort als Waffe ergreifen und in meiner Lehre leben.

30. Ich habe keine Vorliebe für die eine oder andere Religionsgemeinschaft. Nicht Ich, sondern ihr werdet darüber entscheiden, ob ihr auf meiner Seite steht. Denn wenn ihr dies tut, werdet ihr auch erreicht haben, euch alle im Geiste zu vereinen.

31. Aus kleinen Kindern seid ihr zu Jüngern geworden; dennoch sehe Ich, dass ihr geistig nicht weiter fortschreitet, und damit helft ihr euren Mitmenschen nicht. Ja, Volk, du hältst den Fortschritt der neu hinzugekommenen Scharen durch deinen Mangel an Fortschritt in meiner Lehre auf. Ihr habt eine Barriere geschaffen, die es sehr schwierig macht, dass eines eurer Geschwister einen Schritt weiter kommt, als ihr gekommen seid.

32. So, wie Ich euch bei dieser Kundgebung selbst die letzte für euch noch erfassbare Lektion zur Kenntnis bringe, müsst ihr bis zur letzten meine Unterweisungen in die Tat umsetzen.

33. Wenn ihr noch nicht zubereitet seid, so deshalb, weil ihr, obwohl ihr mich hört, mich noch nicht wirklich verstanden habt. Wenn ihr mein Wort nicht verstanden habt, so deshalb, weil ihr nicht darüber nachgedacht habt. Wenn ihr bis heute keine wahre Liebestätigkeit ausgeübt habt, dann deshalb, weil ihr euch nicht von meinem Wort der Liebe zu Mitgefühl erwecken liesst; und wenn ihr nicht mehr empfingt, als ihr bis heute empfangen habt, so nur deshalb, weil eure Verdienste spärlich gewesen sind.

34. Die Scharen, die herbeikommen, mein Wort zu vernehmen, wären grösser, wenn sie in euch würdige Vorbilder zur Nachfolge sehen könnten, weil eure Werke dann ein Beweis von Hochachtung, von Glaube, von Gehorsam gegenüber meinem Werk und für die Befolgung meiner Lehre wären.

35. Ich habe euch gelehrt zu beten, damit ihr euch mittels des Gebetes nicht nur dem Vater nähert, sondern auch euren bedürftigen Mitmenschen, um ihnen eure Botschaft des Friedens zu bringen. Doch wenn Ich euch frage, was euer Geist empfunden hat, als er für die Nationen, für die Witwen, die Waisen, für die nach Brot Hungernden, für die Gefangenen und für die Kranken gebetet hat, könnt ihr mir nur sagen: "Herr, Du bist der einzige, der den Bedürftigen Wohltaten zu erweisen vermag. Wir sind so unreif und so unwissend, dass wir den Schmerz unserer Mitmenschen nicht mitzufühlen vermögen, noch aus der Ferne begreifen können, was ihnen zustösst. Wir begnügen uns damit, Dich zu bitten, dass Du die Wohltat Deiner unendlichen Liebe auf sie ergiesst. Denn angesichts so grosser Bedürfnisse des Geistes müssen wir bekennen, dass wir noch nicht einmal Anfänger sind. Nur Du kannst uns sagen, was unser Geist während seines Gebetes bewirkte."

36. Wenigstens in diesem Augenblick seid ihr ehrlich und bekennt eure Unwissenheit und eure Unreife. Deshalb segne Ich euch, und Ich mache meine Lehre noch klarer, damit sie selbst vom ungebildetsten Menschen verstanden wird.

37. Volk, du weisst, dass sich die geistigen Wesen den Menschen nahen, und je nach der Gesinnung jener Wesen auch der Einfluss ist, den sie auf die Menschen ausüben. Ihr sollt wissen, dass, wenn ihr für irgendeinen Mitmenschen betet, euer Geist sich von eurem Körper löst, um sich jenem zu nähern, für den er bittet. Zieht daraus den Schluss, dass je nach eurer Zurüstung und dem Grad von Reinheit und Vergeistigung, die ihr in eurem Leben erreicht habt, auch der geistige Einfluss sein wird, den ihr jenen zukommen lasst, für die ihr gerade betet.

38. Habt keine Angst, wenn Ich euch sage, dass ihr fortwährend von unsichtbaren Wesen umgeben seid. Viele von ihnen bedürfen eurer Hilfe. Widmet ihnen eure Gedanken, eure Worte und eure Liebeswerke, damit sie den Weg zum Gehorsam finden und das Licht schauen können.

39. Die Waffen, die Ich euch gebe, sind nicht solche, die das Leben rauben; sie machen niemanden blind, vergiessen kein Blut, noch verursachen sie Schmerz; sie lassen keine Witwen und Waisen zurück, noch Heime, die ins Elend geraten sind. Denn die Waffen, die Ich euch überlassen habe, sind die Liebe, die Barmherzigkeit und die Vergebung, damit ihr mit ihrer Hilfe kämpfen könnt, um die schlechten Einflüsse in Schwingungen des Lichtes zu verwandeln.

40. Widmet bei euren Gebeten immer einen Gedanken auch jenen Wesen, die — ohne von den Augen des Körpers gesehen zu werden — in eurer Nähe Tränen vergiessen. Aber versucht nicht, zu ihnen zu gelangen oder sie zu zwingen, sich kundzutun, es sei denn mittels der Gedanken. Begreift, dass die Waffen, die Ich euch gegeben habe, Waffen der Liebe, der Erhebung und des Friedens sind.41. Um in dieser meiner Lehre Meister zu werden, ist es unbedingt notwendig, dass ihr meine Unterweisung eingehend studiert. Auch sage Ich euch, dass es Geistwesen voller Licht und Weisheit gibt, die Ich als Beschützer eingesetzt habe. Sie sind unendlich zahlreich und arbeiten unermüdlich im Werke des Vaters, der alles erschaffen hat. Vertraut darauf, dass ihr weder allein noch auf eure eigenen Kräfte angewiesen seid, sondern dass euch Wesen umgeben, die demütig und ohne Prahlerei über euch wachen und mit euch zusammenarbeiten, damit ihr geistig aufsteigt.

42. Das Göttliche Gesetz ist in zwei Geboten enthalten: Gott zu lieben, der euer Vater ist, und in ihm seine Mitmenschen zu lieben. Das ist es, was jene Wesen tun, die die Menschheit Schutzengel, Beschützer, Lichtgeister, höhere Wesen nennt.

43. Eifert ihnen nach, helft ihnen bei ihrer Mission, dann wird eine grosse geistige Harmonie entstehen, die unter allen Kindern meiner Göttlichkeit bestehen soll. Dieser Harmonie wird der Friede entspringen, der höchste Lohn der Seele in der Ewigkeit.

44. Ich habe euch gesagt, dass euer materielles Leben begrenzt ist, und Ich erinnere euch daran, damit jeder erkennen möge, ob er die Aufgabe erfüllte, die der Vater ihm zugewiesen hat. Falls ihr dies vergessen habt, erinnere Ich euch daran, damit ihr euch aufmacht, als gute Jünger eure Pflicht zu tun.

45. Euer Dasein auf Erden ist kurz. Sobald ihr dies erkennt, bittet ihr mich um eine weitere Zeitspanne und sagt mir: "Herr, gib mir Zeit zur Erfüllung meiner Aufgabe." Ich sage euch nur das: Die Sonne geht keinen Augenblick früher oder später auf und unter als vom Schöpfer bestimmt ist. Alles wird von einem unfehlbaren Gesetz regiert. Daher werdet ihr keine Sekunde länger auf der Erde leben, als euch bestimmt ist. Das ist der Grund dafür, weshalb mein Wort für euch wie die Uhr der Ewigkeit klingt, die euch anrät, die Zeit zu nutzen.

46. Während für eure Seele der leuchtende Tag der Ewigkeit näher rückt, nähert sich eurem Körper die Nacht. Begreift dies und sagt nicht, dass ihr mein Gesetz erfüllt, nur weil ihr mein Wort vernehmt. Versucht nicht, es nach eurer Denkungsart zu "erfüllen", sondern indem ihr meine Göttlichen Unterweisungen zur Grundlage nehmt.

47. Bedenkt: Wenn ihr euch einst im geistigen Sein befindet, nachdem ihr eure Pflichten und Aufgaben in diesem Leben erfüllt habt, werde Ich euch erlauben, auf das Bewusstsein dieser Erdenmenschheit einzuwirken, sie zu inspirieren und zu erleuchten und ihr so auf ihrem Entwicklungswege beizustehen.

48. Eure Aufgabe ist heikel; um sie zu erfüllen, müsst ihr euch demütig zeigen, so wie Jesus es euch lehrte, mit der Sanftmut und tätigen Nächstenliebe, mit der er seine Mission erfüllte.

49. Ihr müsst dabei auf das Gewand der Überlegenheit und des gesellschaftlichen Ansehens verzichten, das nur Eitelkeit in sich birgt. Ihr müsst euch von der Selbstsucht freimachen und zu den Zerlumpten und Aussätzigen herabsteigen, um sie in ihren Leiden zu trösten. So werdet ihr meine Jünger sein, weil ihr dem Beispiel folgt, das Ich euch gab.

50. Meine Barmherzigkeit hat euch beschenkt, und ihr müsst ebenso grosse Wohltaten erweisen.

51. Wenn euer Sinn beim Beten rein ist und sich von allen materiellen Einflüssen abgewandt hat, werde Ich euch gewähren, was ihr für eure Mitmenschen erbittet. Ihr werdet dann verwundert erleben, wie von euren Lippen überreicher Trost für die Leidenden kommt. Eure Mühe wird fruchtbar und gesegnet sein, weil ihr meine Liebeslehre ausübt.

52. Jetzt sage Ich euch, dass ihr nicht nur zu euren Nächsten wohltätig sein sollt, sondern auch zu den anderen Lebensformen und Gattungen, denn alle sind Geschöpfe des Herrn. Alles ist das vollkommene Werk des Vaters, in welchem sich seine Weisheit offenbart.

53. In der Natur ist alles Leben, Entwicklung und Umwandlung innerhalb derselben.

54. Ich lasse euch wissen, wer ihr seid, damit ihr mit diesem Verständnis zu allen Geschöpfen wohltätig seid.

55. Erkennt euch, erkennt eure Fähigkeiten, eure Empfindungen. Verwechselt nicht die reinen Empfindungen mit den Leidenschaften. Erkennt die Neigungen und Instinkte, die dem Körper eigen sind, damit der Geist ihn immer beherrscht. Verweigert eurem Geist nicht die Gelegenheiten zum Lieben, denn wo Selbstsucht herrscht, kann er nicht in Liebe zu euren Mitmenschen erstrahlen. Wenn ihr liebt, so tut es geistig und so, dass eure Liebe allen gilt. Wenn ihr sie an Personen bindet, sie nur auf bestimmte Menschen begrenzt, seid ihr dem Egoismus erlegen.

56. Die geistige Liebe könnt ihr als universelle Liebe betrachten. Bereitet euer Herz gleich einer Quelle, welche die Liebe meiner Gnade als kristallklares Wasser empfängt und sich mittels eurer Werke auf eure Mitmenschen ergiesst.

57. Je mehr ihr diese Liebe in euch fühlt, desto grösser wird die heilende Kraft sein, die ihr auf die Wunden einströmen lasst. Es wird wirklicher Heilbalsam sein, der die niedergedrückte Seele zu neuem Leben erweckt, und ein Duft, der das Leben derer, die weinen, mit Wohlgeruch erfüllt.

58. Erkennt, dass in den Herzen der Menschen keine geistige Liebe lebt. Sie lieben wohl, aber mit einer selbstsüchtigen Liebe, die sogar ihr eigenes Leben zerstört, weil die Leidenschaft wie ein Wurm ist, der die besten Gefühle zerfrisst. Wenn im Herzen des Menschen Leidenschaften aufbrechen, zerstören sie schliesslich alles Gute, das er in seiner Seele hatte. Die Leidenschaft ist der Abgrund, der sich vor den Füssen des Menschen auftut, und der ihn, wenn er ihn in seine Tiefe niederreisst, das Licht und den Frieden verlieren lässt.

59. Seht, wie meine Unterweisung die Unwissenheit beseitigt, damit ihr mich als göttliche und alleinige Weisheit anerkennt und die falschen Götter zerstört, so wie Abraham tat, als er Gott jenseits dessen suchte, was seine Augen sahen. Daher machte Ich einen Bund mit ihm, auf dass er der Same des auserwählten Volkes sein werde. Er bewies, als er auf die Probe gestellt wurde, dass sein Gott Schöpfer und lebendiger Gott war.

60. Auch Ihr müsst die Wahrheit dieser Offenbarungen beweisen — mit einer reinen Lebensweise und mit Andachten, die frei von übertreibender und schwärmerischer Anbetung sind.

61. Erinnert euch, dass in die Tafeln Moses' jenes Gebot eingemeisselt war, das euch sagt: "Du sollst Dir kein Bildnis, noch irgendein Gleichnis dessen machen, was oben im Himmel ist, noch was unten auf Erden ist, noch was in den Wassern 'unter der Erde' ist."

62. Bedenkt, wie lange Ich euch schon von der Abgötterei abbringe, damit ihr mich über allem Geschaffenen stehend erkennt, über allem, was sich bewegt und wandelt, damit ihr euren Geist dorthin, zum Himmelreich erhebt.

Mein Friede sei mit euch!


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