Unterweisung 161

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 161



So spricht der Herr:


1. Ich bin der unzertrennliche Freund des menschlichen Herzens. Ich habe euch zu allen Zeiten auf allen Wegen begleitet. Wenn ihr mich als Ratgeber gesucht habt, habt ihr heilsame und liebevolle Ratschläge erhalten. Wenn ihr euch im Verlangen nach Linderung an mich gewandt habt, fandet ihr mich als Arzt, der euren Geist stärkt. In glücklichen Tagen habe Ich an eurer Freude teilgenommen und habe gelächelt, wenn ihr bei euren gesunden Freuden, denen ihr auf eurem Lebensweg begegnet, voll Unschuld gelächelt habt. Ruft mich ehrfurchtsvoll an, wenn ihr euch in Abhängigkeit von Lastern befindet, da ihr wisst, dass ihr dann eurer Seele schadet und an eurem Körper Entartung hervorruft. Sucht mich nicht im Schatten oder im Materialismus eines komplizierten oder gekünstelten Lebens. Sucht mich im Lichte und gebraucht eure Fähigkeiten zu eurem eigenen Wohle und dem eurer Mitmenschen. Ich wandle euch um, damit ihr zum Zustand der Vollkommenheit zurückkehrt, der euch im Anbeginn zu eigen war. Ich will, dass ihr diese Lehre, die Ich so oft wiederholt habe, eurem Geiste einprägt, denn bald wird mein Wort nicht mehr durch die Stimmträger zu vernehmen sein. Ich will nicht, dass sich die, die meine Unterweisung empfangen haben, nach dieser Zeit von mir entfernen. Seid bereit für die Zwiesprache von Geist zu Geist und lernt, meine Weisungen und Prophetien durch Intuition zu empfangen. Hört in der Tiefe des Gewissens meine Stimme, die euch führt.

2. Der Geist ist aufgrund seiner Willensfreiheit Herr darüber, seinen Weg zu wählen, und es war mein Wille, dass er von seiner Vernunft und seiner Willenskraft Gebrauch machen, dass er seine Liebe und Anerkennung mir gegenüber beweisen sollte. Dem Geiste ist das Gesetz eingeprägt, doch das Fleisch ist schwach. Ich habe Geist und Materie zubereitet, damit sie eine einzige Wesenheit bilden, die fähig ist, eine grosse Bestimmung zu erfüllen, welche Weisheit und Vollkommenheit enthält.

3. Schon zu Beginn der Zeiten gab es zwei mögliche Wege für die Bestrebungen der Seele, auch zwei Repräsentanten derselben: Abel und Kain. Abel ist das erste Beispiel von Gehorsam, und Kain der erste, der sein Herz mit Bosheit und den Versuchungen der Welt nährte.

4. Mein Licht erleuchtet alles Geschaffene, und jeder, der gerettet sein will, befolge das Gesetz und bezwinge seine Widerspenstigkeit. Ich als Vater leide um dessentwillen, der in Versuchung gefallen und auf Abwege geraten ist; aber ihr alle werdet zu mir kommen. Die Zeit des Erwachens des Geistes ist gekommen, und Ich habe die Menschheit gerufen. Ich will, dass ihr zu der gesegneten Stadt gelangt, die euch schon im Anbeginn der Zeiten verheissen worden ist.

5. Ich zeige euch meinen Weg und lade euch dazu ein, ihn aus Liebe zu gehen. Ich zwinge euch nicht, ihr seid nicht meine Sklaven. Ihr alle tragt mein Licht in euch und könnt den Weg wählen, der euch gefällt. Ich habe gesehen, dass die Welt euch Überdruss bereitet hat und dass ihr euch zurüstet, um Schritt für Schritt dem Himmelreich entgegenzugehen. Betet für die Menschen von jener Lebensstufe aus, auf der ihr euch befindet, und sendet ihnen Lichtstrahlen mit euren Gedanken. Alles, was ihr in meinem Namen tun werdet, werde Ich segnen.

6. Wer offenbarte dem Menschen die Geheimnisse des Fleisches? Das Fleisch selbst. Wer offenbarte die Geheimnisse der Wissenschaft? Der Verstand. Doch Ich sage euch, das Dasein Gottes kann ihm nur der Geist offenbaren.

7. Das schöne Gleichnis vom Paradies, vom Baume der Erkenntnis des Guten und des Bösen, wurde den Ersten durch Inspiration gegeben. Es war eine tiefsinnige Botschaft für die Menschen aller Zeiten und aller Altersstufen. Aber der wahre Sinn jener Belehrung wurde von den einen nicht begriffen und von anderen verfälscht.

8. Aus diesem Unverständnis heraus entstand ein Streit, der jene, die die göttlichen Offenbarungen studiert haben, und jene, die sich in die Natur vertiefen, entzweite. So entbrannte der Kampf zwischen denen, die mich mit dem Geiste suchen, und denen, die alles in materieller Weise erwarten.

9. Wie töricht waren jene, die die Ansicht vertraten, dass die Wissenschaft in den Augen Gottes verwerflich ist! Ich habe mich niemals als Gegner derselben erklärt, da Ich der Anfang und das Ende aller Wissenschaften bin. Doch jene, die aus ihrer Wissenschaft ihr Gesetz machten, waren Materialisten. Um ihrer Wissenschaft zu huldigen, vergassen sie Gott, jenen, der mit seiner göttlichen Weisheit alles geschaffen hat.

10. Was war der wahre Sinn jenes Gleichnisses, das Ich den Ersten gab? Sein Sinngehalt wurde durch die göttliche Stimme erklärt, die sich im Menschen durch sein Gewissen zum ersten Mal bemerkbar machte, um ihn vor den Prüfungen zu warnen, die das Leben für ihn bereithalten würde. Es war die väterliche Stimme, die dem Kinde in aller Liebe sagte: "Bereitet euch vor, wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallt. Habt acht! Erwecket eure Sinne und Fähigkeiten, damit ihr die Prüfung bestehen könnt, in die Ich euch in der Auseinandersetzung des Geistes mit dem Fleische gestellt habe, in welcher die ewigen Werte über die Armseligkeit des vergänglichen Körpers siegen sollen. Schaut euch alles an, was euch umgibt, aber geht behutsam, damit ihr nicht strauchelt. Der Körper, den ihr besitzt, und durch den ihr all diese Wunder und Herrlichkeiten der Schöpfung wahrnehmt, ist ein schwaches Geschöpf, das ihr durch den Geist führen müsst. Lasst nicht zu, dass es euch seine irdischen Wünsche und Neigungen aufzwingt. Lehrt es, nur von dem Gebrauch zu machen, wessen es in der Befolgung meines Gesetzes bedarf.

11. Wer kann euch bei jedem eurer Schritte beraten? Das Gewissen, jenes göttliche Licht, das Ich in euch beliess, damit es eure Leuchte und euer Führer auf der Lebensreise sei. Und wie könnt ihr für diese Stimme und diesen Ruf hellhörig werden? Durch das Gebet, welches die Art und Weise ist, mit eurem Vater in Verbindung zu treten. Wenn ihr euch so vorbereitet, wird euer Dasein auf Erden ein immerwährendes Eden sein!

12. Doch Ich sage euch, die Inspiration, die Ich in den Menschen legte, wurde nicht beachtet, und so trat in seinem Leben der Schmerz in Erscheinung.

13. Viele machen sich heute über jene Inspirationen lustig, die die Menschen über das Geistige bekamen. Aber in dieser Zeit, welche die des Lichtes ist, wird die Menschheit die in vergangenen Zeiten offenbarten Lehren verstehen. Doch um so weit zu kommen, wird sie noch manche Früchte von der Ernte des Baumes der Wissenschaft kosten müssen, den sie grossgezogen hat.

14. Ja, wenn die Menschen vom ersten Augenblick an, in dem sie die Erkenntnis des Guten und des Bösen hatten, den Baum der Wissenschaft mit wahrer Liebe gepflegt hätten; Ich sage euch, die Früchte, die sie geerntet hätten, wären völlig anders gewesen. Seht, wie viel Gutes all jene der Menschheit erwiesen haben, die von diesen Früchten in edler Absicht Gebrauch gemacht haben.

15. Wie viel Zeit haben die Menschen benötigt, um sich von ihren Irrtümern zu überzeugen, und wie viel Zeit wird noch verstreichen müssen, um das Böse, das sie gesät haben, wiedergutmachen zu können. Doch Ich werde ihnen in allem, wessen sie bedürfen, beistehen, damit sie ihrem Geist die ursprüngliche Reinheit zurückgeben.

16. Ich werde euren Geist empfangen, wenn die letzte menschliche Generation auf dieser Welt wie in einem Heiligtum gelebt hat, wenn sie aus ihrem Dasein ein wahres Paradies gemacht hat, erreicht durch die Vergeistigung ihres Lebens.

17. Dies bezieht sich auf Menschen anderer Zeiten; aber es ist gut, wenn ihr über diese Lehren nachdenkt, damit ihr den Weg derer, die nach euch kommen, ebnet, und diese für ihre Nachkommen, bis die Zeit kommt, auf die Ich mich in dieser Lektion bezogen habe.

18. Mein Geist sendet sein Licht und erhellt den Pfad, auf dem euer Geist zu mir kommen muss, und in dem die Spur Jesu eingeprägt ist. Wer auf meinem Weg vorwärtsschreitet, fühlt, dass er sein verlorenes Erbe zurückgewinnt, so wie jener, der sich von ihm entfernt, sich enterbt fühlt.

19. Es ist Gerichtszeit, doch dessen ungeachtet ist es nicht mein Bestreben, dass die Menschen sich meinem Gesetz aus Furcht vor meiner Gerechtigkeit unterwerfen, sondern dass sie sich meiner Göttlichen Liebe beugen.

20. Ihr seid eine Schöpfung meiner unendlichen Barmherzigkeit, und Ich werde euch zur Vollkommenheit führen. Jahrhunderte und ganze Zeitalter werden über euren Geist hinweggehen, und mein Meissel wird nicht ablassen, ihn zu glätten. Kein göttliches Werk kann ohne Vollendung bleiben. 21 Der Mensch hat unter Anwendung seiner Willensfreiheit seinen Entwicklungsweg verbogen, bis er vergessen hatte, aus wem er hervorgegangen ist; und er ist bis zu dem Punkt gelangt, dass seiner Wesensnatur die Tugend, die Liebe, das Gute, der Friede, die Brüderlichkeit befremdlich erscheinen, und er die Selbstsucht, das Laster und die Sünde als etwas völlig Natürliches und Erlaubtes betrachtet.

22. Das neue Sodom ist auf der ganzen Erde, und eine neue Säuberung ist nötig. Der gute Same wird gerettet werden, und aus ihm wird sich eine neue Menschheit bilden. Auf fruchtbare Felder, die mit Tränen der Reue bewässert wurden, wird mein Same niederfallen, welcher im Herzen der zukünftigen Generationen keimen wird, die ihrem Herrn eine höhere Form der Verehrung darbringen werden.

23. Der Meister fragt euch: Hat euer Geist sich vorbereitet, um die Zwiesprache von Geist zu Geist aufzunehmen, wenn mein Wort beendet ist?

24. Eure Kinder werden mich nicht mehr durch das Verstandesvermögen dieser Stimmträger vernehmen, aber ihr sollt ihnen den Weg bereiten, dann werden sie in der Vergeistigung einen Schritt nach vorne tun.

25. Das Licht, das diese Zeit erhellt, ist das des sechsten Siegels. Sehet den Leuchter, der gleich einer Lichtquelle von unerschöpflichem Glauben alles erleuchtet, die Lebenden und die Toten.

26. An diesem Lichte inspiriert sich der Wissenschaftler, von ihm macht der Philosoph Gebrauch und jeder, der zu den Geheimnissen vordringen will.

27. Doch was sind die sieben Siegel? Was ist das Sechste Siegel? Könnt ihr mit Bestimmtheit auf diese Frage antworten, die der Meister euch stellt, und könntet ihr dies in zutreffender Weise gegenüber dem Theologen und der Menschheit tun, wenn diese euch auf dieselbe Art befragen würden?

28. Kurz ist die Zeit, in der ihr noch wie kleine Kinder sein werdet. Denn hernach sollt ihr zu Jüngern werden und schliesslich zu Meistern, die den Samen meiner Wahrheit auf die Wege der Menschheit tragen sollen.

29. Ich werde meine Schatzkammer an diesem Tage öffnen, werde einen Schleier wegziehen und euch ein Geheimnis offenbaren, damit ihr stark seid unter den Menschen, damit ihr Meister werdet.

30. Ich habe erwartet, dass ihr durch Vertiefung in eure Studien schliesslich den Inhalt jenes Geheimnisses entdecken würdet, aber bisher habt ihr euch beim Studium meines Werkes keine besondere Mühe gegeben.

31. Darin habt ihr nicht wie die Wissenschaftler gehandelt, die ihr Leben dem Studium widmen. Ich sage euch damit nicht, dass ihr Wissenschaftler werden sollt, denn die Weisheit meiner Lehre steht über allen Wissenschaften. Ich sage euch nur: Eifert ihnen in ihrer Beharrlichkeit nach. Sie pflegen den Baum der Wissenschaft, dessen Früchte Ich euch (allen) gegeben habe, als Ich euch den Baum des geistigen Lebens übergab, damit ihr ihn pflegt und seine Früchte geniesst, um euren Geist zu nähren.

32. Betet, damit Ich euch zubereitet und würdig antreffe, denn mein Wort wird für die künftigen Generationen niedergeschrieben werden, und ihr sollt mit euren Werken von ihm Zeugnis geben.

33. Es ist das Lamm, das zu euch spricht, das euch diese Lehren offenbart und diese Geheimnisse entziffert, denn bis heute ist nur dieses würdig gewesen, die Siegel zu lösen. Doch das Opfer des unbefleckten Lammes macht euch alle dieses Lichtes würdig, und zur rechten Zeit wird dies Wissen an alle Enden der Erde gelangen.

34. Ich spreche zu euch auch als Schöpfer, denn der Vater ist im Sohne, so wie der Sohn im Vater und im Heiligen Geiste ist.

35. Jünger, aus mir sind die drei Wesensnaturen hervorgegangen: die göttliche, die seelische und die materielle. Als Erschaffer und Eigentümer alles Geschaffenen kann Ich in göttlicher und zugleich verständlicher Weise zu euch sprechen. Da die materielle Natur aus mir hervorging, kann Ich meine Stimme und mein Wort auch körperlich hörbar und damit dem Menschen verständlich machen.

36. Ich bin die vollkommene Wissenschaft, der Ursprung von allem, die Ursache aller Ursachen und das Licht, das alles erhellt. Ich stehe über allem Geschaffenen, über aller Gelehrsamkeit.

37. Damit Gott sich "Vater" nennen konnte, liess er aus seinem Schosse Geistwesen hervorgehen, Geschöpfe, die ihm in ihren göttlichen Eigenschaften ähnlich waren, und verwandelte sie in menschliche Wesen, damit ihnen die drei Naturen zu eigen wären. Aber zuvor bereitete ihnen der Vater ihre Heimstätte, die Erde, mit ihrem Inneren aus Fels und Feuer, mit ihrer Luft, dem Wasser, den Metallen, den Gasen und dem Licht. All dies war wie ein Reich, stark und unerschütterlich, um der Heimstatt des Menschen als Grundlage zu dienen: das Mineralreich.

38. Der Schöpfer wollte diese Heimstatt ausschmücken, und dafür liess er aus der Erde die Pflanzen, die Bäume mit ihren Blüten und Früchten hervorspriessen, damit der Mensch an ihnen Nahrung, Schatten, Erquickung, Inspiration, Balsam und Freude fände, und dies war gleichsam ein neues Reich: das Pflanzenreich.

39. Der Mensch sollte nicht allein sein, und so gab der Vater ihm die tiefer stehenden Wesen, die Wildtiere, die Vögel und die Fische als Freunde und Diener. Alle Wesen, die im Inneren und auf der Oberfläche der Erde leben, solche, die sich im Winde wiegen, und jene, die die Gewässer bevölkern, damit das Kind an den einen Lebensunterhalt, an anderen Freundschaft und an wieder anderen Unterstützung finden sollte. Als diese Gattung dergestalt geschaffen war, gab es ein neues Reich auf der Erde: das Tierreich.

40. Diese drei Reiche bildeten in ihrer Harmonie eine einzige. Welt. Als alles wie ein grosses Fest war, das der Herr mit Leben, Licht und Gnade beseelt hatte, sandte er den Menschen, das Wesen, das seinem Schöpfer ähnlich war und in dem sich die Gottheit widerspiegelt; in das Gott einen Funken seines Geistes gelegt hatte, das Gewissen, damit dies in solcher Weise ausgestattete Wesen auf seinem Entwicklungswege die Vollkommenheit der Seele erreichen sollte.

41. Diese drei Reiche, die eure Welt bilden, wurden in sieben Entwicklungsabschnitten geschaffen, die manche Menschen "Tage" genannt haben.

42. Mit vollkommener Geduld schuf der Vater alles Notwendige für den Weg und das Leben seiner Kinder. So erschuf er in einem Zeitabschnitt die Sonne und die Sterne, in einem anderen die Erde mit ihren Pflanzen und den Meeren, in einem weiteren die Tiere und schliesslich den Menschen.

43. Alles wurde vorbereitet, geordnet und vorausgeplant, damit der Mensch keinerlei Unvollkommenheit anträfe, sondern auf Schritt und Tritt Wunder und Vollkommenheiten erlebe und überall die Liebe seines Vaters und dessen Gegenwart in allem Geschaffenen fände.

44. Als alles bereitstand, sagte Ich dem Menschen: "Hier ist Deine Heimstatt, hier ist Dein vorübergehendes Reich. Mache Dich auf den Weg, trinke von den Quellen, koste und geniesse die Früchte, lerne alles kennen und erhebe Dich zum Herrn über die Erde*, es ist Dein Reich." — Als der Mensch seine Augen dem Lichte und dem Leben öffnete, fühlte er Seligkeit, als er von den Strahlen des Königsgestirns liebkost wurde, er labte sich an der Frische der Gewässer und am Wohlgeschmack der Früchte, die sich seinem Munde darboten.

(* In den meisten Bibelübersetzungen heisst es (gelegentlich missverstanden): „Macht euch die Erde untertan.“ Die vorliegende Übersetzung entspricht dem spanischen Originaltext, und in den nachfolgenden Versen wird deutlich, dass der Mensch sich dieser Berufung und hohen Verantwortung auch würdig erweisen soll, gemäss den Göttlichen Geboten und dem Beispiel Jesu Christi, der ja auch Herr über uns ist. Wir weisen in diesem Zusammenhang auf 162, 52- 54 hin, wo wir auch an die Weisheit und Vollkommenheit in den Werken unseres Schöpfervaters erinnert werden, und auch 167, 39 macht deutlich, dass das Liebesgebot selbstverständlich für die gesamte Schöpfung gilt.

45. Doch ihr wisst, dass der Mensch aufgrund seiner Willensfreiheit von Anfang an Schwächen hatte, durch die er den Schmerz, die Arbeit, die Mühsal, die Finsternis, die Stürze kennenlernte.

46. Alles war im voraus bedacht und bereitgestellt, damit der Geist den Weg zu seiner Entwicklung fände. Da offenbarte der Vater ihm durch das Gewissen sein Gesetz, damit er den Weg des Lichtes und die Harmonie mit der Gottheit und mit der Natur erkenne. Schon damals offenbarte die Intuition dem Menschen das Dasein seines eigenen Geistes, dessen Gewissen, welches mein eigenes Licht ist, ihn das Gute vom Bösen zu unterscheiden lehrte und ihn innerlich dazu anregte, den rechten Weg zu gehen. Dann bereitete der Vater für den Geist des Menschen den Weg und das Heiligtum.

47. Im Anbeginn der Zelten liess der Herr die Menschen sich mehren und die Erde bevölkern. Er bekundete sein Dasein, seine Gegenwart und seine Gerechtigkeit, indem er zu den Menschen durch die Naturkräfte sprach, die — das eine Mal wohltätig und ein andermal feindlich und unbarmherzig — die Verfehlungen korrigierten oder die guten Taten belohnten.

48. Aber nicht nur die Stimme der Elemente sprach zu euch von mir, Ich sandte der Welt auch Menschen, welche zur Tugend rieten, den Geist der Menschen wach hielten und sie das Dasein eines göttlichen Wesens lehrten, dem sie dienen und das sie verehren sollten.

49. Dies war die Erste Zeit, das erste geistige Reich, in welchem der Vater im Herzen des Menschen regierte, der voller Gnaden in jener Heimat lebte, die für seinen Geist geschaffen war.

50. Doch diese Heimstatt, die der Herr im Herzen seiner Kinder zu errichten begann, musste er gleichfalls in drei Zeitaltern oder Reichen heranbilden.

51. Die Zweite Zeit oder das zweite Reich begründete der Vater, als sein Wort in Jesum Mensch wurde und unter den Menschen lebte; und die Dritte Zeit, mit der dies Werk geistiger Vervoll- kommnung zum Abschluss kommt, leitete er mit seinem Kommen als Heiliger Geist in dieser Zeit ein, was das dritte Reich darstellt.

52. Im ersten offenbarte sich der göttliche Geist als Gerechtigkeit, im zweiten war er Liebe, und um dies Werk in der Dritten Zeit zum Höhepunkt zu bringen, zeigte er sich als Licht der Weisheit und Offenbarung.

53. Seht hier drei Reiche, die ein einziges bilden, drei Zeitalter, in denen ein Werk geistiger Vervollkommnung vollendet wird, drei Epochen, die ein Geheimnis enthielten, das der Meister euch an diesem Tage enthüllt hat. Aber seid euch bewusst, dass diese drei Reiche in sieben Abschnitten herangebildet wurden, wovon ihr ein Abbild bei der Erschaffung der materiellen Natur habt — sieben Etappen, deren letzte die vollkommene Heimat des Geistes ist.

54. Die erste dieser geistigen Entwicklungsetappen auf der Welt wird von Abel repräsentiert, dem ersten Diener des Vaters, welcher Gott sein Brandopfer darbrachte. Er ist das Symbol des Opfers. Die Missgunst erhob sich gegen ihn.

55. Die zweite Etappe repräsentiert Noah. Er ist das Symbol des Glaubens. Er baute die Arche aufgrund göttlicher Inspiration und führte die Menschen hinein, um sie zu retten. Gegen ihn erhob sich die Volksmenge mit ihrem Zweifel, Spott und heidnischer Gesinnung im Geiste. Doch Noah hinterliess seinen Samen des Glaubens.

56. Der dritte Zeitabschnitt wird durch Jakob versinnbildlicht. Er verkörpert die Kraft, er ist Israel, der Starke. Er sah geistig die Himmelsleiter, auf der ihr alle aufsteigen werdet, um euch zur Rechten des Schöpfers zu setzen. Gegen ihn erhob sich der Engel des Herrn, um seine Kraft und seine Beharrlichkeit auf die Probe zu stellen.

57. Der vierte wird durch Moses symbolisiert; er verkörpert das Gesetz. Er weist die Tafeln vor, auf denen es für die Menschen aller Zeiten niedergeschrieben ist. Er war es, der mit seinem unermesslichen Glauben das Volk befreite, um es auf dem Weg der Errettung zum Gelobten Land zu führen. Er ist das Sinnbild des Gesetzes.

58. Der fünfte Zeitabschnitt wird durch Jesum, das göttliche Wort, das unbefleckte Lamm repräsentiert, welcher zu allen Zeiten zu euch gesprochen hat und weiterhin zu euch sprechen wird. Er ist die Liebe, um derentwillen er Mensch wurde, um in der Menschenwelt zu leben. Er erlitt den Schmerz derselben, zeigte der Menschheit den Weg des Opfers, der Liebe und der Barmherzigkeit, auf dem sie die Erlösung von all ihren Sünden erreichen soll. Er kam als Meister, um zu lehren, wie man in bescheidenen Verhältnissen aufwächst und doch in der Liebe lebt, bis zur Selbstaufopferung geht und liebend, vergebend und segnend stirbt. Er verkörpert die fünfte Etappe und sein Symbol ist die Liebe.

59. Den sechsten Zeitabschnitt repräsentiert Elias. Er ist das Symbol des Heiligen Geistes. Er kommt auf seinem Feuerwagen und bringt das Licht zu allen Nationen und allen Welten, die euch unbekannt, mir aber bekannt sind, weil Ich der Vater aller Welten und aller Geschöpfe bin. Dies ist die Etappe, in der ihr derzeit lebt — jene des Elias. Sein Licht ist es, das euch erleuchtet. Er ist der Repräsentant jener Lehren, die verborgen waren und die dem Menschen in dieser Zeit offenbart werden.

60. Der siebte Zeitabschnitt wird durch den Vater selbst verkörpert. Er ist das Ziel, der Höhepunkt der Entwicklung. In ihm ist die Zeit der Gnade, das siebte Siegel.

61. Hiermit ist das Geheimnis der sieben Siegel gelöst. Das ist der Grund, weshalb Ich euch sage, dass diese Epoche das Sechste Siegel beinhaltet. Denn fünf von ihnen sind schon vergangen, das sechste ist nun gelöst, und das siebte bleibt noch verschlossen, sein Inhalt ist noch nicht gekommen, es braucht noch Zeit, bis diese Etappe bei euch Einzug hält. Wenn sie da ist, wird Gnade, Vollkommenheit und Friede walten. Aber um sie zu erreichen — wie viele Tränen wird der Mensch noch vergiessen müssen, um seine Seele zu läutern.

62. Wenn die Läuterung zu Ende ist, wird die Versuchung zurückgehalten werden. Die Kriege zwischen den Menschen werden aufhören, und es wird keine Zerrüttung noch Verderbtheit mehr geben. Dann wird das Reich des Friedens und der Gnade kommen, die Menschheit wird grossen geistigen Fortschritt erreichen, und ihre Verbindung mit dem Geist des Vaters wird direkt sein.

63. Ebenso wie Ich euch offenbart habe, dass der Mensch seinem Schöpfer ähnlich ist, sage Ich euch jetzt, dass dies materielle Reich, das von mir mit Gnade und Vollkommenheit geschaffen wurde, ein offenes Buch ist, das zu euch immer von den drei Reichen, den drei Zeiten und der Machtvollkommenheit des Vaters gesprochen hat. Die Schöpfung wurde gleichfalls so erschaffen, dass die sieben Etappen ihrer Entstehung ein Vorbild für die sieben Siegel sein sollten, jenem grossen Buch des Lebens, dessen Schleier, der sein Geheimnis verhüllte, Ich mit dem Lichte meines Wortes weggezogen habe.

64. Lasst zu, dass das Licht des sechsten Siegels euch erleuchtet.

65. Ich allein werde sagen können, wann die sechste Etappe endet und die siebte beginnt. Ihr lebt in der sechsten Etappe, in der Zeit Elias', in der Dritten Zeit. Doch obwohl ihr ganz vom Licht meines Geistes, das meinem Worte entströmt, umgeben seid, habt ihr euch noch nicht von der Sünde freigemacht, noch habt ihr die Vollkommenheit erreicht, indem ihr euch von Geist zu Geist mit meiner Göttlichkeit verbindet. Aber eure Kinder, die kommenden Generationen, werden diese Reinheit erreichen und werden meine Jünger sein, die geistig mit ihrem Meister Zwiesprache halten, wahrhaftige Propheten auf dem Wege der Welt. Sie werden in Frieden und im Einklang mit allen Gesetzen leben und schliesslich die wahre Heimstatt des menschlichen Geistes auf Erden schaffen.

66. Wahrlich, Ich sage euch, bis diese Prophetien in Erfüllung gehen, werden noch viele Sonnen vorübergehen, viel Wasser wird noch vom Himmel fallen, viele Jahre werden noch verstreichen und von den Menschen vergessen werden, und auch viele Generationen. Aber zuletzt wird jene Zeit kommen, in der der Vater sein Werk auf diesem Planeten krönt.

67. Nehmt diese schlichte Unterweisung mit euch, die klar ist wie das Licht des Tages und durchsichtig wie das Wasser, damit ihr in der Stille eures Kämmerleins, in den besinnlichen Stunden der Nacht, das ergründet und überdenkt, was Ich euch offenbart habe, und ihr werdet euch an seiner Vollkommenheit erquicken können.

Mein Friede sei mit euch!


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