Unterweisung 157

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 157



So spricht der Herr:


1. Volk Israel, du offenbarst mir dein Herz. Ich will, dass du mich als deinen Vater liebst. Mein Geist sehnt sich nach deiner Liebe. Die Welt hat mich vergessen, und wenn sie mich sucht, tut sie es mittels unvollkommener Kulte, und da sie keine Beweise meiner Gegenwart hat, verliert sie ihren Glauben und wird ungläubig. Wenn ihr jemandem sagen würdet, dass Ich derzeit zum Volke Israel spreche, so würde er es nicht glauben, würde Beweise von mir fordern und wäre wie Thomas. Doch Ich habe euch gesagt: "Selig, wer ohne zu sehen glaubt."

2. Der Tempel, den Ich für mich bereitet habe, ist im Geiste des Menschen selbst, wie Ich euch immer gelehrt habe.

3. Studiert meine Kundgebungen und denkt daran, dass Ich ein weiteres Mal zu euch gekommen bin, weil ihr nicht zu mir zu kommen verstandet. Obwohl ihr das Gesetz, mein Wort und die Prophetien hattet, habt ihr eure Bestimmung nicht verstanden und eure Mission nicht erfüllt. Wenn ihr sie richtig erfasst hättet, würdet ihr die Ereignisse erwarten, die dies neue Zeitalter anzeigen.

4. Ich bin gekommen, euch wie in der Zweiten Zeit meine Unterweisung zu geben. Viele werden mich nicht anerkennen, nur jene, die sich vergeistigen, werden diese Kundgebung klar erkennen. Ihr, die ihr mich hört, habt Mitgefühl für die Menschheit, die meine Spur nicht entdeckt hat, und bereitet euch vor, um zu lehren, und werdet zu Meistern. Mit welcher Freude werdet ihr bei euren Schülern deren Glauben und Kenntnis in meiner Lehre wachsen sehen.

5. Viele Herzen werden zu mir kommen. Die von Hochmut erfüllt sind, werden demütig herbeikommen. Andere werden von ihrem Gewissen geleitet ankommen, ihre Werke ermessend und mit grosser Reue. Ich erwarte sie, um sie vorzubereiten, damit ihr Geist wie eine reine Quelle ist und mein Wort wie kristallklares Wasser, das ihren Durst löscht.

6. Elias wurde gesandt, jene vorzubereiten, die dies Licht empfangen sollten. Er überraschte die Menschheit, in tiefem Schlafe befangen und taub für alles, was geistig ist. Nur einige wenige waren vorbereitet, um die Botschaft zu empfangen. Welche Glückseligkeit war in jenen Kindern, als sie meine Verheissung erfüllt sahen! Und welche Liebe war in meinem Geiste für alle Menschen! Die Jahre sind vergangen, und mein Wort voll Lebenskraft ist herabgeströmt, um die Herzen zu nähren. Andere werden später erwachen, wenn diese Kundgebung vorüber ist. Doch sie sollen nicht darüber klagen, denn eine Zeit grösster Gnade kommt für alle, in der ihr bestrebt sein werdet, ohne körperliche Mittler mit mir Zwiesprache zu halten.

7. Die Wissenschaftler werden von mir heimgesucht werden. Viele fremdartige Krankheiten werden aufkommen, und sie werden sie nicht zu heilen verstehen; sie werden unfähig sein, den Schmerz zu lindern. Nur jene, die sich geistig emporwenden, werden die Fähigkeit zum Heilen haben. Es wird Geistliche geben, die voll Verlangen, sich zu vergeistigen, sich dem "Volk Israel" anschliessen werden. Viele, die "Erste" gewesen sind, werden "Letzte" sein. Von vielen Institutionen und Kirchen, die nicht auf Fundamente der Liebe gegründet gewesen sind, wird kein Stein auf dem anderen bleiben. Ich säubere derzeit die Felder, und Ich will nicht, dass neben dem Weizen das Unkraut wächst.

8. Besucht die Heime, wendet euch dem Krankenlager zu, steht denen bei, die in Gefängnissen und an Sühneorten leiden, tröstet alle, geht hin in meinem Namen und betätigt eure Geistesgaben.

9. Nehmt euch die geistige Welt zum Vorbild, eifert ihr nach in ihrer Geduld und in ihrer Liebe zur Menschheit, in ihrem Kampf um euer aller Wohlergehen.

10. Viele, die die Welt sehr geliebt, aber später auf mich gehört haben, erkannten ihre Irrtümer und spürten in sich das Verlangen wachsen, sich zu läutern. Sie durchleben einen inneren Kampf, und hernach fragen sie mich: "Herr, ist es notwendig, das 'Fleisch' und die Welt zu verleugnen, um zu erreichen, dass unser Geist sich befreit?" Darauf antworte Ich ihnen: "Das Verdienst besteht nicht in der Verleugnung des 'Fleisches', sondern darin, die Harmonie zwischen dem Geist und dem Körper, der ihm als Hülle dient, zu erlangen." Doch wie diese Harmonie erreichen, wenn der Geist sich nicht zuvor von seinem Gewissen leiten lässt?

11. Meint ihr, dass Ich euren Körper als einen Feind eures Geistes eingesetzt habe? "Nein", antwortet ihr mir. Aber so haben sie sich immer verhalten — wie Feinde. Immer hat das eine mit dem anderen in einem beständigen Krieg gelegen — das "Fleisch", weil es die Welt mit ihren falschen Festgewändern bevorzugt, und der Geist, weil er das Verlangen fühlt, sich zu befreien und einen Grad höherer Vollkommenheit zu erreichen.

12. Nur meine Unterweisungen, die die Erläuterung des Gesetzes sind, werden euch zur Eintracht, zur inneren Versöhnung eures Wesens bringen können. Glaubt mir: Wenn ihr diese Schlacht gewonnen habt, dann wird euch der ganze Weg leicht werden.

13. Ihr sollt dies so verstehen: Das "Fleisch" ist das Schiff, der Geist ist der Steuermann. Wie sollte es richtig sein, dass das Schiff den Steuermann lenkt, wie es ihm gefällt?

14. Aus diesem Mangel an Harmonie im Menschen sind die grossen Unwetter entstanden, bei denen in der Mehrzahl der Fälle der Geist der Besiegte war. Doch wenn das "Fleisch" schliesslich durch die Überzeugungskraft und das Vertrauen, mit dem sich der Geist auf sein grosses Ziel zubewegt, gefügig geworden ist und ohne Aufbegehren die Aufgabe annimmt, die ihm zukommt, und seiner Seele nicht mehr das entzieht, was ihr zusteht, dann wird die Harmonie zwischen den beiden Naturen erreicht sein, aus denen das menschliche Geschöpf besteht. Ihr werdet diese Erhebung erreichen, wenn Körper und Seele gemeinsam auf dem Pfade der geistigen Entwicklung wandeln, den ihnen mittels ihres Gewissens die Liebe und die Weisheit ihres Schöpfers weist. Das "Fleisch" wird sich dann aufgrund seines Gehorsams, seiner Folgsamkeit und Sanftmut gegenüber den Befehlen des Geistes am Kreuz des Opfers und der Entsagung kreuzigen, um seinem Geiste die Erhebung und die Freude zuteil werden zu lassen, seinen Platz im ewigen Leben erreicht zu haben.

15. Die Willensfreiheit ist der höchste Ausdruck, ist das vollendetste Geschenk der Freiheit, die dem Menschen auf dem Lebensweg gewährt wurde, damit seine Beharrlichkeit im Guten, die er durch den Rat des Gewissens und durch die im Kampfe bestandenen Prüfungen erlangt hat, ihn den Schoss des Vaters erreichen lassen soll. Doch die Willensfreiheit ist durch die Zügellosigkeit ersetzt worden, das Gewissen wird überhört; man hört nur noch auf die Forderungen der Welt, und die Vergeistigung ist durch Materialismus ersetzt worden.

16. Angesichts so grosser Verwirrung und einer solchen Verirrung, wird den Menschen dieser Zeit meine Lehre absurd erscheinen. Doch Ich sage euch, dass es die rechte Unterweisung ist, um zu erreichen, dass die Menschen sich von der Lethargie, in die sie geraten sind, frei machen.

17. Erdenpilger, legt euren Wanderstab und euer Reisebündel ab und ruht euch aus von eurer langen Wanderschaft. Setzt euch her zu mir, esst von meinem Brot und sprecht mit eurem Meister. Lasst euren Geist in einer vollkommenen Gemeinschaft zu mir kommen.

18. Ihr seid das gleiche Volk, das mir zu anderen Zeiten im Verlangen nach Vervollkommnung seiner Seele nachgefolgt ist, doch jetzt fragt ihr mich überrascht: "Warum bist Du zu uns zurückgekehrt?" Und Ich antworte euch: Es steht geschrieben, dass der Geist meiner Kinder für alle Ewigkeit zur Rechten seines Herrn leben wird. Doch damit ihr zu mir gelangen könnt, ist es notwendig, dass ihr in der Nachfolge eures Meisters lernt und Verdienste erwerbt.

19. Ich habe zu allen Zeiten meinen Samen in euch gesät, doch wie wenige sind derer, die mich geliebt haben. Ich habe meine Macht durch Abgesandte, durch Erwählte aus einer grossen Zahl von Geistwesen offenbart — seit dem gerechten Abel, welcher ein Vorbild der Demut war, Joseph, dem Sohn Jakobs, welcher mit Weisheit und Heiligkeit gesalbt war; Johannes dem Täufer, der nur lebte, um von mir Zeugnis abzulegen, ohne irgend etwas von der Welt zu gebrauchen, das seinem Körper oder seiner Seele geschadet hätte. Und wie diese, die reinen Geistes waren, gibt es so viele andere, die ihr kennt und deren Werk im Laufe der Jahre wächst und riesige Ausmasse annimmt. Doch haben euch so viele Beweise und so viele Rufe, die ihr in der Unendlichkeit habt verhallen lassen, nicht genügt, weil ihr in meinen Sendboten nicht den Abglanz meiner Göttlichkeit erkennen wolltet.

20. Ihr habt um die Gegenwart eures Herrn gebeten, um ihm ganz nahe zu sein und seine Stimme zu hören, die in eurer eigenen Sprache spricht, und es wurde euch gewährt, damit ihr euer Seelenheil erlangt. Doch obwohl Ich euch so nahe war und Ich zu meinem Volk gesprochen habe, seid ihr mir nicht nachgefolgt und habt mich genötigt, zu euch zurückzukommen.

21. Meine Lehre der Zweiten Zeit steht im Buche eures Gewissens geschrieben. Ich lehrte euch, die Liebkosung und die Zärtlichkeit Marias zu lieben und zu empfangen. Ich war glücklich, die Wärme des mütterlichen Schosses zu spüren und auch die Nahrung zu geniessen, die ihr Busen mir darbot. Ich konnte mit ihr fröhlich sein und teilte auch die Mühsal und das schwere Tagewerk mit ihr. Ich empfing die Liebkosung der Strahlen des Königsgestirns und genoss den Anblick der Berge, der Felder, des Meeres, und allem liess Ich meine Segnungen zuteil werden. Ich segnete die Getreidefelder, die Gewässer und alles, was den Menschen Nahrung gibt.

22. Ich reichte die Freundeshand, freute mich über die Unschuld der kleinen Kinder, die Anmut und edle Gesinnung der jungen Männer und die Herzensreinheit der Jungfrauen. Es erfüllte mich mit Befriedigung, die Selbstlosigkeit und Opferbereitschaft der Mütter und die Tatkraft der Männer zu betrachten. Dreiunddreissig Jahre lebte Ich auf der Welt, damit der Mensch die Vollkommenheit und das Vorbild seines Herrn unmittelbar miterleben sollte, den er aus der Nähe betrachten konnte, um zu lernen, mich beständig zum Vorbild zu nehmen. Ich lehrte euch die Liebe zu Gott sowie die Befolgung seiner Gesetze. Ich sagte euch, wie ihr eure Eltern, eure Geschwister und eure Kinder lieben solltet, sprach zu euch von der Liebe zwischen Ehegatten, zeigte euch den anständigen Weg der Arbeit, der gegenseitigen Achtung und Hilfsbereitschaft, lud euch dazu ein, in vollkommener Gemeinschaft mit dem Vater zu leben und auch im Einklang mit der Natur.

23. Dennoch — viele waren berufen, und nur wenige waren auserwählt. Zwölf waren es, denen Ich die Fülle meiner Weisheit zuteil werden liess. Sie machte Ich für das Zweite Testament verantwortlich, für die Lehren, die beinahe alle in bildlichem Sinne gegeben wurden, für meine unzähligen Gleichnisse; und all dies war für immer in den Geist der Menschen geprägt, damit es weder die Zeit, noch die wechselvollen Geschicke auszulöschen vermöchten.

24. Ich gab jenen Geschöpfen Mut, damit nichts sie einschüchtern sollte in dem Kampfe, der sie erwartete, und sie den Schriftgelehrten die Stirne zu bieten und sich über die menschliche Wissenschaft hinwegzusetzen verstünden. Ich sagte meinen Jüngern: "Ich lasse euch als Hirten der Menschen zurück, jener Herde, die heute zerstreut ist und die in einer einzigen Hürde vereint werden muss." Auch sagte Ich ihnen: "Erbauet den Tempel"; doch als Ich dies zu ihnen sagte, meinte Ich nicht aus Steinen erbaute Tempel, Ich sprach zu ihnen vom Geiste, welcher der passende "Ort" ist, um eine Wohnung für euren Herrn zu errichten. Der Mensch kann sich meinen Tempel nicht einmal vorstellen, denn ihn bildet das Universum mit allen seinen Geschöpfen, und in ihm befindet sich der wahre Altar, die Opfergabe und das Licht.

25. Das Herz meiner Jünger war zubereitet, das Gefäss war innen und aussen rein und voller Güte, Glaube und Hoffnung. So brachen sie auf, um der Menschheit die Frohe Botschaft zu bringen. Als sie nach meinem Abschied zu ihren Mitmenschen sprachen, sagten sie ihnen: "Ihr alle könnt den Herrn empfangen; in seinem Worte ist das Blut und der Körper des Meisters enthalten."

26. So sprachen sie, und Ich führte sie Schritt für Schritt. Sie verstanden zu lehren und alle ihre Worte durch Taten zu bestätigen. Wo immer sie waren, waren sie innerhalb des Tempels — ob in der Wüste, in der Heimat oder in den verschiedenen Ländern, die ihr Fuss betrat. Ihr Mund war wie ein Quell kristallklaren und erfrischenden Wassers, der die Völker läuterte.

27. Sie trugen wie Jesus weder Krone, noch Zepter, noch Purpurmantel; sie waren demütig. Ich sagte ihnen: "Seid demütig, seid die 'Letzten', wohin ihr auch geht. Gebt euren Mitmenschen alles, was ihr von mir empfangen habt, verheimlicht nichts und sorgt dafür, dass mein Saatkorn sich mehrt und zu allen Herzen gelangt."

28. Meine Jünger achteten stets das menschliche Leben, sie wagten niemals, meinen Platz als Richter einzunehmen. Sie wussten eine Angelegenheit, ob gerecht oder ungerecht, mir zu überlassen, denn nur Ich konnte sie richtig lösen. Sie fragten die Menschen nicht, warum sie sündigten, und gegenüber allen hatten sie Mitgefühl und Erbarmen.

29. Jetzt in der Dritten Zeit, während mein Volk sich dem Ende meiner Kundgabe nähert, rüste Ich neue Jünger zu. Alles hat sich nach meinem Willen vollzogen. Ich erbaue derzeit im Geiste meiner Kinder den unzerstörbaren Tempel.

30. Präsentiert mir keine weiteren Symbole und stellt mich nicht mehr in körperlicher Gestalt dar. Hört und befolgt nur meine Inspirationen. Dies wird genügen, um eure Vergeistigung zu erreichen.

31. In dieser Zeit habt ihr meine Stimme in der gleichen Weise gehört, in der Ich sie euch in der Ersten Zeit hören liess, in der Ich den Geist der Menschen erbeben liess.

32. Jetzt gebe Ich euch meine Unterweisung nicht mehr durch Jesum, mein inkarniertes Wort. Ich habe zu euch durch menschliche Geschöpfe gesprochen, denn nun seid ihr höherentwickelt und könnt mich verstehen und mein Wort übermitteln.

33. Schon ist das Ende dieser Kundgebung nahe, um sie dann in einer höheren Form wiederaufzunehmen durch den Beginn der Zwiesprache von Geist zu Geist mit eurem Schöpfer, welche die höheren Geistwesen gebrauchen, die bei mir wohnen.

34. Fürchtet nicht den Tag meines Abschieds, denn Ich werde niemals ferne von euch sein. Nach meiner Himmelfahrt in der Zweiten Zeit zeigte Ich mich meinen Jüngern, begrenzt in der Gestalt Jesu, um ihnen Trost zu spenden. Heute wisst ihr nicht, wie viele Tage ihr mich nicht fühlen werdet, doch am Ende derselben werdet ihr mich wieder erblicken und werdet spüren, dass Ich euch inspiriere, und dass eurem Verstande neue Worte zuströmen. Ich bitte euch nur um Vereinigung, ein einziger "(Gemeinde)Körper" und ein einziger Wille, damit ihr auf diese Weise würdig seid, zum Ziele zu gelangen. Es werden an diesem Tage (des Abschieds) die zwölf Stämme des auserwählten Volkes zugegen sein, die zwölf Apostel werden euch gleichfalls begleiten, damit ihr euch durch ihr Beispiel ermutigt fühlt. Denn wie sie lasse Ich euch wie Schafe unter hungrigen Wölfen zurück. Doch Ich werde mit euch sein in eurer Verfolgung, im Gefängnis, in jedem Augenblick, in dem ihr mich benötigt.

35. Ich werde meinen Samen beschützen.

36. Ihr müsst euch noch viel Mühe geben, damit, wenn Ich dann sehe, dass unter meinem Volke die Liebe, die Reinheit und die Schlichtheit regiert, Ich euch als Meister der Menschheit zurücklasse. Wenn sie euch um Unterweisung bitten, so gebt sie ihnen, wenn sie euch zum Schweigen bringen, so schweigt in Demut. Säet stets auf eurem Wege, wie Ich es euch gelehrt habe.

37. Liebt eure Mitmenschen, damit ihr unter ihnen die Fundamente des Friedens und der Eintracht legt.

38. Volk, wann wirst du Frucht tragen? Viel Zeit ist schon vergangen, seit Ich euch lehre, und noch immer erstehen nicht die Apostel, die die Menschen so sehr benötigen für ihren geistigen Aufbruch.

39. Kurz ist die Zeit, die euch bleibt, um mich zu hören, und es ist erforderlich, dass ihr meine Lektionen lernt, damit es euch leichter ist, von ihnen Zeugnis abzulegen.

40. Denkt daran: Wenn mein Wort an euch aufgehört hat, hängt es von eurem Vorbild und euren Werken ab, ob viele der Herzen, die nicht das Glück hatten, mich bei dieser Kundgebung zu hören, zum Glauben erwachen und sich zu meinem Werke bekehren.

41. Ich nenne euch als ein Beispiel für diese Worte die Bekehrung des Saulus, später Paulus genannt, der seinen Körper und seinen Geist völlig dem Dienste seines Herrn widmete.

42. Paulus zählte nicht zu den zwölf Aposteln, er ass nicht an meinem Tische, noch folgte er mir auf den Wegen nach, um meine Unterweisungen zu hören. Vielmehr glaubte er nicht an mich, noch blickte er mit freundlichen Augen auf die, die mir nachfolgten. In seinem Herzen existierte die Idee, den Samen, den Ich meinen Jüngern anvertraut hatte, welcher sich gerade auszubreiten begann, zu vernichten. Aber Paulus wusste nicht, dass er einer der Meinen war. Er wusste, dass der Messias kommen musste, und er glaubte daran. Doch konnte er sich nicht vorstellen, dass der demütige Jesus der verheissene Heiland sein sollte. Sein Herz war voll des Hochmuts der Welt, und deshalb hatte er die Gegenwart seines Herrn nicht empfunden.

43. Saulus hatte sich gegen seinen Erlöser erhoben. Er verfolgte meine Jünger sowie die Leute, die sich an sie wandten, um meine Botschaft von den Lippen jener Apostel zu vernehmen. Und so überraschte Ich ihn, als er dabei war, die Meinen zu verfolgen. Ich berührte ihn an der empfindsamsten Stelle seines Herzens, und sogleich erkannte er mich, weil sein Geist mich erwartete. Deshalb hörte er meine Stimme.

44. Es war mein Wille, dass jener weithin bekannte Mann sich auf diese Weise bekehren sollte, damit die Welt auf allen seinen Wegen jene überraschenden Werke miterleben konnte, die ihr als Ansporn zum Glauben und zum Verstehen dienen sollten.

45. Wozu noch im einzelnen das Leben dieses Mannes durchgehen, der von da an sein Leben der Liebe zu seinen Nächsten widmete, inspiriert von der Liebe zu seinem Meister und seinen göttlichen Unterweisungen?

46. Paulus war einer der grössten Apostel meines Wortes, sein Zeugnis war immer von Liebe, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit und Licht durchdrungen. Sein früherer Materialismus wurde zu einer sehr hohen Geistigkeit, seine Härte zu unendlicher Sanftmut; und so wurde der Verfolger meiner Apostel zum eifrigsten Sämann meines Wortes, zum unermüdlichen Wanderprediger, welcher die göttliche Botschaft seines Herrn, für den er lebte und dem er sein Leben weihte, in verschiedene Nationen, Provinzen und Dörfer brachte.

47. Hier hast du, geliebtes Volk, ein schönes Beispiel von Bekehrung und einen Beweis dafür, dass Menschen, auch wenn sie mich noch nicht gehört haben, grosse Apostel von mir werden können.

48. Heute sage Ich euch: Wo ist mein Volk? Wo ist jenes, das klug in den Prüfungen, mutig in den Schlachten und standhaft in den Kämpfen ist? Es ist über die Welt verstreut. Doch Ich werde es mit meiner Stimme zum Aufbruch veranlassen und es geistig vereinen, damit es allen Völkern vorangeht. Aber Ich sage euch, dass es heute von Menschen aller Rassen gebildet werden wird, die begreifen werden, welcher Art das Bündnis ist, das Ich von allen Menschen erwarte.

49. Dies Volk soll mutig und kämpferisch sein, doch soll es keine brudermörderischen Waffen noch Kriegswagen haben, auch soll es keine Vernichtungsgesänge anstimmen. Sein Banner soll der Friede sein, sein Schwert die Wahrheit, und sein Schild die Liebe.

50. Niemand wird entdecken können, wo dies Volk ist: Es ist überall. Seine Feinde werden versuchen, es zu vernichten, aber sie werden es nicht können, denn nirgendwo werden sie es irdisch vereint finden, weil seine Einheit, seine Ordnung und seine Harmonie geistig sein werden.

51. Während ein Moses es einst befreite, auf ausgedörrten und einsamen Wegen führte und mitten durch feindliche Scharen ziehen liess, die es umzingelten, bis er es zu den Toren des Gelobten Landes gebracht hatte, wird heute ein Elias, der unsichtbar, aber doch spürbar und gegenwärtig ist, das Volk zum Kampfe rufen und ihm lichtvolle Wege weisen, um es mit festem und sicherem Schritt zu den Schwellen der Heimstätte zu bringen, die Ich für euren Geist in Bereitschaft halte.

52. Das geistige Gesetz, das ihm als Richtschnur und Führer dient, ist das gleiche, das Ich in Stein prägte, und das euch auf dem Berge Sinai offenbart wurde. Das geistige Brot, das es erhält, ist dasselbe, das in dem Wort enthalten ist, das euch durch Jesum gegeben wurde. Das Licht, das ihm Hoffnung und Mut gibt, um niemals mehr vom Weg der Wahrheit abzuirren, wird die Inspiration sein, die in dieser Zeit aus der Unendlichkeit herniederkommt, um dem menschlichen Geist alles zu offenbaren, was ihm unbekannt war.

53. Jeder, der in den Fähigkeiten, die Ich ihm gewährt habe, sowie in den Geistesgaben Fortschritte zeigt, der ausserdem ein unermüdlicher Wahrheitssucher ist, oder der die Vergeistigung liebt — wahrlich, Ich sage euch, er wird einer der Soldaten dieses Volkes sein und wird den Ruf seines Herrn vernehmen, wenn er ihn zum Kampfe ruft, ebenso, wenn er ihn zum Frieden auffordert.

54. Erscheint euch dies Bild nur als ein schöner Traum?

55. Als sich Moses in Ägypten an Israel wandte und ihm die Segnungen des Gelobten Landes ankündigte, zweifelte das Volk, weil es sich daran gewöhnt hatte, ans Joch der Knechtschaft und an die Leiden der Sklaverei gekettet zu sein, weshalb es ihm unmöglich erschien, dass es für sie ein Land der Freiheit und des Wohlergehens geben könnte. Dennoch machte sich jenes Volk auf den Weg und näherte sich immer mehr jenem Land, das ihm zuerst nur als ein schöner Traum erschien, bis es schliesslich die Frucht seiner Beharrlichkeit und seiner Treue erreichte.

56. Macht euch keine Vorstellung von mir mit Krone und Zepter; nein, seht mich lieber demütig und schlicht.

57. Ich will, dass ihr die Essenz meines Wortes aufnehmt, welche die Nahrung für jede Seele ist. In ihr werdet ihr das Brot des Lebens, den Wein geistiger Freude, die Frucht wahrer Liebe finden.

58. Es ist nötig, dass ihr, während ihr mit mir an diesem Tische der Liebe und Vergeistigung speist, lernt, mit mir zu sprechen und mich zu hören. Denn diese Kundgebung, der ihr derzeit beiwohnt, ist nur vorübergehend, und es ist unerlässlich, dass ihr lernt, geistig mit mir Zwiesprache zu halten, damit, wenn ihr meine Stimme nicht mehr in dieser Form hört, ihr euch nicht verlassen, allein oder verwaist fühlt.

59. Erquicket euch in dieser Zeit, da ihr meine Kundgabe habt. Aber verdrängt niemals den Tag aus eurem Bewusstsein, der nach meinem Willen festgesetzt ist, an dem ihr zum letzten Mal mein Wort empfangt.

60. Ich sage euch dies: Weil für jene, die sich zu sehr an meine Kundgabe gewöhnt haben, der Tag, an dem sie mich nicht mehr hören können, der "Tod" ist, sie dann der Versuchung ausgesetzt sein werden, durch unerlaubte Mittel eine Kundgebung zu erlangen, die die Leere ihres Herzens etwas ausfüllt. Doch dort wird nicht mein Licht sein.

61. Ihr müsst schon jetzt begreifen, dass, wenn diese Kundgabe kein festgesetztes Ende hätte, ihr niemals einen Schritt nach vorn machen könntet, denn ihr hättet kein Interesse daran, mein Wort zu studieren, noch euch um die geistige Zwiesprache zu bemühen. Wozu dies tun, wenn ihr Tag für Tag dies Wort vernehmen und ihr diesen Trost jedes Mal empfangen könntet, wenn ihr ihn erbittet? Aber wenn die Unterweisung abgeschlossen und die Botschaft übergeben ist, wird alles anders sein. Wenn ihr mich dann nahe fühlen wollt, müsst ihr über all das nachsinnen, was euer Gedächtnis bewahrt hat, und wenn ihr euch stark fühlen wollt, müsst ihr euch einer wirklichen geistigen Pflichterfüllung widmen, bei der ihr zu Sämännern des Friedens, des Lichtes, des Heilbalsams und der Liebestätigkeit werdet.

62. Um euretwillen soll die Zeit, in der ihr mich durch das menschliche Verstandesorgan hört, nur kurz sein, denn ihr seid so kindlich und gebrechlich, dass ihr euch schon nach kurzer Zeit, in der ihr mich hört, an meine Gegenwart in dieser Form zu gewöhnen beginnt. Ihr fühlt nicht mehr jene Gemütsbewegung, die euch in den ersten Tagen erfasste, und immer weniger erlebt ihr jene Freude, jene Beseligung, wenn ihr mir zuhört — ein Glücksgefühl, das euch in vielen Nächten sogar den Schlaf raubte beim Gedanken daran, dass ihr mich vernehmen würdet und im Verlangen danach, dass der Tag und der Augenblick wiederkäme, an dem ihr jene Stimme hört, die zu vernehmen euch zuweilen unmöglich erschien.

63. "Ist es wirklich wahr", habt ihr euch in eurem Herzen gefragt, "dass ich die Stimme meines Herrn vernehmen kann? Bin ich etwa würdig, durch dies wunderbare Wort der Kundgebung meines Schöpfers beizuwohnen? O Meister, welch grosse Wonne hast Du unserem Geiste beschert, indem Du uns Deine väterliche Stimme, Dein Wort als Meister, Dein Göttliches Wort hören lässt!" Ihr wurdet nicht müde, mich zu vernehmen, und wolltet kein einziges Wort versäumen und alle meine Weisungen befolgen. Aber die Zeit verging, und es wurde euch zur Gewohnheit, mich zu hören, und da ihr euch nicht mehr zu vertiefen bemühtet, begann euch mein Wort zu ermüden, das ihr eintönig fandet — "immer dasselbe, immer gleich" — ohne euch bewusst zu machen, dass ihr es wart, die nicht mehr vorbereitet herbeikamen wie in den ersten Tagen, als ihr euch andächtig und erfüllt von Ehrfurcht, Staunen, Glauben, Liebe und Demut nahtet.

64. Ich kann euch sagen, dass es kein einziges Herz gegeben hat, dem, nachdem es mich einige Zeit vernommen hat, mein Wort und meine Kundgebungen nicht zu etwas Alltäglichem geworden wären, weshalb Ich euch nochmals sage, dass ihr infolge eurer menschlichen Unreife und Schwäche nicht für lange Zeit in der Vergeistigung standhaft zu bleiben vermögt, und es besser ist, dass Ich die Zeit meiner Kundgabe um euretwillen begrenze. Denn wenn Ich es nicht tue, würdet ihr schliesslich alle keine Achtung mehr für etwas fühlen, das eine Gnade gewesen ist, die euer Meister in Erfüllung eines Versprechens der Zweiten Zeit euch jetzt gewährt hat.

Mein Friede sei mit euch!


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