Unterweisung 152

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 152



So spricht der Herr:


1. Es ist ein Tag des Gedenkens, an dem die verschiedenen Religionsgemeinschaften grosse Scharen versammeln, die nach dem Worte Gottes hungern. Seht, wie jede von ihnen der Passion Jesu in anderer Weise gedenkt.

2. Es ist ein Gedenktag, an dem das Herz des Menschen sich für eine kurze Zeitspanne von den irdischen Vergnügungen abwendet, und er ahnt, dass seine Bestimmung nicht auf dieser Welt endet, sondern dass er wie Jesus in diesem Leben die Strasse der Bitternis durchlaufen muss, um sich zur Rechten des Herrn zu erheben.

3. Wie wenige sind derer, die die Passion des Meisters ohne Riten und sinnbildliche Darstellungen in ihrem Herzen nachzuerleben vermögen! Ihr Spiritualisten, die ihr mich durch das menschliche Verstandesorgan vernehmt — erwartet nicht, dass Ich jenes Drama in Form einer sinnfälligen Schaustellung wiederhole. Ich werde euch nur zugestehen, dass ihr durch mein Wort der Werke und Lehren gedenkt, die Ich euch in jenen Stunden gab. Aufs neue sind die Jünger bei mir, und Ich habe ihnen gesagt: Wachet und betet, seid auf der Hut vor den Fallen der Versuchung, bedenkt, dass das Fleisch schwach ist.

4. Wenn Ich euch seinerzeit sagte, dass Ich euch ein neues Gebot geben will, indem Ich sagte: "Liebet einander", so sage Ich euch heute, dass dies Gebot auch weiterhin das erste und das letzte ist.

5. Ich sagte meinen Jüngern in der Zweiten Zeit: "Sehr bald werdet ihr mich nicht mehr sehen, denn Ich gehe zum Vater. Doch bald werde Ich erneut unter euch sein, denn Ich werde euch den Tröster senden, den Geist der Wahrheit." Und hier bin Ich, Jünger der Dritten Zeit, und erfülle mein Wort und meine Verheissung.

6. Als die Stunde nahte und das Abendmahl zu Ende war, hatte Jesus seinen Jüngern die letzten Anweisungen gegeben. Er brach auf zum Olivengarten, wo er zu beten pflegte, und sprach zum Vater: "Herr, wenn es möglich ist, so nimm diesen Kelch von mir. Doch nicht mein, sondern Dein Wille geschehe." Dann näherte sich jener meiner Jünger, der mich ausliefern sollte, begleitet von der Schar, die mich ergreifen sollte. Als jene fragten: "Wer ist Jesus, der Nazarener?" — näherte sich Judas seinem Meister und küsste ihn. Im Herzen jener Männer war Furcht und Betroffenheit, als sie die ruhige Gefasstheit Jesu sahen, und sie fragten noch einmal: "Wer ist Jesus?" Da ging Ich auf sie zu und sagte ihnen: "Hier bin Ich, Ich bin’s." Da begann meine Passion.

7. Sie brachten mich vor Priester, Richter und Machthaber. Sie verhörten mich, urteilten über mich und klagten mich an, gegen das Gesetz Moses' zu verstossen und ein Reich schaffen zu wollen, welches das des Kaisers zerstören sollte.

8. Wie viele Herzen, die wenige Tage zuvor meine Werke bewundert und gesegnet hatten, vergassen diese, zeigten sich undankbar und schlossen sich denen an, die mich schmähten. Doch es war notwendig, dass jenes Opfer sehr gross war, damit es niemals aus den Herzen der Menschen gelöscht würde.

9. Die Welt und ihr als Teil von ihr habt mich verlästert, verspottet und erniedrigt gesehen, wie es kein Mensch hätte sein können. Doch geduldig leerte Ich den Kelch, den ihr mir zu trinken gabt. Schritt für Schritt erfüllte Ich meine Liebesbestimmung unter den Menschen und schenkte mich allen meinen Kindern.

10. Selig, die an ihren Gott glaubten, obwohl sie ihn blutüberströmt und keuchend erlebten.

11. Doch etwas Schwereres erwartete mich noch: Zwischen zwei Räubern an ein Holz genagelt zu sterben. Aber so stand es geschrieben, und also musste es in Erfüllung gehen, damit Ich als der wahre Messias erkannt würde.

12. Als Ich von der Höhe des Kreuzes herab meine letzten Blicke auf die Menschenschar richtete, erblickte Ich Maria, und sagte ihr mit Bezug auf Johannes: "Mutter, dies hier ist Dein Sohn", und zu Johannes: "Sohn, dies ist Deine Mutter."

13. Johannes war der einzige in jener Stunde, der den Sinn des folgenden Satzes verstehen konnte, denn die Volksmenge war so blind, dass, als Ich sagte: "Mich dürstet", sie der Meinung war, dass es körperlicher Durst war, und sie mir Galle und Essig reichte, während es doch Durst nach Liebe war, den mein Geist litt.

14. Auch die beiden Übeltäter rangen neben mir mit dem Tode, doch während der eine lästerte und sich ins Verderben stürzte, liess sich der andere vom Lichte des Glaubens erleuchten, und obwohl er seinen Gott an den schmachvollen Kreuzesbalken genagelt und dem Tode nahe sah, glaubte er an seine Göttlichkeit und sagte zu ihm: "Wenn Du im Reich der Himmel bist, so gedenke meiner", worauf Ich, von soviel Glauben bewegt, antwortete: "Wahrlich, Ich sage Dir, heute noch wirst Du mit mir im Paradiese sein."

15. Niemand kennt die Stürme, die in dieser Stunde im Herzen Jesu tobten. Die entfesselten Naturgewalten waren nur eine schwache Widerspiegelung dessen, was in der Einsamkeit jenes Menschen vor sich ging, und der Schmerz des göttlichen Geistes war so gross und so real, dass das Fleisch, das sich für einen Augenblick schwach fühlte, ausrief: "Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?"

16. So, wie Ich die Menschen zu leben lehrte, lehrte Ich sie auch zu sterben, wobei Ich selbst denen vergab und sie segnete, die mich schmähten und marterten, als Ich zum Vater sprach: "Vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."

17. Und als der Geist diese Welt verliess, sagte er: "Vater, in Deine Hände befehle Ich meinen Geist." Das vollkommene Lehrbeispiel war vollbracht, als Gott und als Mensch hatte Ich gesprochen.

18. Doch hier bin Ich, Volk, wie Ich es euch versprach. Ich komme nicht im Körper, das heisst im Fleische, sondern im Lichte, und sage euch: Die Zeit ist vorbei, in der Ich, um meinen Samen zu säen, ihn mit Blut bewässern musste; doch wie sehr müsst ihr euch stattdessen läutern und zubereiten.

19. Inspiriert vom Lichte des Heiligen Geistes werdet ihr Schritt für Schritt diese Lehre aussäen, sie dem "Tauben" zu Gehör bringen und sie den "Blinden" schauen lassen. Ihr werdet wie der Meister Verhöhnung, Verleumdungen und Erniedrigungen erleiden, selbst von euren Angehörigen verspottet werden, doch ihr werdet nicht schwach werden. Denn sogleich werdet ihr euch daran erinnern, dass der Sohn des Höchsten, der ganz Macht und Weisheit war, nicht vor den Prüfungen der Menschen floh, damit er ihnen durch dieselben seine Wahrheit bezeugte.

20. Das ist der Grund, weshalb Ich euch immer wieder sage: Entnehmt meinem Worte die geistige und moralische Kraft für euren Lebenskampf, denn wer im Geiste stark ist, wird es auch in irdischen Dingen sein. Und Ich kann euch auch dies sagen, dass ihr manchmal sogar bis zum Opfertod gehen werdet, wie Ich es euch durch Jesum in der Zweiten Zeit lehrte.

21. Wache und bete, Volk, nicht nur wegen der materiellen Gefahren, sondern auch wegen der Fallstricke, die eure Augen nicht erkennen können — jene, die von unsichtbaren Wesen stammen.

22. Die grossen Legionen verwirrter Seelen führen Krieg mit den Menschen, wobei sie deren Unwissenheit, Stumpfheit und Mangel an geistigem Schauen ausnützen; und die Menschen haben ihre Waffen der Liebe nicht vorbereitet, um sich vor ihren Angriffen zu schützen, weshalb sie bei diesem Kampfe wie schutzlose Wesen erscheinen.

23. Es war notwendig, dass meine geistige Lehre zu euch kam, um euch zu lehren, wie ihr euch zurüsten müsst, um bei diesem Gefecht siegreich zu bestehen.

24. Von jener unsichtbaren Welt, die in eurer eigenen Welt lebt und webt, gehen Einflüsse aus, welche die Menschen heimsuchen, sei es in ihrem Verstande, in ihren Gefühlen oder in ihrem Willen, und sie zu ergebenen Dienern, zu Sklaven, zu Werkzeugen, zu Opfern machen. Überall erscheinen geistige Kundgaben, und dennoch wollen die Erdenmenschen weiterhin nicht wahrnehmen, was ihren Geist umgibt.

25. Es ist nötig, die Schlacht zu beginnen, das Dunkel zu zerstören, damit, wenn das Licht in den Menschen anbricht, alle sich in einer wahren Gemeinschaft vereint aufmachen und durch das Gebet in dem Kampfe siegen, den sie gegen die Mächte aufnehmen, die sie so lange Zeit hindurch beherrscht haben.

26. Menschen und Völker sind der Macht jener Einflüsse erlegen, ohne dass die Menschheit es bemerkt. Seltene und unbekannte Krankheiten, die von ihnen erzeugt werden, haben die Menschen niedergeworfen und die Wissenschaftler verwirrt.

27. Wie viel Zwietracht, wie viel Verwirrung und Schmerz hat der Mensch auf sich gehäuft. Das Fehlen von Gebet, Moral und Geistigkeit hat die unreinen und verstörten Wesen angezogen. Und was kann man schon von denen erwarten, die ohne Licht und ohne Zurüstung abgeschieden sind?

28. Dort sind jene, die ihr betrogen und unterdrückt habt, die ihr verstört und gedemütigt habt. Nur Verwirrung und Finsternis können sie euch zusenden, sie können nur Rache üben, und sie machen euch nur Vorwürfe.

29. Nennt mich jetzt nur Zauberer und Hexenmeister, weil Ich euch diese Dinge offenbare, während doch nicht Ich es bin, der sie veranlasst hat, sondern ihr. Ich will nur alle miteinander vor dem Dunkel, dem Schmerz und dem (geistigen) Tode bewahren, denn Ich bin das Licht, das vor den Menschen und vor den Legionen verwirrter Seelen erstrahlt. Wer von ihnen wird mich zuerst erkennen?

30. Als Ich in der Zweiten Zeit einen Besessenen befreit hatte, sagten jene, die dies sahen, dass Jesus einen Pakt mit dem Geist des Bösen habe. Der Geist hingegen, der jenen Menschen quälte, sprach zu mir und sagte: "Ich weiss, wer du bist: der Heilige Gottes."

31. Dennoch gab es auch solche, die, verwundert über jene Werke, sagten: "Aufgrund welcher Autorität und Vollmacht befiehlt er den unreinen Wesen, und sie gehorchen ihm?" Sie wussten nicht, dass diese Geistesgabe in allen Menschen ist, dass ihr alle jene Waffen mit euch führt. Später wiederholten meine Jünger die Werke ihres Meisters und bewiesen damit, dass Christus gekommen war, um die Menschen zu unterweisen; nicht nur, um seine Macht zu zeigen, sondern um den Menschen die Geistesgaben und die Vollmacht zu offenbaren, die sie alle besitzen.

32. Betet, sagte euch der Meister, das Gebet verleiht den Waffen der Liebe strahlenden Glanz, mit welchen ihr für die Menschheit den Frieden erringen sollt. Es bewirkt, dass die Geistesgaben erwachen, die Seele hellfühlend, der Blick erkennend und das Herz empfindsam wird.

33. Volk, Ich habe dich gelehrt, dich aus den unsichtbaren Schlingen zu befreien und euch dagegen zu verteidigen, euch von den fremdartigen Krankheiten zu heilen und von den schlechten Einflüssen frei zu machen. Aber wahrlich, Ich sage euch — wie Ich euch bereits offenbart habe — nur das Gebet und die Tugend können euch dazu dienen, diese Prüfungen zu überstehen. Wenn ihr euch als Ersatz dafür andere Massnahmen ausdenkt, werdet ihr Opfer solcher Einflüsse werden, und anstatt euren Weg licht zu machen, werdet ihr das Dunkel vermehren. Dann wird euch die Welt zu Recht Hexenmeister, Zauberer nennen, während Ich euch eine kostbare Gabe gegeben habe, um allen bedürftigen Seelen Licht und Frieden zu bringen.

34. Wann werdet ihr es erreichen, dass sich jene ganze Welt der Finsternis, des Leidens und der Verirrungen in eine Welt des Friedens verwandelt? Wann werdet ihr das Licht der hohen geistigen Sphären auf euch zu ziehen vermögen, damit ihr mit allen euren Mitmenschen in Einklang kommt in jener Heimstatt, die Ich euch bestimmt habe?

35. Aufgrund der Unterweisung, die Ich euch in meinem Worte gegeben habe, sind wirkliche Wunder unter euch geschehen. Die Seelen erwachen für einen neuen Tag, die Herzen schlagen voller Hoffnung. Jene, die die Wahrheit nicht zu erkennen vermochten, weil ihre Unwissenheit wie eine Binde war, die ihre geistigen Augen bedeckte, sehen jetzt und blicken verwundert um sich. Die körperlich (wie auch seelisch) Kranken werden gesund, wenn sie in ihrem Wesen, in ihrem Herzen die Essenz meiner Worte aufnehmen.

36. Dann entströmt dem Innersten, dem Reinsten dieses Volkes ein Dankgebet für die Werke, die Ich an ihm tue, und es sagt mir: "Danke, Herr, denn Du hast uns für würdig erachtet, dass sich diese Wunder in uns vollziehen."

37. Wenn diese Männer und Frauen sich dann erheben, gestärkt durch mein Wort der Liebe, des Trostes und der Weisheit, haben sie ihre Mitmenschen aufgesucht und auf ihrem Wege Wunder vollbracht, oftmals ohne sich dessen bewusst zu sein.

38. Durch ihren Glauben heilen sie Herzen, durch ihr Zeugnis vertreiben sie die Finsternis und rütteln jene wach, die gleichgültig waren. Mit ihrer Intuition lösen sie die Probleme des Lebens, und durch ihre Kraft vermögen sie den Prüfungen standzuhalten. Ihre Hände lernen die Kranken zu "salben", ihr Verstand findet den Weg, mein Wort zu ergründen und freut sich an ihm; ihr Gebet hilft ihnen, ihre Geistesgaben zu entfalten, die eingeschlummert waren, und indem sie so Schritt für Schritt vorangehen, erreichen sie, dass ihr Herr ihren Weg mit Wundern besät.

39. Die Versammlungsstätten, in denen sich mein Wort kundgetan hat, haben sich vervielfacht, wobei jede von ihnen wie eine Schule wahren Wissens ist, wo die Menschen sich versammeln, die meine Jünger bilden und begierig herbeikommen, um die neue Lektion zu lernen.

40. Wenn jede dieser Gemeinden von all den Wohltaten Zeugnis ablegen würde, die sie aus meiner Barmherzigkeit empfangen hat, so würde das Bezeugen jener Wunder kein Ende haben. Und wenn ihr alles in einem Buche sammeln müsstet, was Ich vom ersten meiner Worte bis zum letzten durch alle meine Stimmträger gesprochen habe, so wäre dies ein Werk, das ihr nicht vollbringen könntet.

41. Doch Ich werde der Menschheit durch Vermittlung meines Volkes ein Buch zukommen lassen, in welchem die Essenz meines Wortes und das Zeugnis der Werke enthalten ist, die Ich unter euch vollbrachte. Fürchtet euch nicht, diesen Auftrag zu übernehmen, denn Ich werde euch inspirieren, damit in diesem Buch die Unterweisungen festgehalten werden, die unerlässlich sind.

42. Meint ihr etwa, dass das, was meine Apostel der Zweiten Zeit niederschrieben, alles war, was Ich auf Erden sprach? Wahrlich, Ich sage euch: Nein. Bedenkt, was mein Jünger Johannes sagte: "Der Werke, die Jesus vollbrachte, sind so viele, dass ich dafürhalte, dass die Welt die Bücher nicht fassen würde, die hierfür geschrieben werden müssten."

43. Seht, Jünger, auch ihnen habe Ich im Augenblick der Niederschrift nur das inspiriert und in Erinnerung gerufen, was unbedingt nötig war, um als ein Testament und Zeugnis für die zukünftigen Generationen erhalten zu bleiben.

44. In dieser Epoche habe Ich mein Wort erneut unter den für das Leben der Gnade Toten zu neuem Leben erweckt. Ich nenne euch so, weil ihr in eurem Wesen einen Geist habt, der sich nicht vom Brot des Lebens zu nähren wusste und deshalb nicht begriffen hat, dass er der Ewigkeit angehört.

45. Ich kam, um die Fruchtbarkeit des Wortes zu sehen, das Ich der Welt in der Zweiten Zeit übergab, und stellte fest, dass das Böse weiterhin in Blüte war und seine bitteren Früchte unter die Menschen gestreut hat. Ich suche die Spur, die mein Opfertod im Herzen des Menschen hinterlassen sollte, doch das Blut, das Ich entdecke, ist jenes, das von den Menschen in ihren brudermörderischen Kriegen vergossen worden ist — sündiges Blut bei dem einen, unschuldiges bei anderen. Immer spricht es zu mir von Feindschaften, niederen Leidenschaften, geistiger Finsternis, von Tod.46. Das ist die Welt, der du die Stirne bieten musst, o Volk. Doch fürchtet euch nicht, denn der Geist der Menschen hat sich sehr entwickelt, und wenn ihr mit Worten zu beraten versteht, die von Herzen kommen, wie Ich es euch gelehrt habe, werdet ihr erleben, wie sich ihre Augen dem Lichte öffnen und sie euch in Liebe und Barmherzigkeit ihre Arme entgegenstrecken.

47. Die gegenwärtige Zeit muss der Zurüstung und der Besinnung gewidmet sein, Volk, denn wenn du sie jetzt nicht nutzt, wirst du ihr noch nachtrauern.

48. Ihr müsst viel an euch arbeiten, damit ihr vorbereitet seid, euch aufzumachen und mein Wort zu predigen. Ihr müsst die völlige Erneuerung eures ganzen Lebens erreichen, damit, wenn jener, der die Lehre vernimmt, die ihr predigen werdet, euer Heim in Augenschein nimmt oder euren Schritten folgt, um euch auszukundschaften, nur Reinheit und Wahrheit in euren Werken findet.

49. Wenn ihr den Wunsch habt, der Welt die Grösse der Lehre zu zeigen, die Ich euch in dieser Zeit gelehrt habe, so denkt daran, dass ihr zuvor wie klare Spiegel werden müsst, die mein Licht widerspiegeln können. Vertraut nicht immer auf die Beredsamkeit eures Sprechens oder auf die mehr oder weniger grosse Fähigkeit eures Wortes. Wahrlich, Ich sage euch, die schönsten Worte werden niemals die Überzeugungskraft erreichen, die ein gutes Werk hat, so unscheinbar dieses auch sein mag.

50. Geliebtes Volk, dies ist der "dritte Tag", an dem Ich mein Wort unter den "Toten" zu neuem Leben erwecke. Dies ist die Dritte Zeit, in der Ich vor der Welt in geistiger Weise erscheine, um ihr zu sagen: "Hier ist derselbe Christus, den ihr am Kreuze sterben saht, und er spricht derzeit zu euch, denn er lebt und wird leben und wird immer sein."

51. Dagegen sehe Ich, dass die Menschen ein hinsichtlich des Glaubens, der Liebe und des Lichtes totes Herz im Leibe haben, obwohl sie in ihren Religionsgemeinschaften behaupten, die Wahrheit zu verkünden. Sie meinen, dass sie ihr Seelenheil gesichert haben, wenn sie in ihren Kirchen beten und an ihren Riten teilnehmen. Doch Ich sage euch, die Welt muss erfahren, dass das Heil nur durch das Vollbringen von Werken der Liebe und Barmherzigkeit erlangt werden wird.

52. Die Versammlungsstätten sind nur eine Schule. Die Religionsgemeinschaften sollen sich nicht nur darauf beschränken, das Gesetz zu erklären, sondern sie sollen dafür sorgen, dass die Menschheit versteht, dass das Leben ein Weg ist, auf dem man das zur Anwendung bringen muss, was man vom göttlichen Gesetze gelernt hat, indem man meine Lehre der Liebe ausübt.

53. Wer nur der Unterweisung zuhört, wer sich damit begnügt hat, der Lehrstunde, der Unterweisung beizuwohnen, und damit bereits seine Pflicht erfüllt zu haben glaubt, befindet sich in einem schweren Irrtum, denn wenn er die Lektion lernte, die ihm offenbart wurde, und sie nicht in die Tat umsetzte, wurde er weder seinem Meister, noch seinen Mitmenschen, noch sich selbst gerecht. Er war dann nur ein Schüler, der die Unterweisung zu verstehen vermeinte und dabei das Wichtigste derselben vergass, das heisst: Liebe, Vergebung, Mitgefühl, Geduld, Glauben und alles, was eine göttliche Unterweisung an Gutem enthält und anrät, zur Tat werden zu lassen.

54. Geliebtes Volk, lerne, der "Letzte" zu sein, damit du in meinen Augen der Erste bist. Ich will euch von Herzen demütig haben, schlicht und tugendsam. Lasst euch nicht von den falschen Herrlichkeiten der Erde verführen, die nur dazu dienen, den Geist vom wahren Wege abzubringen oder ihn nicht weiter vorankommen zu lassen und ihn dadurch kostbare Zeit für seinen geistigen Fortschritt vergeuden lassen. Sucht immer den Platz, wo ihr nützlich sein könnt, und zieht diesen immer jenem vor, der euch als angesehener erscheint.

55. Seid nicht eitel noch leichtfertig, liebt nicht die Ehrenplätze, wie es die Pharisäer taten, um sich vor dem Volke aufzuspielen, damit dieses ihnen Ehren erweise.

56. Der wahrhaft hohe Geist befleckt sich nicht mit solchen Armseligkeiten, denn ihn stossen Prahlerei und Schmeichelei ab. Wer das Gesetz Gottes erfüllt, indem er es im geistigen und im menschlichen Leben verwirklicht, dem genügt der Friede vollauf, den er nach jedem seiner Werke von seinem Herrn empfängt.

57. Das Verlangen nach höherer Stellung, nach bewundernden Blicken und Schmeicheleien bedeutet, sich selbst mehr zu lieben als alle anderen, und dies bedeutet, sehr weit von der Erfüllung des Gesetzes Gottes entfernt zu sein.

58. Habe Ich euch nicht gesagt: Du sollst Gott mehr als alles Geschaffene lieben? Dies ist der Sinn des ersten Gebotes. Sagte Ich euch nicht: Du sollst deine Nächsten wie Geschwister lieben? Dies ist das Zweite, was ihr tun müsst. Erkennt also, dass eure Eigenliebe an letzter und niemals an erster Stelle stehen soll.

59. Deshalb nannte Ich jene Pharisäer heuchlerisch, die von sich behaupteten, die Eifrigsten im Dienste Gottes zu sein, und die doch immer bestrebt waren, die ersten in der Synagoge zu sein, die es genossen, die Huldigung der Leute zu empfangen, und die darauf bedacht waren, ihren Körper immer mit schönen Festgewändern zu kleiden, um unter ihnen ihre ganze Bosheit zu verbergen.

60. Ich will euch nicht Heuchler nennen. Wenn ihr euch nicht rein fühlt, so seid wenigstens zurückhaltend und stellt nicht Reinheit zur Schau; denn es wäre sehr traurig, wenn jemand, der bereits an eure Weisheit und Tugend glaubt, die Wahrheit entdeckt und sieht, dass euer Zeugnis falsch war.

61. Immer soll Aufrichtigkeit und Wahrheit in euren Handlungen zum Ausdruck kommen.

62. Immer soll Bescheidenheit euer Leben bestimmen, bittet euch der Meister.

63. Ihr werdet dann erleben, wie echte Tugend in eurem Herzen wohnen wird. Ihr werdet es merken, wenn eure rechte Hand ein gutes Werk getan hat, und eure linke davon nicht einmal etwas bemerkt hat.

64. Sagt der Welt, dass es nicht nötig ist, dass Christus in jeder Generation geboren wird und stirbt, damit ihr gerettet werden könnt; sagt, dass mein Wort der Zweiten Zeit noch immer lebendig ist und alle Seelen anrührt und das Herz jeder Generation ruft.

65. Ich übergebe euch meine neue Botschaft, damit sie euch das Verständnis der ganzen früheren Offenbarung erleichtert.

66. Ich bin zu den Menschen zurückgekehrt, um ihnen in ihren gegenwärtigen Prüfungen beizustehen. Der Meister sagt euch: Beunruhigt euch nicht, wenn ihr die Zeichen meiner neuen Kundgebung kennenlernt, freut euch vielmehr, weil Ich euch erlaubt habe, diese Unterweisungen direkt mitzuerleben.

67. So, wie Ich mich der Magdalena in der Zweiten Zeit nach dem Opfertod im Geiste zeigte, und diese überrascht und zugleich voll Freude ausrief: "Herr, gepriesen und verherrlicht seist Du für immer!", so bin Ich jetzt bei euch erschienen, als ihr glaubtet, dass der Meister abwesend sei oder gleichgültig gegenüber euren Leiden; und nach eurer Überraschung habt ihr mich gesegnet. Ihr habt in eurem Geiste mein Licht empfangen, und nachdem ihr eine so grosse Gnade empfangen habt, habt ihr euch an eure Mitmenschen erinnert und für sie Fürbitte eingelegt mit den Worten: "Ich habe das Glück, Dein Wort zu vernehmen, während andere diese Unterweisungen nicht kennen!" Doch der Meister sagt euch: Ich habe meinen Geist auf mancherlei Weise in allen Nationen kundgetan. Die sich innerlich bereitet haben, erkennen, dass sie in einer Zeit der Gnade und der Gerechtigkeit leben, und sie haben meine Gegenwart empfunden.

68. So, wie Ich Magdalena vergab, vergebe Ich euch allen, doch Ich will, dass ihr euch wie sie meiner würdig macht.

69. Wie viele Lehrbeispiele, die wert sind, als Vorbild zu dienen, könnt ihr von euren Geschwistern aus anderen Zeitepochen zusammentragen! Ihr Wirken ist wie ein offenes Buch. Doch ihr — wollt ihr nicht, dass euer Wirken als Vorbild niedergeschrieben bleibt? Ich werde jene eurer Werke, die Ich als würdig befinde, euren Nachkommen vor Augen führen. Ihr werdet heute, da ihr im materiellen Körper lebt, weder Ruhm noch Verehrung ernten. Seid demütig und lasst andere eure Werke bewerten.

70. In dem grossen Tagewerk, das euch erwartet, werde Ich euer (Helfer wie ein) Simon von Kyrene sein.

71. Meine Lehre wird grosse Umwälzungen auf der Welt hervorrufen, es wird grosse Wandlungen in den Sitten und Ideen geben, und selbst in der Natur werden Veränderungen eintreten. All dies wird den Beginn eines neuen Zeitalters für die Menschheit anzeigen, und die Geister, die Ich in Kürze auf die Erde senden werde, werden von all diesen Prophetien sprechen. Sie werden mein Wort erklären und die Werke erläutern, um bei der Wiederherstellung und Aufwärtsentwicklung dieser Welt mitzuhelfen.

Mein Friede sei mit euch!


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