Unterweisung 149

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 149



So spricht der Herr:


1. Hier ist wieder der Meister, der euch seine Unterweisung über euer Bewusstsein vermittelt.

2. Meine Liebe wird zum Worte des Lichtes unter den Menschen dieser Zeit, in welcher die Welt der Freiheit des Geistes bedarf, um meine Unterweisungen zu empfangen, die ihr den Weg zur Rettung zeigen. Doch komme Ich in dieser Zeit nicht als Mensch, Ich komme im Geiste zu jedem von euch und rufe die ganze Menschheit, damit sie die Grösse der geistigen Unterweisungen der Dritten Zeit erkennt. Es ist mein Wille, den Geist der Menschen dieser Epoche durch die Tugend meiner Jünger zu erleuchten. Die Moral ist aus den Herzen der Menschen gewichen, wenige nur sind es, die in meinem Gesetze verbleiben, und auch nur wenige, die sich mit ihrem Schöpfer zu verbinden wissen, und dies wegen der Verderbtheit und der geistigen Unwissenheit, die unter den Menschen herrscht.

3. Niemand erwarte oder suche mich in Gestalt eines Menschen, so wie Ich in der Zweiten Zeit kam. Sucht mich auch nicht durch Bildwerke, von Menschenhänden gemacht.

4. Das Zeugnis der Dritten Zeit wird nicht das einzige sein, das zu euch von meiner Liebe zur Menschheit spricht — es werden die Taten und Worte der drei Zeiten sein, in denen sich der Vater dem Menschen offenbart hat.

5. Ich habe jene "Eingeweihte" genannt, die als erste beginnen, sich die Kenntnis meiner Unterweisungen zu eigen zu machen. Ich habe ihnen den Grund für viele Ereignisse offenbart, damit sie ihr Urteilsvermögen in der Vernunft und in der Wahrheit stärken.

6. Ich komme erneut, die Menschen zu lehren, nicht um von ihnen zu lernen. In der Zweiten Zeit sah man mich im Tempel der Weisheit mit Fürsten und Gesetzeslehrern sprechen, die Ich mit Worten in Erstaunen setzte, die ein Mensch weder aussprechen noch begreifen kann. Dies geschah in der Kindheit Jesu.

7. Als der Zeitpunkt des Predigens kam, machte Ich mich auf den Weg zum Jordan auf der Suche nach dem Täufer, der mich sogleich erkannte, als er mich erblickte. Die Art, in der Johannes mich erkannte, und die Demut, mit der er seinen Meister verehrte, sind ein Beispiel von Vergeistigung, von Sehertum und Erhebung.

8. Heute bin Ich zu euch zurückgekehrt und Ich musste viel zu euch sprechen, um den Materialismus, den Zweifel und die Kälte eures Herzens zu überwinden.

9. Hier bin Ich, Jünger, und lehre euch die Gaben eures Geistes zu erkennen, die Verzückung zu begreifen, denn in der Verzückung vernehmt ihr die Stimme des Geistes*, wird das Undurchdringliche transparent und das Dunkel erhellt.

(* Spanisch "conciencia" heisst wörtlich Gewissen oder Bewusstsein. Passender erscheint manchmal „Geist“, der in seinem Kern den göttlichen Funken mit dem Gewissen wie auch das Bewusstsein enthält.

10. Dieser Zustand der Erhöhung darf nicht das Vorrecht nur einiger weniger Wesen sein; es ist eine Gabe, die in jedem Geiste schlummernd vorhanden ist, aber Ich habe mich in den vergangenen Zeiten immer gerne jener bedient, welche von dieser Gnade Gebrauch zu machen verstanden. Damit die Verzückung vollkommen ist, müsst ihr vorher eine Fastenzeit einhalten, wie die Gerechten der Ersten Zeiten.

11. Bevor Jesus die Frohe Botschaft zu predigen begann, lehrte er euch in der Zweiten Zeit diese Lektionen, indem er sich für vierzig Tage in die Wüste zurückzog, um sich in der Einsamkeit zu sammeln, geistig zu versenken und im Allerhöchsten zu stärken.

12. Wahrlich, Ich sage euch, in jenen Stunden der innigsten Gottverbundenheit schaute Jesus als Mensch das Symbol des Opfertodes, und sein Körper erzitterte. Der Himmel tat sich auf, und darin schaute er das Ende, das ihn erwartete. Er sah den verfinsterten Berg und auf der Höhe desselben ein Kreuz, an das er genagelt war. Seine Ohren vernahmen den Spott einer Volksmenge und die Sätze, die sie an ihn richteten: "Wenn Du der Sohn Gottes bist, so steige herab vom Kreuz und rette Dich." Er trank den Leidenskelch, denn er sollte euch in jener Prüfung seine ganze Liebe zeigen. Es war seine Mission, euch den Weg zu zeigen und euch mit den göttlichen Waffen der Liebe, der Vergebung und der Demut zu besiegen. Diese Waffen sind machtvoller als irgendein Schwert und haben mehr Gewalt als die wütenden Wogen des Meeres. Sie haben selbst solche Menschen Liebe fühlen lassen, die sie niemals empfunden hatten.

13. Nach einer gewissen Zeit waren die Menschen von meiner Lehre der Wahrheit, der Liebe und des Trostes besiegt.

14. Ich verlange nicht, dass ihr mir auf dem ganzen Weg der Aufopferung und des Blutes nachfolgt, den Ich in der Zweiten Zeit durchschritt. Die einen von euch werden einen Teil erfüllen, die anderen werden dem Meister in einem anderen Beispiel nacheifern, denn Christus gibt es nur einmal.

15. Macht euch bereit, mir nachzuleben, denn noch wisst ihr nicht, welcher Teil es ist, dem ihr nacheifern müsst. Doch falls euch beschieden sein sollte, wie Jesus zu fühlen, dass die Worte der Scheinheiligen und der Ungläubigen euch wie Peitschenhiebe auf dem entblössten Leibe treffen, so erhebt euch in Verzückung zum Vater, wie es euch der Meister am Kreuze lehrte, und die Gotteskraft wird voll auf eurem Geiste ruhen, welcher seinen Körper stärken wird. Wenn ihr dann eure Augen öffnet, werdet ihr dasselbe wie Jesus in der Wüste erleben, als nach der Verzückung, während die goldene Sonne die Felsen und den Sand durchglühte, frische Tropfen von Tau, welche ein Lufthauch herantrug, seine Stirne liebkosten und seine Qual linderten.

16. Bevor Jesus, der Gerechte unter den Gerechten, in welchem der göttliche Geist verborgen war, das Reich der Liebe bekannt machte, bereitete er sich auf diese Weise vor, um euch ein weiteres Beispiel von Demut und Vollkommenheit zu geben; und ihr, die Jünger der Dritten Zeit, habt gehört, dass mein Wort euch gesagt hat: Kommt zu mir und seid die guten Sämänner meines Wortes, denn die Welt ist von ihrem geistigen Pfade abgeirrt.

17. Ich habe euch an Lehren der Zweiten Zeit erinnert, damit ihr sie mit meinen neuen Unterweisungen vereint und mit ihnen die Menschheit erleuchtet, o Arbeiter der Dritten Zeit!

18. Fühlt meine Gegenwart, die euren Geist erleuchtet und euch zubereitet, damit ihr meine Friedensbotschaft versteht.

19. Vergesst eure Leiden, damit ihr mein Wort aufnehmt und sein Wesensgehalt in eurem Herzen bleibt.

20. Ich habe euch ein weiteres Mal zur Erde gesandt, damit ihr eure Mission fortsetzt, damit ihr erkennt, dass euer Geist eine Stufenleiter der Vervollkommnung zurücklegen muss, und ihr euren Verdiensten entsprechend eine grössere Entwicklungshöhe erreichen werdet. Ihr habt einen einzigen Meister, ein einziges Licht wird euch leiten und weist euch immer den Weg zu eurer Höherentwicklung. Ihr alle könnt aufsteigen, wenn ihr eure Mission erfüllt. Schon vor langer Zeit habt ihr die Lebensreise begonnen, und doch habt ihr euch bisher nur wenig aufwärtsentwickelt. Ich gebe euch dafür einen Ansporn, wenn Ich euch schon in dieser Welt, in der ihr heute lebt, das geistige Leben anderer Welten erahnen lasse.

21. Wenn ihr das Leben aller Lebewesen näher betrachtet, werdet ihr es mit vielen Wohltaten und Liebesbeweisen beschenkt sehen können. Ihr werdet in mir den besten Freund, den untrennbaren Gefährten und den göttlichen Arzt entdecken. In dieser Zeit, in der Ich über alle meine Kinder meinen liebevollen Schutz ausbreite, sollt ihr an all jenen Gaben Anteil haben, weil ihr nach meinem Ebenbild geschaffen seid.

22. Lange Zeit habt ihr euch selbst und die Bande, die euch mit mir verbinden, sowie eure mir ähnliche Natur vergessen, und deswegen seid ihr gesunken und vom Wege abgekommen. Der geistige Pfad hat kein Ende, und Ich zeige ihn euch von seinem Anfang an. Wenn ihr nicht auf ihm seid, so kommt herbei, und Ich werde euch helfen, ihn zu begehen, die verlorene Zeit wieder einzuholen.

23. Damit die Welt euch nicht versklavt, widmet einen Teil eurer Zeit der Schulung und Entwicklung eures Geistes.

24. Viele eurer Mitmenschen leben in einer grossen Trostlosigkeit. Sie sind in eurer Nähe, und ihr habt es nicht bemerkt. Ihr könnt euch noch nicht in die Herzen einfühlen, aber es ist mir wohlgefällig, wenn Ich euch meine Unterweisung ausüben sehe, und Ich habe mehr Gefallen daran, jene zu betrachten, deren Geist Liebe und Trost spendet, als jene, die sich nur dem Studium meines Wortes widmen und ihre Pflichten gegenüber ihren Mitmenschen vergessen.

25. Arbeitet, damit ihr Frieden habt, setzt euch in dieser Zeit voll ein, damit ihr ein Beispiel durch Arbeit, Gehorsam und Glauben gebt.

26. Ich komme zu euch, um als der alleinige Gott erkannt zu werden, der Vater aller Wesen, um euch zu sagen, dass Ich aus einem jeden von euch einen Jünger und einen Erben von mir machen will. Ich werde euch von meiner Unterweisung, die einem mächtigen Baume gleicht, einen Samen geben, damit ihr ihn grosszieht und ihn an vielerlei Orte tragt, damit sich die Menschheit von seinen Früchten nährt.

27. Jede falsche Auslegung, die von meinem Worte oder meinen Werken gegeben wurde, werde Ich richtigstellen, denn Ich will eure Erkenntnis vereinheitlichen, so dass ihr mich alle in gleicher Weise liebt. Wacht für die Welt und lasst euren Geist den Menschen Licht und Frieden bringen und sorgt dafür, dass die Welt von dem hellen Lichte erleuchtet wird, das von meinem Geiste ausstrahlt. Das Licht ist Fortschritt, die Liebe ist Erlösung, und der Friede ist Hoffnung. Die Liebe ist Sache des Herzens, der Friede gründet im Geiste, und beide sind ein Abglanz der Ewigkeit.

28. Ich sehe, dass einige meiner Kinder sich bei dem liebevollen Worte Jesu gelangweilt fühlen, und zwar deshalb, weil ihre Sinne nicht bei meinem Worte sind; sie sind in Gedanken mit materiellen Angelegenheiten beschäftigt, und daher sind ihre Herzen leer, wenn sie aufhören, mir zuzuhören. Aber der Meister lässt nicht nach, sich seinen Kindern zu nähern, um ihre Herzen durch seine göttliche Unterweisung höher schlagen zu lassen.

29. Menschen, die ihr eure Fähigkeiten erweckt, um die menschliche Wissenschaft kennenzulernen, und dieselben beim Studium der göttlichen Geistlehre einschlummern lasst! Ihr geht ermüdet auf den mit Dornen gespickten Wegen auf der Suche nach dem Ziel eures menschlichen Wissens. Doch Ich werde meine Diener unter den Verlorenen aussuchen und ihre Herzen in Liebe zu ihren Mitmenschen schlagen lassen.

30. Auch wenn die Menschen sich nicht um ihren geistigen Fortschritt kümmern — Ich wache für alle Geister. Wenn sie nicht auf die Stimme ihres Gewissens hören, die meine eigene Stimme ist, werden sie keine Zwiesprache mit meiner Göttlichkeit erlangen.

31. Diese Menschheit ist infolge ihres Materialismus noch immer götzendienerisch! Aaron, Aaron, du hast das Götzenbild vor den Augen Israels geschaffen, doch wahrlich, die falschen Götter werden vom Sockel gestossen zu Boden stürzen! Wo ist der Tempel Salomons? Wo das Allerheiligste? Wenn Ich die Symbole, die gestattet waren, zum Verschwinden brachte — wie sollte Ich da nicht die fanatischen Kulte bis zur Ausrottung bekämpfen? Salomon erbaute einen materiellen Tempel, um mich anzubeten, doch selbst von ihm blieb kein Stein auf dem anderen.

32. Die Geistlichen dieser Zeit kleiden sich königlich, um symbolisch bei der Opferung Jesu zu amtieren, und obwohl sie dabei meinen Namen und meine Stellvertretung in Anspruch nehmen, entdecke Ich, dass ihr Verstand verwirrt ist, ihr Herz aufgewühlt ist von den Stürmen der Intrigen und der Leidenschaften. Es gibt nicht einen, der als Prophet verkündet, dass Ich mich unter den Menschen dieser Zeit befinde. Sie werden grosses Leid erfahren, denn es ist keine geistige Zurüstung unter ihnen. Wo ist die Erfüllung derer, die vor Jesum gelobt haben, seiner Spur zu folgen? Wo sind die Nachfolger meiner Apostel? Gibt es irgendeinen, der Johannes gleicht, der zu den ersten gehörte, oder Paulus, der zu den Nachfolgenden zählte?

33. Daher naht sich der Meister euch aufs neue, um seine Unterweisung wiederaufzunehmen. Schon sehe Ich die neuen Pharisäer und Schriftgelehrten voll Hass gegen mich anstürmen. Gerade dann werde Ich fragen: "Wo sind meine Jünger?" Doch wenn die Stolzen, die Falschen, die Reichen, die ihre Macht zu verlieren fürchten, die durch meine Wahrheit Bedrohten, mich erneut verspotten und verfolgen, werden wilde Stürme losbrechen. Aber nicht Ich werde es sein, der unter der Last des Kreuzes zusammenbricht, sondern jene, die die Opferung dessen forderten, der ihnen das Leben gab.

34. Es ist keine menschliche Stimme, die ihr in diesen Augenblicken vernehmt, es ist die Stimme des Himmels, die euch die Geschehnisse ankündigt, die kommen werden, damit ihr, die ihr meine Prophetien hört, vorbereitet und nicht bestürzt seid, wenn ihr erlebt, dass selbst die Naturgewalten aus dem Gleichgewicht geraten; denn Ich bin die universelle Macht und die Gerechtigkeit, und in Gerechtigkeit werde Ich mich offenbaren.

35. Ich bin gekommen, die Laster der Welt zu beseitigen, damit die Menschen sich von sündhaften Bräuchen und Vorstellungen frei machen, sich inspirieren lassen und vom Geiste sprechen. Dann werden sie mich symbolisch in der liebevollen Gestalt Jesu erblicken, die ihnen den Weg weist, der zum wahren Ziel des Geistes führt, wo Ich sie erwarte.

36. Ihr seid Hüter des "Dritten Testaments". Bewahrt dies Vermächtnis mit grösstem Eifer für die zukünftigen Generationen. Zeigt mein Werk mit der Vollkommenheit, die ihm innewohnt, denn wenn ihr zu mir kommen solltet, ohne eure Mission erfüllt zu haben, werdet ihr erneut ins Fleisch kommen müssen, und dann wird euer Kampf sehr hart sein.

37. Nehmt euch in dieser Zeit, in dieser Wüste des menschlichen Lebens, Moses zum Vorbild. Wahrlich, Ich sage euch: Ihr seid wiederum auf dem Berge (Sinai), denn dort wird meine Stimme ertönen und euch sagen: Versteht mich. Der Berg dieser Zeit ist eure Erhebung, bei der ihr mein Gebot empfangen und meine Stimme in eurem Gewissen vernehmen werdet. Schon von dort aus werdet ihr das Gelobte Land erblicken können, welches sich in der Vollkommenheit des Geistes befindet.

38. Das göttliche Gesetz vergeht niemals, die menschlichen Gesetze dagegen verändern sich sehr wohl gemäss der geistigen Entwicklung der Menschen.

39. "Du sollst Gott von ganzem Herzen und ganzer Seele lieben" ist das erste Gebot des göttlichen Gesetzes, das sich nicht geändert hat, noch sich ändern wird. Seine Essenz, sein Sinngehalt, seine Lehre sind ewig. Doch ihr habt auch gehört, dass euch gesagt wurde: "Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen", aber letzteres war kein Gebot des göttlichen Gesetzes, sondern eine der vielen menschlichen Satzungen, die jener Zeit entsprachen.

40. Ich kam zu euch in Jesum und sagte euch: "Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr als Kinder eures Vaters im Himmel erkannt werdet." Dies ist geistiges Gesetz, daher ewig gültig, es wird keinerlei Veränderung erfahren. Nur das Menschliche verändert, entwickelt und wandelt sich.

41. Was könnt ihr tun, um zu wissen, welches die Lehren, Offenbarungen, Prophetien und Gesetze sind, deren Brauchbarkeit bereits vergangen ist, und welche noch gültig sind? Welche Offenbarungen sind ewig in Kraft, und welche Prophetien sind nicht in Erfüllung gegangen? Wahrlich, Ich sage euch, nur das aufrichtige Gebet und ein fruchtbares Leben können euch genügend Spiritualität geben, um die göttliche Essenz zu entdecken, die Ich euch in den drei Zeiten übergeben habe.

42. Als die Schriftgelehrten und die Pharisäer die Taten Jesu beobachteten und entdeckten, dass diese nicht mit den ihrigen übereinstimmten, behaupteten sie, dass die Lehre, die er verkündete, gegen das Gesetz Moses' sei. Der Grund dafür war, dass sie das Gesetz mit den Traditionen verwechselten. Doch Ich bewies ihnen, dass Ich nicht gekommen war, das Gesetz, das der Vater dem Moses offenbart hatte, zu übertreten, sondern um es mit Worten und Werken zu erfüllen.

43. Es trifft zu, dass Ich mich über viele Traditionen jenes Volkes hinwegsetzte, denn der Zeitpunkt für deren Beseitigung war bereits gekommen, um eine neue Zeit mit höheren Unterweisungen einzuleiten.

44. Wenn Ich euch in den ersten Offenbarungen alles gesagt hätte, wäre es nicht notwendig gewesen, dass der Meister, der Messias, euch neue Unterweisungen lehren musste, noch dass in dieser Zeit der Heilige Geist gekommen ist, um euch die Herrlichkeiten des geistigen Lebens zu zeigen. Deshalb sage Ich euch, dass ihr euch nicht an das klammern sollt, was euch in früheren Zeiten offenbart wurde, als ob es das letzte Wort meiner Lehre gewesen wäre. Ich kam aufs neue zu den Menschen, und lange Zeit hindurch habe Ich mich durch ihr Verstandesvermögen kundgetan, und Ich kann euch überdies sagen, dass mein letztes Wort noch nicht gesprochen ist.

45. Sucht in meinem Buch der Weisheit immer das letzte Wort, die neue Seite, die euch die Bedeutung und den Sinngehalt des früher Gegebenen offenbart, damit ihr in Wahrheit meine Jünger seid.46. Heute lebt ihr fern von denen, die mehr als ihr leiden. Aber wenn erst einmal die Vergeistigung euer Leben erleuchtet, dann werdet ihr bei jenen zu leben suchen, von denen ihr heute Abstand haltet, weil ihr sie für verloren haltet, oder weil sie euch Widerwillen einflössen.

47. Ihr werdet zu Überbringern des Wortes des Lichtes, der Erlösung und der Hoffnung werden und euch jenen zuwenden, die von ihren Nächsten vergessen worden sind.

48. Zu niemandem sollt ihr mit Strenge sprechen, denn auf diese Weise erlöst man nicht. Ihr müsst lernen, dass man den Sünder nicht beleidigen darf, um seine Verfehlung zu bestrafen.

49. Ich sage euch: Wenn man zu Raubtieren mit Liebe spricht, neigen sie ihr Haupt.

50. Wenn jener, zu dem ihr sprecht, einige Verdienste haben sollte, so sagt es ihm. Wenn ihr in ihm irgendeine Tugend unter vielen Untugenden entdecken solltet, so sprecht zu ihm nicht von den Untugenden, sondern von der Tugend, um ihn zum Guten anzuregen und anzuspornen.

51. Die Liebe soll es sein, die euch leitet, damit ihr zu wahren Botschaftern des göttlichen Trösters werdet. Denn ihr, die ihr in keinen Abgrund hinabgestürzt seid, seid immer schnell bei der Hand, zu beschuldigen, zu richten. Ohne das geringste Mitgefühl verurteilt ihr leichtfertig eure Nächsten, und das ist nicht meine Lehre.

52. Wenn ihr, bevor ihr richtet, euch selbst und eure Fehler erforschen würdet — Ich versichere euch, euer Urteil wäre barmherziger. Ihr haltet jene in den Gefängnissen für schlecht und betrachtet als Unglückselige, die in den Krankenhäusern sind. Ihr haltet euch von ihnen fern, ohne euch bewusst zu machen, dass sie würdig sind, in das Reich meiner Liebe einzugehen. Ihr wollt nicht daran denken, dass auch sie das Recht haben, die Strahlen der Sonne zu empfangen, welche geschaffen wurde, um allen Geschöpfen, ohne irgendeine Ausnahme, Leben und Wärme zu schenken.

53. Jene an Orten der Sühne eingeschlossenen Menschen sind oftmals Spiegel, in denen sich die Menschen nicht erblicken wollen, weil sie wissen, dass das Bild, das jener Spiegel ihnen enthüllt, in vielen Fällen das einer Anklage sein wird.

54. Doch Ich sage euch: Gesegnet seien jene meiner Arbeiter, die in ihrem Herzen die Pein derer zu fühlen vermögen, welche der Freiheit oder der Gesundheit beraubt leben und die sie besuchen und trösten; denn eines Tages werden sie einander wieder begegnen, sei es in diesem oder einem anderen Leben, und ihr wisst nicht, ob sie dann nicht mehr Gesundheit, grössere Freiheit und mehr Licht haben als jene, die ihnen die Botschaft der Liebe in ein Gefängnis oder ein Krankenhaus brachten; dann werden sie sich in ihrer Dankbarkeit erkenntlich zeigen und jenem die Hand entgegenstrecken, der sie ihnen zu einer anderen Zeit reichte.

55. Jener Augenblick, da ihr mein Wort ihrem Herzen nahebrachtet, jener Moment, in welchem eure Hand über ihre Stirne strich und ihr sie an mich denken und mich fühlen liesset, wird niemals aus ihrem Geiste getilgt werden, so wenig wie in ihrem Verstande euer Gesicht und eure brüderliche Stimme in Vergessenheit geraten werden, weshalb sie euch überall erkennen werden, wo ihr euch auch befindet.

56. Während ihr hier mein Wort vernehmt, vergesst ihr für kurze Zeit die Leiden, die alle Menschen treffen, und ihr verdrängt aus eurem Bewusstsein die Vorstellungen von Zerstörung, Krieg und Tod, welche die Menschheit bedrohen.

57. Fürchtet ihr den Schmerz? — Verbannt die Sünde, und der Schmerz wird nichts gegen euch vermögen. Ihr sollt einen anderen Schmerz fühlen, aber es wird nicht mehr der auf sich selbst bezogene Schmerz sein. Es wird nicht der eure sein, sondern ihr werdet aus Liebe zu anderen zu leiden beginnen.

58. Wenn der Geist sich emporschwingt, fühlt er mit seinen Nächsten, und je mehr er sich mir nähert und mich liebt, desto grösser ist seine Liebe zu seinen Brüdern.

59. Ich lehre euch derzeit, auf dem Pfade zu wandeln, der euch von den Ängsten und Leiden befreit, welche die Anfeindungen und ehrgeizigen Bestrebungen der Menschen hervorrufen — Belehrungen, die ihr zuweilen für undurchführbar haltet; aber bald werdet ihr sie gläubig umarmen, überzeugt davon, dass es der einzige Weg zur Rettung ist.

60. Ihr habt den Sinngehalt meines Wortes noch nicht verstanden, noch macht ihr euch eure Aufgabe bewusst. Daher gibt es manchen, der, obwohl er geistige Wonne fühlt, wenn er mir zuhört, es vorzieht, sich wieder zu entfernen aus Furcht davor, gegenüber seinem Meister und seinen Mitmenschen Verpflichtungen einzugehen. Und es gibt andere, die mir sagen: "Herr, es ist uns nicht möglich, Deine Lehren und Anordnungen zu befolgen, weil wir unreif, menschlich und vermaterialisiert sind. Aber versage uns nicht, Deinem Worte zuzuhören. Es ist so schön, dass es trotz seiner Undurchführbarkeit unsere Herzen mit Wonne und Frieden erfüllt."

61. Ach, ihr kleinen Kinder, die ihr nicht wisst, was ihr sagt! Ihr nennt meine Unterweisung undurchführbar, haltet ihre Verwirklichung für unmöglich und seid euch dabei nicht bewusst, dass ihr sie durch ein unreines sündiges Menschenwesen, wie ihr alle es seid, vernehmt, für das es nicht unmöglich war, den Menschen die Botschaft Gottes zu übermitteln.

62. Was ist unmöglicher als das?

63. Liebt euren Vater, habt Erbarmen mit euren Nächsten, trennt euch von allem, was für euer menschliches Leben oder für eure Seele schädlich ist. Dies lehrt euch meine Lehre. Wo seht ihr da die Schwierigkeiten und die Unmöglichkeiten?

64. Nein, geliebtes Volk, es ist nicht unmöglich, mein Wort zu befolgen; nicht dieses ist schwierig, sondern eure Besserung, Erneuerung und Vergeistigung, weil es euch an hochherzigen Gefühlen und hohem Streben mangelt. Doch da Ich weiss, dass all eure Zweifel, Unwissenheit und Unentschlossenheit verschwinden müssen, werde Ich euch weiterhin lehren, denn für mich gibt es nichts Unmögliches. Ich kann Steine in Brot des ewigen Lebens verwandeln und kann kristallklares Wasser aus Felsen sprudeln lassen.

65. Geht meinem Worte auf den Grund und ihr werdet nicht länger auf die Suche nach der Wahrheit gehen müssen. Im Kern dieser Botschaft werdet ihr den Reichtum an Licht entdecken, den euer Geist benötigt.

66. Ergründet mein Wort, damit ihr euch von seinem geistigen Gehalt nähren könnt, ihr meine Gegenwart finden und meine göttliche Liebkosung spüren könnt. Achtet beim Studium darauf, nicht am Buchstaben hängenzubleiben, und bemüht euch, alles zu deuten, was ihr an Symbolischem und Gleichnishaftem findet. Sucht die Vereinfachung und Geistigkeit in euren Forschungen, Beobachtungen und Studien, und denkt immer daran, dass ihr morgen eure Mitmenschen an dieser Botschaft teilhaben lassen müsst, denen ihr sie in bereits aufbereiteter Form weitergeben sollt, damit sie sie schneller verstehen.

67. Beseitigt rechtzeitig jedes Symbol und jedes irdische Bild, aber bewahrt den Sinngehalt derselben.

68. Begreift den geringen Wert der Ausdrucksweisen, wenn ihr sie mit der ewigen Essenz des Geistigen vergleicht. Auch sollt ihr bestrebt sein, nach und nach in diese Weisheit einzudringen, damit euch die Ausübung meiner Unterweisungen nicht unmöglich erscheint.

69. Schliesst euch zusammen, geliebte Jünger, denn die Zeit eures Kampfes ist gekommen und wird für jeden von euch kurz sein, wenn ihr die Kürze eures Lebens auf Erden in Betracht zieht.

70. Beeilt euch, ihr habt viel zu tun. Denkt nicht, dass euch etwas fehlt, um meine Jünger in diesem Werk zu sein.

71. In der Zweiten Zeit wählte Ich auch meine Apostel aus. Es waren keine Gelehrten, es waren keine Leuchten menschlicher Weisheit. Es waren einfache Fischer des Meeres, doch Ich machte sie zu Sämännern und zu Fischern des Geistes.

72. Ich will euch auch zu geistigen Fischern machen, damit ihr meine Liebesbotschaft zu allen Herzen bringt, die im weiten Meer der Leidenschaften und des Materialismus, in welchem die Menschheit lebt, verloren sind; und von dort, aus jenem Meer, sollt ihr jeden herausholen und retten, der von euch in meinem Namen gerufen wird.

73. Dann wird meine Botschaft der Hoffnung das Herz des Brudermörders, des Totschlägers, des Stolzen, des Weltmenschen, des Gefühllosen gegenüber dem Schmerz und dem Elend anderer erreichen, und an allen wird mein Wort in Erfüllung gehen.

74. Zunächst, und solange ihr euch noch vorbereitet, betet für die Nationen und die Völker, betet für alle, denn die Menschheit geht auf Disteln und Dornen, dieselben, die sie zuvor ausstreuten, damit andere darauf treten sollten. Es sind die Menschen selbst, die ihr Verderben vorbereitet haben, und hernach sind sie genötigt, um Barmherzigkeit zu flehen, die sie nie für einen ihrer Nächsten empfanden.

75. Doch es ist nötig zu retten, zu vergeben und zu erlösen, denn in jedem Menschen wohnt ein Geist, der zu mir gelangen muss.

76. Ihr seid die Erstlinge eines Volkes, das der geistige Leuchtturm der Menschheit sein soll. Ein neues Israel, welches — einmal aus seiner Knechtschaft befreit — sich aufmachen wird im Verlangen nach dem höchsten Ideal, das es im Geiste gibt, welches darin besteht, im Schosse Gottes, eures Herrn, zu leben.

77. Noch seid ihr weit davon entfernt, durch euer Vorbild den Weg eurer Mitmenschen erhellen zu können. Aber meine Stimme, die in eurem Gewissen ertönt, ermutigt euch voranzuschreiten, nicht zu verzagen, im Kampfe auszuharren, denn nur so wird dies Volk seine Geschichte in das Herz der Menschen schreiben.

78. Die Prüfungen, die ihr täglich in eurem Leben sich einstellen seht, sind der Amboss, auf dem euer Geist geschmeidig gemacht wird, wo eure Tugend sich bewähren und euer Glaube stark werden soll.

79. Ohne Prüfungen gibt es keine Verdienste, ohne Verdienste kann es keinen Lohn geben.

80. Denkt über die Prüfungen nach, die Israel in der ersten Zeit durchlebte. Betrachtet seine Bitternisse, seine Trübsale und Nöte, dann werdet ihr verstehen, warum es ihm gewährt wurde, zum Gelobten Land zu kommen, wo jenes Volk viele Jahrhunderte lang Frieden, gesunde Lebensfreude und Gemeinschaft mit seinem Herrn hatte.

81. Nicht ewig währte das Glück jenes Volkes in dem Land, das ihm als Lohn für seinen Glauben und seine Beharrlichkeit gewährt wurde, denn nichts ist ewig auf der Welt. Aber euch sage Ich in Wahrheit, dass das neue Gelobte Land, welches das Ziel des Aufstiegs eures Geistes ist, ganz gewiss ewig währen wird. Dieses wird euch durchaus für immer Obdach geben und euch die unendliche Wonne fühlen lassen, das geistige Leben in all seiner Fülle und Seligkeit geniessen, erleben, empfinden und kennenlernen zu können.

82. Ich segne jedes dieser Häuser, in denen ihr zusammenkommt, um zu beten und das Brot meines Wortes zu empfangen, ebenso wie Ich eure Heime segne. Wahrlich, Ich sage euch, keine dieser Versammlungsstätten bedeutet mehr als irgendeines eurer Heime.

83. Wenn ihr hier gesammelt und ehrerbietig eintretet, weil ihr wisst, dass der Ort dazu bestimmt ist, euch im Gebet zu vereinen, um den geistigen Tempel zu bilden, so sage Ich euch auch dies, dass euer Heim ein weiterer Tempel ist. Denn so, wie der Geist im Gebet, im göttlichen Wort, in der inneren Einkehr und in der Ausübung des Gesetzes sein Heiligtum schafft, so findet der Mensch einen weiteren Gottesdienst in seinem Heim, wo er Liebkosung, Wärme, Vorbilder, Unterweisungen und Ratschläge findet. Doch verwechselt nicht das Heim mit dem materiellen Haus. Dieses könnte verschwinden und euch den Unbilden der Witterung aussetzen, und doch wäre euer Heim nicht zerstört, solange unter euch Liebe, Achtung, Gehorsam und all jene Tugenden vorhanden sind, welche der menschlichen Familie in immer grösserem Masse zu eigen sein sollen.

84. Ebenso wenig können diese Versammlungsstätten den wahren Tempel darstellen, denn wenn ihr ihn in eurer Seele tragt, so könnt ihr ihm sowohl hier als auch in eurem Heim begegnen, in der Stadt wie auf dem Land, unter einem Baum, im Gebirge, am Ufer des Meeres oder in der Wüste.

85. Der Tempel des Geistes ist überall, weshalb es nur eurer Zurüstung bedarf, damit ihr ihn findet.

86. Versammelt euch zunächst weiterhin in diesen Gemeindehäusern. Tut es, solange ihr das Bedürfnis danach habt, denn meine Liebe, meine Barmherzigkeit und meine Gnadengaben werden auf eure Zusammenkünfte ausgegossen sein, wo nach meinem Willen meine Gegenwart fühlbar sein wird, wo Ich bewirken werde, dass die Seelen für das Licht neu geboren werden und die Kranken das Wunder ihrer Heilung erleben, während sie meinem Worte lauschen.

87. Mein Vaterherz ist immer bereit, euch das zu geben, um was ihr bittet, was ihr benötigt. Dennoch darf euer Vater nicht alles alleine tun. Ihr lebt in einer Zeit, in welcher die Liebe des Meisters im Herzen der Jünger Widerhall finden muss, damit das Wunder Wirklichkeit wird.

88. Seid unermüdlich beim Wiederholen meines Wortes. Es wird wie ein unsichtbarer Meissel die Aufgabe übernehmen, die scharfen Kanten eures Charakters zu glätten, bis ihr vorbereitet seid, selbst die schwierigsten Probleme eurer Mitmenschen zu behandeln. Ihr werdet Leiden, Sühnezwänge und Wiedergutmachungen bei ihnen finden, deren Ursachen sehr verschieden sein können. Manche haben keinen besonders schwer zu begreifenden Ursprung, dagegen wird es andere geben, die ihr nur mit Intuition, durch Offenbarung und geistige Gesichte aufklären könnt, um eure Mitmenschen von einer schweren Last zu befreien. Diese Geistesgaben werden jenes Wunder nur bewirken, wenn der, der sie betätigt, von Mitgefühl mit seinem Nächsten inspiriert ist.

Mein Friede sei mit euch!


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