Unterweisung 146

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Buch des wahren Lebens, Lehren des Herrn


Unterweisung 146



So spricht der Herr:


1. Jünger, Ich habe eure Stirn gestreichelt und eure tiefen Sorgen vertrieben, und ihr habt eure Augen zu mir erhoben und mir gesagt: "Warst Du hier, Herr?"

2. Ihr müsst eure Aufmerksamkeit auf mein Wort konzentrieren, denn wenn Ich wirklich gehört werde, öffne Ich meine Schatzkammer und ergiesse meine Weisheit auf meine Jünger. Ihr fragt mich: "Worauf ist Deine so grosse Geduld und Deine so grosse göttliche Liebe zurückzuführen?" Und Ich antworte euch: Viele von euch sind auf Erden Eltern, und ihr alle seid Kinder gewesen. Welcher Vater hat seinem Kinde Schmerz gewünscht, auch wenn er von ihm die schwerste Beleidigung empfangen hat, die grausamste Undankbarkeit? Im Herzen jenes Vaters ist eine tiefe Wunde entstanden, Schmerz hat ihn durchdrungen, und manchmal hat sogar Zorn seinen Verstand getrübt, aber ein Wort der Reue jenes Kindes oder ein Akt der Demut hat genügt, dass er es wieder an sein Herz drückte. Wenn ihr dies als Menschen tut — warum seid ihr dann erstaunt, dass Ich mit Vollkommenheit euch liebe und vergebe?

3. Ich erschuf euch, um euch zu lieben und mich geliebt zu fühlen. Ihr braucht mich ebenso wie Ich euch brauche. Wer behauptet, dass Ich euch nicht brauche, sagt nicht die Wahrheit. Wenn es so wäre, hätte Ich euch nicht geschaffen, noch wäre Ich Mensch geworden, um euch durch jenes Opfer zu retten, welches ein grosser Liebesbeweis war; Ich hätte euch zugrunde gehen lassen. Doch ihr müsst erkennen: wenn ihr euch von meiner Liebe nährt, ist es gerecht, dass ihr dasselbe eurem Vater darbringt, denn Ich sage euch immer wieder: "Mich dürstet, mich dürstet nach eurer Liebe."

4. Wie solltet ihr mir nicht fehlen und wie sollte Ich eure Abwesenheit nicht fühlen, wo ihr doch Teil meines Geistes seid? Erkennt ihr, weshalb Ich euch bitte, dass ihr mein Wort ergründen sollt und selbst die Art und Weise, in der Ich gekommen bin? — Damit ihr euch nicht über die Tatsache wundert, dass Ich mich durch sündige Körper kundtue. Für meine Liebe konnte eure Sünde kein Hindernis bedeuten. Ich bin gekommen, euch zu läutern, um euch mir näherzubringen. Manche haben dies verstanden und andere nicht. Daher gibt es unter den Scharen von Männern und Frauen, die mich in dieser Zeit vernommen haben, solche, die laut verkündet haben, dass Ich zu den Menschen zurückgekommen bin, sowie auch jene, die sagten, dass dies unmöglich ist.

5. Meine Gegenwart hat sich niemals von euch zurückgezogen. Es ist mein Wort, das Ich in Erfüllung meiner Verheissung über euch ausgiesse. Es ist meine Liebe und mein Licht, die von diesem Worte ausstrahlen. Derzeit lehre Ich euch, doch wenn das Jahr 1950 kommt, das nach meinem Willen als das letzte dieser Kundgebung vorgesehen ist, werde Ich diese Form der Kundgebung beenden, ohne dass mein Geist sich von euch trennt.

6. Nur einige Herzen werden auf diese Zeit vorbereitet sein.

7. Habe Ich etwa in der Zweiten Zeit darauf gewartet, dass die Welt sich bekehre, um erst dann zu scheiden? Ich schied unter Spott, Hohn, Grausamkeiten und Zweifeln. Ich wusste, dass mein Tod notwendig war, damit die Welt sich zum Leben erhebe. In dieser Zeit werde Ich aufs neue in den Augenblicken eurer Verwirrtheit, eurer Bestürzung und eurer Zweifel scheiden. Aber mein Wort, das der Menschheit als ein Testament der Liebe vermacht wurde, wird die Welt noch einmal erschüttern.

8. Der Krieg der Ideen, Glaubensbekenntnisse, Religionen, Lehren, Philosophien, Theorien und Wissenschaften wird kommen, und mein Name und meine Lehre werden auf allen Lippen sein. Meine Wiederkunft wird diskutiert und gerichtet werden, und daraufhin werden sich die grossen Gläubigen erheben und verkünden, dass Christus erneut unter den Menschen gewesen ist. Zu diesem Zeitpunkt werde Ich jene Herzen aus der Unendlichkeit ermutigen und auf ihren Wegen Wunder tun, um ihren Glauben zu stärken.

9. Die Menschheit gedenkt heute jenes Tages, an dem einige Weise aus dem Morgenland zur Krippe von Bethlehem kamen, um das göttliche Kind anzubeten. Heute fragen mich einige Herzen: "Herr, ist es wahr, dass jene mächtigen und weisen Herren sich vor Dir verneigten und Deine Göttlichkeit anerkannten?"

10. Ja, meine Kinder, es war die Wissenschaft, die Macht und der Reichtum, die kamen und vor meiner Gegenwart niederknieten.

11. Auch waren dort die Hirten, ihre Frauen und ihre Kinder mit ihren bescheidenen, gesunden und schlichten Gaben, mit denen sie den Erlöser der Welt und Maria als Sinnbild himmlischer Zärtlichkeit empfingen und begrüssten. Sie repräsentierten die Demut, die Unschuld, die Schlichtheit. Doch jene, die in ihren Pergamentrollen die Prophetien und die Verheissungen besassen, die vom Messias sprachen, schliefen tief, ohne auch nur zu ahnen, wer zur Welt gekommen war.

12. Ihr zweifelt zuweilen an dem, was die von meinen Aposteln niedergeschriebene Historie berichtet, weil mein Leben von vielen falschen Legenden umrankt wurde. Jetzt sage Ich euch, dass das, was sie niederschrieben, Wahrheit war, und dass es ausserdem für eure Rettung unbedingt notwendig war. Dies alles bestätige Ich jetzt, doch das, was die Phantasie der Menschen geschaffen hat, wird durch die Wahrheit meines Wortes in dieser Zeit für immer zerstört werden. Das einfache Volk ist zu meinem Worte gekommen und bringt in seinem Herzen seine Gabe der Demut und Bescheidenheit. Später werden sich eure wissenschaftliche Welt, die Reichen und die Mächtigen vor meiner unsichtbaren Gegenwart verneigen.

13. Obwohl Ich euch vermaterialisierter angetroffen habe als in vergangenen Zeiten, wird es die durch den Geist erreichte Entwicklung der Menschheit ermöglichen, meine neue geistige Erscheinungsweise zu verstehen. Wie weit sich der Mensch auch von meiner Göttlichkeit entfernt glaubt — siehe da, er ist nur einen Schritt von ihr entfernt. Manche behaupten, dass Ich nicht existiere. Doch lasst euch davon nicht beeindrucken. Diese Menschen sprechen so, weil sie sich von mir irreale Vorstellungen gemacht haben. Als sie durch ihre Wissenschaft diesbezüglich enttäuscht wurden und Ich nicht dort war, wo sie es vermeinten, haben sie mich verleugnet. Aber wie gross ist ihr Verlangen zu wissen, ob Ich wirklich existiere.

14. Noch hat der Mensch sich nicht entdeckt, er muss sich erst noch geistig erkennen, um die Lösung für viele verwirrende Rätsel und die Antwort auf viele Fragen zu erhalten. Jetzt ist der Zeitpunkt da, an dem er sich finden, entdecken und erkennen kann und soll. Wenn dies geschieht — mit welcher Klarheit wird er dann meine Gegenwart empfinden!

15. Ich habe euch gestattet, für kurze Zeit mit den Wesen des Jenseits in Verbindung zu treten, was Ich in der Zweiten Zeit nicht billigte, weil ihr damals nicht dafür vorbereitet wart, weder sie noch ihr. Diese Tür ist in dieser Zeit von mir geöffnet worden, und damit mache Ich die Ankündigungen meiner Propheten und einige meiner Verheissungen wahr. Im Jahre 1866 tat sich für euch diese unsichtbare Türe auf und auch das Verstandesorgan der Erwählten, um die Botschaft kundzutun, welche die Geister des Lichtes den Menschen bringen würden. Vor jenem Jahre gaben sich in den Nationen und Völkern der Erde Geistwesen kund, welche die vorauseilenden Zeichen meines Kommens waren.

16. Um die Wissenschaft habt ihr euch sehr bemüht und hinsichtlich des Geistigen tief geschlafen. Doch Ich bin gekommen, euch eine göttliche Wissenschaft zu lehren, die als Wurzel die Liebe hat, und von welcher Barmherzigkeit, Weisheit und Brüderlichkeit ausgeht. Eure Wissenschaft hat die Völker einander nähergebracht, hat Zeit und Entfernungen überwunden, ist Frucht des Verstandes. Was ist also seltsam daran, dass sich die Welten durch den Geist näher kommen und man die Ewigkeit durch ihn gewinnt? Jeder, der das Verlangen hat, diesen Weg zurückzulegen, bekleide sein Herz mit Ehrfurcht, er wache, bete und sei dem Rufe seines Gewissens gehorsam.

17. Ich habe euch gesagt, dass euer Verkehr mit der geistigen Welt in dieser materiellen und handgreiflichen Form kurz sein wird, denn 1950 wird diese Lektion und Erfahrung zu Ende gehen. Doch wenn ihr sie angemessen nutzt, wird sie euch zahllose Früchte hinterlassen, unter ihnen auch jene, euch für die Zwiesprache von Geist zu Geist vorzubereiten, für die direkte Kommunikation ohne die Notwendigkeit der Befähigung, die Ich vorübergehend eurem Verstande gestattete. Nur die Liebe soll euch dann noch gegenseitig anziehen.

18. Ich unterweise euch in dieser Form, damit ihr nicht konfusen Wissenschaften, neuem Fanatismus oder Aberglauben anheimfallt. Daher wurde euch in der Zweiten Zeit nicht erlaubt, solche Lehren, die in dieser Form gegeben werden, kennenzulernen, weil ihr ihren geistigen Gehalt nicht verstanden hättet. Christus hat es euch verheissen und Elias hat es in dieser Zeit erfüllt. Auch nach 1950 werden sich auf der Welt weiterhin Geistwesen materiell kundtun. Dies wird dazu dienen, dass viele Zweifler glauben und viele Geistesträge erwachen. Doch dies Volk hier soll gehorsam sein und zulassen, dass diese Art der Kundgabe bei ihm zum angezeigten Zeitpunkt endet. Später werden dann diese Jünger zu den Nationen aufbrechen und mit fester Hand alles Unkraut ausreissen, das unter den Menschen emporgeschossen ist, so dass nur das Licht der Erfahrung als fruchtbarer Weizen übrigbleibt. Nach der Entweihung, die man mit dem Heiligen treibt, werden jene kommen, die die Ehrfurcht vor dem lehren, was rein ist. Und wenn dann in den Herzen der Menschen Vergeistigung herrscht, werden sie fühlen, dass ihr Denken sich zu anderen Welten erhebt, und sie werden diese in ihre Herzen eindringen fühlen. Dann werden die Menschen eine geistige Erhebung erreicht haben, die es ihnen ermöglichen wird, in ihren Herzen die Gegenwart des Himmelreiches zu empfinden.

19. Die Bande der Liebe, mit denen ihr auf Erden vereint gewesen seid, werden sich mit jenen, die sich euch geistig in der Ewigkeit anschliessen, noch enger gestalten. So wird sich die universelle Familie bilden, in der es keine Unterschiede mehr geben wird.

20. Ihr habt unter euch auch Bekundungen von verwirrten Wesen gehabt, die im Finstern leben. Sie sind durch die Türen jener Gabe gekommen, die Ich euch anvertraut habe. Doch wer könnte jene Bekundungen für böse halten oder diese meine Lehre deshalb als unlauter beurteilen? Meint ihr nicht, dass diese Gabe dazu dient, nicht nur unter den Menschen Gutes zu tun, sondern auch unter jenen, deren Seelen verfinstert sind?

21. Wer diese Lehren als falsch beurteilt, hat die Werke Jesu in der Zweiten Zeit schlecht studiert. Das geistige Leben ist dem materiellen Leben ähnlich, auch jenes hat seine Kreuzwege, Heimsuchungen und Versuchungen wie dies Leben, das ihr lebt. Wann immer sich eine Türe öffnet, um Gutes zu tun, eilen die Bedürftigen dorthin, wie es bei Jesum in der Zweiten Zeit geschah und wie es bei denen geschieht, die jene Gabe in dieser Zeit empfangen haben. Gerade dort will Ich eure Barmherzigkeit sehen.

22. Ich segne euch, denn, als Besessene zu euch gekommen sind, habt ihr sie nicht vom Teufel Besessene genannt, sondern ihr habt im Besessenen einen sühnenden Mitmenschen gesehen und in denen, die ihn beherrschen, in Not befindliche Geschwister, die ihn verwirren.

23. ln der Zukunft wird es nicht mehr nötig sein, dass jene Wesen euer Gehirn gebrauchen, um die Wirklichkeit zu begreifen. Es wird ihnen genügen, eure Gedanken in ihrem Geiste zu empfangen, um das Licht zu schauen.

24. Dies ist bereits der letzte Zeitabschnitt, in welchem Ich in dieser Form bei euch sein werde. Glaubt daran, und glaubet auch, dass Ich nicht in diese Welt zurückkommen werde, um mein Wort materiell hörbar zu machen, und noch weniger, um Mensch zu werden.

25. Wappnet euch, denn es werden Gerüchte von Menschen zu euch gelangen, die behaupten, dass Ich zurückgekommen bin, dass Christus zur Erde gekommen ist. Ihr sollt dann treu bleiben und mit Festigkeit sagen: "Der Herr ist im Geiste bei allen seinen Kindern." Falls ihr jedoch schlafen und euch nicht vergeistigen solltet, werdet ihr leugnen, dass Ich mein (durch menschliche Stimmträger gesprochenes) Wort zurückzog; und, zu Gotteslästerern und Ungehorsamen geworden, werdet ihr meinen Strahl auf die Menschenscharen herabbeschwören und ihnen sagen: "Lasst uns jenen bitten, der uns sein Wort gab, dass er weiterhin zu uns spricht. Wir wollen ihm Gesänge und Hymnen darbringen, damit er uns erhört." Doch wahrlich, Ich sage euch: Mein Strahl wird nicht mehr zum menschlichen Verstandesorgan zurückkehren, denn Ich werde eure Torheit nicht unterstützen. Was für Folgen hätte das? — Dass die Worte scheinbaren Lichtes euch in Verwirrung stürzen! Will euer Herz das nicht? Dann rüstet euch zu für jene Prüfung, und über eurem Gehorsam und eurer Demut wird das Licht meiner Inspiration erstrahlen.

26. Ich kündige euch an, dass sehr bald Verwirrung herrschen wird, wenn nicht noch vor 1950 der Zusammenschluss dieser Gemeinden zu einer einzigen Gemeinschaft geschieht, denn es wird welche geben, die sagen, dass der Meister sich weiterhin kundgibt, und dann wehe diesem Volke! Habt ihr euch diese Bedrohung noch nicht vor Augen gehalten? Noch immer ist bei euch nicht jener Geist der Brüderlichkeit und Einigkeit erwacht, und ihr erwartet, dass es die Ereignisse sind, die euch vereinen. Doch wenn ihr dies erwartet, werdet ihr statt dessen erleben, wie Seuchen, Unordnung, Kriege und das Gericht der Naturgewalten ausbrechen, bis es auf der Welt keinen Ort des Friedens mehr gibt — weder an der Oberfläche der Erde, noch in ihrem Inneren, weder auf dem Meer, noch in den Lüften.

27. Volk, Ich begann mein Wort an diesem Tage voller Güte, doch dann wurde es streng, weil es notwendig ist, euch vor Gefahren zu warnen und eure Irrtümer rechtzeitig zu korrigieren. Aber Ich will mein Lehrwort mit gütigen Worten beenden.

28. Jünger, vergesst nicht, dass an dem Tage, an dem die Menschen der Geburt Christi gedenken, Ich eure Augen noch weiter geöffnet habe, damit ihr auf dem Wege der geistigen Pflichterfüllung, der Demut und des Gehorsams zu mir kommt.

29. Heute habt ihr mir nicht wie die Hirten jener Zeit als Gabe der Liebe und Wonne Milch, Honig und Brot dargebracht. Auch werden mir die Könige und Gelehrten dieser Zeit keinen Weihrauch, kein Gold und keine Myrrhe bringen. Alle werden mir ihre Seele entgegenstrecken, damit Ich in sie eine Liebesgabe lege.

30. In diesem Augenblick komme Ich mittels eines menschlichen Verstandesorgans in meinem Worte zu euch herab, um euch willkommen zu heissen und euch zu sagen, dass Ich euch für immer meine Vergebung geschenkt habe.

31. Ich erwarte in euch das neue Saatkorn. Hört mich, damit ihr zum Samen des Lichtes werdet.

32. Viele von euch wollen sterben, weil ihr ermattet und auf Erden ohne Ideale seid. Zwar ist der Tod des Körpers die Neugeburt für die Seele, aber jener Körper, den ihr besitzt, dient euch dazu, euch zu läutern. Betet und wachet, und ihr werdet nicht schwach werden. Ich bin in euch. Wenn ihr sagt, dass das Blut Christi auf die Menschheit niederfiel — meint ihr da, dass es sich nur um ein Sinnbild oder ein Symbol handelt? Was würdet ihr denken, wenn Ich euch sagen würde, dass sowohl mein Blut als auch mein Körper euch den Weg der Erfüllung der Mission vorzeichnete, die jedem von euch anvertraut wurde? Und wenn mein Geist in jeden von euch überströmt — wieso erkennt ihr euch dann nicht als Brüder an und verabscheut euch statt dessen? Habt ihr nie daran gedacht, dass alles, was ihr euren Mitmenschen antut, ihr mir antut?

33. Forscht nicht länger nach der menschlichen Abstammung Jesu, sie wird euch nicht die Vollkommenheit meines Körpers offenbaren. Dringt in die grossen Offenbarungen ein, die Ich euch damals und in der heutigen Zeit gegeben habe, und ihr werdet das, was Ich euch derzeit sage, verstehen.

34. Greift nicht zu den Büchern der Welt, die, selbst wenn sie von mir sprechen, nicht unter göttlicher Inspiration geschrieben wurden. Bedenkt, dass Irrtümer enthalten kann, was vom menschlichen Verstande stammt, doch was vom Himmel kommt, kann euch nicht irreführen. Hütet meine Offenbarungen mit mehr Eifer, als wenn ihr Perlen oder Brillanten behütet.

35. Die Menschen behaupten in ihren Büchern, dass Jesus bei den Essenern gewesen sei, um sein Wissen zu erlangen. Doch jener, der alles wusste und existierte, bevor die Welten entstanden, hatte nichts von den Menschen zu lernen. Das Göttliche konnte nichts vom Menschlichen lernen. Wo Ich mich auch aufhielt, es geschah, um zu lehren. Kann es auf Erden jemanden geben, der weiser ist als Gott? Christus kam vom Vater, um den Menschen die göttliche Weisheit zu bringen. Gab euch euer Meister nicht einen Beweis dafür, als er mit zwölf Jahren Theologen, Philosophen und Gesetzeslehrer jener Zeit in höchstes Staunen versetzte?

36. Manche haben Jesus die Schwachheiten aller Menschen zugeschrieben und ergötzen sich daran, den Menschen, der göttlich und ohne Fehl ist, mit dem Schmutz zu bewerfen, den sie in ihren Herzen tragen. Diese kennen mich nicht. Wenn alle Wunder der Natur, die ihr betrachtet, nichts anderes als die materielle Verkörperung göttlicher Gedanken sind — meint ihr dann nicht, dass der Körper Christi die Materialisation eines erhabenen Gedankens der Liebe eures Vaters war? Also liebte euch Christus nur mit dem Geist, nicht mit dem Fleische. Meine Wahrheit wird niemals verfälscht werden können, weil sie ein absolutes Licht und eine unumschränkte Macht in sich birgt.

37. Ich offenbare in dieser Zeit durch diese schlichten und ungebildeten Verstandesorgane den liebevollen und unvergesslichen Klang der Worte Jesu, welche nicht verletzen.

38. Die Menschen haben ohne Achtung und ohne Liebe das Leben der höchsten Wesen zu beurteilen gewagt, die Gott zu den Menschen gesandt hat, wobei sie mein eigenes Wort als Grundlage für ihre Klügeleien verwendeten. Wenn Ich meine Jünger bei einem bestimmten Anlass Brüder nannte, so war dies nicht das einzige Mal, noch waren sie alleine es, die Ich so nannte. Maria trug in ihrem jungfräulichen Schosse den Körper Jesu. Die auserwählte Mutter, die reinste Mutter, die Lilie ohne Makel war die Inkarnation der mütterlichen Zärtlichkeit, die im Göttlichen existiert. Warum sollte Jesus, der sich Gottes Sohn nannte, die Menschen nicht Brüder nennen, da diese gleichfalls Kinder Gottes sind? Wann werdet ihr endlich die nötige Geistesreife haben, die euch ermöglicht, dem Göttlichen und dem Menschlichen die richtige Sinndeutung zu geben? Begreift, dass dies der einzige Weg ist zu erfahren, wo die Irrtümer sind und wo die Wahrheit erstrahlt.

39. Die Menschen können euch von mir nicht mit mehr Wahrheit berichten als Ich, selbst wenn Ich euch diese Belehrungen durch Menschen gebe. Bedenkt, dass sie in Verzückung sind, wenn Ich durch sie spreche. Meine Lehre wird noch verstanden werden; ihr Wesenskern, welcher Gesetz ist, wird von der Menschheit gelobt werden. Zuvor wird der Unkrautsamen vernichtet werden. Doch wann werdet ihr alle Menschen Brüder nennen? Wann werdet ihr in ihnen Kinder eures Vaters sehen? Die einzige Urkunde, die euch zu meinem Schosse bringen kann, wird darin bestehen, dass ihr imstande gewesen seid, Kinder Gottes und Brüder eurer Nächsten zu sein.

40. Ihr, die ihr euch so sehr um euer Heim sorgt — warum sorgt ihr euch nicht ebenso um die Heimstatt, die ihr für euren Geist in der Ewigkeit bereiten müsst? Ihr, die ihr in eurer Wohnung das Licht anmacht, um nicht im Dunkeln zu sein — warum entzündet ihr nicht die Leuchte eures Herzens, damit ihr nicht im Finstern verweilt?

41. Wenn ihr dafür reif seid, werde Ich ausführlich und klar über die drei "Zeiten" und die sieben Etappen oder Epochen sprechen, damit ihr nicht beides miteinander verwechselt.

42. Siehe, hier ist mein offenbarendes und schlichtes Wort. Begreift es und lasst es zur Tat werden.

43. Dies ist ein Augenblick der Gnade, in welchem das Licht meines Heiligen Geistes sich in allen Welten ausbreitet — ein Licht, welches göttliche Weisheit für jedes geistige Geschöpf ist. Und ihr, die ihr mein Wort hört und euch an der Weisheit des Geistes der Wahrheit erquickt, entdeckt in dem allem den Sinngehalt meiner Unterweisungen, bereitet euch wirklich vor, denn ihr müsst viele mein Gesetz lehren.

44. Mein Gesetz ist ein Weg der Gerechtigkeit und Liebe, auf den Ich die Menschen noch einmal rufe, damit sie die Familien und Völker mit jener Liebe und Gerechtigkeit regieren, von der Ich zu euch spreche. Auf jenem Gesetze gründet der Ursprung und das Ende alles Geschaffenen. Es ist mein Wille, dass alles in Harmonie lebt, und dass ihr euch innerhalb dieser Schöpfung geistig entwickelt, so wie die verschiedenen Naturreiche sich entwickeln, damit ihr den Fortschritt eures Geistes erreicht.

45. Der Mensch ist moralisch und geistig stehengeblieben. Er hat eine Gottesverehrung und eine Lebensform geschaffen, die er für die beste hält, und ist in eine Routine geraten, die seinen Geist langweilt und ermüdet und ihn in sinnbetörenden Riten und Zeremonien fanatisch werden lässt. Betrachtet dagegen das Entwicklungsniveau, das die Reiche haben, welche die materielle Natur bilden. Erkennt ihre Ordnung, ihre Harmonie und ihre Vollkommenheit.

46. Ihr müsst begreifen, dass ihr — mit Geist begabt — in der Schöpfung das geliebteste Werk des Vaters darstellt, weil er in euch geistige Essenz, geistige Eigenschaften und Unsterblichkeit hineinlegte.

47. Für die Seele gibt es keinen Tod, einen Tod, wie ihr ihn auffasst, das heisst das Aufhören zu existieren. Der Tod des Körpers kann nicht der Tod oder das Ende für die Seele sein. Gerade dann öffnet sie die Augen für ein höheres Leben, während ihre Körperhülle dieselben in Bezug auf die Welt für immer schliesst. Es ist nur ein Augenblick des Überganges auf dem Wege, der zur Vollkommenheit führt. Wenn ihr es noch nicht so verstanden habt, so deshalb, weil ihr diese Welt noch sehr liebt und euch eng an sie gebunden fühlt. Es bedrückt euch, diese Heimstatt zu verlassen, weil ihr euch für die Eigentümer dessen haltet, was ihr in ihr besitzt; und manche haben auch eine unbestimmte Vorahnung meiner göttlichen Gerechtigkeit und fürchten sich davor, die geistige Welt:(* zu betreten. * Spanisch „valle“ heisst wörtlich Tal und bedeutet oft: Jenseits, (geistige) Welt, Lebensraum, Heimat(land), zu Hause.

48. Die Menschheit hat diese Welt allzu sehr geliebt — allzu sehr, weil ihre Liebe fehlgeleitet war. Wie viele sind aus diesem Grunde auf ihr umgekommen! Wie sehr haben sich die Seelen aus demselben Grunde vermaterialisiert!

49. Nur wenn ihr die Schritte des Todes nahe gefühlt habt, wenn ihr schwer krank gewesen seid, wenn ihr gelitten habt, dann erst habt ihr daran gedacht, dass ihr nur einen Schritt vor dem Jenseits steht, vor jener Gerechtigkeit, die ihr nur in solchen kritischen Augenblicken fürchtet; und dann macht ihr dem Vater Gelöbnisse und schwört, ihn auf Erden zu lieben, ihm zu dienen und zu gehorchen.

50. Der Schmerz läutert euch, der Schmerz ist der Meissel, der das Herz des Menschen formt, damit es Vergeistigung erlangt. Damit euer Schmerz nicht unfruchtbar ist, muss euch die Fackel des Glaubens erleuchten, damit ihr geistige Erhebung und Geduld in den Prüfungen habt.

51. Ihr seid die beste Frucht, die aus mir hervorgegangen ist, dem universellen Baume. Erfüllt immer mein Gesetz der Liebe, damit Ich mich an euch erfreuen kann.

52. Wenn ihr wegen der Mitmenschen einen Kelch der Bitternis im Leben leert, so gebt ihnen denselben Kelch zurück, aber voller Honig. So wie es Christus tat, der nur Schmerz und Bitternis erntete unter den Menschen, die er so sehr liebte, und der noch am Kreuze hängend und während die Volksmenge lästerte und ihm Galle und Essig anbot, seine Seite öffnete als einen Quell der Liebe, um den Kindern sein Blut zu geben als Wein der Auferstehung und des ewigen Lebens.

53. In der Zweiten Zeit entfernte sich der Meister für einige Stunden von seinen Jüngern, und als er zurückkam, beobachtete er, dass sie sich miteinander besprachen. Da fragte er sie: "Was habt ihr aus meiner Lehre gelernt?" Und einer von ihnen antwortete: "Meister, wenn Du nicht bei uns bist, studieren wir Deine Worte, doch nicht immer gelingt es uns, sie zu verstehen." Darauf sagte der Meister zu ihnen: "Betrachtet das Meer, seht, wie unermesslich gross es ist. So ist auch das Gesetz des Vaters. Es ist der Anfang und das Ende alles Geschaffenen, aber Ich werde es euch verstehen lassen, soweit es mein Wille ist."

54. Auf verschiedenen Wegen wandelt die Menschheit in dieser Dritten Zeit und findet nicht die Wahrheit. Ich sende ihr Botschaften und Zeichen, aber sie ist blind. Die Rufe der Naturgewalten und die Kriege haben nicht ausgereicht, um die Wiederkunft Christi unter den Menschen zu bezeugen.

55. Ich bin unter einigen wenigen und lehre meine Botschaft der Vergeistigung, die der Mensch in dieser Zeit kennenlernen soll. Und unter denen, die zu mir gekommen sind, mich zu hören, habe Ich die neuen Jünger erwählt, welche die Gesandten und Boten meines Werkes in der Welt sein werden.

56. Daher seht ihr, wie unermüdlich und beharrlich Ich meine Unterweisung lehre; denn Ich will euch stark zurücklassen. Dies Wort muss auf dem ganzen Erdenkreise vernommen werden.

57. Wenn ihr mit Aufrichtigkeit und Liebe arbeitet, werdet ihr ein Werk vollbringen, das euch bei mir würdig machen wird, weil ihr in heissem Bemühen darauf hingewirkt habt, Moral, Liebe und Vergeistigung in die Menschen zu pflanzen.

58. Ich werde bewirken, dass euer Beispiel von den Menschen beachtet und anerkannt wird. Dann werden die kommenden Generationen unbeirrt euren Schritten folgen.

59. Um den Frieden zu erreichen, erfüllet mein Gesetz, dann werdet ihr ihn in eurem Geiste haben, und die Todesstunde für den Körper, von der ihr nicht wisst, wann sie kommt, wird euch in Frieden antreffen.

60. Wachet, darauf achtend, dass ihr euren Verstand nicht mit unreinen Gedanken beschmutzt. Er ist schöpferisch, und wenn ihr einer schlechten Vorstellung Obdach gewährt, wirkt sie herabziehend auf niedere Ebenen, und eure Seele wird vom Dunkel umfangen.

61. Beachtet mein Gesetz sorgfältig, denn Ich habe es in euch gelegt. Wisst ihr, warum Ich die materiellen Symbole entfernte? Weil ihr selbst das Symbol der Liebe des Vaters seid.

62. Seid innerlich vorbereitet, wann immer ihr einer meiner Unterweisungen beiwohnt, und wenn ihr eine Lektion empfangt, denkt darüber nach, wie ihr sie nutzen sollt; denn andernfalls wird der geistige Samen in euren Herzen unfruchtbar sein, und ihr hättet nicht nur die göttliche Saat nicht genutzt, sondern auch nicht eure Zeit.

63. Sammelt euch innerlich, bevor ihr herbeikommt, mich zu hören, damit ihr meine Versammlungsstätten nicht mit denselben Gebrechen verlasst, mit denen ihr hergekommen seid. Dann werdet ihr mit innerlicher Befriedigung sagen können, dass ihr die Unterweisungen eures Meisters zu nutzen verstandet.

64. Wenn ihr euch beim Zuhören nicht konzentriert und nicht Sorge tragt, meine Unterweisungen in Anwendung zu bringen, werdet ihr niemals die Frucht schauen können, die mein Wort unter euch hervorbringen kann. Aber wenn ihr euch dagegen anstrengt, meine Lehre zu vollziehen, und ihr sie bei eurem Tun zur Anwendung bringt und sie lebt, dann werdet ihr nach und nach sehen, wie ihr aus eurem geistigen Stillstand herauskommt und auf eurem Entwicklungsweg fortschreitet — jenem Weg, der euren Geist Schritt für Schritt zu wahrer Grösse führen wird.

65. Mein Wort spricht von Liebe, und diese Liebe soll in der Anwendung auf euer Leben in Brüderlichkeit, Einigkeit, Gleichheit, Harmonie und Frieden zum Ausdruck kommen. Doch damit ihr euch in Gehorsam an meinem Worte inspiriert, müsst ihr zuvor an die Wahrheit meiner Kundgebung glauben.

66. Wenn ihr mir jetzt nicht glauben solltet, wo Ich mich durch das Verstandesorgan dieser Geschöpfe kundtue — was wird erst geschehen, wenn Ich durch den Geist der grossen Inspirierten kommender Zeiten zu euch spreche?

67. Ihr alle wünscht, euch zu retten. Ihr alle wollt den Sühnepflichten des Geistes entkommen, und ihr alle träumt davon, den Himmel kennenzulernen. Doch Ich sage euch, dass die Anstrengung, die ihr macht, um all dies zu erreichen, recht klein ist, und dass ihr oftmals, anstatt die Mittel und Wege zu suchen, die euch helfen könnten, dies zu erlangen, dieselben flieht.

68. Ihr glaubt, dass der Himmel eine Region in der Unendlichkeit ist, und dass ihr durch ein aufrichtiges Bereuen eurer Verfehlungen in der Stunde eures körperlichen Todes in ihn eingehen könnt, weil ihr darauf vertraut, dass ihr in jenem Augenblick Vergebung findet und von mir ins Himmelreich geführt werdet. Das ist es, was ihr glaubt. Ich dagegen sage euch, dass der Himmel kein bestimmter Ort, noch eine Region, noch eine Heimstatt ist. Der Himmel der Seele ist ihre hohe Gefühlswelt und ihre Vollkommenheit, ihr Zustand der Reinheit. An wem liegt es also, euch zu erlauben, dass ihr in den Himmel kommt — an mir, der Ich euch immer gerufen habe, oder an euch, die ihr immer taub gewesen seid?

69. Begrenzt nicht länger das Unendliche, das Göttliche. Begreift ihr nicht, dass der Himmel nicht mehr unendlich wäre, wenn er — wie ihr glaubt — eine bestimmte Heimstätte, eine Region oder ein bestimmter Ort wäre? Es ist an der Zeit, dass ihr das Geistige in einer höheren Weise auffasst, auch wenn eure Vorstellungskraft nicht die ganze Wirklichkeit zu umfassen vermag. Aber sie soll sich ihr wenigstens annähern.

70. Seid euch immer bewusst, dass der Geist, der die hohen Grade der Güte, der Weisheit, der Reinheit und der Liebe erreicht, über der Zeit, dem Schmerz und den Entfernungen steht. Er ist nicht darauf beschränkt, an einem Ort zu wohnen, er vermag überall zu sein und kann allerorten eine höchste Wonne daran finden zu existieren, zu fühlen, zu verstehen, zu lieben und sich geliebt zu wissen.

71. Dies ist der Himmel des Geistes!

Mein Friede sei mit euch!


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