RBLUM-99

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-99 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 99 - Robert ermutigt den Pathetikus. - Der furchtsame Sünder zagt. Pathetikus- Dismas ermannt sich endlich und folgt dem Gottesboten.


1. Spricht Robert voll Freuden: „Nun, Bruder Dismas, das freut mich wahrlich, dass du nun endlich einmal helle wirst und dadurch den ersten Schritt zur Erreichung des wahren vollkommensten Lebens des Geistes im Herrn getan hast! Aber nun musst du dennoch hier nicht stehen bleiben und dein dich richtendes Herz behorchen, sondern nun mache dich behende auf und eile hin zum Herrn!

2. Denn glaube es mir, dass auch ich keines leichten Kaufes Ihn als den alleinigen Gott und Herrn der Unendlichkeit erkannt und angenommen habe. Es kostete Ihn und mich eine grosse Geduld, bis ich aus meinem finstersten Hegeltum und Straussianismus herausgehoben werden konnte, desgleichen auch aus meiner Herrschsucht und Unzucht. Aber als ich einmal durch Seine helfende Gnade in ein wahres Licht versetzt wurde, da sah ich dann auch mit Sonnenaugen mein schreiendes Unrecht ein und erkannte in dem Heiland Jesus den alleinigen Gott Himmels und aller Welten! Und so tue du nun desgleichen!

3. Du hast nun leicht wandeln, da du an mir einen wohl durchgebildeten Vorwandler hast. Mir ging es bei weitem schwerer, denn ich hatte niemanden, der mir in meiner Nacht ein rechtes Zeugnis gegeben hätte über Jesus. Ich musste allein Seinen Worten trauen und aus deren Weisheit entnehmen, dass Er wirklich das einzig und allein wahre Gottwesen ist. Zudem war ich nicht weniger als du, sogar noch hier im Reiche der Geister, von der Begierlichkeit des Fleisches geplagt. Aber da ich von der Tiefe der Wahrheit des Gotteswortes Christi überführt war, so tat ich hernach meinen Sinnen auch eine grössere Gewalt an und ward mit Hilfe des Herrn dadurch bald und leicht Sieger über meine fleischlichen Schwächen, die in meiner Seele von der Sinnenwelt in der Erinnerung mit herübergenommen wurden.

4. Mein eigenes Herz war auch mein Richter und hatte in seinem Unflate weder Ruhe noch eine rechte Hoffnung, ausser die mir sicherst dünkende Anwartschaft auf den ewigen Tod. Aber da half mir der Herr aus meiner grössten, mich für ewig töten wollenden Not. Mein Herz ward darauf durch meine mächtige Liebe zu Ihm gereinigt und bekam Raum zur Aufnahme Seiner Gnade. Ich aber ward dadurch seliger und seliger! Das alles wird auch an dir vorgenommen werden. Und so du diese Prüfungen ohne Zweifel gleich mir gut bestehen wirst, wirst du dich auch bald in meinem seligsten Zustande befinden! Mache dich aber nun auf und eile mit mir hin zu Dem, der allein allen helfen kann!“

5. Spricht der Pathetikus Dismas: „Wäre alles recht, wenn ich dazu den Mut hätte! Aber der Mut, wo werde ich den hernehmen? Siehe, ich fange nun wohl zu glauben an, dass jener Jesus das allerhöchste, allmächtigste Gottwesen ist. Aber mit dem Wachstum dieses Glaubens wächst auch die Furcht vor Ihm, dem allein Heiligsten! Wer wird mich von der grossen Furcht befreien?“

6. Spricht Robert: „Freund, danke dem Herrn für diese Furcht! Denn damit hat der Herr Seine Hand an dein Herz gelegt und hat kräftig angefangen, dein sehr zerstreutes Geistesleben zu sammeln. Diese heilige Tätigkeit des Herrn in deinem Herzen drängt deinen Geist, dass er wach werde, und bewirkt in deiner Seele das leidige Gefühl der Furcht. Aber ermanne dich und folge mir, da wirst du bald deiner Furcht ledig werden! Der Herr Selbst, der dir diese heilige Furcht gibt, wird sie dir nehmen. Daher noch einmal: Mache dich auf und folge mir hin zum Herrn!“

7. Spricht Dismas: „Nun denn, auf dein Wort, Freund Robert, will ich es wagen! Nun soll mir nach wohlverdientem Masse geschehen was da wolle, so werde ich es ertragen! Warum soll ich vor den Augen des allsehenden Gottes eine Ehre haben wollen, deren ich ewig nie würdig bin. Schande und Beschämung über mich sei nun meine Lebenslosung! Denn so ich auf der Erde den Gottesgeist in mir nicht achtete, der mir das Leben gab und erhielt, wie sollte ich nun Ehre verlangen können von Ihm, den ich so oft zuschanden gestellt habe?

8. Gott gab mir aus Sich Selbst ein Leben Seines heiligen Geistes, und ich wollte die hohe Heiligkeit dieses Lebens nicht erkennen und verherrlichen durch eine gerechte Ordnung und Zucht. Ich floh allzeit die rechte Erkenntnis und verkehrte so das Heilige in Tierisches durch die Brechung der wahren Gottesordnung und durch hundemässige Unzucht! Nun stehe ich hier auf wohlverdientem Schandpranger vor Gott und Seinen Heiligen - als ein Unheiligster! Daher noch einmal: Schande mir, wohlverdiente Schande!“

9. Auf diese laut gesprochenen Worte des Dismas treten seine pathetischen Freunde zu ihm und sagen: „Aber Freund Dismas! Was ist dir? Warum rufst du Schande über dich? Sind wir denn nicht alle wie du beschaffen? So du aber Schande über dich rufst, da rufst du sie ja auch über uns, und das kann uns wahrlich nicht einerlei sein. So du uns nicht ausnimmst, soll es dir wahrlich nicht am besten ergehen!“

10. Spricht Dismas: „Wollt ihr etwa auch eine Ehre für euer Schlaraffenleben? Oh, schreit nicht zu früh darnach, sie wird euch nicht ausbleiben! Was tatet ihr denn samt mir auf der Welt, das da einer Ehre wert wäre hier vor Gott? Meinet ihr denn, dass auch hier, wie etwa auf der Materiewelt, die äussere Goldlarve einen Geist vor öffentlicher Beschämung schützt? O da irret ihr euch sehr! Der giftige Gold- und Silberdunst, durch den die Menschen auf der Welt ihre Schande bedecken, nützt hier nichts mehr. Denn hier kommt nur die nackte Wahrheit an das Licht des ewigen Gottestages, welche zu verbergen es hier kein schnödes Mittel mehr gibt. Daher tue ein jeder von euch nur selbst das, was ich nun tue, so wird er dadurch wenigstens diese Ehre seinem Lebensgeist retten, die er als ein Geist der Gotteswahrheit von seiner Seele mit allem göttlichen Recht fordern kann! Tun wir aber das nicht, so haben wir in Bälde die volle Wegnahme des göttlichen Lebensgeistes aus unserer schnöden Wesenheit zu erwarten und mit ihr den wohlverdienten ewigen Tod! - Daher Schande über Schande über unsere Seelen, damit dem lebendigen Gottesgeiste in uns die Ehre der ewigen Wahrheit und Ordnung gerettet werde!“

11. Auf diese Worte ziehen sich die Freunde murrend zurück und kratzen sich stark hinter den Ohren. Robert aber spricht zum Pathetikus Dismas: „Nun, lieber Bruder, bei dir geht es ja mit Riesenschritten vorwärts! Wahrlich, ich sage es dir, so schnell ist es bei mir nicht gegangen. Nun, das freut mich wahrhaft über die Massen! Du wirst, wie ich's nun sehe, wahrlich keinen schweren Stand vor des Herrn Angesicht haben. Komme nun, komme! Wahrlich, ich freue mich auf deine Worte vor dem Herrn!“


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