RBLUM-98

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-98 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 98 - Der Pathetikus fängt an nach Jesus zu fragen. Selbsterkenntnis dämmert in ihm auf.


1. Der Pathetikus macht ein verlegenes Gesicht und spricht dann auch mit sehr verlegener Stimme: „Ja, - hm - ja - tausend Teufel auf einmal! Das ist eigentlich eine verfluchte Geschichte! Ja, ja, da liegt der Hund begraben! Naturgesetz Nummer eins wäre freilich nicht übel; aber Nummer zwei - ganz gehorsamster Diener! Da hast du freilich ganz verdammt recht! - Und mit der Seligkeit hier? Na, Gott steh uns bei! Hunger, Durst, Ärger von allen Seiten, Schande, vollkommene Aufdeckung aller auf der Welt begangenen Sünden, und das gerade angesichts derer, vor denen man so manche Schwachheiten für ewig verdeckt haben möchte! Und man kommt hier auch mit all dem Gesindel zusammen, das einen gerade am meisten geniert! Das ist denn ja doch rein zum teufelswerden! Ich bin sonst doch äusserlich auf der Welt stets ein geachteter Mann gewesen, denn von meinen geheimen Vergnügungen wusste ausser nur wenigen sehr vertrauten Personen keine Seele etwas. Hier müssen aber gerade alle auf einen Haufen zusammenkommen - jene, bei denen ich in der grössten Achtung stand, wie z.B. Max Olaf, jener Baron, meine Gottselige und dergleichen mehr. Daneben aber auch jene männlichen und besonders weiblichen Individuen, mit denen ich leider so manchen lustigen Spass hatte! Und gerade dieses gemeinste Gesindel wird hier so enorm frech, dass es unsere Schwachheiten gerade dort ausposaunt, wo man es wahrlich am wenigsten haben wollte - worauf dann die Gesichter der mich stets in grösster Achtung haltenden Freunde stets länger und länger werden. Oh, das ist dann schon ein Vergnügen, das zu missen man recht gerne Berge anrufen möchte, dass sie über unsereinen herfallen sollen! Ja, ja, das ist eine ganz verdammte Geschichte!

2. Da ich mich aber mit dir nun schon in ein so miserables Gespräch eingelassen habe, so sage mir auch gefälligst, was es denn im Grunde mit jenem angeblichen Heiland Jesus für eine Bewandtnis hat? Was ist er für ein Wesen? Ist mit ihm wohl ein vernünftiges Wörtlein zu reden? Könnte er unsereinen ohne weitere Beschämungen ein bisschen auf ein etwas besseres Gras setzen? Und steht er wohl in einem besondern übermenschlichen Verbande mit der grossen Gottheit? Denn weisst du, das kann ich denn doch nicht annehmen, dass er etwa gar -? Nein, ich kann's eigentlich nicht aussprechen! Du verstehst mich schon, was ich eigentlich meine. - Es hat wohl ehedem Max Olaf etwas geschwärmt von einer Gottheitsfülle in eben diesem Jesus, aber welcher vernünftige Geist kann das annehmen! Sei so gut, lieber Freund, und gib mir hierin einige besondere Winke!“

3. Spricht Robert: „Mein lieber Freund Pathetikus! Da kann ich dir vorderhand nichts anderes sagen als: Gehe hin und überzeuge dich selbst!“

4. Spricht Pathetikus: „Ja, ja, das wäre schon alles recht! Aber bedenke mein Ehrgefühl und die ganze andere, mir gerade in dieser leidigen Situation äusserst fatale Gesellschaft! Besonders die nun freilich ganz verzweifelt schön gewordene Lerchenfelderin und mein Weib, mein irdischer Bursche Franz, der Max Olaf und die allergröbste Mariandl, und so noch einige! Dann von Adam abwärts bis zum Paulus die historisch merkwürdigste Geistergesellschaft! Na, die würden unsereinen doch sicher sonderbar ansehen! Mit Ihm zu reden würde ich mir gerade nichts daraus machen. Aber das andere Völkl, du verzweifelte Geschichte - na, das würde seiner Zunge einen so schönen freien Lauf lassen, dass unsereiner darob vor Schande und Ärger zerplatzen müsste!“

5. Spricht Robert: „Ja, lieber Freund, auf eine ganz radikale Demütigung musst du dich schon in jedem Fall gefasst machen. Denn ohne diese dürfte es wohl mit dir ewig nimmer besser, sondern nur schlimmer zu stehen kommen! - Mache dir denn Mut und gib du selbst alle deine Schwächen dem Herrn Jesus kund! Fasse Glauben an Ihn und eine rechte Liebe zu Ihm, so dürfte es geschehen, dass Er dir so manches nachsehen möchte! Aber je mehr du selbst von deiner Ehrsamkeit halten wirst, desto ärger wirst du vor allen allerweidlichst beschämt werden. Denn so gut der wirkliche Gott und Herr Jesus-Jehova ist gegen die, welche sich eines reuigen Herzens Ihm nahen - ebenso unerbittlich strenge ist Er aber auch gegen jene, die Seine Güte, Langmut, Geduld und Liebe auf eine zu lange und schmähliche Probe setzen!

6. Noch ist Er gut und wartet auf dich, aber Seine Geduld dürfte von keiner langen Dauer mehr sein! Ist Seine Geduld aber zu Ende, dann kommt der alte biblische Lehrspruch in Anwendung, wonach es heisst: ,Erschrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu gelangen!‘ - Darum sage ich dir ganz unverhohlen, für dich ist keine Zeit mehr zu verlieren! Hurer und Ehebrecher werden in das Reich Gottes nicht eingehen! - Gross ist Seine Güte und übergross Seine Gnade und Erbarmung; aber im Gericht schont Er kein Leben. Da ist Er unerbittlich! Daher bedenke wohl, wie du nun vor Ihm, dem Allmächtigen, stehst und was du zu tun hast! Denn nach mir wird kein Bote mehr an dich abgesandt werden!“

7. Spricht Pathetikus: „No, gar so arg wird es ja doch nicht sein - vorausgesetzt, dass man auch hier von einer Humanität etwas kennt! Aber so hier dein Gott Jesus, seine Apostel, und du samt ihnen noch unerbittlicher als die heidnischen Unterweltsrichter sein solltet, da freilich wäre es hier mit allem Spass völlig aus, und man müsste sich dann all dem fügen, was ihr wollt! Eine freilich ganz verzweifelte Geschichte das! Aber was kann ein einzelner gegen eine allgemeine, zusammengreifende Macht? Also, meinst du denn wohl im Ernst, dass ich zu ihm, d.h. zu deinem sein-sollenden Gott Jesus, hingehen soll?“

8. Spricht Robert: „Ganz gewiss, denn sonst bist du ohne alle weitere Hilfe und Rettung verloren!“

9. Spricht der Pathetikus: „O du verzweifelte Geschichte! O verteufelt, verflucht! Das wird nun eine Hetze werden, gegen die ein römisches Fegfeuer einer armen Seele eine pure Lumperei ist!

10. Nein, nein, Freund, ich kann doch nicht hin! Denn nun fange ich erst an einzusehen, dass ich im vollsten Ernste ein überaus grobes und dummes Luder von einem Sünder bin! Nun ist schon alles eins - Jesus hin oder her, Gott oder nicht Gott! Aber ich bin wirklich ein Mistvieh vor allen Menschen, und es wäre ein Aberwitz, so ich mich zu jener herrlichsten Gesellschaft hinwagen sollte! Ich begreife zwar noch selbst nicht, wie es kommt, dass ich nun auf einmal mein vollstes Unrecht sonnenklar einzusehen anfange? Aber, es ist richtig so, wie ich es nun einsehe!

11. O du meine arme Emma, was warst du mir? Selbst in deinem gerechten Zorne noch ein reiner Engel! Und was war ich dir? Ein schmutzigster Sauteufel, ohne Liebe, ohne Dankbarkeit, ohne alle Achtung sogar! Nein, nein, Freund, je mehr ich nun darüber nachdenke, desto klarer stellt es sich heraus, dass ich bis zu diesem Augenblick ein allergemeinster Lump war und eigentlich noch bin! Ich kann mich jener Gesellschaft unmöglich nahen, der schreiendsten Gerechtigkeit wegen. Nein, so ein liebes Weib hatte ich und konnte an den gemeinsten Huren mein Vergnügen finden! O du von aller Gottheit verfluchtes Saufleisch, nun eine Speise der Würmer! Um dich in deinen Bocksgelüsten zu befriedigen, konnte ich einen Engel fliehen und allen Sauteufeln nachrennen! Diese Erkenntnis muss mich nun notwendig umbringen!

12. O Menschen, die ihr meines Gelichters seid, lasset ab von eurer bösen Fleischteufelei! Ihr werdet bald gleich mir vor euren Richtern stehen und diese werden euch euer eigenes Herz öffnen! Kein Gott wird euch richten, sondern euer eigenes Herz wird euch richten und verdammen, und das mit Recht! Denn ihr selbst habt euch durch eure Teufeleien dazu qualifiziert. Lasset daher nach in eurer grossen Verblendung, sonst seid ihr verloren durch euch selbst! - Bruder, gehe von mir, denn ich bin ein zu grober Sünder! Heisse mich in die Schweine fahren!“


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