RBLUM-97

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-97 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 97 - Über Fleischeslust und Hochmut. Roberts Auftrag betreffs des Pathetikus. Des Weltlustmenschen Philosophie.


1. Rede Ich: „Sehr gut, Meine geliebte Helena, hast du Mich beraten! Das werden wir auch tun. Gelingt es uns, so sollen sie leben, gelingt es aber nicht, seien sie verflucht! Wir wollen uns sogleich ans Werk machen; denn solange diese scheussliche Art nicht umgestaltet oder vernichtet ist, werden wir von der Erde nie völlig reife und gute Früchte zu erwarten haben.

2. Den Hochmut kann man um vieles leichter bekämpfen als diese Seuche! Sind die Menschen stolz, hochmütig und herrschsüchtig geworden, so gebe man ihnen Krieg, Not, Armut und Krankheiten, und sie werden bald zu Kreuz kriechen und sich die demütigenden Lektionen sicher auf lange Zeit hinter die Ohren schreiben. Aber einen rechten Geilbock kümmert nichts! Wenn er auch alle argen Venuskrankheiten ausgestanden hat und am Ende vor Schwäche kaum mehr gehen und stehen kann und der Tod von allen Seiten her ihn angrinst, so macht er sich aber dennoch wenig daraus, wenn er nur noch einer üppigen Dirne den Leib befühlen kann! Wenn er schlafen geht, so ist sein letzter Gedanke - Fleisch. Und so er erwacht, sein erster Gedanke wieder Fleisch, und sodann den ganzen trägen und schläfrigen Tag über wieder nichts als Fleisch! Und so ist sein Sinn Fleisch, seine Liebe und Freundschaft Fleisch, und alles in allem Fleisch!

3. Und wie gross ist der dem Fleische stets fest anklebende Hochmut, der sich nur zu bald kundgibt, so jemand solch einem Fleischesel störend in die sein Leben allein beseligende Welt tritt und ihm etwa gar irgendeine freundliche Ermahnung zukommen lässt. Dann sind sie dem Unzüchtigen ein Dorn im Auge! Siehe, so sind sie beschaffen auf der Welt, und so kommen sie auch hierher!

4. Da du nun das weisst, so wollen wir sogleich einen Versuch an dem Pathetikus ernstlich vornehmen. Der Erfolg soll dich lehren, ob unsere Mühe an ihm den erwünschten Lohn finden wird oder nicht.“

5. Darauf heisse Ich Robert zum Pathetikus hinzugeben und ihn ganz artigst zu Mir her zu bescheiden.

6. Robert verneigt sich voll freundlichster Achtung und sagt: „O Herr, wo Du Selbst Deine Hände an ein Werk legst, da muss es gelingen! Wenn er nur herzubringen sein wird? Aber wie es mir vorkommt, wird das ein hübsches Stück Arbeit geben. Wie wäre es denn, Herr, so wir zuvor die vierundzwanzig Tänzerinnen aus seiner Nähe mehr auf die entgegengesetzte Seite bescheiden würden - so mehr gegen Morgen hin, wo sich ohnehin ihre Tanztribüne befindet? Denn soviel ich bemerkt habe, fängt unser Pathetikus miserabilis samt seiner Gesellschaft sich den reizenden Tänzerinnen sehr zu nahen an! Es wässert ihm schon der Mund zu einer erwünschten Ansprache, aber wie mir scheint, ist er um den Anredestoff verlegen. - Daher meine ich, dass es allenfalls nicht schlecht wäre, die Tänzerinnen zuvor auf den bestimmten Ort hin zu bescheiden?“

7. Sage Ich: „Lieber Bruder, was dir als gut deucht, ist auch gut vor Mir. Und so jemand etwas als gut erkennt und unterlässt es zu tun, begeht er eine Sünde gegen sein eigenes Herz. Daher tue alles, was du als gut und zweckdienlich erkennst!“

8. Robert geht nun schnell zu den Tänzerinnen hin und bescheidet sie, an den vorbestimmten Ort zu gehen. Sie erfüllen sogleich freundlichst Roberts Willen.

9. Dafür aber wird der Pathetikus samt seiner Gesellschaft fuchsteufelswild, geht Robert entgegen und spricht: „Nooo - Musje! Diese Holden sind nun lange genug in meiner Nähe gestanden, und ist ihrer bei eurem dummen Geplapper nicht gedacht worden. Gerade jetzt, wo ich mit ihnen gerne in nähere Bekanntschaft getreten wäre, hat dich müssen der Teufel hierher reiten, um sie mir vor der Nase wegzuschnappen! Ich glaube, du hättest ja wohl an denen genug, die dort an eurem Adams-, Abrahams-, Moses- und Gott weiss was noch für Tische wie die schönsten Schafe versammelt stehen! Meine Emma-Gundl ist auch dabei und meine Mariandl und die schönste Aurora von einer Lerchenfelderin. Freilich blüht bei der, wie's mir vorkommt, für dich verdammt wenig Weizen, weil der Pseudo-Heiland Jesus bei ihr weit mehr zu gelten scheint als du. Aber anschauen darfst sie doch und dabei als ein über deine langen Ohren in sie Verliebter ein wenig zu verzweifeln anfangen!

10. O du blitzdummer Kerl von einem Robert Blum! Auf der Welt warst ein Esel, und hier bist ein Ochse. Also in einer Person die viehische Gesellschaft, die bei der Geburt Christi anwesend war! Na, schön so! Wahrlich, du wirst es in deinem Himmel noch weit bringen. Glaubst denn du königlich sächsischer Bücherjude, dass ich nicht jedes Wort vernommen habe, wie ihr dort über die ganze Unendlichkeit Gottes Rat gehalten habt? Und Ehre, wem Ehre gebührt, oder was! Die schöne Lerchenfelder Aurora hatte ein sehr bedeutendes Vorrecht zu urteilen. Und ihr weisen Gottes-Ochsen und -Esel habt das Vergnügen gehabt, euch an ihrer Weisheit zu sonnen, gleich wie die Blattmilben an den herrlichen Strahlen aus dem Steisse eines Johanniskäfers! Ah, das war wirklich himmlisch schön, erhaben und des grossen Gottes würdig - oder was?

11. Und nun möchtest du mich auch an jenen saubern Ratstisch hinziehen, an dem so Erhabenes von einer mit einer ätherischen Phosphoreszenz übertünchten Lerchenfelder Trudl beschlossen wird - sogar ein Gericht über uns Männer, darum wir auf der Welt oft tierisch dumm genug waren, uns so weit zu vergessen, dass wir uns mit solchen Kloakenkreaturen abgeben mochten. Freund, da kannst du hübsch lange warten! Brüderl, kehre halbrechts nur wieder um und sage deiner phosphorstrahlenden Gesellschaft: Nur die Gimpel fängt man so; andere Vögel sitzen nicht so leicht auf, besonders wenn eine Lerchenfelder Glorifizens mit Einverständnis ihres Pseudo-Jesus Esel auf den Vogelfang aussendet! Wenn du zurückkommst, so richte ihr von mir einen schönen Gruss aus!“

12. Robert, ganz erstaunt über solch einen Empfang, schaut den Pathetikus eine Weile ganz erregt an und ist ganz geladen, ihm noch zehnmal gröber zu begegnen. Er ermannt sich aber dennoch und sagt in gemässigtem Ton: „Freund, du hast mich noch gar nicht angehört und also gar nicht entnehmen können, was ich dir zu hinterbringen habe, und verdammst mich, ohne einen Grund dazu zu haben! Lass mich erst reden mit dir, alsdann richte, so ich etwas Ungebührliches von dir verlangen sollte!“

13. Fällt ihm der Pathetikus in die Rede: „Freund, ohne gerade gleich dir ein Esel zu sein, reichen meine Ohren aber dennoch bis an euren sauberen Ratstisch hin und haben das unliebsame Vergnügen, alles zu vernehmen, was dort beschlossen wird. Und so haben meine Ohren denn auch die Keckheit gehabt, das zu vernehmen, was in eurem hohen Rat über jene Menschen beschlossen wurde, die leider auf der Welt das zu geniessen sich erlaubten, wozu sie durch das Gesetz der Natur bei den Haaren hingezogen worden sind.

14. O ihr dummen Kerle von himmlischen Weisen! Wer hat denn die Natur geschaffen und wer mit allmächtiger Hand eherne Gesetze in sie gelegt? Siehe, die echte, allein ewig wahre Gottheit! Wie kann aber ein Wurm sündigen, so er das tut, wozu ihn die Gesetze der Natur instinktmässig antreiben? Nur der ist bei mir weise, der die Gesetze in der grossen Natur ihm zu Gunsten benützt und darnach lebt! Ein Esel aber ist derjenige, der über die Gesetze der Natur sich hinaussetzt und nur nach einer übersinnlichen Wonne strebt, die sonst nirgends als in seinem dümmsten Gehirn zu Hause ist. So ich aber solchen Gesetzen gemäss gelebt habe, sage, wo ist der Gott, der mich deshalb richten könnte?“

15. Spricht Robert noch immer in sehr gemässigtem Ton: „Höre Freund, du bist aufgeregt wegen der nötigen Entfernung der vierundzwanzig Tänzerinnen, die deine noch unreinen Sinne sehr in Anspruch nahmen. Aber mässige dich nun und nimm einen rechten Verstand an, auf dass du einsehen mögest, ob meine Sendung an dich einen guten, schlechten oder dummen Grund habe!

16. Du pochst mächtig auf die Gesetze der Natur und willst mir begreiflich machen, dass man borniert sein müsse, so man sich dieselben nicht allzeit zu einem wollüstigen Zwecke dienstbar zu machen verstehe. Ich aber frage dich: Freund, wie räsonierst denn du darüber, wenn sehr viele der so Beflissenen nach kurzer Wollust in allerlei körperlich und geistig unheilbares Elend versinken, aus dem sie sozusagen kein Gott mehr herausziehen kann? Ihre ganze Natur wird verstümmelt, ihr Geist nach und nach getötet und die Seele verfinstert.

17. Sage mir, wäre es physisch und geistig für solche Menschen nicht besser gewesen, wenn sie dem ersten Wollustgesetze nicht gar so treulich nachgekommen wären - da sie dadurch ein zweites aus der Hölle über sich heraufbeschworen? Das zweite ist ebenso wie das erste auch Naturgesetz. Bist du für die Erfüllung des ersten gar so sehr eingenommen, warum darauf nicht auch für das Walten des zweiten?

18. Du sagtest: ,Wo ist der Gott, der mich für die Erfüllung der in die Natur gelegten Gesetze richten könnte?‘ - Ich aber frage und sage: Welcher Gott hat denn dann das zweite, scheussliche Gesetz als eine Folge des ersten gesetzt, so dieses zu gewissenhaft eifrig befolgt wird?

19. Wohl hat Gott alle Gesetze in die Natur gelegt; aber dem freien Menschen gab Er Verstand und Vernunft, dass er die ersten Gesetze seines Fleisches nur sehr mässig, und das nur im Zustande einer Ehe ordentlich erfüllen solle; für Tritte über die moralische Grenze hinaus hat Er aber auch Hinkboten gestellt, die solche Überschreitungen stets empfindlich durch ein zweites Gegengesetz zu ahnden pflegen.

20. Wenn wir aber aus Erfahrung wissen, dass wir nur in der gesetzlichen Mittelstrasse wahrhaft glücklich sein können, wie kannst du demnach jene Menschen Esel nennen, die nach der rechten Ordnung Gottes leben?

21. Was hast du wohl durch dein ganzes irdisches und nun geistiges Leben Gutes im eigentlichsten Sinne genossen? Auf der Welt lebtest du im steten Zank und Hader mit deinem rechtmässigen Weibe. Deine Huren beutelten dich oft bis auf den letzten Heller aus, so dass du lästige Schulden machen musstest. Ein paar Jahre vor deinem Austritt aus der Naturwelt in diese geistige hat dich noch eine fesche Italienerin dergestalt angesteckt, dass dir darauf Hören und Sehen verging. Fünf Ärzte patzten, stachen und schnitten zwei Jahre an deinem durch und durch venerischen Leibe! Sie halfen dir aber nicht, sondern machten dich noch elender, als du ohnehin warst. Denn wenn's dich so recht juckte, da bewarfst du sie mit Gold, damit sie dir eine Linderung gäben. Ja, sie hätten dich noch jahrelang herumgezogen, wenn die Wiener Geschichte dir nicht den elenden Lebensfaden abgeschnitten hätte! Sage mir nun, wie warst denn du mit diesem zweiten Naturgesetze zufrieden und welche Seligkeit geniessest du nun hier?“


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