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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-96 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 96 - Der Herr über Gottes- und Weltkinder. Gleichnis vom Obstgarten und vom unfruchtbaren Baume.


1. Rede Ich: „Meine allerliebste Helena, Ich bin mit allen deinen Worten überaus zufrieden. Und dein Lob lässt sogar in Meinem Herzen keinen ferneren Wunsch mehr übrig. Denn der Wahrheit dient nur die Wahrheit zum alleinigen Lobe, so wie auch Mich als Gott niemand erkennen und lieben kann, der nicht aus Mir ist!

2. Denn es gibt Menschen, die unmittelbar aus Mir hervorgegangen sind, daneben aber auch andere Menschen, die mittelbar von Mir geschaffen worden sind. Die unmittelbar aus Mir Hervorgegangenen sind die eigentlichen Gotteskinder, in deren Herzen denn auch die reine Gottesliebe wohnt und aus ihr heraus die wahre Erkenntnis Gottes. Die mittelbar Geschaffenen aber sind Kinder der Welt, gezeugt vom Satan aus der Hölle. Diese letzteren sind von Mir aber auch berufen zur wahren Erkenntnis und zur wahren reinen Liebe. Ihretwegen habe Ich hauptsächlich das Werk der grossen Erlösung vollbracht. Eben dieser Menschen willen aber geschieht nun auch solches in der Welt und wird hier in Meinen Himmeln beraten. Und da meine Ich, dass in deinem Lobe noch etwas hätte angeführt werden können, das gewisserart einen Ausnahmezustand darstellt, bei dem Meine allgemeine Erschaffungs- und Führungsweise der Menschen einige nicht unbedeutende Veränderungen notwendig macht.

3. Ich werde dir davon einige Fälle vorstellen, und du wirst dann darüber urteilen. Und so höre:

4. Der Besitzer eines Gartens hat eine Menge grosse und kleine, edle und unedle Fruchtbäume gesetzt. Alle bekamen ein gleich gutes Erdreich, und womöglich die unedlen beinahe noch ein besseres als die edlen. Alle wurden mit grossem Fleisse gepflegt, und es zeigte sich, dass manche unedlen viel üppiger wuchsen als die edlen. Ein solcher Wildling fiel wegen seiner Üppigkeit besonders auf, so dass der Gärtner ihm eine volle Hauptaufmerksamkeit zu schenken anfing; er pflegte ihn und erwies ihm alle Liebe. Aber es verstrich ein Jahr ums andere; während alle anderen Bäume Früchte brachten nach ihrer Art, blieb dieser stumm und brachte nichts als Blätter zum Vorschein. Da ward der Gärtner als Herr des Gartens endlich unwillig und sprach zu seinen Knechten: ,Ihr wisset, wie sehr ich diesen Wildling viele Jahre hindurch gepflegt habe, aber er hat mir noch keine Früchte gebracht; daher grabt ihn mit der Wurzel aus, zerhaut ihn in Stücke und werft ihn ins Feuer! Denn mich ärgert nun gewaltig dieser schale Baum! An seine Stelle aber setzet mir eine Weide zum Zeugnis, dass hier ein unfruchtbarer Baum jahrelang meine Liebe und Geduld missbraucht hat!‘ - Da sagen die Knechte: ,Herr, lasse ihn noch ein Jahr; wir werden ihm einen Hauptast nehmen und werden ihm eine andere Erde geben. Wird er aber auch dann keine Früchte bringen, so soll ihm geschehen nach deinen Worten!‘ Der Herr des Gartens belobt die Geduld der Gärtnerknechte und lässt sie tun nach ihrer guten Meinung. Aber nach einem, nach zwei und endlich sogar nach drei Jahren bringt der Baum noch immer keine Früchte. Er setzt wohl Blüten an, dass man meinen sollte, der Baum werde endlich denn doch einmal mit seiner Frucht des Gärtners Mühe lohnen. Aber siehe, es kommt dennoch keine Frucht zum Vorschein.

5. Was meinst du, geliebte Helena, soll nun mit diesem schalen Baume geschehen? Soll Meine Androhung an ihm vollzogen werden oder nicht? Denn ernstlich gesagt, der Baum ist dem Gärtner schon längst über die Massen zuwider geworden.

6. Unter dem ,Baum‘ aber verstehe jene Menschen, die da sind der Welt Kinder und von Mir alle Pflege und Wartung bekommen, aber dennoch ausser Blättern und trügerischen Blüten keine Früchte der Liebe, der Demut und des Gehorsams bringen, indem ihr Herz und Sinn in aller Welt und im Wohlleben des Leibes begraben ist. Also sage Mir, was soll mit solchen Menschenbäumen geschehen, die da weder gute noch irgend arge Früchte zum Vorschein bringen, sondern zwischen den guten und schlechten Fruchtbäumen eine Art Schmarotzerbäume bilden, die bloss geniessen, aber nie etwas Erspriessliches tun wollen? Wenn sie es auch scheinen, so ist aber doch alles ein Trug, denn ihr Sinn ist, wie ihre Liebe, geile Genusssucht.“

7. Spricht Helena: „O Du mein Herr und mein Gott Jesus! Das ist schon wieder eine äusserst kitzlige Frage! Es hängt auch da wohl alles von dem ab, was Du mir über die Erschaffung, Führung, Bildung und geistige Gestaltung, Ordnung und endliche Bestimmung der Menschen geoffenbart hast. Aber einen Unterschied bilden solche Menschen dennoch vor anderen, die nicht wegen eines ungehorsamen Eigenwillens Deine Gesetze übertreten, sondern nur aus Unkenntnis und Mangel an Bildung. Wenn also undankbare und in ihrem Herzen höchst eigenwillige Menschen Deinen Mahnungen nimmer ein williges und tätiges Gehör schenken wollen und mit ihren Handlungen Deinen heiligsten Worten nur den barsten Hohn sprechen; denen das Fleisch der Weiber mehr schmeckt als Dein heiliges Vaterwort; ja, die einer jungen Dirne, so sie ihnen zu ihrem buhlerisch sinnlichsten Gesichte steht, eher hundert Herzen als Dir eines zukommen lassen würden (so sie hundert Herzen besässen). Wenn sie sich auch aus so manchen Züchtigungen und Mahnungen nichts machen, die Du doch jedermann in Hülle und Fülle zukommen lässt - so meine ich, dass solche dümmsten Fleischesel wahrlich nicht mehr wert sind als eine geschliffene Hacke an die Wurzeln ihres Schweinelebens!

8. Oh, solche Kerle, sehr ähnlich jenem Pathetikus dort, habe ich auf der Erde in Wien in Menge nur zu gut kennengelernt! O Herr, solche Menschen sind zur Bringung auch der schlechtesten Frucht nicht mehr fähig. Es ist auch nichts zu bessern an ihnen, denn was einmal Dreck ist, aus dem wird kein Gold. Daher sollen sie abgehauen und ins Feuer geworfen werden. Vielleicht macht das Feuer noch etwas Brauchbares aus ihnen!“

9. Rede Ich: „Du hast vollkommen recht und so sei es auch! Denn so Ich Selbst jemandem alle mögliche Bildung habe zukommen lassen und habe ihm alle Geduld, Nachsicht und Milde erwiesen und trug ihn beinahe auf den Händen - und er dann doch noch alle seine Sinne trotz aller Mahnungen in den schmutzigsten Sumpf versenkt - so ist er wahrlich keines besseren Loses wert. - Aber siehe, wir haben eben hier mehrere Beispiele solcher Menschen: Dort, jener Pathetikus ist einer, und im gegenüberstehenden Gemach stehen noch einige Dutzend - darunter sogar einige Blutschänder, und einer, der zwei zehnjährige eigene Zwillingstöchter in einem Jahre bei hundert Male genotzüchtigt hat, was den beiden sehr lieben Kindern endlich das Leben und mit diesem ihre auf der Erde bestimmte Geistesbildung kostete. Und siehe, diese argen Böcke sind dennoch hier in einem freien, ungerichteten Zustand! Ich frage dich nun, was denn für die Folge mit diesen und anderen solchen geschehen soll?“

10. Spricht die Helena: „Wenn sie schon einmal hier sind, so könnten wir doch einen Versuch machen, ob an ihnen durchaus nichts mehr zu verbessern sein sollte! Ist bei ihnen noch irgendeine Besserung möglich, so sollte nichts gespart werden, sie zu bekehren. Sollte aber jeder Versuch an ihrem hochmütigen Stumpfsinn scheitern, da verfahre Du mit ihnen wie mit jenem Feigenbaum, der keine Frucht hatte, dass sie Dich sättige, als Du eines Abends müde und hungrig unter seine Äste tratest!“


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