RBLUM-95

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-95 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 95 - Erklärung des Herrn über die Entwicklung selbständiger Wesen. Schlüssel zum Verständnis des Erdenlebens.


1. Rede Ich: „Nun, Meine allerliebste Helena, du hast Mir nun ja einen besten Rat gegeben, und es lässt sich alles recht gut bewerkstelligen. Wahrlich, dein Geschlecht kann sich mit dir grosse Stücke zugute halten!

2. Nur zwei Stücke waren etwas zu bunt: dass du auf der Erde entweder neun Zehntel der Menschen weggenommen oder die Erde vergrössert sehen willst, und dass du alles Herrschtum auf der Erde weg haben möchtest. Siehe, das ist etwas hart und auf einem naturmässigen Wege gar nicht auszuführen, sondern allein auf dem Wege des Gerichtes. Das Gericht aber ist der eigentliche Tod eines jeden Wesens, das es ergreift!

3. Siehe, Ich bin allmächtig, und alles, was Ich Mir nur immer denke, dass muss auch sogleich geschehen, so Ich es will. Wenn Ich nun hier vor Mir eine Million Menschen haben wollte, so wären sie auch da. Sie würden sogar weise reden und handeln und wie die schönsten Seraphim aussehen. Sie würden dich sogar mit aller Liebe umfassen und dir nach Herzenslust dienen - und dennoch wären sie in sich selbst vollkommen tot. Denn alles, was sie täten und redeten, das täte bloss Ich Selbst. Denn in ihnen wäre da kein anderes Leben, als welches Ich für ihre nach Meinem Wollen gerichtete Dauer haben wollte. Wollte Ich aber dann diese scheinlebigen Menschen nicht mehr, so würden sie aber auch in einem Nu nicht mehr da sein!

4. Wollte Ich aber solche Menschen erhalten und sie in ein wirkliches, freitätiges und von Meiner Allmacht unabhängiges Leben versetzen, da müsste Ich Meinen in diesen scheinlebigen Menschen wirkenden Geist durch ein geeignetes Trennungsmittel von Mir ablösen. Und müsste ihn dann in diesen Menschen binden und durch eine äussere, materielle Umfassung gefangennehmen, ihn so Mir gegenüber zu einem förmlichen Objekte machen und als solchem Verhaltungsgesetze geben. Ich müsste ihm dann Gelegenheiten und Anreizungen zukommen lassen, durch die er in die Notwendigkeit gesetzt würde, aus seiner freien, von Mir gänzlich abgelösten Erkenntnis- und Willenskraft entweder nach dem gegebenen Gesetz oder auch wider dasselbe zu handeln. Das Gesetz müsste natürlich zweckmässig, weise und allgütig sein. Zufolge der Sanktion müsste ein solcher Mensch dann, im Falle er das Gesetz nicht beachtet, noch härter und länger gefangengehalten werden - bis er notgedrungen das Gesetz tätig annähme und darnach handelte. Erst dann wäre es rätlich, solch einem Menschen die äusseren Bande wieder abzunehmen und ihn, gleich dir, als ein wohlgebildetes Wesen in die vollste Freiheit übergehen zu lassen, wo er dann aus sich selbst heraus ein vollkommenes, nicht mehr gerichtetes Leben hätte.

5. Daraus aber kannst du schon leicht entnehmen, dass Ich Selbst die freie Handlungsweise der in materieller Freiheitsgewinnungsprobe auf Erden stehenden Menschen voll beachten muss - ob sie gesetzlich gut oder auch ungesetzlich böse ist. Denn ergreife Ich sie da mit Meiner Allmacht, so sind sie im Augenblick des Ergreifens schon tot, indem sie dann aus sich heraus durchaus nichts mehr zu tun imstande sind. Will Ich sie wieder frei machen, so muss Ich Mich dann wieder von ihnen völlig trennen und sie in der Materie gefangen setzen, wo sie dann eine neue Freiheitsprobe durchmachen müssen.

6. Fällt diese nach der gestellten Ordnung aus, so können sie dann, dir gleich, hierher in diese Welt der Geister in ein vollkommen freiestes Leben übergehen. Fällt sie aber wider die Ordnung aus, so muss die Gefangenschaft auch in der Geisterwelt so lange fortbestehen, bis solche Menschen zu jener praktischen Erkenntnis gelangen, durch die sie sich dann Mir, ihrem Schöpfer, unbeschadet nahen können. Können sie Mich einmal lieben als Herrn und Bruder, so sind sie durch solche Liebe dann erst wahrhaft frei gleich Mir, indem Ich in ihnen als ein vollkommenes zweites Ich lebendig denke, fühle, urteile und handle!

7. In solch einem für ewig bleibenden Zustand aber können sie von Mir aus, unbeschadet ihrer individuellen Freiheit, stets mehr und mehr freie Erkenntnisse und Kräfte aufnehmen, ja sogar in allem wie Ich Selbst vollkommen werden, welcher Zustand dann erst die vollendetste Seligkeit bei ihnen ausmacht.

8. Siehe, es ist leicht gesagt: ,Herr, tue dies und jenes! Richte die bösen Völker, richte die Könige und richte den herrschsüchtigen Papst! Vertilge alle, die eines hochmütigen und herrschgierigen Herzens sind! Tue Wunder! Lasse durch eine allgemeine Pest das ganze arge Menschengesindel zugrunde richten, denn sie sind alle zusammen böse!‘ - Aber da muss man doch mit grösserer Einsicht bedenken, dass Ich rein umsonst gearbeitet haben würde, so Ich wegen der nicht gesetzmässigen Handlungsweise die auf die Erde gesetzten Menschen sogleich richten und töten wollte.

9. Obschon wir hauptsächlich darauf zu sehen haben, dass die werdenden Menschen auf der Erde so viel nur immer möglich nach den Gesetzen der ewigen Ordnung handeln, durch die natürlich am ehesten und leichtesten das freie Leben zu erreichen ist - so müssen wir uns aber doch auch der grössten Geduld hingeben und selbst die verkehrtesten Handlungen mit derselben Ruhe betrachten, als wären sie gut und gerecht. Denn die erste Hauptbedingung zur Gestaltung freier Menschen ist, dass sie in der vollen Trennung von Mir einmal ihrer selbst bewusst werden und aus sich selbst heraus zu handeln anfangen! Ob gut oder schlecht, gesetzlich oder ungesetzlich, das muss für den Anfang eines jeden neuwerdenden Menschen völlig eins sein. Wir müssen ihre selbstgemachten Einrichtungen und Erfindungen respektieren und unseren sie erhaltenden Einfluss so verborgen wie möglich halten. Denn würden wir da offen auftreten, so würden wir die junge und zarte Pflanzschule der Menschen mit einem Tritt zerstören und hätten dann viel länger zu tun, das Zertretene wieder aufzurichten und der grossen Bestimmung zuzuführen, als so wir geduldig dieser ersten Entwicklung der Menschen auf der Erde nur ganz leise wirkend und helfend zusehen. Denn nach dieser ersten Entwicklungsperiode haben wir dann ja noch immer zahllose Wege, um die noch unentwickelten Menschen ihrer rechten Bestimmung zuzuführen.

10. Nur wenn unter den werdenden Menschen derartig schroffe Ordnungswidrigkeiten zu entstehen anfangen, dass dadurch die bezweckte absolute Lebensfreiheit in bedeutende Gefahr geraten könnte, dann freilich müssen wir hie und da kleine, aber bloss nur äussere Schreckgerichte auftauchen lassen, als da sind Kriege, Teuerung, Hunger und Pest. Aber jedes solche Strafgericht darf nie mehr als höchstens ein Zehntel der Menschen ergreifen, weil es bei einer grösseren Verschärfung nur zu leicht die Wirkung eines wirklichen, tödlichen Gerichtes annähme!

11. Siehe, da habe Ich dir nun Meine Einsicht und Meinung gesagt! Wie gefällt sie dir? Sage Mir daher nun auch wieder, ob du sie für gut, echt und völlig gerecht findest? Oder könnte es vielleicht auch noch anders sein?“

12. Spricht Helena: „O Liebe der Liebe, o Güte der Güte, o Weisheit aller Weisheit! O Gott, o Vater, o Jesus! Wie könnte man da noch etwas einzuwenden haben! Denn so endlos weise, wie Du nun das Entstehen der Menschheit und deren Entwicklung bis zur höchsten, freiesten Lebensstufe hinauf der hellsten Wahrheit gemäss dargestellt hast, ist das wohl noch nie vor menschlichen Augen und Ohren geschehen!

13. Nun sehe ich erst klar ein, was ein Mensch ist, wie er beschaffen sein und wie er handeln muss und wie er geleitet und geführt werden muss, damit er zu seiner ewigen Bestimmung gelangen möge! Und da soll ich etwa noch eine Gegenmeinung aufstellen? Nein, das wäre denn doch zu unsinnig von mir! - Nein, Du mein allerliebster, weisester, sanftester, geduldigster und überhimmlisch schöner und erhabener Herr Jesus! Nun bringst Du mich sogar mit aller Allmacht zu keiner weiteren Meinungsäusserung mehr! Ein elender Schuft sei der, welcher es wagte, darüber noch irgendeine dummste Bemerkung zu machen! Wenn es selbst Petrus oder Paulus wäre, so müsste ich in mein allergröbstes Temperament zurücksinken und ihm zum wohlverdienten Lohne die Augen auskratzen! Aber sie sind nun alle stumm und sehen die grosse Wahrheit Deiner Worte sicher noch heller ein als ich!

14. Du mein Herr und mein Gott, ich bin von der Heiligkeit Deiner Wahrheit so mächtig durchdrungen, dass ich nahe behaupten möchte: Nicht einmal Du Selbst könntest Dir hier auch nur zum Scheine eine Gegenmeinung aufstellen! Und das ist meine klarste und unwiderrufbare Meinung, in der ich ewig leben und verharren werde - Dich über alles aus all meinen Kräften liebend!“


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