RBLUM-93

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-93 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 93 - Robert erklärt das Geschaute. Eigenliebe und Hochmut Grundwurzel alles Übels. Der unwandelbare Gotteswille.


1. Auf diese Meine Aufforderung erhebt sich Robert und spricht: „O Herr, Du Liebe der Liebe, Du Freund der Elenden, Du Weisester unter den Weisen aus Dir! Es ist die ganze Sache in ihrer Erscheinlichkeit zwar ohnehin schon klar dargestellt. Aber da Helena im Fache der Entsprechungen sich noch nicht jenen notwendigen Grad hat aneignen können, durch den ihr solche Erscheinungen verständlich sein möchten, so ist es freilich nötig, ihr die Sache etwas klarer zu machen.

2. Und so sieh denn, allerliebste Schwester Helena - alles, was du nun gesehen hast, stellt im allgemeinen den Hochmut dar, der ein Geist der Verworfenheit ist. Vor dem Fenster dort sahst du kämpfen, und den harten Kampf durchwehte gegenseitiger Verrat! Siehe, das ist alles ein Werk des Hochmuts, dessen Geburtsstätte die Selbstliebe ist. Wie aber die reine Gottes- und Nächstenliebe der Grund alles Heils, aller Glückseligkeit und aller Eintracht und Einigkeit ist - ebenso ist die Eigenliebe ein Hass alles dessen, was ihr naht, und somit der Grund aller Verachtung und Verfolgung dessen, was sich dieser bösen Eigenschaft entgegenstellen will.

3. Die reine Liebe gibt alles, was sie hat. Und dennoch kann sie ewig nicht ärmer werden, sondern nur reicher und mächtiger. Denn wenn sie gibt, empfängt sie tausendfach wieder, was sie gegeben hat. - Die Eigenliebe aber verliert stets im tausendfachen Masse, was sie nimmt und raubt. Denn da sie in sich keine Kraft und Macht hat, so muss sie andere Kräfte durch allerlei sie selbst verarmende Mittel zu Hilfe nehmen. Durch diese erhält sie sich auf der Welt wohl eine Zeitlang in einem Scheinglanze und in einer gewissen Scheingrösse. Weil aber solches mit der Zeit stets mehr kostet, so verarmt sie endlich ganz und gar, wobei sie sich dann wie ein hungriger Wurm krümmt, bäumt und windet. Aber das nützt ihr wenig, sondern dient nur zur Beförderung ihres vollen Unterganges.

4. Wer führt sonach Krieg? Siehe, die Eigenliebe als die Mutter des Hochmuts und der Herrschsucht! Und wer setzt sich ihr entgegen und besiegt sie? Es ist die Macht der reinen Liebe, die da ist Gerechtigkeit und ein rechtes Gericht aus Gott! Wohl bietet die Eigenliebe des Feindes alle erdenklichen Mittel auf, um sich zu erhalten und Rache zu nehmen an der Gerechtigkeit Gottes. Aber das nützt ihr nichts, weil sie sich dadurch gewaltig schwächt an allen Enden und Punkten, während in gleichem Kampf die reine Liebe nur mächtiger wird nach jedem Schlage.

5. Die Erscheinung mit der umgestürzten Tiara, die aus einer Sumpfpflanze entsteht, zeigte klar, wessen Grundes alle irdische Herrlichkeit ist. Und dass du sie verkehrt am Ende auf einem Dreifuss ruhen sahest, stellte das klare Verhältnis dar, in dem sich alle irdische Macht und Pracht, Glanz- und Herrschgrösse gegen das rein Himmlische befindet. Der Dreifuss aber stellt die schwachen Stützen dar, auf denen alles das beruht. Die Eigenliebe ist der Reif des Dreifusses, die Füsse aber sind Falschheit, List und Trug. - In der Tiara sahest du Blut und schändliches Gewürm; das dir erklärt worden ist. Nur das siebenköpfige Tier ist dir noch etwas dunkel geblieben. Du darfst aber nur nach dem Masse der Entsprechungen vorgehen, so wirst du leicht zur wahrsten, beschaulichen Erkenntnis dessen gelangen, was dies Bild besagt. Versuche es nur, wir alle werden dir darin helfen!

6. Hast du das entziffert, so wird auch der Herr das Seinige tun! Ja, ich sage dir: Es hängt nun von dem ab, wie du in deiner grossen Liebe die Sache erfassen wirst. Wie du und wie wir, mit dir übereinstimmend, die Sache erkennen werden, so will und wird der Herr handeln! - Daher mache nun deine Sache recht gut; denn es hängt das Heil der Welt nun an deiner Erkenntnis!“

7. Helena erstaunt sehr darüber, als ihr Robert kundgibt, dass nun das Heil der Welt von ihrer Erkenntnis des siebenköpfigen Tieres abhänge. Sie wendet sich daher sogleich wieder an Mich und fragt: „O Herr, Du meine himmlisch süsseste Liebe! Sollte das wohl wahr sein, was der weise Robert mir soeben eröffnet hat?“

8. Sage Ich: „Allerdings! In einer Prophezeiung, die sich in den Händen der Indier als einem der ältesten Völker der Erde befindet, heisst es: ,Siehe, du sündiges Menschengeschlecht! Ein Weib war es, das die Welt ins Verderben stürzte. Und wieder wird es dereinst geben ein Weib, aus dem der Welt eine grosse Gnade wird gegeben werden. Und am Ende wird es wieder geben ein Weib, durch das die Welt soll gerichtet werden. Aber es wird bei dem Weibe stehen und abhängen von seiner Erkenntnis - ob zum Leben oder ob zum Tode!‘ Und siehe, du bist gerade dasjenige Weib, von dem diese urälteste Offenbarung spricht! Daher mache deine Sachen nun gut, sonst wird es der Erde schlecht ergehen!“

9. Spricht Helena: „Ach nein, ach nein, das kann ja doch unmöglich sein! Das wäre für mich auch keine Seligkeit, wohl aber eine grosse Pein. Daher erlasse mir, o Herr, diese Erkenntnis, für die ich wahrlich nicht bürgen könnte, ob sie gut oder schlecht ausfiele!“

10. Rede Ich: „Meine allerliebste Helena! Meine grosse Liebe zu dir kennst du bereits. Aber auch das weisst du, dass bei Mir - namentlich hier im Reiche des Lebens, des Lichtes und der ewigen unverrückbaren Wahrheit - durchaus nichts von dem herabgehandelt werden kann, was Ich einmal ausgesprochen habe. Und daher wirst du schon das tun müssen, was Ich nun von dir verlangt habe. Denn siehe, so Ich in meinen Aussprüchen und Bestimmungen nachlässig wäre, welch eine Ordnung und welch ein Gesicht würde ehestens die ganze Schöpfung bekommen?! So Ich nur einen Augenblick nachliesse, alles Geschaffene in Meiner Idee unverrückt festzuhalten, ginge alles aus den Fugen, und alle Gestaltungen und Formen würden zu wolkenähnlichen, höchst veränderlichen und bald vergänglichen Zerrbildern werden. - Aber weil Ich eben über alle deine Begriffe unwandelbar bin, so bleiben alle geschaffenen Dinge und Wesen durch die ganze Unendlichkeit auch stets das, für was und wie sie einmal geformt worden sind.

11. Ich habe es aber nun für diese Zeit bestimmt und habe dich auserwählt. Daher musst du aus purster Liebe zu Mir denn auch das tun, was Ich von dir verlange. Dadurch wirst du dann erst vollends selbständig frei in deiner Lebenssphäre dich gestalten und in der Folge, wie aus dir selbst hervorgehend, von aller fremden Einwirkung unabhängig dastehen können.

12. Denn das alles, was Ich hier von euch verlange, geschieht nicht so sehr der materiellen Welt wegen, die ohnehin im Gerichte steht, als vielmehr euretwegen, damit ihr alle wahrhaft frei werdet und fähig zum Genuss der höchsten Wonne und Seligkeit! - Wohl hängt auch in allem alles Weltgetriebe von hier ab, indem sich hier Kern und Wurzel alles Werdens und Seins befindet. Aber darum arbeiten wir hier dennoch nicht für die Welt, sondern für die Himmel.

13. Und so fange nun, Meine liebste Helena, mit dem an, was dir Bruder Robert gesagt hat!“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-93 Kapitel