RBLUM-89

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-89 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 89 - Die Erde und ihre Greuel. Der Geist des Antichrist. Eine sinnbildliche Erscheinung.


1. Helena eilt sogleich ans bezeichnete Fenster, sieht ins Freie hinaus und schlägt nach einigem Betrachten die Hände zusammen. Nicht lange hält sie es aus, weil der Anblick sie zu sehr ergreift. Sie begibt sich eiligst zu Mir hin und spricht: „Aber, aber, Du mein Herr, Du mein Gott, Du mein Jesus! Ah, das ist aber doch entsetzlich!“

2. Sage Ich: „Nun, Meine überaus liebe Helena, was hast du denn gesehen, das da gar so entsetzlich ist? Hast du vielleicht gar einen Teufel gesehen oder noch Schrecklicheres? Fasse dich und erzähle uns, was du denn alles gesehen hast!“

3. Die Helena sammelt sich und spricht dann: „O Du mein süssester Herr Jesus! Ich glaube, gegen diese Entsetzlichkeit ist der ganze Teufel ein reiner Lump. Zum erstenmal nach meinem Austritt von der Erde habe ich nun die abscheuliche und übergreuliche Erde wiedergesehen, aber so, wie etwa von einer über sie hinschwebenden Wolke herab. Und merkwürdig, ganz Österreich und Ungarn samt seinen Nebenländern lag unter mir wie eine riesenhaft grosse Landkarte ausgebreitet, auf der vom grössten bis zum kleinsten Gegenstand alles zu ersehen war. Aber, o Jammer, welch ein Anblick des Entsetzens! - Die Städte sind voll Feuers und voll Unflats und grässlich aussehenden Gewürmes. Flüsse und Seen und das Meer sind voll Blut! Fürchterliche Heere stehen einander gegenüber, und man ersieht da nichts als Mord, Verrat und wieder Mord! Die Menschen zerfleischen sich ärger als die reissendsten Bestien! An der Kaiserlichen Seite sah ich auch Russen in starker Anzahl. Aber selbst zwischen den Kaiserlichen und Russen sah ich Verrat und Mord hier und da. Und unter dem ungarischen Heer, das furchtbar stark ist, sah ich auch Russen und Polen in grösster Anzahl, dazu auch Menschen aus ganz Europa. Alle aber schreien: ,Tod und Verderben allen Despoten! Keine Gnade und Schonung mehr! Verflucht sei, wer da dächte an einen friedlichen Ausgleich!‘ - Die armen Kaiserlichen können trotz grosser Anstrengungen nichts ausrichten. Denn sie haben immer zehn gegen hundert zu kämpfen und können daher zu keinem Vorteil kommen. - O Herr, mache doch diesem entsetzlichen Würgen ein Ende und lasse nicht die Schwachen zugrunde gehen! Hauche in die Herzen der Ungarn einen versöhnenden Geist, und den Österreichern, wo es nottut, nicht minder; denn wahrlich, mich dauern meine bedrängten Landsleute!“

4. Rede Ich: „Meine geliebte Helena, was du gesehen, ist richtig und wahr! Ein gar arger Geist hat Besitz von den Herzen der Menschen genommen: Es ist der Geist des Antichrist! Und dieser ist es, der die Menschen so entzweit, dass sie gegeneinander toben und wüten, als wären sie alle zu Tigern, Hyänen und Drachen geworden. Aber es soll ihrem Treiben ein baldiges Ende gemacht werden, ein Ende, wie die Erde noch keines gerochen hat!

5. Hier auf dem Tische vor uns wirst du sogleich ein Gefäss ersehen, das wie eine Pflanze aus dem Tische hervorwachsen wird. In diesem Gefäss wirst du das Mass menschlicher Greuel auf der Erde erschauen und daraus entnehmen können, um welche Zeit es nun ist auf der Welt. Sieh nun, hier kommt es schon zum Vorschein. Betrachte es und beschreibe Mir, wie es aussieht und was du in ihm erschauest!“

6. Helena betrachtet erstaunt das wunderbar auf dem Tisch vor ihr auftauchende und sich stets mehr entfaltende fabelhaft gestaltete Gefäss. - Als nach einigen Augenblicken das Gefäss vollkommen entfaltet dasteht, ruft Helena: „Aber Herr, ich bitte Dich um Deines heiligsten Namens willen! Was ist denn das für eine sonderbare Gestaltung? Anfangs hat die Geschichte ausgesehen wie eine ganz natürliche Pflanze, etwa wie auf der Erde die Wasserlilie. Dann trieb es aus der Mitte seiner bandartigen Blätter einen runden, starken Stengel, auf dessen Ende eine Knospe ersichtlich war. Die Blätter verdorrten aber bald, und die Knospe brach auf und trieb statt einer erwarteten Blume die unverkennbare päpstliche Dreikrone (Tiara); aber verkehrt, das heisst mit dem Dreikreuz, das auf einem goldenen Apfel sitzt, nach unten, und mit dem eigentlichen untersten Kopfreife nach oben. Diese Tiara steht nun wie ein förmliches Trinkgefäss vor mir, und zwar merkwürdigermassen auf einem Dreifuss, der sich wie von selbst aus dem Stengel geformt hat. Dies sonderbare Gefäss ist nun inwendig schwarz wie eine starke Nacht. Und da, wo aussen die köstlichsten Edelsteine sitzen, fliesst inwendig Blut und Blut, durchwühlt von allerlei grässlichem Gewürm! Die Köpfe der Würmer sehen aus wie glühendes Erz und ihr Leib wie der eines Drachen. Und diese Bestien trinken gierig das Blut, so dass das Gefäss trotz des reichen Zuflusses nimmer voll werden und übergehen kann - auf dass da alle sehen, welch schauerlichen Inhalts dieses Gefäss voll ist. Oh, wie diese Bestien doch gar so gierig das Blut einsaugen! - Und sieh, unter den Würmern ersehe ich nun ein Tier, das viel grösser ist als alle anderen. Diese Bestie hat sieben Köpfe und auf jedem Kopf zehn Spitzen wie die eines Schwertes, und auf jeder Spitze steckt eine glühende Krone. Wenn es untertaucht, da gischtet das Blut und es dampft auf der Oberfläche. Der Zufluss wird nun stärker und stärker, aber noch will das Gefäss nicht voll werden. Denn die Bestien zehren mächtig daran, und was sie nicht verzehren können, löst sich in Dampf und Rauch auf! - O Herr, binde den Bestien doch ihren Rachen, und von den Spitzen des einen Tieres nimm die glühenden Kronen, damit das Gefäss doch einmal voll werde! Oh, wie abscheulich das anzusehen ist!“

7. Rede Ich: „Nun, Meine allerliebste Helena, kennst du dich schon so ein wenig aus, wenn du die Erscheinung vor dem Fenster und diese vor dir auf dem Tisch vergleichst?“

8. Spricht die Helena: „O Herr, da bringe ich wohl schwer einen rechten Sinn heraus. Daher bitte ich Dich, offenbare Du uns das rechte Verständnis dieser beiden Erscheinungen, so es Dein heiliger, weisester Wille ist!“

9. Rede Ich: „Meine geliebte Helena, von ganzem Herzen gerne! Gib auf alles genau acht! - Siehe, draussen vor dem Fenster hast du das grosse Übel gesehen, und hier siehst du den Grund desselben! Vor dem Fenster draussen stellte sich dir die nackte Wirkung dar, die von A bis Z hier ihre Grundursache hat.

10. Und so ersiehst du hier auf dem Tische das arge Symbol: eine umgestürzte Tiara, deren Reiche nach innen bluten und sich bald verbluten werden. Wohl sucht die Hierarchie es zu verhüten, dass ihr äusseres Ansehen nicht möchte befleckt werden von ihren inneren Greueln; aber es wird ihr alle diese ihre Mühe nun nichts mehr nützen. Denn siehe, darum habe Ich ihren inneren Gehalt durch die Umkehrung der Tiara nun aller Welt gezeigt. Sie kann nun tun, was sie will, so wird sie ihre Krone nicht mehr aufrecht stellen können und wird sich in sich selbst zerstören und aufzehren! Verstehst du nun die Sache schon etwas besser?“

11. Spricht die Helena: „O Du mein Herr und mein Gott! Ich verstehe nun wohl ein wenig, aber vom vollkommenen Verstehen ist noch gar keine Rede. Denn was eigentlich das Blut und die abscheulichen Würmer im Blute bedeuten, das wird wohl ausser Dir niemand je völlig begreifen können. Sei darum so gnädig und sage mir ein paar Wörtlein darüber!“

12. Rede Ich: „Nun ja, so höre denn! Das Blut, das da nach innen gerade aus jenen Stellen fliesst, wo aussen die Edelsteine angebracht sind - die da alle Reiche und Regierungen der Erde vorstellen sollen - bedeutet die tyrannische Herrschgier. Diese täuscht nach aussen hin vollste Freiheit und gleiche Berechtigung aller Stände vor, in sich selbst aber ist sie Rache und Blutgier, derzufolge jeder über die Klinge springen soll, der nicht den Vorteil des alleinigen Tyrannen in vollste Berücksichtigung zöge. Denke zurück an die Inquisition und von da weiter bis auf die gegenwärtige Zeit, und du wirst leicht ersehen, wie in den Eingeweiden der Hierarchie nichts als Hass, Zorn, Gericht, Verfolgung aller Art und Mord und Blut gehaust hat und noch einer starken Pest gleich grassiert; wenn schon nicht so ersichtlich in der Tat, weil dazu die Kräfte erlahmt sind, dafür aber desto ärger im geheimen Wollen und sehnlichsten Wunsche!

13. Das Gewürm aber, welches das Blut fleissig verzehrt und dadurch soviel als nur möglich den Augen der blinden Völker entzieht, sind die ekelhaften, selbstsüchtigen Kriecher und Augendiener unter jeder menschlichen Amts- und Beschäftigungsform. Diese Wesen sind in jeder Menschengesellschaft die allerverwerflichsten. Sie sind die barsten Feinde aller Menschen und lieben niemanden als allein sich selbst. Daher geschieht es denn auch, dass sie diejenigen, für die sie alles zu tun vorheucheln, am ersten und schmählichsten verraten, wenn sich nur irgendein Vorteil herauskalkulieren lässt. Denn wer einmal ein Verräter ist, der ist und bleibt einer, wenn es ihm nur einen Gewinn abwirft. Und siehe, so steht es nun auch mit der Römerin. Sie liebt die Gleisner, die Heuchler, die Angeber, die Ohrenbläser, die Augendiener, die Denunzianten, die Spione und alle, die geschickt lügen können und dabei herz- und gewissenlos allerlei frömmliche Betrügereien erfinden. Nun aber werden das gerade ihre ärgsten Richter werden und werden ihre treulosesten Verräter sein.

14. Nun, Meine Allerliebste, verstehst du jetzt das Blut und das Gewürm schon etwas besser? Ja, du verstehst es; aber du hast noch das eine siebenköpfige Tier vor dir und das soll dir auch durch eine neue Erscheinung klar gemacht werden.

15. Siehe nun dahin, wo das sonderbare Gefäss steht, gib aber genau auf alles acht, was sich dir zeigen wird, und beschreibe es vor dieser ganzen Versammlung! Aber sehr genau musst du auf alles achten.“


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