RBLUM-88

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-88 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 88 - Der höchste Preis reinster Gottesliebe - die Gottesbrautschaft.


1. Spricht die Helena fragend: „O Herr, Du sagtest mir, dass ich Dir einen rechten Kuss geben solle! Und siehe, das Wort rechten macht mir Skrupel! Denn ich kenne keinen anderen Kuss, als den die Liebe beut, und ich habe noch nie jemandem einen anderen gegeben. Wenn aber ein Kuss der reinsten Liebe kein rechter sein soll, da weiss ich wirklich nicht, von welcher Beschaffenheit der von Dir bezeichnete Kuss sein soll?“

2. Rede Ich: „Aber, aber! Meine allerliebste Helena, welch einen anderen rechten Kuss soll es wohl noch irgend geben, als eben nur den, welchen die reine und wahre Liebe bietet! Aber es gibt eine zweifache Art von rechten Küssen: Die erste, die mehr aus Achtung als aus eigentlicher Liebe erteilt wird; und die zweite, die rein aus Liebe erteilt wird. Und siehe, diese zweite Art, die den Kuss vom Mund wieder an den Mund gibt und nicht an die Stirn allein, wird von Mir als ein rechter Kuss bezeichnet. Einen der innersten Achtung aber hast du Mir schon auf Meine Stirne gegeben. Ich merkte schon damals, dass er mehr Liebe als pure Achtung enthielt. Da aber seitdem deine Achtung ganz in Liebe übergegangen ist, kannst du Mir nun auch nicht mehr einen Stirnkuss, sondern einzig allein nur einen ganz brennheissen Mundkuss geben, und das wird dann ein rechter Kuss sein! - Verstehst du das, Mein allerliebstes Helenchen?“

3. Spricht Helena ganz rosigen Angesichts: „O ja, das verstehe ich jetzt schon; aber es wird doch vielleicht ein bisschen gar zu stark aussehen! Aber was macht's denn auch! Willst es ja Du, mein Gott, mein einziger Herr! Was Du aber willst, das kann nicht gefehlt sein, und die Liebe kann auch nicht fehlen! Freilich, wenn ich bedenke, dass Du der ewige Schöpfer aller Dinge und Wesen bist und ich nur ein schwaches Geschöpf, so ist das wohl etwas sehr Sonderbares, so ich Unheiligste Dich Allerheiligen auf den Mund küsse, durch Dessen allmächtiges ,Werde!‘ Himmel und Erde geworden ist! Aber Du Selbst willst meines Herzens heissestem Drang die ersehnte höchste Seligkeit gewähren. Und so geschehe denn, wonach sich mein Herz heimlich schon oft und lebendig gesehnt hat!“

4. Nach diesen Worten gibt sie Mir einen Kuss von echtem Schrot und Korn. Und Ich sage darauf zu ihr: „Nun erst bist du vollkommen und hast für die ganze Erde an Mir ein grosses Versöhnungswerk vollbracht! - Du selbst aber wirst von nun an stets an Meiner Seite, d.h. durch alle Meine Liebe fortan ewig die höchste Seligkeit aller Seligkeiten geniessen; nämlich die Seligkeit Meines höchsten und reinsten Liebehimmels, in dem lauter solche Engel wohnen, die Mich gleich dir lieben! Aber das sage Ich dir auch, dass es deren eben nicht gar zu viele gibt. Wohl lieben Mich sehr viele, aber nur als das, was Ich natürlich bin, nämlich als ihren Gott, Herrn und Vater. Du aber bist mit deiner Liebe nach dem Beispiel der Magdalena wahrlich noch tiefer in Mich hineingedrungen und hast Mein Herz erfasst und hingezogen an das deinige, wodurch zwischen uns eine vollkommene Ehe aller Himmel vor sich gegangen ist. Durch diese Ehe bist du nun zu einem förmlichen Gottesweibe geworden, und somit eins mit Mir. Daher aber sollst du an jeder allerhöchsten Seligkeit den gleichen Teil haben, der Mir zukommt! Bist du damit zufrieden?!“

5. Spricht die Helena bebend vor höchster Wonne: „Oh, oh, oh! Du mein heiligster Jesus! Ich arme Sünderin wäre nun - o Gott, o Gott - Dein Weib!? - O Himmel, was ist aus mir geworden? Ich, ein Gottesweib?! Nein, das kann doch unmöglich sein! - Aber Du, ewigste Wahrheit, hast es nun Selbst ausgesprochen, und so wird es auch so sein! Was werde ich beginnen in der Seligkeiten tiefsten Tiefen und höchsten Höhen? Wie werde ich sie ertragen können? Wird es mir nicht zu schwindeln anfangen wie einer armen Sünderin, die vom höchsten Stern auf die tief unten rastende Erde hinabblickt? Werde ich mich wohl ewig je zurechtfinden können in solcher Höhe? O Du mein süssester Jesus, was hast Du nun aus mir gemacht! Ach, ich komme mir nun vor wie eine glücklichste Unglückliche und wie eine seligste Unselige! Ja, wie eine, die ist und nicht ist!“

6. Sage Ich: „Meine Geliebteste, sei nur ruhig und heiter! Ich sage es dir, du wirst dich bald und überaus leicht in alles finden; denn siehe, in Meiner allerhöchsten Höhe geht es am allereinfachsten und niedrigsten zu! Da gibt's keine übertriebene Pracht und durchaus keinen Luxus, sondern die schönste und reinste Bescheidenheit und einen fortwährend gleichen und ungetrübten Frohsinn! Und siehe, das sind eben deine Sachen. So wirst du dich damit schon zurechtfinden. - Nun aber sieh zum Fenster gegen Morgen hinaus und sage Mir, was du durch dieses alles gesehen und entdeckt hast!“


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