RBLUM-87

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-87 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 87 - Das Himmelsmahl zum Wohle der Erdenmenschen. Helenas Brautgewand und Krone als Entsprechung.


1. Alle Gäste erheben sich auf Meine Rede ehrerbietig und sprechen: „O heilig, heilig, heilig bist Du, unser alleiniger Gott, Herr und Vater! Allerhöchst gepriesen sei ewig Dein heiligster Name!“

2. Helena fängt vor lauter Rührung zu schluchzen an und sagt: „O Du mein Jesus! Wie bin ich denn wert, hier neben Dir zu sitzen? Du bist der lebendige, ewige, allmächtige Gott und Schöpfer Himmels und der Erde, und ich bin ein allernichtigstes schmutziges Küchenmensch voll Unflat und Sünden! Nein, nein! Das kann ja doch nicht gehen! - O Herr! Nun erkenne ich es erst recht in der Tiefe meines Lebens, dass ich eine abscheuliche Sünderin und gar unwürdig bin, so nahe bei Dir zu sitzen. Daher lass mich zu jenen Tänzerinnen hingehen, mit denen ich doch etwas mehr Ähnlichkeit habe als hier mit Deiner unendlichen Heiligkeit!“

3. Rede Ich: „Schau, schau, was du nicht alles möchtest! Wenn du Mir zuwider wärst, hätte Ich schon lange irgendwo ein passendes Plätzchen für dich gefunden. Aber da du Mir überaus lieb bist, so habe Ich dich auch viel lieber recht nahe bei Mir als irgendwo anders. Meinst du denn, Ich bilde Mir auf Meine Herrgottschaft etwas ein? Da wärest du in einer grossen Irre! Denn da hätte Ich Mich doch sicher nicht kreuzigen lassen und wäre auch nie Mensch geworden. Aber weil Ich von ganzem Herzen sanftmütig und demütig und nun mit euch allen gleichweg ein Mensch bin, so kannst du es schon wagen, bei Mir zu verbleiben. Und so bleibe du nur schön da und iss und trink nach Herzenslust! Ich sage dir, wir werden uns recht gut vertragen.“

4. Nach diesen Worten ist es bei der Helena völlig aus. Sie wird durch ihre grosse Liebe zu Mir schon ganz unbeschreiblich schön, so dass sogar Adam neben ihr sagt: „Wahrlich, eine wahre Eva vor dem Fall! Nach dem Falle aber lebten auf meiner Höhe nur zwei, eine Gemelah und eine Priesterin Purista, und den beiden sieht unsere jüngste Tochter wahrlich sehr ähnlich. O die hat einen herrlichen Geist! - Helena, du musst dich schon mit mir auch ein wenig abgeben! Denn siehe, der Gestalt und der Seele nach bin ich gewisserart ja auch dein Vater, und ich liebe alle meine Kinder gar sehr und somit auch dich. Dass ich der Urmensch Adam und ein Vater aller sterblichen Menschen bin, darum hast du dich gar nicht zu scheuen vor mir! Dem Geiste nach aber sind wir vor dem Herrn beide gleich und haben uns voreinander noch weniger zu scheuen. Denn Mensch bleibt Mensch, ob er nun zehntausend Jahre früher oder später seine Wanderung durchs Fleisch gemacht hat! Siehst du, so ist es!“

5. Spricht die Helena: „Ah, das freut mich aber ganz besonders, dass mir Vater Adam auch einmal die Ehre angetan hat, mit mir ein paar Wörtlein zu sprechen! Für so gut und sanftmütig habe ich den Herrn Vater Adam nicht gehalten. Aber wenn Herr Vater Adam einmal Zeit haben, da erzählen's mir etwas von den alten Zeiten, denn von solchen Geschichten bin ich eine grosse Liebhaberin!“

6. Spricht Adam: „O mein Kind, nicht nur erzählen, sondern auch zeigen werde ich dir tausend Dinge!“

7. Rede Ich: „Helena! Du vergisst ja ganz das Essen und Trinken! Siehe, alle essen und trinken auf ein rechtes Wohl ihrer leidenden Brüder auf der Erde, und du hast noch nicht einmal weder das Brot noch den Wein berührt. Liegt dir denn das Wohl unserer Freunde und Brüder nicht ebenso am Herzen wie den anderen hier?“

8. Spricht Helena: „O Du mein liebevollster Gott und Heiland Jesus! Wer wie ich Dich über alles liebt, der hat weder Hunger noch Durst. Denn Du Selbst bist ihm das nährendste Brot des Lebens und der stärkendste Trank zur Erquickung der Seele und des Geistes! O sieh, so ich auch dies Brot ässe und diesen Wein tränke in Ewigkeit, hätte aber dabei dennoch Deine Liebe nicht vollkommen, in der allein alle Kraft des Lebens verborgen ist, so würde ich dadurch weder mir noch jemand anderem helfen können. Denn weder dies Brot, noch dieser Wein, wenn in sich auch noch so geistig, kann helfen - sondern allein Du, mein liebster Herr Jesus! Und so meine ich, dass Du mir das nicht als Fehler anrechnen wirst, weil ich bis jetzt noch nicht gegessen noch getrunken habe? Aber ich will sogleich das Versäumte nachholen und will, aber nur aus der pursten Liebe zu Dir, essen und trinken. Aber sei Du mir darob nur nicht gram!“

9. Rede Ich: „O du Meine liebste Helena! Ich werde dir gram sein? Was fällt dir ein? Siehe, Ich wusste es wohl, dass du aus purster Liebe zu Mir weder essen noch trinken konntest. Daher stellte Ich die vorige Frage an dich bloss darum, damit du vor dieser Gesellschaft reden sollst, wie du nun geredet hast. Da du aber nun also vollkommen nach Meinem Sinn gesprochen hast, sollst du dafür auch mit einem hellpurpurnen Kleid und mit einer Krone angetan werden. Denn nun bist du Mir eine liebliche Braut geworden, die mit dem Kleid der reinen und wahren Liebe bekleidet sein soll für ewig. Bruder Robert, gehe nun nur wieder hin und öffne den goldnen Schrank. Dort wirst du schon das rechte Kleid für diese Meine Herzensbraut finden! Bringe es her, auf dass Ich Selbst es ihr antun werde!“

10. Robert eilt voll Freuden schnell zum besagten Schrank und nimmt ein so über alle Massen herrlich strahlendes Kleid heraus, dass es ihn selbst stutzen macht. Denn so etwas überhimmlisch Herrliches haben seine Augen noch nie gesehen. Als die Tänzerinnen dies Kleid ersehen, machen sie einen Schrei der höchsten Verwunderung und können sich kaum satt sehen an dem wie die schönste Morgenröte strahlenden Kleid.

11. Ja sogar den Pathetikus, der sich mit seiner Gesellschaft in einem entfernten Winkel dieses Gemaches befindet, lockt der wunderschöne Glanz des Kleides herbei und nötigt ihn, den Robert zu fragen, für wen denn dies Kaiserkleid bestimmt sei. Robert erwidert ihm gelassen: „Für jene Lerchenfelderin dort!“ Worauf der Pathetikus ärgerlich verwundert die Bemerkung macht: „Na, die versteht es aus der Kunst, auch den weisesten Helden des Himmels die Köpfe zu verdrehen! Nun, es ist recht, wenn sie das kann; das wird ihr sicher bestens zustatten kommen. Aber sage mir, Freund Blum, wie kann sich denn jener Weiseste der Weisen mit der maulschwertschneidigen Lerchenfelderin gar so abgeben und sie sogar zu einer wahren Himmelskönigin machen?“

12. Spricht Robert: „Freund, darüber befrage Ihn, Er wird es dir schon sagen! Ich bin in die Geheimnisse aller Himmel noch zu wenig eingeweiht. Er ist allein der Herr und kann tun, was Er will. Er will es nun so und es muss auch also geschehen. Nun weisst du genug. Ich aber muss gehen, denn Er ruft mich schon mit den Augen!“

13. Robert eilt nun mit dem Strahlenkleide schnell zum grossen Ratstische hin und übergibt es Mir. Ich aber gebe es Helena, die es vor lauter Dank, Liebe und Ehrfurcht kaum anzurühren getraut und sich auch weigert, es anzuziehen, weil sie sich solch einer zu himmlisch schönen Bekleidung viel zu unwert fühle.

14. Ich aber sage ihr: „Meine liebste Helena, du weisst ja schon, dass bei Mir kein Weigern etwas nützt. Denn was Ich einmal will, das muss ja geschehen, und wenn darob die ganze Schöpfung zugrunde ginge. Und dann ist Mir als Schöpfer der endlosesten Herrlichkeit aller Himmel und Welten eine schöne und wohlgeschmückte Braut ja auch lieber als eine hässliche. Denn siehe, bei Mir muss alles in ein übereinstimmendes Verhältnis gebracht werden. Bei wem das Inwendige völlig geläutert ist, bei dem muss auch das Äussere so gestaltet sein, dass es mit dem Inwendigen in der schönsten Übereinstimmung steht. Dieses Kleid entspricht nun vollkommen deinem Inwendigen, daher musst du es nun unverzüglich anziehen!“

15. Als die Helena solches vernimmt, spricht sie: „O du mein liebster Herr und Gott Jesus! Du siehst es, dass mein Herz nur an Dir, nie aber an einem Kleid hängt. Denn so ich nur Dich habe, frage ich nicht um alle Himmel und ihre Pracht, die mir ohne Dich nur zum Ekel würden! Aber weil Du es so willst und es Dir eine Freude macht, so will ich dies Kleid gleichwohl anziehen, und mein Herz soll Dir mit der allerheissesten Liebe dafür ewig danken. Dein heiliger Wille geschehe! - O Du mein heiligster, liebster Jesus! Du allein bist ganz mein Herz, mein Leben, meine Seligkeit und mein alles!“

16. Nach solchen Worten aus ihrem Herzen ergreift sie das Kleid. Und wie sie es nur anrührt, ist sie damit auch schon angetan, worüber sie schon wieder zu staunen anfängt und dabei sagt: „Aber wie ist denn das zugegangen? Ich habe ja das Kleid kaum angerührt und es liegt schon an meinem Leibe, als ob es mir genau angemessen worden wäre! Wie herrlich steht es doch! O du mein süssester Jesus, Du könntest einen geradezu närrisch machen vor lauter Seligkeit! Wie ich aber jetzt wirklich schön aussehe. Wohl war das frühere Faltenkleid auch sehr schön, aber gegen dieses war es doch fast wie nichts!

17. Aber was werde ich nun tun müssen, um Dir, mein süssester, liebster, bester und schönster Herr Jesus, mich mehr als bis jetzt dankbar zu erweisen? Oh, ich bitte Dich, gib mir doch eine Aufgabe!“

18. Rede Ich: „Meine liebste Helena. Du hast deine Aufgabe schon gelöst! Denn Grösseres, als Mich über alle Massen zu lieben, kann Mir gegenüber wohl selbst der höchste Erzengel nicht tun. Daher bleibe nur stets bei diesem Mir allein liebsten Geschäft und frage nach keinem anderen. Das aber sage Ich dir, du Mein wahres Herzenliebchen: Wer Mich liebt wie du, der trägt Grösseres in sich, als was da alle Himmel fassen! Denn da bin Ich ganz in seinem Herzen. In Mir aber glühen und keimen schon zahllose neue Himmel, die einst auch hinaustreten werden in eine neue Unendlichkeit!

19. Aber nun nichts mehr weiter davon! Du Meine liebste Helena, gib Mir nun einen rechten Kuss, und wir werden dann bei verschiedenen Erscheinungen unsere Beratungen fortsetzen.“


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