RBLUM-84

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-84 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 84 - Helenas Ansicht über den Weg zum Heile der Erdenmenschheit.


1. Spricht die Helena: „O Herr, Du schönste Lebensblume meines Herzens, Du mein Leben, Du mein alles! Schau in mein Dich über alles liebendes Herz, und Dein allsehendes Auge wird darin alles finden, was ich habe und wie ich es meine! O Du mein süssester, bester, weisester, mächtigster und auch - ach! - mein allerliebenswürdigster und schönster Herr Jesus! Schau, ich bin gar zu verliebt in Dich und kann vor lauter Liebe nichts reden! Aber da hinter uns sitzen und stehen ja noch eine Menge. Vielleicht könnten diese auch etwas zum besten geben? Mit mir aber tut es sich nun schon auf gar keinen Fall. Denn schau, Du mein liebster Herr Jesus, ich bin nun wirklich schwach vor lauter Liebe zu Dir! Denke Dir's nur - ich, ein armes Wiener Menschl - und sitze hier bei Dir, der Du der alleinig ewige Herr Himmels und der Erde bist! Und gleich neben mir Adam und die andern Väter der Erde! Das wird etwa für eine arme Seele wie mich doch kein Spass sein? Daher bitte ich Dich, lasse doch die andern eher reden, vielleicht fällt mir nachher etwas Gescheites ein!“

2. Rede Ich: „Ja, du Meine allerliebste Helena, das weiss Ich schon, dass du Mich überaus mächtig liebst, was Meine grösste Freude ist! Aber wegen dieser anderen Gäste sage Ich dir bloss: Wer früher kommt, der mahlt auch eher! Diese werden nachher schon auch reden, sie sollen nicht umgangen werden. Aber zuerst musst du reden, weil du eher bei Mir warst und Mich gar so sehr liebst! Zudem hast du an dem Kampf in Wien teilgenommen und bist dabei um dein irdisches Leben gekommen, was dir damals sehr unlieb war. Und so musst du nun auch reden in der Sache, die dich selbst so hart mitgenommen hat. Fasse daher nur einen rechten Mut und rede, wie dir die Zunge gewachsen ist! Ich werde daraus schon das Beste zu finden wissen.“

3. Spricht die Helena: „Auweh, auweh! O Du mein Herr Jesus! So Du einmal etwas haben willst, so muss es geschehen, und wenn da auch Himmel und Erde dabei vergehen sollten. Aber jetzt werde ich Dich doch noch erwischen! Mir fällt gerade ein, wie einst der Apostel Paulus, dem Du die Worte in den Mund legtest, gelehrt hat, dass da kein Weib im Rat einer Gemeinde etwas reden dürfe, sondern allein die Männer. Wie sollte ich also hier in dieser erhabensten Gesellschaft von lauter Männern es wagen können, auch etwas zu reden? Du hast mich nur prüfen wollen, weil Du meine Liebe zur Plauderhaftigkeit kennst. Aber die Helena, die Dich gar so über alles liebt, ist nun schon ein bisschen gescheiter geworden und sitzt nicht auf! - Oh, sei Du mein Göscherl nur schön still und rede nicht viel, sonst kriegst heute hier vom Paulus Wichs!“

4. Paulus lächelt über diese etwas humoristische Entschuldigung der Helena.

5. Ich aber sage: „Meine liebste Helena, du meinst freilich, dass Ich dich nun nicht erwischen könnte! Aber Ich habe dich eigentlich schon erwischt, und du kannst Mir nicht mehr auskommen und wirst sogar nach des Paulus ausdrücklichem Gebot reden müssen; und nach Meinem Gebot, das noch übers Paulinische geht, schon ganz unausweichlich! - Siehe, in einem Briefe an die Römer empfahl Paulus die Phöbe, die der Gemeinde zu Kenchreä in Meinem Dienst vorgestanden ist. Ebenda empfiehlt er aus gleichen Gründen die Priscilla, grüsst eine gewisse Maria, die ebenfalls viel Arbeit in Meinem Namen hatte, und ebenso die Tryphäna, die Tryphosa und seine liebe Persida, die viel mit Wort und Tat in Meinem Namen gearbeitet hatte.

6. Siehe nun, Meine liebe Helena, solchen Weibern hat Paulus keine Mundsperre in der Gemeinde angelegt; sondern nur solchen, die aus einer Art Hochmut in der Gemeinde auch Sitz und Stimme haben wollten und - ohne Meinen Geist zu haben und zu begreifen - dennoch reden wollten, als wüssten sie auch, was die aus Meinem Geiste Wiedergeborenen wissen! So aber auch ein Weib voll Meines Geistes ward, der im Mann wie im Weib stets der gleiche ist, da kann und muss sie sogar reden, was und wie es der Geist von ihr verlangt!

7. Meine Apostel waren die erste und somit vorzüglichste christliche Gemeinde in der Welt, weil sie unmittelbar von Mir gestiftet war! Als Ich am dritten Tag wieder aus dem Grab erstand, wen wohl sandte Ich zuerst zu den Brüdern hin, ihnen Meine Auferstehung zu verkünden? Siehe, ein Weib, ungefähr von deiner irdisch moralischen Beschaffenheit! - Nun, wenn das nachträgliche Gebot Pauli für noch ganz weltliche Weiber überall, d.h. auch bei Gott wohlgefälligen Weibern, soll in die Anwendung kommen - wie hätte sich dann eine Magdalena je unterstehen können, an Meine ersten Apostel selbst einen Boten zu machen?!

8. Zudem habe Ich auch einmal den Sadduzäern gezeigt, dass im Himmelreich alle irdischen Unterschiede aufhören, d.h. die irdischen Geschlechtsrechte. Alle sind den Engeln Gottes gleich und geniessen das eine Recht, nämlich Gottes Kinder zu sein.

9. Und so steht es nun auch mit dir, Meine allerliebste Helena! Obschon Mir deine Bescheidenheit sehr grosse Freude macht, wirst du dennoch reden müssen. Und das darum, weil du mit Adam, der neben dir sitzt, vor Mir das ganz vollkommen gleiche Recht zu reden hast. Und so mache dich nur daran!“

10. Spricht die Helena: „Ei, ei, ei! Das sehe ich nun schon klar ein, dass Du gar nicht zu erwischen bist! Hm, merkwürdig, ja - Deine Weisheit und die unsereins sind wohl ganz kurios zweierlei Weisheiten! O je, das ist ein Unterschied! Nein, mit dem Entschuldigen kommt man bei Dir ewig nicht auf! Aber mit einer recht herzlichen Bitte - könnte denn die Dich nicht von Deinem einmal ausgesprochenen Verlangen ein wenig nachlässig machen?“

11. Rede Ich: „Ja, Meine allerliebste Helena, mit einer rechten Bitte kann man bei Mir wohl sehr viel ausrichten, aber nicht alles! Siehe, so jemanden auf Erden das Leben sehr schmeckte, so dass er dort ewig leben möchte, und er bäte Mich darum aus allen seinen Kräften, so könnte Ich solch einer Bitte doch kein Gehör geben, weil das wider Meine Ordnung wäre! Und ebenso könnte Ich auch hier deine Bitte um Nachlass der Rede nicht erhören. Daher öffne nur deinen schönen Mund und rede, wie es dir in den Sinn kommen wird!“

12. Spricht die Helena: „Nun, in Deinem Namen, weil Du, mein himmlischer Herzensliebling, es schon durchaus willst, so will ich gleichwohl reden! Aber weisst Du, wenn mir manches gar zu Dumme herausrutschen sollte, da zupfe mich ein wenig, damit ich vor Dir und diesen erhabensten Grossmenschen der Erde doch nicht gar zu sehr zuschanden werde! Und so will ich denn sogleich meine Meinung aufzutischen anfangen:

13. Auf der Erde sind ein kleiner Teil Menschen zu hoch oben und besitzen zuviel. Der grösste Teil aber ist dafür zu tief drunten und hat entweder gar nichts oder doch viel zu wenig gegen diejenigen, die da viel zuviel haben! Die Folge davon aber ist notwendig diese: Die Hohen, welche die bei weitem geringste Zahl ausmachen, sehen mit Verachtung auf die unteren Klassen, weil sie stets die Möglichkeit wie ein Gespenst vor sich sehen, wonach die vielen geringen, armen Menschenbestien sich einmal vereinen und einen Griff nach dem starken Überfluss der Grossen und Reichen machen könnten. Um aber das nach Möglichkeit zu verhüten, scheuen die ersteren kein Mittel. Der Geist muss unterdrückt werden, wie und wo es nur immer möglich ist - durch Pfaffentrug, durch gänzliche Beschränkung der Druckpresse, durch Verbot besserer Bücher, sogar der Bibel. Zuwiderhandelnde werden bestraft, und das nicht selten auf eine Art, dass ihnen dabei Hören und Sehen vergeht. Wer soll bei solchen Umständen da noch zu einer Erweckung des Geistes gelangen!?

14. Auf der andern Seite wird alles gestattet, was nur immer zur Tötung des Geistes beitragen kann. Dergleichen ist: Geduldete Hurerei in allen Gestalten, wenn auch manchmal zum Schein öffentlich dagegen polizeiliche Schritte getan werden. Weiter wird gestattet, zu lumpen und zu schwelgen, was die arme, erziehungslose Menschheit nur mag - weil die Schwelgerei auch sehr nachteilig auf den Geist einwirkt. Ebenso werden gestattet zotige Komödien; da kann es hergehen, so stark es nur immer tunlich, wenn darin nur keine politischen Anspielungen vorkommen oder andere Weckfünklein, so kann die Komödie ohne allen Anstand vom Stapel gelassen werden, weil sie auf die Erdrückung des Geistes einen entschiedenen Einfluss hat!

15. Sollte sich aber etwa ein Geist trotz all dieser sanfteren Verdummungsmittel dennoch erheben wollen und etwa hie und da zeigen, dass er göttlicher Abkunft sei, so werden dann auch schärfere Mittel angewendet, durch die jedem Geist seine göttliche Abkunft irdisch sicher teuer zu stehen kommen wird. Becher und seine Freunde sind hier lebendige Zeugen, wie die Grossen der Erde jede offene Erhebung eines Geistes zu würdigen verstehen. Sie sagen: ,Oh, das ist ja schon wieder ein himmlischer Menschenfreund! Also, nur geschwind mit ihm ins Himmelreich mittels Strick oder Pulver!‘ Wer es wagt, ihnen die Wahrheit zu sagen, dem erteilen sie sogleich den Titel ,Auswurf der Menschheit‘ und setzen auf seinen Kopf einen Preis von vielen Goldstücken. Und bekommen sie ihn, da wäre es für ihn und seinen freien Geist besser, so er nie wäre geboren worden!

16. Siehe, Herr, so stehen die Aktien um die arme Menschheit nun auf Erden! Was Wunder, so sie sich denn doch einmal erhebt und Rache nimmt an denen, die schon so viele Jahrhunderte ihre Peiniger und Vampire waren. Ich bekenne hier offen, da ich schon reden muss, dass die arme Menschheit nun zu solch einer Erhebung ein vollkommenes Recht hat und es auch allerhöchste Zeit ist, den Grossen, die keinen Funken Liebe zu den Menschen haben, ihr arges Handwerk aus den Händen zu reissen und es für immer vom Boden der Erde zu verbannen! Die Grossen sollen herabsteigen und, was sie zuviel haben, mit den armen Brüdern teilen! Und aus ihren viel zu weitläufigen Burgen sollen Armenhäuser werden und sie selbst Menschen! Die Armen aber sollen Schulen bekommen und wahrhaft gebildete Lehrer nach Deinem Geist, o Herr, sonst wird's nimmer besser auf der Erde, sondern nur schlechter von Tag zu Tag. Denn die Grossen werden stets härter und tyrannischer, und der Hass der Kleinen wird wachsen wie eine rollende Lawine. Und so Du, o Herr, auf der Erde nicht bald etwas Entschiedenes ausführst, so ist es wenigstens irdisch in den mir bekannten Landen um alle Menschheit vollkommen geschehen, was doch sicher nicht dein Wille sein kann!

17. Oder kannst Du, o Herr, wohl eine Freude haben, so sich nun die Menschen als die wildesten und reissendsten Bestien zu Tausenden zerreissen und zerfleischen? Und das nur darum, weil die Grossen auch nicht um den Preis von Millionen Menschenleben von ihrem Reichtums- und Herrscherglanz auch nur ein Haar vergeben wollen. Meinen sie doch, da würde man nachher auch ihren ganzen Kopf haben wollen, was aber eine grundfalsche Meinung ist. Denn ich bin überzeugt, dass, so sie den armen Völkern freundlich entgegenkämen, diese sie dafür auf den Händen herumtrügen! Aber wenn sie den Völkern erst dann maskierte Zugeständnisse machen, wenn diese sich aus Verzweiflung gegen sie in grossen Massen wildbewegt erheben und gröblichst bedräuen, und diese abgedrungenen Zugeständnisse auch nur so lange zum Schein halten, bis sie durch ihre gesammelten Militärmächte wieder in ihrer alteigentümlichen Weise diese Zugeständnisse über den Haufen werfen können - da ist es dann ja sehr leicht begreiflich, wie sie nun alles Vertrauens bar werden mussten. Da aber nun ein rechtes Vertrauen zwischen Völkern und Regenten nimmer herzustellen ist, so bleibt meines Erachtens nichts anderes übrig, als die Völker von ihren alten Regenten zu befreien und an ihre Stelle wahrhaft gotterleuchtete Führer zu stellen, die als selbst vollkommene Menschen den Menschenwert ihrer Brüder achten werden und alles aufbieten, um den Geist in eines jeden Menschen Brust wahrhaft zu beleben. Das muss geschehen! Und geschieht das nicht, so wirst Du, o Herr, mit den Menschen der Erde ewig die gleiche Mühe haben wie nun mit uns, die wir trotz aller Deiner grossen Gnade noch so dumm dastehen wie junge Ochsen vor einem neuen Tor! Es muss Dir ja doch auch am Ende zum Überdruss werden, wenn zu jeder Minute Tausende von blitzdümmsten Wesen hier angelangen, die von Dir gerade so viel wissen wie das nächste beste Vieh auf der Welt!

18. Daher sei doch einmal auch für die arme Erde so gut wie hier für uns und lasse Deine Bekenner nicht mehr kreuzigen von denen, die Dich heute wie einst ohne alles Bedenken kreuzigen würden, so Du als ein Mensch wieder zur Erde kämst und gegen sie eifern möchtest wie einst wider die schnöden Pharisäer! - Tue Dich einmal auf, o Herr, und bearbeite die Erde und dünge sie mit Deiner vollen Gnade ernstlich, sonst wird sie ehestens zum fürchterlichsten Greuel aller Verwüstung werden! Siehe, Herr, Du mein süssester Jesus, Du selbst sagst ja, dass ich nun Deine geliebte Helena bin! So ich aber schon dieses allerhöchsten Namens als würdig erkannt bin, so tue aber auch als alleinigster Geliebter meines Herzens mir das zuliebe!

19. Ich will Dir aber dadurch freilich gleich allen anderen Vorrednern ja ewig nie eine Vorschrift erteilen, sondern bloss nur meine Meinung, nach der nun doch etwas Entschiedenes geschehen sollte. Du bist allein endlos weise und siehst am besten, was da nun zu geschehen hat! Diese Weisheit habe ich ewig nicht und kann Dir daher auch keinen wirklichen Rat geben. Aber nach menschlicher Weise stehen die Sachen nun einmal so, und meine menschliche Einsicht erkennt nur den hier ausgesprochenen Rettungsweg. Dir aber werden zahllose bekannt sein; tue daher nun, was da das Rechte ist!

20. Habe ich aber durchaus unsinnig geredet, so ist das nicht meine Schuld; denn da hättest Du mich ja zupfen sollen! Weil Du mich aber dafür öfter angelächelt hast, so meine ich, dass ich denn doch nicht gar so unsinnig geredet habe? Übrigens wäre das für mich wahrlich kein Wunder, denn bei solch einer Geistesbildung, wie sie mir auf der Erde zuteil ward, kann man wahrlich keine Katharina von Siena werden! Mein Hiersein aber reicht ja noch kaum hin, dass ich Dich, aber freilich höchst seicht nur, erkannt habe!

21. Ich habe nun Deinen Willen getan und bin mit meiner Antragsrede fertig. Dir, o Herr, sei alles aufgeopfert! Was ich dumm machte, wirst Du schon korrigieren. Nur das bitte ich Dich, dass Du mich nach dieser meiner Plauderei nicht weniger liebhaben mögest als ehedem! Dir allein sei alle meine Liebe, mein Leben und all mein Sein für ewig zu Füssen gelegt! - Amen.“


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