RBLUM-83

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-83 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 83 - Bechers radikale Vorschläge. Belehrung durch den Herrn. Die Natur des Menschengeschlechts ist bedingt durch die der Erde im Schöpfungsganzen.


1. Spricht Becher mit den Achseln zuckend: „O Herr, wenn bei diesen Wirren auf der Erde schon Dir, der Du doch allmächtig und allweise bist, gewisserart der Faden ausgeht - was soll da unsereiner noch auffinden können, womit den Völkern der Erde zu helfen wäre? Wenn es sich mit inneren Gewaltmitteln nicht tut, so wende man denn äussere Gewaltmittel an, z.B. Hunger, Pest und dergleichen, dazu einige frappante Erscheinungen am Firmament, und die Menschen werden dann schon zu Kreuz kriechen! Und darf etwa wegen der Freiheit des menschlichen Geistes auch das nicht angewendet werden - nun, so lassen wir sie sich untereinander so lange balgen und würgen, bis sie daran genug haben! Ich glaube nun, dass wir uns überhaupt zu viel um das arge Menschengesindel auf der Erde kümmern. Am besten wäre es nach meiner Meinung, das ganze Lumpenvolk von der Erde zu vertilgen und dafür ein besseres und edleres Volk hinzustellen. Das Volk, das nun die Erde bewohnt, wird sich nimmer bessern; es müsste nur, wie schon eben bemerkt, dem grössten natürlichen Elend preisgegeben werden! Denn es sind nun alle Könige samt ihren Völkern schon rein des Teufels. Womit aber könnte man die grosse Bosheit des Teufels erfolgreich bändigen? Ich meine, da wird es so oder so eine vergebliche Mühe sein! Also weg mit dem Lumpenpack und ein anderes Geschlecht hingesetzt! Das ist meine unmassgebliche Meinung! Aber bloss nur, wie gesagt, meine Meinung!“

2. Rede Ich: „Mein lieber Freund Becher! - Siehe, wenn den Völkern der Erde auf diese Art zu helfen wäre, wäre das freilich etwas ganz Bequemes! Aber das tut sich wohl auf keinen Fall und fürs Allgemeine schon gar nicht. Das kann wohl örtlich, aber auch da nie zu heftig stattfinden. Aber allgemein und gänzlich, wie du es meinst, das wäre das grösste Unheil nicht nur für die Erde, sondern auch für das ganze Universum!

3. Das Menschengeschlecht der Erde ist nicht aus sich selbst so, wie es ist, sondern es ist aus der Erde und hat in allem ihre Natur und Eigenschaft! Demnach wäre mit der gänzlichen Vertilgung aller nun auf der Erde lebenden Menschen der einmal eingerissenen Unordnung wenig abgeholfen! Denn dann müssten wir doch wieder andere Menschen aus der Materie der Erde hervorgehen lassen, die den gegenwärtigen nach einer kurzen Weile doch wieder so gleichen würden, wie etwa die Früchte eines Baumes aus einem vergangenen Jahr den Früchten, die derselbe Baum im folgenden Jahr oder noch später tragen würde.

4. Man müsste sonach auch die ganze Erde aus dem Dasein schaffen und an ihre Stelle eine andere setzen, was aber ein noch grösserer Streich wider meine Ordnung wäre! Man kann einem Baum, so er schlechte Früchte trägt, wohl die Rinde und manche Äste und Zweige nehmen, worauf er dann wieder recht gute Früchte tragen wird - aber das Mark und die Wurzeln darf man nicht zerstören. Denn so man das täte, würde der ganze Baum bald verdorren und würde ewig weder gute noch schlechte Früchte mehr zum Vorschein bringen. Die Erde aber ist eben der Kern des Lebens für den gesamten Lebensbaum und ist wie eine Hauptwurzel der ganzen Schöpfung! Würden wir an ihr ein Zerstörungswerk ausüben, so würden wir dadurch nicht nur die Erde, sondern die ganze sichtbare Schöpfung der endlichen Auflösung preisgeben, was noch um einige Dezillionen von Erdjahren zu früh wäre.

5. Deinen Rat, Mein lieber Freund Becher, kann Ich sonach schon gar nicht brauchen! Wir wollen aber sehen, vielleicht hat sich unterdessen Messenhauser etwas Brauchbares ausgedacht. Nun, Freund Messenhauser, gib es von dir, wenn du etwas in dir gefunden hast!“

6. Spricht Messenhauser: „O Herr, Du setzt mich in grosse Verlegenheit! Was soll ich da raten können, wo nun schon die ersten Geister der Erde ihre Stimme erhoben haben und damit mehr oder weniger durchgefallen sind? Da käme sicher eine noch grössere Dummheit heraus!

7. Siehe, o Herr, geradezu dumm wäre es von mir, Deiner endlosen Weisheit einen Rat erteilen zu wollen, was Du nun tun sollst, um die grossen Wirren auf der Erde wieder auszugleichen! Ich weiss nur zu gut, dass Dir mehr der besten und wirksamsten Mittel allerklarst bekannt sind, als es der Sterne im unermesslichen All gibt. Wolle Du nur gnädigst das kleinste anwenden, und es wird über Nacht alles wieder in der schönsten Ordnung sein! Gib, o Herr, den Herrschern ein wahres Licht und den Untergebenen Sanftmut und Geduld im Tragen des Kreuzes, und so ein bisschen ein kleines Kalifornien hinzu, und alles wird wieder in der schönsten Ordnung dastehen. Und so etwa dem Herrn von Satanas die Geweihe zu hoch gewachsen sind, so lass sie ihm durch ein paar Blitze um einige Ellen kürzer machen! Da wird meines Erachtens der Hochmut der Grossen auf der Erde auch einige Erleichterung bekommen, etwa wie Windischgrätz - was ihm sehr heilsam sein wird!

8. Es gibt ja noch recht viele Menschen auf der Erde, die es gut und redlich meinen. Warum sollen diese mit gezüchtigt werden, so Du den Hochmütigen die Geweihe etwas kürzer machen wirst? Ich sage: Glück und Segen allen auf der Erde, die eines guten Herzens und Willens sind! Aber dafür eine wohlgenährte Demütigung allen, bei denen der Mensch erst beim Baron anfängt. Ich wünsche ihnen nicht irgend etwas Böses, o nein, das sei ferne von mir, nur die Erkenntnis, dass die Grossen endlich einmal möchten einsehen, dass diejenigen auch Menschen sind, die sie bloss für ein lumpiges Kanonenfutter ansehen!

9. Es müssen ja wohl Regenten sein; denn ohne Regenten und weise Gesetze könnte schwerlich eine menschliche Gesellschaft bestehen. Aber diese Regenten sollten einsehen, dass sie der Völker wegen, und nicht die Völker ihretwegen da seien. Auch sollen sie das Schwert der Gerechtigkeit haben und tragen. Aber sie sollen es nur dann gebrauchen, so ihre Völker bedroht sind von äusseren Gefahren. Doch gegen ihre eigenen Völker sollen sie es nimmer gebrauchen dürfen, denn bei denen werden sie mit der Waffe der Liebe bei weitem mehr ausrichten als mit dem Schwert der Majestät.

10. Aber das sind nur fromme Wünsche von mir! Du aber bist der Herr, dessen geheime Ratschlüsse unerforschlich und dessen Wege unergründlich sind. Du wirst schon die rechte Verfügung treffen, des bin ich mehr als gewiss! Es muss einmal ordentlich alles durcheinandergehen und die Saiten müssen noch ein wenig mehr gespannt werden, damit sie dann desto sicherer reissen! Ein Riss aber muss geschehen, weil Du es so willst. Denn ohne einen Riss wird's noch lange nicht gut gehen auf der Erde, wie ich es einsehe. Aber dennoch alles nur so, wie Du es willst! Amen.“

11. Rede Ich: „Höre, gar so wertlos sind deine Wünsche nicht. Es liesse sich daraus schon etwas machen. Aber nur mit dem rechten Lichtgeben an die Regenten und ebenso mit dem Geduld und Sanftmut geben an die Völker, das wird sich wohl nicht so recht tun lassen. Denn zu dem Behufe ist bereits allen Völkern der Erde das Evangelium gepredigt, der alte Brunnen Jakobs voll lebendigen Wassers ist ihnen gegeben! Wollen sie Licht und Erkenntnis und vollste Wahrheit, so können sie das alles aus dem Brunnen schöpfen. Wollen sie das aber nicht, so können wir ihnen das in keinem Falle durch was immer für eine Macht aufdrängen. Täten wir es auch, so würde ihnen das wenig nützen, sondern sehr mächtig schaden.

12. Etwas ganz anderes wäre es, so die Könige samt ihren Völkern das von Mir erbitten würden. Da könnte ihnen alles gegeben werden, worum sie bitten in Meinem Namen! Aber siehe, von dem vernehmen Meine Ohren wenig oder nichts! Ich höre wohl hie und da ein Geschrei: ,Herr, beschütze unsere Throne, Zepter und Kronen, und lasse uns weidlich siegen über alle, die sich wider uns erheben!‘ Andererseits wird aus dem Mund der Völker im allgemeinen von einer Bitte beinahe gar nichts mehr vernommen, und die einzelnen gelten nicht für ganze Völker.

13. Jedem einzelnen wird gegeben, worum er bittet. Aber den Völkern kann's nicht gegeben werden, worum die wenigen Einzelnen bitten!

14. Daher also, lieber Freund Messenhauser, werden wir hier denn doch ganz andere Saiten aufziehen müssen, um eine bessere Harmonie unter den Völkern der Erde zuwege zu bringen! Die Saiten sind zwar schon aufgespannt; aber wie du selbst bemerkt hast, noch zu wenig. Nun aber sind neue Stimmer erweckt worden, die werden schon das ihrige tun! Wahrlich, da wird ein starkes Fegen vor sich gehen müssen, bis alle Spreu vom Weizen ausgeschieden wird! -

15. Aber wir haben ja unsere Helena noch nicht vernommen; die muss ja auch ihre Meinung von sich geben! Also, Meine liebste Helena, was meinst denn du, was da zu geschehen habe, damit es auf der Erde wieder zu bestehen sein möchte? Wer weiss, ob du uns nicht etwa den besten Rat erteilst? Daher sprich ganz ungeniert deine Meinung aus!“


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