RBLUM-82

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-82 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 82 - Blum und Jellinek äussern sich. Des Herrn Entgegnung.


1. Spricht Robert: „O Herr, was da mich betrifft, so habe ich nun keine Rechnung mehr mit der Erde als der Trägerin mehr blinder als im Grunde böser Menschen. Und so ich Dir schon mit einer Bitte käme, so soll sie lauten: Herr, vergib ihnen, denn sie wissen alle nicht, was sie tun! Aber in ihre Herzen senke Frieden, Demut und Liebe! So wird die sonst schöne Erde wieder als eine liebliche Mutter ihre Kinder liebend küssen und allen vollauf zu leben geben durch Deine Gnade und Erbarmung! Siehe, o Herr, das ist aber auch schon alles, was ich von Dir erbitten möchte für die Erde.

2. Aber ich setze in diesen meinen Wunsch auch kein bestimmtes Verlangen, indem ich doch füglich annehmen muss, dass vor Dir, o Herr, meine Bitten und Wünsche sicher im gleichen Mass unreif sein werden, als wie ich selbst als Bittsteller und Wünschender noch sicher vor Dir, o Herr, sehr unreif bin? Aber das denke ich mir im Herzen: ein schlechter Lump ist, der mehr tun will als er kann; aber auch zum Hinauswerfen schlecht ist derjenige, der sein Pfund vergräbt! Wenn aber jemand das, was er mit seines Herzens besten Sinnen als gut und wünschenswert findet, auch allen seinen Brüdern wünscht und auch zu bewerkstelligen sucht, so halte ich solch ein Handeln für gut und recht. Denn der gute Wunsch wie nach ihm die Handlung können unmöglich von wo anders herrühren als von der wahrsten Nächstenliebe, die Du, o Herr, den Menschen zu einem ersten Gesetz gegeben hast!

3. Es kann allerdings das, was ich für gut halte, für meinen Nebenmenschen gerade das Gegenteil sein. Zum Beispiel, so ich einen Kranken sehe und habe auch eine gute Arznei für ihn, die schon bei manchen mit gleichen Übeln Behafteten stets die beste Wirkung hervorgebracht hat - was werde ich tun, so der Leidende um Hilfe fleht? Die Liebe zum leidenden Bruder gebietet es mir, ihm zu helfen. Ich gebe ihm die Arznei, und siehe, er wird darauf noch schlechter. Hätte ich ihm darum die Arznei vorenthalten sollen, weil sie nachher eine schlimme statt einer guten Wirkung hervorgebracht hat? O mitnichten! Das darf mich nie abschrecken, meinen Brüdern alles das zu tun, was ich nach bester Erkenntnis und mit bestem Gewissen als gut erkenne? Der Erfolg aber liegt nicht mehr in meiner, sondern in Deiner Macht, o Herr! Darum ich denn für ihn auch keine Rechnung legen kann. - So wollte ich in Wien nach meinem damaligen besten Wissen und Gewissen den bedrängten Wienern auch nur Gutes tun. Aber der Erfolg meiner Bemühung fiel leider anders aus. Ich meine aber dennoch, dass ich dadurch nicht gefehlt habe; denn ich wollte ja nur das, was ich als gut erkannte!

4. Und so glaube ich, gibt es nun eine Menge, die nach ihren Erkenntnissen sicher allen nur jenes wünschen, was sie als gut erkennen. Sollen sie darob gerichtet werden? Aber Du, o Herr, gib ihnen ein rechtes Licht und besänftige ihre Herzen, und sie werden erlöst sein von allem Übel!

5. Es gibt wohl auch eine Menge starrer Menschen, die sich von gewissen Grundsätzen, die sie allein als Recht erkennen, so sehr verhärten liessen, dass sie eher die Welt könnten zugrunde gehen sehen, als nur ein Jota von ihren starren Grundsätzen fallen zu lassen. Aber Du, o Herr, hast ja noch eine Menge Feuers, das da mit grosser Leichtigkeit die starrsten Felsen wie Wachs schmelzen macht! Ein Fünklein davon in die Herzen der Starren gesenkt, wird sie bald sanfter und nachgiebiger machen!

6. Das ist meine harmlose Meinung und auch mein bester Wunsch! Inwieweit er aber auch in Deinen Augen, o Herr, gut ist, davon habe ich bis jetzt in meinem Herzen noch keinen verlässlichen Massstab. Daher sei alles weitere auch allein nur Dir anheimgestellt!“

7. Rede Ich: „Mein lieber Freund und Bruder, auch du hast den Nagel auf den Kopf getroffen! Die vollste Wahrheit floss aus deinem Munde. Daher sollst auch du Mir für die Folge zu einem tüchtigen Rüstzeug werden! Gut, wahr und edel war dein Antrag, und Ich muss dir schon im voraus die Versicherung geben, dass Ich nach ihm sehr mächtig handeln werde und auch allezeit schon gehandelt habe. Aber nichtsdestoweniger soll nun auch Jellinek einige Wörtlein von sich geben, und wir werden sehen, wie weit er mit dir einverstanden ist. Und so öffne denn nun auch du, lieber Bruder Jellinek, deinen Mund!“

8. Spricht Jellinek: „O Herr! Bruder Robert Blum hat wirklich ganz aus meiner Seele geredet, wie auch vor ihm der grosse Paulus, dessen Rede durchaus ein Meer voll Wahrheit und Feuers war. Was soll ich da noch mehr reden können? Ich sage daher bloss: Herr! Dein allein heiliger Wille geschehe - und die herrlichste Ordnung wird die arme Erde küssen! Was aber ehedem die grossen Väter der Erde geredet haben, war in gewisser Beziehung zu hoch über meinem Erkenntnishorizont! Sie meinen es vielleicht auch gut, und das sicher auf eine ganz andere Art, als ich und Robert Blum. Aber es kommt mir doch etwas sonderbar vor, dass sie von Dir stets die Erfüllung irgendeiner Verheissung verlangen und Dich eines gewissen Zauderns beschuldigen? Aber wie gesagt, ich verstehe die Sache nicht. - Übrigens habe ich eine grosse Freude daran, dass ich nun als ein später Nachkomme endlich einmal diejenigen persönlich kennenlerne, deren Existenz ich so oft bezweifelt habe! Es liegt wirklich etwas heilig Ernstes in ihren Angesichtern. - Mein Antrag ist damit schon zu Ende!“

9. Rede Ich: „Höre du, Mein lieber Bruder Jellinek: Ihr alle hier im Reiche der ewigen Wonne könnt nun freilich leicht sagen: ,Herr! Dein Wille geschehe!‘ Aber auf der Erde sieht es nun ganz anders aus als hier im Reiche des freiesten Lebens! In den Leibern der Menschen wohnen dieselben freien Geister und unsterblichen Seelen, wie ihr es hier in der Wirklichkeit seid. Diese möchten sich doch endlich einmal freier entwickeln können und wollen daher eine rechte Freiheit, aber keine Knechtung unter einem eisernen Zepter der Könige. Sie erheben sich daher allerorten und bemühen sich, die Macht der Könige zu brechen. Aber die Könige sammeln ebenfalls alles, was ihnen sklavisch untertan ist, zu einer grossen Streitmacht zusammen. Sie haben jedem Widersacher den Tod geschworen und schlachten auch die Menschen ohne Gnade und Erbarmung zu vielen Tausenden hin. Es schreien nun die Freiwerdenwollenden zu Mir um Rache wider ihre unbarmherzigen Könige. Und die Könige rufen Mich um Beistand wider ihre empörten Völker an!

10. Was soll Ich nun tun? Beider Parteien Recht ist wahrlich nicht weit her nach der gegenwärtigen Gestaltung der Sache. Denn die Könige wollen einmal um jeden Preis herrschen, und das freiwerdende Volk will nun auch herrschen. Aber gehorchen und untertan sein will niemand mehr!

11. Nun entsteht eine sehr grosse Frage, was Ich nun eigentlich tun soll? Helfe Ich den Königen, so werden sie wieder die alte Finsternis über ihre Völker ausbreiten, in der es keinem Geiste leicht möglich wird, sich freier zu entwickeln. Und der Hass gegen die GeistErdrücker wird wachsen. Helfe Ich aber dem Volk, so wird dieses starke Rache nehmen an allen ehemaligen Machthabern und wird häufig Meine durch Rom sehr verdächtig gemachte Lehre, aus der so viele Übel hervorgegangen seien, am Ende ganz verbannen und den Völkern dafür eine rein weltliche Lehre geben!

12. Ihr sehet, liebe Freunde, dass die Dinge auf der Erde nun so stehen, dass Ich vorderhand weder der einen noch der andern Partei vollkommen helfen kann. Was ist da zu tun? Lasse Ich die Sache fortgehen, so werden die zwei zu Tod erbitterten Feinde miteinander nimmer fertig, denn die gegenseitige Wut ist zu gross. Helfe Ich aber, so fragt es sich hier ganz ernstlich: Wem? - Tue Ich etwas oder tue Ich nichts, so ist es gefehlt, so oder so! Was also machen?

13. Ja, liebster Bruder Jellinek, es ist leicht sagen: ,Herr, Dein Wille geschehe!‘ Aber wie bei solchen Verhältnissen, das ist eine ganz andere Frage! - Robert meint freilich, Ich könnte Fünkchen der himmlischen Sanftmut in die Herzen der Fürsten legen und sie würden dann sanfter, besser und weiser werden. Das ist wohl wahr und richtig. Aber werden ihnen die über alle Massen erbitterten Völker wohl trauen? Nein, das werden sie nicht; denn ein gebranntes Kind traut dem Feuer nimmer. Und alles lässt sich leichter wiederfinden als ein verlorenes Vertrauen!

14. Du meinst freilich, dass man da auch in die Herzen der Völker solche Fünkchen legen solle, so würde dann alles gewonnen sein. Das wäre freilich ein sehr leichtes Mittel. Aber so Ich das täte, da hörten die Könige wie die Völker ja auf, freie Menschen zu sein! Sie würden dadurch gerichtet und würden zu edlen, menschenähnlichen Tieren werden, bei denen von keiner freien geistigen Bewegung mehr die Rede sein könnte. Wir dürfen, solange wir Menschen als Menschen erhalten wollen, durchaus keine uns zu Gebote stehende Gewalt ausüben. Denn täten wir das, so wäre es im selben Augenblick um die eigentliche Menschheit geschehen; sie würde zum Tiere und zu gerichteten Sklaven unserer ewig unbesiegbaren Macht! Du siehst also, dass es sich auf diese Art nicht tun wird.

15. Wir werden demnach schon auf ganz andere Mittel sinnen müssen! Sage du, Mein lieber Becher, was du da für rätlich erachten möchtest, das da den bedrängten Völkern der Erde eine rechte Hilfe brächte?“


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