RBLUM-80

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-80 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 80 - Helenas Ungeduld wird beruhigt. Moses und David reden. Helenas Zwischenrede und Davids Nachrede.


1. Hier fragt Mich Helena heimlich: „Aber Herr, Du mein süssester Jesus, Du hast ja zu mir gesagt, dass Du zuerst reden werdest. Und nun reden immer die andern, und Du sagst eigentlich gar nichts dazu, und Erscheinungen kommen auch keine zum Vorschein. Wie ist denn das zu verstehen? Ich bitte Dich, erkläre mir diese Sache doch ein wenig näher!“

2. Rede Ich: „Meine liebste Helena, gedulde dich nur ein wenig, es wird dir nachher schon alles klar werden. Zuerst geredet aber habe Ich ja ohnehin, indem Ich an diese alle hier beim grossen Ratstische eine überaus wichtigste Frage gerichtet habe. Nun aber müssen sie ja auf diese Meine an sie gestellte Frage sich äussern. Und so sie sich bald alle entäussert haben werden, dann werde Ich zu reden anfangen.

3. Und siehe, Ich kann zu reden anfangen, wann Ich nur immer will, so bin Ich dennoch stets der Erste und Meine Rede ist ebenso allzeit die erste, weil Ich Selbst der Erste bin! Verstehst du das? So sei nur wieder ruhig und horche recht genau, was nun Moses reden wird! Die Erscheinungen werden nachher, wann Ich reden werde, schon zum Vorschein kommen. Nun sieh, Moses erhebt sich schon, und so wollen wir ihn denn hören!“

4. Helena ist nun wieder ganz ruhig. Und Moses spricht mit grossem Ernst: „Herr, als Dein Volk unter der ägyptischen Tyrannei schmachtete, da erwecktest Du mich und machtest mich zum Retter Deines Volkes. Ich lebte am Hofe Pharaos und ward eingeweiht in alle Schändlichkeiten und argen Pläne, die dieser Wüterich mit Deinem Volke vorhatte. Denn seine Frevellust war mit der Ersäufung aller Erstlinge Deines Volkes noch lange nicht gesättigt. Ich betete im geheimen oft zu Dir, dass Du Dein Volk doch endlich einmal erlösen möchtest von solch schrecklichem Joch. Aber Du hörtest damals viel schwerer denn jetzt!

5. Als ich sah, dass des Königs Wut von Stunde zu Stunde stieg, und dazukam, wie ein elender Höfling einen Israeliten erbärmlich schlug, da ergriff ich entrüstet den Elenden, erschlug ihn und verscharrte ihn dann im Sande. Pharao, solches bald erfahrend, liess mich suchen, dass er mich erwürge. Aber ich entfloh noch zur rechten Zeit nach Midian. Dort beim Priester Reguel ankommend, der sieben Töchter hatte, erhielt ich bald deren eine, die Zippora hiess, zum Weibe und ward darauf Hirte der Schafe des Priesters Bruder Jethro!

6. Und erst als ich Jethros Schafe am Fusse des Berges Horeb weidete, kam ein Engel von Dir zu mir, hiess mich mit ihm gehen, da ein Dornbusch gar heftig brannte. Hier hiess Deine Stimme mich meine Schuhe ausziehen, da die Stätte heilig war, an der ich stand. Dann gabst Du mir die heilige Weisung, nach Ägypten zu ziehen und Dein Volk zu befreien, und gabst mir einen Stab, um damit siebenfach zu schlagen den Pharao, dessen Herz Du verhärtet hattest, da er Dich nicht erkennen wollte.

7. Siehe, o Herr, nun ist mehr denn die Härte Pharaos in die Herzen der vielen grossen und kleinen Machthaber gekommen. Sie opfern nun nicht mehr allein nur die Erstlinge ihrer Völker wegen der Ehre ihrer Throne, sondern entsenden viele Tausende auf die Schlachtfelder und lassen sie kämpfen und würgen untereinander, ärger als es einst der Fall war unter den finstersten Heiden. Diese alle sind getauft auf Dein Wort und Deinen Namen und haben Dein Gesetz: Du sollst nicht töten! Aber dennoch morden sie fort und fort und sind taub und stumm und blind geworden. Sie hören nicht die Stimme ihrer armen Brüder und sehen nicht das grosse Elend der Elenden!

8. O Herr, wie lange wirst Du noch solchen Greueln der Verwüstung zusehen? O Herr, erhebe Dich einmal, wie Du es verheissen hast! Gib mir den Stab wieder, mit dem Du in meiner Hand den harten Pharao schlugst und Dein Volk errettet hast! Ich, Dein alter, getreuer Moses, bin nun wieder bereit, auf Deinen Wink hinabzuziehen zur Erde, dort zu schlagen alle die Harten und Starren und zu erretten Deine Kinder von ihren zu grossen Bedrängnissen! O Herr, erhöre Deinen alten Knecht Moses, und erhöre auch die Bitten Deiner blutenden Kinder! - Dein Name werde geheiligt und Dein allein heiliger Wille geschehe nun wie allzeit und ewig auf Erden wie in den Himmeln!“

9. Nach dem Moses erhebt sich sogleich David und sagt: „Herr, also sprach einst Dein Geist zu mir, Deinem Knecht: ,Setze dich zu Meiner Rechten, bis Ich alle deine Feinde zu deinen Füssen lege!‘ - Herr, alles was Dein Geist mir offenbarte, ist getreu in die Erfüllung gegangen. Nur die volle Bekämpfung Deiner Feinde, die endliche Zerstörung des Hochmuts und alles dessen, was er gebärt - das mir Dein Geist auch geoffenbart hat - will nicht in Erfüllung gehen. Die Menschen sind noch, wie sie waren: neun Zehntel schlecht und kaum ein Zehntel halbwegs gut!

10. In Deinem Zorn, Herr, gabst Du Deinem Volk einen König - als es Sünden auf Sünden häufte und dazu auch noch einen König verlangte. Und dieser Dein Zorn währt nun fort und will kein Ende nehmen. Denn alle Völker haben nun Könige und sogar nach heidnischer Art Kaiser, die den Völkern stets als Vorbild höchsten Stolzes und unersättlichen Hochmutes dienen!

11. O Herr, wann wirst Du endlich einmal die grösste Plage Deiner Menschen von der Erde nehmen und wieder Deine alte, heilige, patriarchalische Verfassung einführen? Du siehst ja, dass nun feige und gewissenlose Speichellecker sich um die Könige machen und ihnen lobhudelnden Weihrauch streuen des eigennützigsten Gewinnes wegen; und dass sie jeden ehrlichen Menschen sogleich zum Tod verdammen, so er es wagte, einem König die Wahrheit zu sagen, die ihm doch um vieles nötiger wäre als das Licht seiner Augen. Jede gegen den König gerichtete bestgemeinte Wahrheit wird als Hochverrat erklärt und ihr Verkünder schnöde aus der Welt geschafft.

12. O Herr! Unter meiner Regierung standen die Sachen wohl auch arg, aber so arg ewig nicht! Denn ich lobte jeden Weisen, der mir die Wahrheit sagte. Nun aber ist alles verkehrt! Der Weise wird verfolgt wie ein reissendes Tier, aber der Lügner und der Schmeichler wird mit allen Ehrenzeichen geziert!

13. Herr, so kann die Sache nicht mehr bleiben! Die Hölle soll Hölle sein, wo sie ist in ihrer Urtümlichkeit. Aber auf der Erde so vollkommen ihr Regiment aufzurichten, sollte ihr nimmer gestattet sein! Herr, darum bitten wir Dich alle, dass Du der Herrschaft der Hölle auf Erden endlich einmal ein Ende machst! Lasse immerhin Könige sein, aber lasse sie so sein, wie ich es war, dass die Menschen nicht zu Teufeln werden und Dein Name nicht gar so entheiligt werde! Denn wer wird Dich preisen in der Hölle, und welcher Teufel wird Dich loben? Daher tue Dich auf, o Herr, und mache zuschanden alle unsere Widersacher! Dein Wille geschehe! Amen.“

14. Ganz beifällig durchdrungen von der Rede Davids, kann sich unsere Helena nicht mehr halten, sondern richtet sich vergnügt auf und sagt zum Redner: „Bravo, bravo, Herr David! Sie waren wohl ein rechter König für die Erde. Wenn es solche Könige gäbe, da wäre es wohl eine wahre Seligkeit, ihnen untertan zu sein! Aber unsere Könige in dieser Zeit, die gar nicht mehr wissen, was ein Mensch ist und welchen Wert er hat - sind entweder ,Götter‘, die von allen ihren Untertanen nebst einer oft unerschwinglich grossen Steuer auch eine wahrhaftige Anbetung verlangen. Oder sie sind in ihrem Handeln jenen reissenden Tieren gleich, die sie gewöhnlich als Aushängeschilder in ihren Wappen führen. Wie es den Untertanen unter solchen Herrschern geht, das können sich der Herr David wohl gar leicht vorstellen! Ich wäre von ganzem Herzen dafür, dass solchen Herrschern, die nur sich selbst für alles, ihre Völker aber für gar nichts halten, unser liebster, bester und allmächtigster Herr und Vater Jesus auf recht eindringliche Weise zeigte, wieviel es nun etwa an der Zeit ist, und was sie und ihre Völker wert sind! Habe ich recht oder nicht?“

15. Spricht David sehr freundlich: „Liebe Helena, als eine junge Nachkömmlingin meines Volkes, du hast ganz recht, ich muss deine Weisheit loben; denn du wünschest nur Billiges und Gerechtes.

16. Es sollen ja Könige bleiben, aber sie sollen von ihren zu hoch gestellten Thronen nun zu ihren Völkern herabsteigen und mit ihnen Menschen sein und ihnen gewähren, was recht und billig ist! Aber ebenso sollen auch die Völker an ihre Könige nur solche Forderungen stellen, die gerecht und ausführbar sind. Aber nun werden von beiden Teilen die Saiten zu hoch gespannt, und da wird es wohl leichtlich nicht eher besser, als bis die Saiten vollends reissen! Die Könige werden ihre Völker, und darauf die Völker ihre Könige, schlagen!

17. Aber dessenungeachtet steht zwischen König und Volk noch immer unser alleiniger Jehova-Zebaoth, der alles auf eine uns unbekannte Weise in die beste Ordnung bringen kann. Das grosse Werk ist des Herrn allein! - So, meine Liebe, verhält es sich mit dieser Sache.“

18. Spricht Helena: „Ja, ja, Sie sind wohl ein weiser König, Sie haben recht!“


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