RBLUM-79

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-79 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 79 - Die ehrwürdige Ratsversammlung. Des Herrn Frage: Was soll mit der Erde werden? Adam, Noah, Abraham, Isaak und Jakob reden.


1. Nach einer Weile allgemeinen Schweigens fragt Helena Mich leise: „Herr, wer wird denn nun zu reden anfangen? Und wer ist denn der so ehrwürdig neben mir sitzende Mann?“

2. Ich antworte ihr auch leise: „Meine Liebste, zu reden werde Ich Selbst anfangen, sobald aller hier Anwesenden Gemüter ganz zur erforderlichen Ruhe gelangt sein werden. Der neben dir sitzende Mann ist Vater Adam, wie er vor ungefähr sechstausend Jahren auf der Erde als erster geschaffener Mensch gelebt hat. Neben ihm siehst du Noah und nachher den Vater Abraham, dann Isaak und Jakob. Dann siehst du noch zwei: Der erste ist Moses und der andere David. - Die auf diese sieben nun folgenden zwölf ernst aussehenden Männer sind die dir wohlbekannten zwölf Apostel. - Hinter ihnen stehen auch noch zwei Apostel: der vordere ist Paulus und der etwas hinter ihm stehende ist Judas, der Mich verraten hat. Die andern kennst du ohnehin. Und so weisst du nun, in welch einer gewiss sehr merkwürdigen Gesellschaft du dich befindest.

3. Was aber alle hier bei diesem Rat werden zu tun haben, das wird dir am Ende der Beratung vollends klar werden. Nun pass aber auf! Die Gemüter der Gesellschaft sind nun zur Ruhe gelangt, und so werde Ich nun auch sogleich zu reden anfangen. Aber du musst dich nicht erschrecken, wenn Ich manchmal ein wenig scharf reden werde und hier vor uns so manche Erscheinungen vorüberziehen, die freilich keinen angenehmen Anblick gewähren werden. Aber da halte dich nur fest an Mich und du wirst gleich wieder gestärkt sein!“

4. Darauf wende Ich Mich zur Gesellschaft mit der Frage: „Meine Kindlein! Meine Freunde! Ich, euer aller wahrer Vater, Gott und Herr und Schöpfer der Unendlichkeit frage euch: Wie gefällt euch allen nun die Erde? Was wollt ihr, dass Ich ihr tun soll?“

5. Spricht Adam: „Herr, Du ewige Liebe! Die Erde war nie ärger als jetzt, aber auch Deine Liebe war nie grösser als jetzt! Tue ihr nach Deiner Liebe! Denn siehe, das Meer, der Erde weitsehendes Auge, ist blind geworden. Lege ein mächtiges Feuer hinein und lasse durch seine gewaltige Flamme Licht werden in den Abgründen, auf dass vor ihm sich alle Ungeheuer erschrecken und vergehen vor Schmach, die ihr endlicher Lohn für ihre schwarzen Taten sein soll! So sah und sehe ich es als der Erde erster Mensch.“

6. Darauf spricht Noah: „Herr, zu dem ich allezeit gebetet und treu bewahrt habe den Glauben und die Liebe! Als es sich vor etlichen viertausend Jahren mein Bruder Mahal gelüsten liess, von den heiligen Höhen seine Blicke in die Tiefe hinabzusenken und eine Reise nach Hanoch zu machen, in der Drohuit und Funghar Hellan ihr Unwesen trieben, und als eine Tochter Mahals Königin ward in der Tiefe - siehe, da beriefst Du mich und zeigtest mir einen mächtigen Kasten zu bauen zur Rettung meiner kleinen Familie und vieler Tiere, die Deine Macht aus allen Gegenden der Erde in den weiten Kasten trieb.

7. Ich tat, wie Du, o Herr, es gewollt hast. Und die Folge lehrte mich und mein Haus, wie gut es war, dass ich Dir unbedingt gehorcht habe. Damals war die Menschheit schlecht und arg und förderte Böses um Böses auf dem Boden der Erde und entweihte grässlich das Werk Deiner Hände. Aber dennoch geschah damals alles, was da geschah, in irgendeiner bestimmten, scharf abgegrenzten Ordnung. Und die Lüge, der Hochmut und die satanische Herrschsucht schwellte nicht so nahezu jedes Sterblichen Brust, wie es nun in dieser Zeit der Erde der Fall ist.

8. Es waren damals die Menschen wohl auch grausam, und einzelne Taten finden kaum ihresgleichen wieder. Aber nun sind die Menschen zu Hyänen und Tigern geworden und begehen Grausamkeiten, vor denen die ganze Unendlichkeit erschauert. Damals sandtest Du ein schreckliches Gewässer über die Sterblichen und ersäuftest alle Täter des Übels. Was wirst Du wohl nun tun, o Herr? - Ich kenne aber die Grösse Deiner Liebe. Ich weiss auch, dass es Dich gereute, damals die Menschheit ersäuft zu haben; denn es waren darunter ja auch viele Kinder, die noch der Mütter Brüste sogen! Wird es Dich nun auch gereuen, die tausendmal schmutzigere Erde durch ein mächtiges Feuer zu reinigen, dass sie wieder würdig würde, Tritte Deiner Füsse aufzunehmen?“

9. Noah schweigt darauf. Und der alte Vater Abraham erhebt sich und bittet um die Erlaubnis zu reden. Ich aber sage zu ihm: „Rede, denn du hast die Verheissung überkommen, und diese muss erfüllt werden!“

10. Spricht Abraham: „Herr, tausend oder zehntausend Jahre sind vor Dir wie ein einziger Tag! Denn aus Dir ging hervor Zeit und Raum, aber Du setzest Dich über beide. Und die fernste Vergangenheit wie die fernste Zukunft sind Dir gleich wie die Geschichte eines Tages! Liebe ist Dein Wesen, und die höchste Güte ist Deine Weisheit! Weich wie Wolle ist Dein Gemüt und sanft wie des Lenzes Abendhauch ist Dein Herz. Alle Deine Wege heissen Erbarmung, und Deine Führungen sind die Gerechtigkeit Deines Herzens!

11. Als ich im Lande Kanaan mit meinem Bruder stritt um des Bodens Teil, da sahst Du mein Herz an und fandest es bereit zur Nachgiebigkeit. Und siehe, Du rührtest meine Seele an, und sie sprach zu Loth: ,Bruder, frei sollst du wählen! Siehe, gross ist der weiten Erde Boden. Warum sollen wir also streiten um dessen vergänglichen Besitz? Ziehe du weg oder bleibe! Ziehst du gen Abend, so ziehe ich gen Morgen, auf dass Friede und Einigkeit zwischen uns herrsche und zwischen all denen, die uns folgen werden. So du aber bleiben willst, da schwinge den Stab nach der Gegend, dahin du willst, dass ich ziehen soll, und ich werde tun nach deinem Willen. Aber hier beisammen können wir nimmer wohnen, indem du nicht auf den Wegen des Friedens wandeln magst!‘

12. Und Loth fasste meine Worte und nahm sie zu Herzen und sprach: ,Bruder, ich habe mir den Abend erwählt; dahin will ich ziehen. Dir aber steht es frei, ob du bleiben oder ziehen willst, entweder nach Mitternacht oder Mittag oder Morgen! Wohin du aber ziehst, da vergiss dennoch des Loth nicht!‘ Und wir segneten uns und zogen - er nach dem Abend und ich nach dem Morgen.

13. Aber Loths Volk erhob sich bald mächtig in seinen reichen Gauen und baute Sodom und Gomorra und fing an toller und toller zu werden. Ich sandte Boten an Loth, aber sie richteten nichts aus. Mehrere wurden getötet, und die wenigen Zurückkehrenden brachten stets die übelste Kunde. Und siehe, in der Zeit hast Du wieder mein Herz geprüft und fandest es gerecht vor Dir. Und Du sandtest Boten aus der Höhe an mich, und diese taten mir kund, was Du vorhättest mit Sodom und Gomorra. Ich aber erschrak darob und bat Dich um Schonung und stellte Dir die möglichen Gerechten vor. Aber Dein Auge fand sie nicht, ausser allein den Loth. Und siehe, diesen rettetest Du, O Herr! Aber Sodom und Gomorra liessest Du verheeren durch Feuer von oben!

14. Als aber die beiden Städte samt Menschen und Vieh im Pfuhl begraben waren, da sah Dein Herz nach der Stätte hin. Und es gereute Dich wiederum des harten Gerichtes über Sodom und Gomorra, und Du machtest einen Bund mit mir und gabst mir die Verheissung zur Erfüllung Deiner grossen Erbarmungen.

15. Und wie Du es mir verheissen hast, so hast Du auch alles erfüllt bis zu diesem Zeitpunkt. Aber Deine Verheissungen dehnen sich noch gar endlos weit über diesen Zeitpunkt hinaus. O Herr! So gedenke nun, da alle Völker der Erde wieder in eine grösste Gärung geraten sind, Deines mit mir gemachten Bundes! Du kennst die Feinde Deiner Kinder und Du kennst ihre Habsucht, ihren unbeugsamen Willen! Siehst Du nicht die vielen Wölfe, Hyänen und Tiger, wie sie gewissen- und schamlos in den Eingeweiden Deiner Lämmer wühlen und sie zerfleischen mit feurigen Drachenzähnen? O Herr! Konntest Du Sodom und Gomorra züchtigen, so ergreife nun auch die Wölfe, Hyänen und Tiger und schlachte sie als ein Sühnopfer für all die Unbilden, die sie begingen an Deinen Kindern! Aber schone das Blut der Gerechten und das Blut Deiner Kinder!“

16. Darauf erhebt sich Isaak und spricht: „O Herr! Ich bin das erste Blatt, das am grossen Lebensbaume Deiner Verheissung, die Du meinem Vater Abraham gemacht hast, sich zu zeigen anfing. Wohl sehr alt und nahe gänzlich verdorrt stand zur selben Zeit der Lebensbaum Deiner Kinder im Garten der Liebe, während die Schlange fruchtbar mit ihrem Gezüchte alle Gaue der Erde anfüllte! Aber Du, o Herr, besahest die gänzliche Dürre des Lebensbaumes Deiner Kinder und belebtest ihn von der Wurzel bis zum obersten Scheitel und gabst ihm eine neue heilige Triebkraft! Und siehe, ich war das erste lebendige Blatt an dieses heiligen Baumes Zweigen.

17. Abraham hatte eine grosse Freude beim Anblick dieses ersten hoffnungsgrünen Blattes. Aber Dir, o Herr, gefiel es, seine Freude zu trüben und seinen Glauben zu prüfen. Du befahlst ihm, mich zu schlachten und am brennenden Scheiterhaufen zu opfern. Das tatest Du, um der Schlange zu zeigen, wie stark der Glaube Deines Sohnes Abraham war! Als aber Abraham durch den Gehorsam die Macht seines Glaubens bewährt hatte, da führtest Du einen Bock durch des Berges Gestrüpp, ein lebendes Bild Satans und seiner Herrschsucht! Das Gestrüpp umflocht nahe an seinem Rand des Bockes Geweih, das ein Zeichen war seiner Widerspenstigkeit, seines Ungehorsams, seines Hochmuts und seiner gierigen Herrschsucht. Diesen Bock musste dann mein Vater ergreifen, ihn schlachten und ihn statt meiner auf den brennenden Opferaltar legen.

18. O Herr, konntest Du damals den Weltbock ins Gestrüpp treiben und zum Zeichen gerechter Sühne auf den Brandaltar legen, so tue nun auch desgleichen in der Wirklichkeit! Denn war damals der Bock nur ein Sinnbild - wie ich selbst ein Vorzeichen Deiner Ankunft in die Welt und der zweiten Schöpfung durch Dein grosses Erlösungswerk - so ist aber dieser Bock nun in der vollsten Wirklichkeit in der Welt so gross geworden, dass seine Geweihe nun schon in Deine Himmel reichen. So errichte nun auch den grossen Brandaltar über die ganze Erde! Ergreife dies schändliche Tier, das sich mit seinen mächtigen Geweihen gewaltigst im dicksten Weltgestrüpp durch und durch verflochten hat, schlachte es und wirf es dann ins mächtige Feuer des grossen Brandaltars!

19. O Herr, zögere nun nicht mehr, lasse die vielen grünen Blätter am Baume des Lebens nicht abfressen von des Tieres sündigster Fressgier, sondern tue nach Deiner Verheissung! Denn siehe, die Zeit ist zur Vollreife gediehen, und Deine Kinder schreien nun überlaut: ,Vater, tue Dich auf! Erhebe Deine Rechte! Ergreife das Beil Deiner Gerechtigkeit und schlachte das Tier, das mit seinen Geweihen sogar schon an die Feste der Himmel zu stossen beginnt!‘ Amen!“

20. Spricht darauf Jakob: „O Herr, Du rangst mit mir und liessest mich nicht weiterziehen. Und als ich Dich ergriff, da gabst Du mir einen Stoss in die Hüfte, dass ich darnach hinkte mein Leben lang! Aber der Stoss tat mir nicht wehe, denn ich rang ja aus Liebe mit Dir. Aber dennoch blieb dieser Stoss allen nachfolgenden Kindern, und diese fühlten wohl auch den Schmerz. Und siehe, dieses hat nun den höchsten Grad erreicht. Oh, so befreie nun endlich einmal die Kinder vom Stoss und von seinem Schmerz!

21. Vierzehn Jahre diente ich um die himmlische Rahel, aber Du gabst mir die welthässliche Lea. Ich nahm sie und murrte nicht. Und nocheinmal vierzehn Jahre musste ich dienen und Verfolgung leiden um die himmlische Rahel. Da gabst Du sie mir dann wohl, aber sie musste unfruchtbar sein, so dass ich einen anderen Schoss in ihren Schoss legen musste, um meinem Samen Leben zu geben. O Herr, das war hart von Dir vorgesehen!

22. Nimm aber nun endlich einmal zurück Deine Härte! Nimm der Lea die Fruchtbarkeit und gib sie der Rahel im Vollmasse, auf dass die Erde einmal ledig werde vom argen Gezüchte der Schlange und ihren Boden allein betreten möchten die Kinder der himmlischen Rahel! O lasse einmal Joseph und Benjamin zu wirklichen Kindern aus dem Schoss der himmlischen Rahel werden und mache versiegen die Quelle der Lea!“


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