RBLUM-77

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-77 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 77 - Olafs Fürbitte vor dem Herrn. Gutes Bekenntnis von der Gottheit Jesu und völlige Hingabe in des Herrn Willen. Der armen Seelen Sättigung.


1. Etliche zwanzig an der Zahl bewegen sich an der Seite Max Olafs hin zu Mir. Und der Anführer spricht, sich tief verneigend: „Mein Herr und allerhöchster Freund! Nach Deiner gnädigsten Beheissung habe ich, wie Du hier ersiehst, eine kleine Werbung, die mein Herz ausgeführt hat, vor Dich hergebracht!

2. Einer zwar wollte nicht mitkommen, weil ihn einige Personen wegen zu grosser Bekanntschaft mit seinen irdischen Lebensverhältnissen zu sehr genierten. Aber ich meine, dass er darum doch noch nicht völlig verloren sein muss? Denn Du bist ja der eigentliche Herr dieses Hauses, und wer es einmal betreten darf, der kann doch unmöglich verlorengehen! Er war auf der Welt im Grunde nie ein böser Mensch. Seine Hauptschwäche war sein Fleisch. Und da er leider irdische Mittel in grosser Menge besass, verfiel er dabei in einen Wust von allerlei Begierlichkeiten, die er auch leicht ins Werk setzte. Ich muss offen gestehen, dass sie seinem Geist wahrlich keine Ehre machen. Aber was kann man nun tun? Verübt sind sie einmal! Und so glaube ich, dass er wohl in Zustände kommen dürfte, die ihm zur Besserung und zur rechten Demut verhelfen. Aber ihn darum zu richten und zu strafen, käme mir doch etwas zu hart vor!

3. Übrigens sind das nur meine Ideen, mit denen ich Dir, o Herr, nicht im geringsten vorgreifen möchte! Denn Dir gegenüber sage ich bloss: O Herr, o Freund, was Du willst, das geschehe!“

4. Rede Ich: „Ich sage dir aber, dass deine Meinungen sehr gut und daher auch sehr zu brauchen sind. Aber mit jenem Geiste wird noch so manches geschehen müssen, bis er zur wahren Einsicht und Besserung gelangt. Ich will auch von seinem irdischen, höchst unkeuschen Lebenswandel gerade nichts sagen, obschon er sehr geeignet wäre, ihn um das ewige Leben zu bringen. Aber dieser Geist ist zugleich voll stinkenden Hochmutes und voll des verderblichen Übermutes! Und siehe, da sieht es bei weitem schlimmer aus, als du meinen möchtest. Der Sinnlichkeit kann bald ein taugliches Mittel das Ziel setzen. Aber dem Hochund Übermut ist auf dem Wege der ungebundenen Freiheit wohl nur sehr schwer oder auch gar nicht beizukommen! Doch wir werden sehen, was da zu machen sein wird.

5. Was soll Ich aber nun deinen Mitgebrachten tun? Sage es Mir ganz unverhohlen!“

6. Spricht Max Olaf: „Herr! Was Du in Deiner unbegrenzten Güte nur immer willst! Denn Deine Weisheit geht über alles, Deine Güte kennt keine Grenzen, und vor Deinem Willen werden Welten zu Staub!“

7. Rede Ich: „Aber lieber Freund, wie Ich aus deinen Worten merke, hältst du Mich ja für das allerhöchste Gottwesen! Sage Mir doch, woher kommst du zu solch einem Glauben? Weisst du denn nicht, dass Gott niemand sehen und leben kann?“

8. Spricht Max Olaf: „Herr! Zu dieser wohlbegründeten Anschauung gelangte ich eben durch Dein heiliges göttliches Wort! Denn Worte, wie die Deinen, so voll Wahrheit, so voll der höchsten Kraft, Weisheit und Liebe, spricht keines geschaffenen Geistes Zunge! Dass die Gottheit Selbst in Ihrem innersten Urwesen niemand schauen kann und leben zugleich, weiss ich recht wohl! Aber die Gottheit, die durch Moses redete, lehrte nach etlichen Jahrhunderten in aller Ihrer Fülle aus dem Menschensohn Jesus. Und Dieser sagte: ,Ich und der Vater sind eins, wer Mich sieht, der sieht auch den Vater!‘ - So aber Jesus das lehrte und Seine Jünger Ihn gar wohl schauen und hören durften, ohne dass sie ihr Leben einbüssten, so sehe ich wahrlich nicht ein, warum man sich Gott in einem ewig unzugänglichen Lichte vorstellen sollte! Dazu kommt noch, wie es mir ganz untrüglich vorkommt, dass Du derselbe Herr Jesus bist, der uns diese erhabenste Lehre gegeben hat! Und so bin ich mit meinem Herzen und mit meinem untrüglichsten Glauben schon am rechten Ort! Und ich meine, ich werde, je mehr ich Dich mit Herzen und Augen anschauen werde, nicht nur nie das Leben verlieren, sondern dieses nur stets mehr und mehr gewinnen!? - Habe ich recht oder nicht?“

9. Rede Ich: „Ich sehe schon, dass du in deinen Behauptungen fest und unerschütterlich bleibst. Und so muss Ich vorderhand schon gelten lassen, was du von Mir Höchstes hältst. Die Folge aber wird es dir erst ganz klar machen, worin du noch in einem Zweifel sein könntest. Im übrigen aber sei du Meiner Liebe und Freundschaft für ewig versichert!

10. Saget Mir, habt ihr keinen Hunger und Durst?“

11. Sprechen alle: „O bester, himmlischer Freund! Mehr als wir brauchten, um auf der Welt vor Hunger und Durst zu vergehen! Wenn wir so eine kleine Stärkung haben könnten, wie würde das unsere Gemüter aufrichten! Darum sei so gut und lasse uns nach Deinem besten Willen etwas zukommen!“

12. Ich winke dem Robert, Jellinek, Messenhauser und Becher, dass sie diesen Armen Brot und Wein reichen sollen, was auch sogleich geschieht.

13. Mit tausend Dank und Lob essen und trinken diese Herbeigebrachten. Und als sie bald gesättigt und gestärkt dastehen, spricht Max Olaf: „O Herr! Nun stehe ich vor Dir hier ohne allen Zweifel: Du bist es und sonst ewig keiner mehr! Dir allein sei unser aller Verehrung, Anbetung und Liebe!“

14. Diese Worte wiederholen alle, die er mitgebracht hat. Robert lächelt vor Freuden über solch eine schnelle Zurechtbringung sonst von der Welt sehr verwirrter Gemüter. Doktor Becher und Messenhauser verwundern sich ganz gewaltig, dass ihnen Max Olaf mit seiner Gesellschaft in der klaren Erkenntnis der Gottheit Jesu zuvorgekommen ist. Auch unsere Helena (die Lerchenfelderin) fällt vor Mir nieder.


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