RBLUM-75

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-75 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 75 - Olafs Bitte für das Wohl seiner Freunde. Des Herrn Verheissung an ihn. Menschenseelen-Fischfang. Der blindstörrische Pathetikus.


1. Nach diesen Worten begibt sich Max Olaf sogleich zu Mir hin, verbeugt sich tief und spricht: „Erhaben weisester und sicher auch liebevollster Freund! Von allem, was nun während meines Hierseins sich wunderbar ereignet hat, ist meinen Augen nichts entgangen. Aber bei all dem habe ich auch bemerkt, dass sich alles ganz allein auf dich stützt! Du scheinst wenigstens hier in diesem Hause der Grund von allem zu sein. So scheint es auch, dass es hier eigentlich bloss auf dich ankommt, ob da jemand glücklich oder unglücklich werden soll. Wer dich gewonnen hat, der hat, wie mir vorkommt, alles gewonnen! - Auf deine ersichtliche Güte vertrauend, habe ich, vielleicht der Unwürdigste von allen, mir die Freiheit genommen, dich aus dem Innersten meines Herzens zu bitten: dass du jenen dreien dort, nämlich zwei Männern und einem gar armseligen Weibe deine Gnade, Liebe und Freundschaft zukommen lassen wollest! Es klebt an ihnen wie an mir wohl noch manch irdischer Klumpen, der für diese Geisterwelt kaum zu brauchen sein dürfte. Aber wir alle sind, bei Gott dem Lebendigen, sicher vom besten Willen beseelt und werden nach all unseren Kräften zu ergänzen trachten, was uns noch abgeht, um uns dadurch deiner Gnade würdiger zu erweisen.“

2. Rede Ich: „Mein geliebter Freund und Bruder, Ich sage dir, gehe hin und bringe sie zu Mir! Denn wo ist wohl ein Vater, der dem Ohr und Herz verschlösse, der ihn um Gnade für seine Kinder anfleht? Siehe, das würde selbst der härteste Vater auf Erden nicht tun; um wieviel weniger Ich, wo in Mir doch alle Liebefülle des himmlischen Vaters körperlich wohnt! Daher eile nur und bringe sie alle her, die nach Mir verlangen!“

3. Spricht Max Olaf voll tiefster Freude: „O Freund, ich wusste es ja, dass ich zu dir keine vergeblichen Schritte machen werde! Ich danke dir schon im voraus für alle; denn nun sehe ich sie schon im Glück weinen vor Freude! Oh, ich danke dir, ich danke dir!“

4. Rede Ich: „Aber liebster Freund und Bruder! Ich habe nun immer gewartet, dass du für dich selbst auch etwas bitten möchtest; aber es kam nichts dergleichen zum Vorschein. Willst denn du nicht auch ein bisschen glücklicher sein, als du nun bist?“

5. Spricht Olaf: „O du himmlisch lieber, guter Freund! Sieh, ich bin so beschaffen, wenn ich nur andere glücklich sehe, da bin ich auch schon glücklich im Anschauen des Glückes derer, die mir am Herzen liegen! Ich war ja auf der Welt auch nicht anders. Ich vergass darum stets für mich zu sorgen, weil mir nur das Wohl anderer am Herzen lag! Daher musst du, bester Freund, es mir nicht für übel nehmen, so ich zu dir nur für andere um deine Gnade bitte. Ich vergass dabei meiner fast so, als bedürfte ich ihrer weniger als jene, für die ich dich gebeten habe! Oh, ich bedarf ihrer gar sehr, warte aber gerne darauf, so ich zuerst die andern glücklich sehen kann!“

6. Rede Ich: „Höre, liebster Freund und Bruder! Ich wusste es wohl, wie dein Herz beschaffen ist und wie es mit dem Meinen in der grössten Harmonie steht. Ich fragte dich aber nicht, als wüsste Ich's nicht - sondern um dein Herz für etwas vorzubereiten, was zu fassen du nun noch nicht imstande bist. Aber Ich Selbst werde dich bald fähig machen! - Gehe nun hin und bringe sie her, die dir am Herzen liegen! Lasse aber noch von mehreren dein Herz belasten, denn Ich sage dir: Alle, die du Mir herbringen wirst, sollen angenommen werden! - Verstehst du das? Ja, du verstehst es!“

7. Max Olaf verneigt sich nun wieder tief vor Mir und kehrt zu den Seinen zurück. Als er dort sehnlich erwartet zurückkommt, fragt ihn der Baron gleich, wie er und seine Bitte bei Mir aufgenommen worden sei.

8. Spricht Max Olaf: „Meine Lieben alle, ich sage euch: Allerbestens! Nicht nur ihr allein, sondern so viel sich ihrer uns anschliessen wollen, werden bei ihm Aufnahme finden! Daher lasset uns ein wenig unter dieser Menge umsehen, ob sich nicht noch jemand findet, der sich uns anschlösse!“

9. Spricht der Baron: „O lieber Freund, sehen Sie da gleich hinter Emma noch ein paar weibliche Wesen, es sind meine älteren zwei Töchter! Und hinter ihnen ihre Gatten, und daneben noch ein paar treue Domestiken - vielleicht würden sie auch angenommen, wenn sie mit uns hingingen?“ - Spricht Max Olaf: „Nur her mit ihnen! Was mit uns geht, wird angenommen, denn ich habe dafür sein göttliches Wort! Aber wir müssen uns nun um noch mehrere umsehen.“

10. Spricht der Pathetikus: „Hören Sie, mein Freund! Da weiss ich ein Mittel: wir gehen unter die uns bekanntere Menge und machen unter ihr einen allgemeinen Aufruf. Wer sich dem fügen will, der wird uns auch folgen. Wer aber nicht, der bleibe eben zurück. Nötigen, glaube ich, sollten wir gerade niemanden.“

11. Spricht Max Olaf: „Vom Nötigen ist da ohnehin keine Rede! Aber erklären müssen wir es ihnen doch, warum wir von ihnen zu ihrem höchst eigenen Wohl so etwas wünschen! Eine solche Erklärung wird hoffentlich doch keine Nötigung sein?“ - Spricht der Pathetikus: „Je nachdem man die Sache nimmt. Eine zu magere Erklärung wird wenig Effekt machen. Eine wohlbegründete aber ist ebensogut eine Nötigung wie sonst eine andere Macht. Der Wille des so Beredeten ist dann kein freier mehr!“

12. Spricht Max Olaf: „Freund, Sie greifen da sehr weit aus! Wenn man das alles Nötigung nennen würde, wodurch Menschen auf andere Ideen, Begriffe und Entschliessungen gebracht werden, müsste ja auch aller Unterricht verbannt werden! Denn durch den Unterricht kommen die Schüler, die doch auch mit einem freien Geist begabte Menschen sind, ja auch zu ganz anderen Begriffen, durch die ihr ursprünglich rein sinnliches Wollen eine ganz entgegengesetzte Richtung bekommt. Ich meine, dass das etwas sehr Gutes ist. So aber durch die Unterrichtsnötigung der menschliche Geist erst zur wahren Freiheit gelangen kann, da sehe ich gar nicht ein, wie da im eigentlichen Reich des Geistes eine belehrende Erklärung die Willensfreiheit eines Menschen gefährden könnte! Seien Sie, mein lieber Freund, deshalb nur ganz unbesorgt! Wenn daran etwas gefehlt sein sollte, so werde ich es schon dort vor Dem verantworten, der mir dazu sein göttliches Wort gegeben hat! Ich werde mich selbst sogleich ans Werk machen und werde mein treues Wortnetz unter diese Fische hineinsenken. Fange ich etwas, so wird es gut sein. Fange ich aber nichts, nun, so wird es auch so gut sein müssen.“

13. Mit diesen Worten begibt sich unser Max Olaf unter die Menge und richtet an diese eine wohlgesetzte Ansprache. Und bei zwanzig an der Zahl schliessen sich ihm an, während die andern murrend sagen: „No, wann mer hin wolln, werdn mer wohl selbst 'n Weg findn! Wir brauchen kan extra Patzigmacher dobei!“

14. Max Olaf kehrt mit seinem Fang sogleich zu den Seinen zurück und sagt voll Freude: „Nun seht, liebe Freunde, mein Fischfang ist recht gut ausgefallen! Nun ziehen wir aber sogleich zu Ihm hin, der uns allen allein helfen kann und wird! Denn dafür habe ich sein göttliches Wort!“

15. Spricht der Pathetikus: „Aber ich begreife nicht, was Sie, teuerster Freund, immer von seinem ,göttlichen Wort‘ reden! Wie kann denn ein wenn schon auch ganz vollendeter Menschengeist ein göttliches Wort haben und geben? Oder halten Sie ihn denn im Ernst etwa für so eine Art Apollo?“

16. Spricht Max Olaf: „Ja, ich sage es Ihnen ohne Scheu: Entweder Er oder sonst keiner! - Seine an mich gerichteten grossen Worte fielen bei mir nicht auf Sand, sondern in alle Tiefe meines Lebens! Und dieses sagt mir nun stets: Er und sonst ewig keiner! - Verstehst du diese Kraft? So fragt mich mein Herz. Und mein Geist antwortet: Ja, Herz! Den du liebst, der ist es, und ausser Ihm ist keiner mehr! - Aber nun nichts weiter davon, sondern auf und zu Ihm! Heil dem, der mir folgt!“

17. Spricht der Pathetikus schnell: „Muss wahrlich um Vergebung bitten, mein sonst schätzbarer Freund! Unter solcher Annahme kann ich Ihnen nicht folgen! Einen Menschen als alleinigen Gott ansehen!? Fürwahr, das ist mehr als zu stark! - Ich habe gegen seine Weisheit und innere Willenskraft nichts einzuwenden, wie auch gegen seine Güte nichts. Denn die Lerchenfelderin macht sich unter seiner Güte famos! Aber gegen seine von Ihnen uns angezeigte Gottheit muss ich protestieren! - Im Moses heisst es: ,Du sollst allein an einen Gott glauben!‘ Und ferner: ,Gott kann niemand sehen und leben, denn Gott ist ein verzehrendes Feuer!‘ - Und hören Sie weiter, was der weise Jude Jesus, den Sie auch für einen Gott halten, selbst an einer Stelle, glaube im Johannes, spricht. Er sagt: Es habe die Gottheit wohl nie jemand gesehen. Aber wer sein Wort hörte, es annehmen und darnach handeln möchte, der würde dadurch den Geist Gottes in sich aufnehmen und dieser in ihm wohnen! - Sehen Sie, auch ich bin mit der Bibel so ziemlich vertraut. Aber das steht nirgends darinnen, dass ein Menschengeist, wenn er auch aus Gott ist, darum auch schon das allerhöchste, im ewig unzugänglichen Licht wohnende Gottwesen selbst wäre! Und da Sie, mein sonst schätzbarster Freund, eben von jenem Lerchenfelderin-Verschönerer das zu behaupten scheinen, kann ich wirklich nicht mit Ihnen gehen!“

18. Spricht Max Olaf: „Lieber Freund, tun Sie nun, was Sie wollen! Sie haben schon früher selbst gegen Nötigung protestiert, und so werde ich Sie auch fürderhin nicht mehr zu was immer bereden.“


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