RBLUM-74

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-74 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 74 - Überraschungen für den Pathetikus. Er findet alte Bekannte. Olafs guter Rat.


1. Spricht endlich wieder der Max Olaf: „Mein geehrtester Freund, deine eheliche Lebensgeschichte fängt an, sich stark zu dehnen! Daher lassen wir die weitere Fortsetzung derselben, umso mehr, als sie mir ebensogut bekannt ist wie dir selbst. Denn wisse, ich, hier unter dem Namen Max Olaf, der ich dir hier als ein rechter Freund zur Seite stehe, bin ja ebenderselbe Oberst und General, der dich auf der Welt aus nichts zu etwas gemacht hat. Und dieser Freund da, der alle diese Erscheinungen samt der Wandlung der Lerchenfelderin für einen puren Traum ansieht, ist jener Baron, dessen Tochter ohne sein Wollen dein Weib wurde. Willst du aber auch dein Weib hier kennenlernen, mit der du nahezu zwanzig Jahre auf der Erde gezankt hast? So sieh das armseligst ausschauende Wesen, das halbnackt und entsetzlich mager hinter dem Baron auf dich herüberlugt - und du hast dann das wirkliche Schlussstück deiner ganzen Lebensgeschichte beisammen! - Bist du zufrieden mit der Lösung deiner uns so gedehnt erzählten Lebensgeschichte?“

2. Spricht der Pathetikus: „O du verzweifeltes Wetter! Na, die Sache wird sich machen! Ich glaube, die missliche Fortsetzung meiner Lebensgeschichte wird hier wieder wie der zweite Akt eines Dramas ihren Anfang nehmen! Was meinst du, mein aufrichtiger Freund?!“

3. Spricht Max Olaf: „Lieber Freund, mir kommt es stark so vor, dass wir uns fast ausschliesslich an jenen Mann werden halten müssen, so wir eine bessere Fortsetzung unseres Lebensdramas gewärtigen wollen! Denn sieh, mir als einem stummen Beobachter ist nichts entgangen, was sich hier in diesem Gemach während deiner Erzählung für mein Gemüt Wichtiges ereignet hat. Die Lerchenfelderin wurde neu bekleidet und sieht nun wie ein purster Engel aus. Und je mehr sie jenem sonderbaren Mann mit Liebe zugetan ist, desto schöner und weiser wird sie auch! Aber nicht sie allein ist so glücklich. Ich sehe schon eine Menge, die früher gleich uns sehr elend dastanden. Wie sie sich aber jenem Manne mehr haben zu nähern angefangen, bekamen sie sogleich ein besseres Ansehen und ihre Kleider verwandelten sich nahezu wie ihre Gemüter!

4. Freund, das sind ja doch im buchstäblichen Sinne des Wortes Wunder über Wunder!

5. Dort auf einer geräumigen Tribüne ersiehst du etwa vierundzwanzig weibliche Wesen im Ballettkostüm, die sehen doch schon rein himmlisch aus! Und dort am mit Brot und Wein besetzten Tisch stehen der Demokrat Blum, der uns bekannte Messenhauser, Doktor Becher und Redakteur Jellinek! Welch eine heilige Würde strahlt aus ihren Angesichtern und von welcher Weisheitstiefe ist jede ihrer Reden erfüllt! Wie freundlich und dabei doch so erhaben ernst ist ihr Benehmen!

6. Und dennoch scheint ihnen jener schlichte Mann, der nun der schönen Lerchenfelderin förmlich den Hof macht und mit ihr von nichts als Liebe spricht, alles in allem zu sein. Denn sie fragen ihn um alles. Er ordnet alles an und es ist da und dort, was er will und was er gebietet! Dabei aber ist sein ganzes Benehmen ein anspruchsloses und himmlisch freundliches, dass ich ihn bloss durchs Zusehen und Beobachten schon so liebgewonnen habe, wie man nur immer einen besten Freund lieben kann!

7. Ich möchte selbst zu ihm hineilen und ihn so zu liebkosen anfangen, wie ein sehr bedrängter Feldherr eine eroberte feindliche Hauptfahne liebkost, von deren Eroberung der vollkommene Sieg abhängt! - Sage mir, Freund, fühlst du nicht auch ein ähnliches Bedürfnis in dir? - und du, Traumdeuter von einem Baron samt deiner Tochter Kunigunde- Emma?“

8. Spricht der Pathetikus: „Ich für meine Person fange nun auch das gleiche zu fühlen an. Aber ob es mein Herr Schwiegerpapa und meine Emma auch so fühlen, das ist freilich eine ganz andere Frage. Vielleicht die Emma, bei der ich in der letzten Zeit einige Spuren von Religiosität entdeckt habe. Aber was den Herrn Baron betrifft, so kenne ich viel zu wenig, wie er denkt und fühlt! Das wenigstens dürfte gewiss sein, dass er mit seinen irdischen Ahnen-Hoheitsbegriffen hier keine zu weiten Sprünge wird machen können!“

9. Spricht der Baron: „Mein lieber Tochterentführer, kehren Sie nur schön fleissig vor Ihrer eigenen Flur! Denn so ich mit Ihnen hier rechten wollte, da würde es einen tüchtigen Prozess absetzen! Aber ich habe Ihnen auf der Welt alles vergeben, und so sind wir in unserem fraglichen Streitfall quitt. Haben Sie aber hier in dieser mir wie ein Traum vorkommenden Welt etwas Erspriessliches vor mir voraus, so entgelten Sie mir hier durch Ihre Freundschaft, was Sie mir auf der Erde feindlich genug entwendet haben, nämlich mein Leben! Denn meine Emma war dort mein Leben, das Sie mir geraubt haben! Aber ich habe Ihnen diesen Raub vergeben. Fragen Sie daher nicht, wie ich hier gesinnt sei, sondern helfen Sie mir und der armen Emma, so Sie uns irgend helfen können!“

10. Spricht Max Olaf: „Vollkommen richtig, sozusagen mir aus dem Herzen gesprochen, lieber Freund! Der Schwiegersohn wird das auch sicher tun, denn an gutem Willen hat es bei ihm nie gemangelt. Nur geht uns allen hier noch das Können ab. Aber ich hoffe zu Gott, dass wenigstens einem von uns bald geholfen wird, und dieser wird dann auch seine lieben Freunde nicht in der Not sitzen lassen!“

11. Spricht der Baron: „Ich danke Ihnen recht herzlich dafür! Irgendeine Hilfe täte mir und Emma überaus not. Denn etliche zwanzig Jahre, die hier zu zweitausend geworden sind, schmachte ich schon in der grössten Verlassenheit! Keine Hilfe, kein Trost, kein Licht kam bis nun zu mir. Sie sind der erste, der angefangen hat, mir aus meinem langen Traum zu helfen. O Freund, vollenden Sie aber auch, was Sie begonnen haben, so soll mein Herz und Leben Ihnen zum Lohn geweiht sein!“

12. Spricht Max Olaf: „Liebe Freunde, und Sie auch, meine arme Emma! Folget mir getrost dorthin zu jenem herrlichen Mann, der sich nun mit Doktor Jellinek bespricht. Ich will dort vor ihm einen Kniefall machen zu eurem und vielleicht auch meinem Besten! Wenn der uns seine wunderbar hilfreiche Hand bietet, wird uns auch geholfen sein! Aber es heisst sich vor ihm ungeheuer zusammennehmen, das habe ich schon beobachtet. Denn so unaussprechlich gut er auch sein mag, besitzt er aber daneben auch eine enorme Weisheit, vor der jeder unserer allertiefsten Gedanken wie Butter an der Sonne zerschmilzt. Wie wir denken und fühlen, so müssen wir vor ihm auch reden, denn vor seinem Scharfblick lässt sich kein Hinterhalt machen! Kommt daher mit mir, vielleicht finden wir Gnade bei ihm!“

13. Spricht der Pathetikus: „Bruder, wie wäre es denn, so du ohne uns allein zu ihm hingingest und machtest für uns einen Fürsprecher? Denn wahrlich, ich habe heimlich vor ihm eine ganz eigene Art von Furcht!“

14. Auch der Baron und Emma bitten den General Max Olaf darum. Und dieser spricht: „Liebste Freunde, was ich für euch tun kann, das werde ich auch tun. Aber sammelt euch unterdessen, denn ich ahne, dass ich mit einer guten Antwort bald zurückkehren werde!“


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