RBLUM-73

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-73 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 73 - Fortsetzung der Ehegeschichte. Emmas Nervenkrisis und Umkehr.


1. Pathetikus: „Nun gut. Sehr gut hast du es gemacht! Spricht der Kammerdiener: ,Euer Gnaden werden eine rechte Freude haben mit der Wohnung! Sie ist zwar nicht in der Stadt, sondern in einer der Vorstädte. Aber eine wahre Prachtwohnung, versehen mit allen möglichen Bequemlichkeiten und kostet wirklich eine Bagatelle!‘

2. Spricht der General: ,In welcher Vorstadt ist es und im wievielten Stock?‘ - Spricht der Kammerdiener: ,Die Vorstadt nenne ich aus guten Gründen (dabei auf mein Weib hindeutend) nicht. Stock aber ist es der zweite! - Denn wenn man sich vor dem Feind zurückzieht, darf man ihm nicht auf die Nase binden, wohin!‘ Sagt der General: ,Ihr müsst einmal auch schon vor dem Feind gedient haben, weil Ihr das so gut wisst?‘ - Spricht der Kammerdiener: ,Zweifach, Euer Exzellenz! Einmal als Wachtmeister vor dem wirklichen, wo es Bomben, Granaten und Kartätschen geregnet hat; und bald darauf vor dem unwirklichen, nämlich vor meinem Weib! Da hat es zwar keine Bomben, Granaten und Kartätschen geregnet, aber dafür ganze Heuschreckenzüge von Lästerzungen! Fünf Jahre habe ich's ausgehalten mit aller Geduld und Zartheit. Aber es war mit ihr um keinen Preis mehr auszukommen. Ich zog mich daher vor diesem zweiten Feind zurück, suchte mir einen Dienst und fand auch bald einen, nämlich hier! Wenn vielleicht Euer Gnaden Frau Gemahlin wünschte, bei meiner liebenswürdigen Gattin in diesen Dingen einen gründlichen Unterricht zu nehmen, so könnte ich ihr kein tauglicheres Individuum anempfehlen!‘

3. Meine Emma, aus Ingrimm an einem entfernten Fenster des Zimmers stehend, läuft darauf auf meinen Kammerdiener verbissen zu und zieht ihre zarte Hand für eine energische Ohrfeige gewisserart vom Leder. Aber der Kammerdiener pariert und spricht: ,Oha! Solches Gfrasst kann ich mir drunten bei einer Öbstlerin schon selber holen! Mein Gesicht ist nicht so nobel, dass es sich zum Rasieren von einer hochadeligen Hand sollte einseifen lassen! Drei Schritte von meinem ehrlichen Feldwebelleib, sonst könnte ich auf den Gedanken kommen, mit der gnädigen Frau Baronin einen ganz kuriosen Tanz anzugehen, verstanden?!‘ - Emma zerbarst nahe vor Zorn und schrie: ,Mir aus den Augen, Canaillenvolk; mir aus den Augen, Bestien!! Er niederträchtiger Kujon! Wie kann Er sich unterstehen, miiir solche Sottisen ins Angesicht zu sagen, mir, einer Baronin vom ältesten Adel! Packe Er sich augenblicklich aus meinen Augen, sonst lasse ich ihn durch die Polizei holen!‘

4. Spricht der Kammerdiener: ,Hat's nicht nötig, Euer Gnaden, Frau Baronin! In einer halben Stunde werden wir gottlob aus dem Bereich Ihrer Augen kommen. Zürnen Sie nicht, denn das könnte auf Ihre zartesten Nerven von sehr üblem Einfluss sein!‘ ,Schweige Er, impertinenter Lümmel, sonst soll Er es sogleich empfinden, was es heisst, eine Baronin so zu beleidigen! Ich bin imstande und werfe ihm, was mir in die Hände kommt, in sein scheussliches Affengesicht!‘ Spricht ein anderer Bedienter zum Kammerdiener: ,No, du, jetzt hast bald Zeit 's Maul z'haltn, sonst erleb'mer noch so a klans Vorspiel zum Jüngsten Tag! Schau, dass mer weiterkommen!‘ Sage ich: Ja, ja, tummelt euch; denn jetzt möchte ich schon selbst lieber fliegen als gehen!

5. Als ich kaum ausgeredet hatte, springt Emma zu mir hin und schreit: ,Nein, nein! Habe ich das um dich verdient, dass du mich nun im Ernste verlässt und mich obendrauf dem Gespött deiner frechen Dienerschaft preisgibst? Sieh, ich war in eine üble Laune geraten, wie und warum, das wird nur Gott wissen; kurz, ich wurde wieder krank und bin dir gewiss in meinem Leiden roh und bitter entgegengekommen. Aber nun fällt es mir wieder wie Schuppen von den Augen. Ich gewahre dumpf, dass ich dich, wie den Herrn General muss ganz tüchtig beleidigt haben! Und du hast nicht erkannt, dass dies nur deine arme, kranke Emma getan hat, die ihrer gesunden Sinne nicht mächtig war! O du mein teuerster Gemahl! Tue mit mir, was du willst; strafe mich, wenn ich Strafe verdient habe! Aber nur verlasse mich nicht!‘

6. Mit diesen Worten fällt sie mir schluchzend an die Brust und umfasst mich krampfhaft. Die Dienerschaft macht grosse Augen und fragt mich, was nun zu machen wäre - ob weiter fortzuziehen oder wieder zurückzuwandern sei? - Spricht Emma: ,Augenblicklich ist auf meine Rechnung wieder zurückzuziehen und die Miete der Wohnung auf ein halbes Jahr zu bezahlen!‘

7. Spricht darauf der General: ,Ja, wenn die Sache so steht, da bedauere ich dich und auch deine Gattin, die mir im Ernst krank zu sein vorkommt. Natürlich kannst du als Kavalier, Mensch und Gatte unter solchen Umständen deine Emma in keinem Fall verlassen! Ich aber werde nun einen notwendigen Gang machen und in ein paar Stunden wieder bei euch sein. Richtet mir ein Zimmer ein, denn ich werde einige Tage bei euch zubringen.‘ - Der General empfiehlt sich nun. Die Diener gehen an ihre Rückwanderungsarbeit, was ihnen etwas fatal vorkommt. Und meine Emma ist wie ausgewechselt und weiss sich kaum an etwas zu erinnern, was früher zwischen uns vorgefallen ist! Ich staunte heimlich; die Emma kurz vorher noch ein Teufel - ward jetzt zu einem Engel!“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-73 Kapitel