RBLUM-72

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-72 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 72 - Forderungen der Gattin Emma. Des Generals Vermittlungsmühe. Ehesturm.


1. „Der General sagte darauf zur Emma: ,Meine liebe Frau Schwiegertochter! Wenn sich die Sache so verhält, bekommt unser Prozess freilich ein ganz anderes Gesicht. Ich werde dadurch genötigt, Sie vor allem um Vergebung zu bitten und hernach meinem Herrn Sohn einige Leviten zu lesen!‘ - Spricht Emma: ,Euer Durchlaucht, ich verlange nichts als unsere erste Liebe! Ist diese da, dann will ich ihm alles vergeben und alles tun, was immer sein Herz verlangt!‘ Der General wandte sich nun zu mir und sagte: ,Ja, höre du, mein Sohn, wenn es an dir liegt, dass dein Weib dir nur notgedrungen solche bedauerliche Exzesse machte, so musst du nun vor allem deinen Fehler wieder gutmachen! Emma wünscht deine erste Liebe. Also enthalte sie ihr nicht vor!‘

2. Darauf erwiderte ich: Mein geliebter Vater! Meine Liebe zu Emma ist noch nie schwächer geworden als bei unserer ersten Bekanntschaft. Aber so die allerliebste Emma dort Gespenster sah, wo sie nicht waren, da kann ich wahrhaftig wenig dafür! Dass ich ihr nicht eifersüchtige Vorwürfe machte, ist allein meinem zartfühlenden Herzen zuzuschreiben. Dass ich bei mir dennoch so manches Bittere empfand, weiss freilich nur ich allein! Was aber ihr grosses Vermögen betrifft, muss ich leider zugeben, dass ich darauf nie einen Wert gelegt habe. Ja, ich muss offen gestehen, dass mich der Anblick des grossen Vermögens meiner Emma höchst unangenehm berührt hat. Denn je reicher irgendein Haus ist, desto mehr Gelegenheit bietet es auch zu allerlei sündigen Ausschweifungen! - (Mich zur Emma wendend): Siehe, hättest du die Tausende, die dich deine Gesellschaften kosteten, den Armen zukommen lassen, wie glücklich wären diese und ich gewesen! Aber du wolltest mich dadurch nur strafen, und das war nicht löblich von dir! Denn einen noch nachsichtig geduldigeren Gatten kann es wohl kaum geben, als ich es allezeit war!

3. Emma wusste darauf nichts Rechtes zu erwidern, schien aber mit Ungeduld auf den Kammerdiener zu warten. Endlich kam dieser ihr mit einem schweren Paket entgegen. Sie herrschte ihn sogleich an, dieses auf den Tisch zu legen. Dann blickte sie mich etwas höhnisch lächelnd an und sagte: ,Ich muss doch zuvor die dir angetane Beleidigung wiedergutmachen, bevor du mir wieder gutwerden kannst!‘ - Worauf ich erwiderte: Liebe, teuerste Emma! Ich liebe dich zu sehr, als dass ich nur den geringsten Groll auf dich haben könnte! Auch habe nicht ich, sondern mein geliebter Vater in einer verzeihlichen Aufwallung eine solche Forderung an dich getan. Nimm daher deine Papiere nur wieder in Verwahrung und werde mir wieder ganz dieselbe Emma, die mir vor einigen Jahren nach England gefolgt ist, und für die ich mein Leben tausend Gefahren preisgab!

4. Die Emma stutzte hier und sagte nach einer Weile mit wahrhaft stoischem Gleichmut: ,So du mich schon liebst, so tue mir doch den Gefallen und nimm diese Papiere in deine Verwahrung, denn du weisst ja, dass ein Weib mit dem Geld nicht umzugehen versteht!‘ - Worauf ich sagte: Das ist etwas anderes! Mit dem grössten Vergnügen will ich deinem Verlangen nachkommen! Aber nun musst du mir auch deine Hand reichen zum Zeichen, dass du mir wieder gut bist, und auch um einen schon lang vermissten Kuss nicht verlegen sein! Komm, Emmchen, mache mich wieder glücklich! - Sie spricht: ,Dazu hat es schon noch Zeit, mein Herr Gemahl! Eine Frau muss mit dem Besten nicht gar zu freigebig sein, so sie den Kurs der Liebe aufrechterhalten will! Dann muss ich dir noch etwas Besonderes bemerken: Ich habe dir schon einige Male gesagt, dass ich nicht Emma, sondern nach meinem ersten Taufnamen Kunigunde heisse! Warum nennst du mich denn immer Emma und nicht Kunigunde, einen echt altadeligen Namen, auf den schon meine Mutter und Grossmutter getauft waren? So du mich wahrhaft liebst, nenne mich in Zukunft auch bei meinem würdigen, rechten Namen!‘

5. Ob dieser Liebebedingung kommt mir und natürlich auch dem Herrn General das Lachen an. Ich sage daher auch zur Emma: Aber meine liebe Gemahlin, das tat ich ja nur aus purer Achtung vor dir! Du kennst ja doch das gewisse Lied, in dem von ,Eduard und Kunigunde‘ auf eine lächerliche Art zur Belustigung des Publikums herabgesungen wird! So oft ich dich rief, so fiel mir auch allzeit jenes dumme Lied ein. Auch klingt der Name Emma doch ästhetischer als Kunigunde. Willst du von nun an aber durchaus Kunigunde heissen, nun, in Gottes Namen, so will ich dich ja auch recht gerne so nennen! - Spricht sie darauf bissig: ,Ja, ja, was man nicht mag, das sucht man eben lächerlich zu machen!‘ - Sage ich: Was fällt dir denn ein! Ich werde dich doch nicht lächerlich machen wollen, die du mir so unendlich lieb und teuer bist! Ich hoffe nun, dass du dies für beendet ansehen und mir nun die Hand zur gänzlichen Aussöhnung reichen wirst! Oder hast du etwa noch etwas im Hintergrund?

6. Sprach Sie: ,Oh, nur genug!‘ Erwiderte ich: Was denn alles noch, wenn ich fragen darf, meine geliebteste Em - hätte ich bald gesagt -, bitte tausendmal um Vergebung! - Kunigunde wollte ich sagen! Nur heraus, Kundl, was dich noch drückt!

7. Auf diese etwas lakonisch-zärtliche Frage hob sie den Fuss und stiess damit vor Zorn so gewaltig auf den Boden, dass darob die Gläser in meinem Kasten klirrten. Und dann folgte ein schneidendes ,Nein!‘ - mit Begleitung von einigen Tränen. Diesem bedeutungsvollen Nein folgte eine stumme Zornpause, sodann eine ganze Legion von Namen an meine Person, die wahrlich der derbsten Öbstlerin keine Schande gemacht hätten! Zum Schluss herrschte sie mich noch an: ,Wir sind quitt! Ich will von dir nichts mehr hören und sehen! Bezahlt bist du, und so sind wir quitt für ewig! Mich hänseln auch noch! Das ginge mir noch ab von so einem Lümmel, der von irgendeiner bäurischen Kuh geworfen wurde! Du magst tausend Male vom Kaiser selbst zum Fürsten erhoben sein, so bist du aber für mich, eine Baronin von uraltem Geschlecht, doch nichts, verstehst du? Gar nichts bist du gegen mich! Sieh, dass du mir ehestens aus den Augen kommst!‘

8. ,Mit der richten wir nichts‘, sprach der General, ,denn die ist eine komplette Närrin! Lass sie gehen, mein Sohn, und kümmere dich nicht mehr um sie! Vielleicht bessert sie die Zeit eher als wir beide. Aber die Papiere nimm nur mit, denn es kann eine Zeit kommen, wo sie sogar ihr gute Dienste leisten werden, wenn sie etwa nur zu bald ihre Reichtümer vergeudet haben wird.‘

9. In diesem Augenblick tritt auch mein Kammerdiener ein und meldet mir, dass er eine sehr schöne, sogleich beziehbare Wohnung gefunden habe. - ,Gut‘, sprach der General, ,also jetzt nur geschwind auf- und eingepackt!‘ Spricht der Kammerdiener: ,Herr, bis auf dieses Zimmer ist schon alles in der Ordnung! Nun kommen die Träger hier herein!‘“


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