RBLUM-68

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-68 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 68 - Die harrende Heldin und der hochmütige Pathetikus. Letzterer vom Herrn zurechtgewiesen. Liebeswunder an der Heldin Helena.


1. Die Heldin, nun schon ganz ungeduldig, geht etwas schüchtern näher zu Mir hin und fragt Mich, ob Ich etwa schon ganz geheim durch gewisse Zeichen mit Jesu, dem Herrn, ihretwegen gesprochen habe?

2. Der Pathetikus, der nun aus der Gesellschaft mehrere seines Gelichters gefunden hat, ist schon sehr ärgerlich darüber, dass diese seiner Meinung nach elende Lerchenfelderin so frech ist und Mich als einen Honoratior dieses Hauses so belästige! Er geht daher mit noch einigen auf sie zu und spricht: „No, Sie Lerchenfelder Bagage, wie lange wird es Ihr denn noch belieben, dem respektabelsten Herrn dieses Hauses mit Ihrem Hundegebell zur Last zu fallen! Hat Sie denn gar keine Lebensart?“

3. Spricht die Heldin: „Sö bratschultriger Tapschädl Sö! Geht Ihne das eper wos an? Schaun's dass weiter kummen, Sö naturwidrigs Fleischfuttral von all'n adeligen Weaner Drecksäu! Sonst sag i's Ihne, wia's auf echt deutsch hoassen tan! Do schau der Mensch so an zopfign Gallpitzlfabrikanten an! Hietzt is ihm gar nit recht, dass unserans mit an solchenen Herrn redt! Was glauben's, wer Sö san? Glauben's, weil's amol auf der Welt als pansionierter Fourierschütz an kaiserlichen Sabl trogen hobn, dass Sö deshalb a do in dieser Welt besser san als unserans? - O Sö damischer Tapschädl, do wird ma Ihne glei an Exrawurst broten! Is wohl guat, dass Christus der Herr nit do bei uns is; denn der müsst jo a narrische Freud hobn, wann er so an grobn Limmel vor ihm sahet, wie do Sö aner san! Hietzt schaun's aber nur, dass Sei mit Ihnre Krokodilaugen und Bockfüss weiterkummen tan, sonst gschieht Ihne wos anders.“

4. Darauf wendet sich der Pathetikus zu Mir und spricht: „Aber lieber, bester Freund, ich bitte Sie um Gottes willen, dieser Kreatur zu untersagen, fürderhin so ein loses Maul gegen Männer von Ehre und Reputation zu haben; denn sie stellt einen ja her, wie wenn man der allergemeinste Schuhflicker wäre! Es ist wohl wahr, dass wir hier in der Geisterwelt sind, wo der Standesunterschied für ewig aufzuhören hat. Aber der Unterschied der Intelligenz und feineren Bildung kann solange nicht aufhören, bis diese auf Erden verwahrlosten menschlichen Potenzen jenen Grad von Bildung und Humanität werden erreicht haben, durch den sie einer besseren Gesellschaft angenehm und interessant werden können! Ich bitte Sie, lieber Freund, bedeuten Sie das doch dieser weiblichen echten Lerchenfelder-Kreatur!“

5. Rede Ich: „Mein lieber Freund, es tut Mir leid, hier Ihrem Verlangen auf gar keinen Fall Gewähr leisten zu können. Und zwar aus dem alten Grunde, weil vor Gott alles ein Greuel ist, was die sogenannte bessere Welt gross, glänzend, erhaben und schön nennt und preist! Denn Gott bleibt sich stets gleich und hat nie ein Wohlgefallen an solchen Ehrenmännern, die den Menschenwert nur nach der Anzahl der Adelsahnen oder nach der Amtswürde oder nach der Vielheit des Geldes bestimmen, alles andere aber als Canaille bezeichnen. Aber alles, was vor der Welt klein, gering und oft sehr verachtet ist, das steht wieder bei Gott in grossen Ehren! Und so muss Ich Ihnen hier offen bekennen, dass Mir, als einem allerintimsten Freunde Gottes, diese von euch verachtete Lerchenfelderin um eine Million mal lieber ist als Ihr, Meine hochadeligen Freunde, d.h. wenn Ich so frei sein darf, euch als Meine Freunde zu titulieren! - Ihr habt aber dieser Armen nun sehr genützt; denn von nun an will Ich sie erst recht an Mich ziehen und ihr eine Bildung hinzugeben, vor der selbst die Engel einen Respekt bekommen sollen. Sie wird bald sehr hoch oben stehen und eine Zierde dieses Hauses sein! Wo ihr Ehrenmänner aber euch in Kürze befinden dürftet, das wird die leidige Folge zeigen! Ich ersuche euch aber eures eigenen Heiles willen, diese Arme ja nicht mehr zu belästigen, denn sie gehört nun ganz Mir an! - (Mich zur Heldin wendend): Und du, Meine liebe ,Magdalena‘, bist du damit zufrieden?“

6. Spricht die Heldin: „O Jesus ja, und ob! Sö san mir a um zehnmillionenmol lieber als diese hochmütigen Dinger do, die an armen Menschen grod als a Vieh betrachten! I bin nit harbig af sö; aber giften kann mi das wohl, wann's an goar so bagatellmässi behandeln tan. Unser Herrgott verzeih's ihnen, denn sie wissn wohl a nit, was sei tan!“

7. Spricht der Pathetikus: „No, schon gut, schon gut! - Hört ihr, meine Kameraden, wenn's in der Welt der Geister überall so fad zugeht als dahier, da ist diese Welt eine saubere Bescherung für die saueren Vorbereitungen auf der Erde zu dem vielgerühmten Leben der Seele nach dem Tod! Auf der Erde hat der gebildete Ehrenmann sich doch durch seine Stellung, durch sein Staatsamt und durch seine Wohlhabenheit vor den Angriffen solch gemeinsten Geschmeisses verwahren können. Hier aber wächst einem dieses Lumpengepack keck übers Haupt, und man wird sich am Ende etwa gar noch müssen eine Gnade daraus machen, dass unsereinen so eine pausbackige Dirne anschaut! Zum Überfluss aller sozialen Fadheiten muss dieser sonst recht ehrenwert aussehende Mann sich auch noch für diese faule Pomeranze interessieren und sie uns zum Trotz gerade bis zum Himmel erheben. Das ginge uns hier gerade noch ab zur vollen Verzweiflung! - Der sagte, dass er ein allerintimster Freund Gottes sei! Nach seiner Neigung zu der pausbackigen, vollbrüstigen und dicksteissigen Lerchenfelderin zu urteilen, muss die ihm so sehr befreundete Gottheit ein wahrer Superlativ aller Gemeinheit sein! Diese feile Dirne stinkt vor Unzucht, und er will sie bilden und sie zur Zierde des Hauses erheben! Hört, das wird eine schöne Zierde werden! Hahaha, oder was!“

8. Spricht die Heldin zu Mir: „Aber hörn's, wie der schimpfen tut! Na, dem solltn's doch was sogn - so aber, dass er's verstanget!“

9. Sage Ich: „Mache dir nichts daraus! Sie sollen nur schimpfen, wie es ihnen gefällt. Es wird sich dann schon zeigen, wie viele Interessen ihnen ihr hochmütiges Schimpfen tragen wird! Auf dass aber ihr Hochmut noch mehr Steine zum Anstoss an uns zweien finden soll, musst du von nun an als Meine Geliebte Mich mit ,du‘ anreden und musst zugleich auch versuchen, recht fein deutsch zu reden. Wenn diese das hören werden, da wirst du erst sehen, wie ihnen der Hochmutspitzel steigen wird! Versuch's einmal, ob du nicht ganz rein deutsch zu reden imstande sein solltest!“

10. Die Heldin merkt in sich eine Veränderung. Ein grosses Wohlgefühl durchströmt ihr ganzes Wesen, was auch auf ihre Gestalt einen sehr günstigen Eindruck macht. Ganz selig erstaunt über solch plötzliche Veränderung ihres Wesens, an dem sich auch nicht ein leisester Schmerz irgend mehr verspüren lässt, blickt sie Mich voll Freuden an und spricht: „O du hoher Freund aus den Himmeln, wie wohl wird mir nun an deiner Seite! Alles Rohe fiel wie ein Schuppenpanzer von mir! Mein Denken und meine grobe Sprache haben sich verwandelt wie eine ehemals eklige Raupe in einen herrlichen Falter! Und alle meine Schmerzen schwanden wie der Schnee vor der Glut der Sonne! O wie wohl ist mir nun! Und wem danke ich das? Dir, dir! Du grosser, heiliger Freund des Allerhöchsten!

11. Aber da du mir ärmsten Sünderin eine so unendlich grosse Gnade erwiesen hast, deren ich wohl ewig nie nur im allergeringsten Masse wert kann werden - o so sage mir nun aber auch, was ich tun soll und wie mich benehmen, um dir nur einigermassen meine gebührende Dankbarkeit an den Tag legen zu können!“

12. Rede Ich: „Du Meine geliebte Helena (d.i. ihr himmlischer Name!), wir sind schon quitt miteinander. Du gefällst Mir nun ganz ausgezeichnet und hast ein Herz, das Mich gar sehr liebt, so wie das Meinige dich! - Was braucht es da noch mehr? Reiche Mir nun auch deine Hand zum Pfand deiner Liebe zu Mir und gib Mir einen recht brennheissen Kuss auf Meine Stirne! - Für alles übrige werde schon Ich sorgen.“

13. Helena wird nahe ganz glühend vor Liebe, reicht Mir sogleich die Hand und gibt Mir auch den verlangten Kuss auf die Stirne mit einer kaum zu beschreibenden Liebe- Innigkeit.

14. Diese Szene lockt Robert, Messenhauser, Becher und vorzüglich dem Jellinek Tränen aus den Augen. Helena sieht bald nach dem Kuss auf Meine Stirne wie eine Verklärte aus und wird in ihrer Gestalt so edel und schön wie ein schon himmlisches Wesen - bis auf ihre Kleidung, die aber dennoch nun sehr gereinigt und nett aussieht. - Robert aber kommt sogleich herzu und fragt Mich, ob er für diese schöne Blume auch neue Kleider holen soll! Ich sage ihm: „Nach einer kurzen Weile, so Ich es verlangen werde!“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-68 Kapitel