RBLUM-66

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-66 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 66 - Die Heldin wendet sich um Hilfe an den Herrn. Des Heilands Rat: Bekenne offen, was dir fehlt! Geschichte einer Gefallenen.


1. Auf diese Belehrung hin schaut Mich die Heldin eine Weile an, geht darauf näher zu Mir hin und spricht zu Mir: „Verzeihn's mir, mein allerbester Herr, wann i Ihne hietzt mit aner Bitt lästig fall'n tu! Schaun's, der Herr Jellinek hat mi an Sö g'wiesen und hot mir gsogt, dass Sö goar so allmächti warn und kunnten an holt überoll helfen, wo's an glei immer fahlen möcht. Schaun Sö, bester, liebenswürdigster Herr! Mir fahlet's halt so hübsch tüchti, und do gab's denn holt a hübsch viel z'helfen! San's so guat und helfen's mir und uns Weanern ollen, wann's Ihne mögli ist! Schaun's, wir san auf der Welt aufg'wachsen wie's liebe Vieh und san so a als Viecher doherkummen und san krank hietzt do überall, wo's nur glei hinschaun mög'n; und dumm san w'r a no dazu wie a dreissigjähriger Religionskrieag. San's so guat und mach's uns a bissl gsund und gscheiter, wie mir jetzt san - und wir olli werden uns dann schon besser aufführen!“

2. Rede Ich: „Ja, ja, helfen kann Ich euch wohl, und dir am ersten! Aber du musst Mir zuvor offen bekennen und gestehen, was dir nun so ganz besonders fehlt? Bist du krank, da musst du Mir sagen, wo, wie und wodurch du dir die Krankheit zugezogen hast. Und so du dumm zu sein glaubst, musst du Mir auch getreu angeben, was dir an dir selbst eigentlich dumm vorkommt? Ich werde dann schon sehen, wie dir und auch deinen Landsleuten zu helfen ist. Denke nun recht gewissenhaft über alle deine Zustände nach und sage Mir dann, wie du dich gefunden hast! Das andere werde dann schon Ich machen!“

3. Spricht die Heldin: „O jegrl! Da wird's bei mir an g'waltigen Faden hobn! - Sö wärn ja noch über an Liguorianer, wann i Ihne dos olles sogen soll! Schaun's, i war amol bei an solchenen beichten; na hören's, um was mi der a olles ausg'frogt hot - da hobn Sö gar kan Begriff! - Na, ane ärgste Stabscanaille müsst da bis af die Zehn schandrot werdn. Und schaun's, wann i Ihne hietzt olles sogn müsst, wos i mei Lebtag olles schon tan hob - o jegrl, na! Da möchten's Augen mochen! Wann nit so viel Leut da wärn, ganget's no, aber vor so viel Leut müsst i mir jo grod die Augen ausschamen! Hören's, dos war so a Spass! - Können denn Sö nit so erkennen, wos mir fehlt? San's so guat und probiern's mit mir holt Ihner Glück, vielleicht geht's doch ohne Schand ab?“

4. Rede Ich: „Aber hör du, Meine Liebe, wie kam es denn, dass du dich damals nicht geschämt hast, als du sündigtest? Du warst ja bei diesen Gelegenheiten auch zumeist in Gesellschaft und schämtest dich wenig, so dich in nächtlichen Stunden ein Dutzend Jünglinge, vor denen du dich ganz entkleidet aufstelltest und allerlei wollüstige Gesten machtest, angafften, betasteten und dann gewöhnlich noch was taten! Wie solltest du denn gerade jetzt gar so schamhaftig sein? Ich weiss, dass du einmal, als du etwas tief ins Gläschen geschaut, dich so ungeheuer schweinisch benommen hast, dass es dabei sogar den ausgelassenst sinnlichen Hurenhelden vor dir zu ekeln anfing! Und so weiss ich eine Menge noch ärgerer Schaustückchen von dir, die du wie eine wahre Heldin ohne die allergeringste Schamhaftigkeit vollbracht hast. Und so wird es auch hier, meine Ich, nicht gar zu sehr deine Keuschheitsehre angreifen, so du Mir offenherzig sagst, wo es dir fehlt, und wie du mit deinem Fehltum in Not und Elend gekommen bist!“

5. Spricht die Heldin verdutzt: „No, Sö warn mir a der Rechte! Sö wissen, wie man die andern fangt! Sö kunnten an ins G'schrei bringen, dass ma sein Lebtag gnua dran hätt! Schaun's, wann's nit gar so guatmüti aussaheten, i künnt meiner Seel harb auf Ihne werdn! Ober weil i aus Ihnern guaten Gsichtl erkennen tu, dass Sö mir's net schlecht moanen, so will i mir nix draus mochen! Aufrichti gsogt, schiniern tu i mi eigentli nur vor Ihne. Wos do dieses Weaner Gfrasst betrifft, do machet i mir grod nit z'viel draus! Wenn's mir aber erlauben, a wengerl leiser z'reden, da kunnt i Ihne schon so manche Stückl zum besten gebn.“

6. Sage Ich: „Das kannst du schon tun. Aber nur nichts verheimlichen, verstehst du!“

7. Spricht die Heldin, sich zuvor ein wenig räuspernd: „No, in Gottes Nam', wann's denn schon san muss, so hören's mi holt guatmüti an! Schaun's, mit vierzehn Jahrln hob i grod am Pfingstmontag mei Jungfernschaft einbüsst, und wann i mi nit irr, so war's a g'wisser Pratenhuber-Toni. Dos woar schon o ganz sakrisch saubrer Bua! Und weil er mir holt goar so zugsetzt hot, do hob i holt gmant: Na, ewi kannst so ka Jungfer bleibn, und amol muasst doch probiern, wie dös is. - Und so hob i ihn holt feschweg drübr lassn! - Und weil's mir holt goar so guat gschmeckt hat und ihm a, so hamer's nochher holt öfter probiert. Und i wär nit goar so schlecht worden, wann i nur amol hät kinnen schwanger werdn! Aber do hob i schun tan kinnen, wos i nur g'wollt hob, so is denno nix draus wordn! Und schaun's, do hot nochher der Toni mi heiroten solln. Weil er aber gmant hot, dass i unfruchtbar wär, hot mi der Hauptschnipfer nochher sitzen lossen und hot sich ane andre g'numma! Und i war do ganz deschperadig und hob mir denkt: Hietzt is schon olls ans, um a paar Dutzend Liebhaber auf oder ab! Die Höll is dir so g'wiss, wann's ani gibt! Und do hob i holt recht fidel z'leben ang'fangen, was nur's Zeig gholten hat! - Vadern hob i ehenter nie an gsehn, und mei Muader, Gott tröst sie, woar holt selber nix besser wie i! Und schaun's, bei so an Lebenswandel bin i holt öfter ang'steckt worden, und andre nochher a von mir. Und do hot mir nochher wohl so a homipathischer Doktor gholfen; aber dafür hab i nochher müssn zu ihm in Dienst gehn; no, dass er dann mit mir a kan Rosenkranz bet't hot, dos werden's Ihne wohl denken kinnen!

8. Wie nochher aber die Gschichten in Wean ausbrochen san, do wor holt mei Herr Doktor a dabei und hot überoll fleissi g'holfen Revolution machen. Und weil i holt goar a so a kuraschierts Madl wor, so hob i mi holt a zum Revolutionmachen brauchen lassen und hob dabei mein Tod gfunden. Und hietzt bin i holt do als an oarmi Seel und muass holt dfür leidn, weil i auf der Welt z'lusti war! - Und hietzt hob i's Ihne a olles gsogt, wos i gwusst hob. Und Sö wiss'n hietzt a, wie's mit mir dran san, und wissen a, wo's mir fehlt und wie i dazu kummen bin. Und so bitt i Ihne holt um Himmels Jesu willen, wann's mir helfen kinnen, so helfen's mir!“

9. Rede Ich: „Nun, Ich bin zufrieden mit deiner Offenherzigkeit und werde auch schauen, ob und wie dir zu helfen sein dürfte. Zugleich aber muss Ich dir ebenso offen bekennen, wie du Mir deine Hauptsünden offen bekannt hast, dass dich nur dein gutes Herz und deine dir unmöglich zu Schulden fallende schlechte Erziehung von der Hölle retten! Hättest du ein etwas schlechteres Herz, oder wärest du in deiner Erziehung weniger vernachlässigt worden, so würdest du dich schon in der Hölle befinden und dort die entsetzlichste Qual leiden! Denn es steht geschrieben: ,Hurer und Ehebrecher werden in das Himmelreich nicht eingehen!‘ - Aber, Ich will aus den obigen Gründen mit dir die Sache nicht so genau nehmen und werde sehen, wie dir zu helfen ist! Sage Mir aber zuvor, was du von Jesus, dem Heiland hältst?“

10. Spricht die Heldin: „Oh, den hob i z' Tod gern! Denn der hot jo die Ehbrecherin grettet und hot die Magdalena a nit verstossen, wann sie a no so a grosse Sünderin woar. Und vor der Samariterin hot er grad a kan Grausen kriegt! Un do moan i holt, wann er mi sähet und i ihn recht schön bitten tat, dass er mi grod a it glei umbringen tät?“

11. Sage Ich: „Nun gut, Meine Liebe, Ich werde heimlich mit Ihm reden! Denn Er ist nicht weit von hier. Vielleicht macht Er's mit dir auch wie mit der Magdalena? Warte nur ein wenig hier - aber ganz ruhig!“


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