RBLUM-65

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-65 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 65 - Die Wiener und der ungemütliche Böhme. Die Heldin wendet sich an Jellinek. Dieser weist sie an den Herrn.


1. Als unsere Heldin wieder in der Mitte derer sich befindet, mit denen sie früher ein etwas beissendes Zwiegespräch gehalten hatte, sagt der schon bekannte Franz zu ihr: „No, du odrahte Luxemburger Achazibaum-Mierl, wie is dir denn gang'n mit dem bratschultrigen Kolofonifeuerhelden? No, hast's ihm so recht einigsogt af ächt weanerisch?“ - Spricht die Heldin: „Na, verstandn wird er's wohl hobn! Jetzt moant der Tolkentipl, dass er da a no a gnädiger Herr is! Na, dem werdn's da glei an ondre Wurst broten! Ober gsagt hob i 's ihm! Hätt ihr's nur ghört, wie ihm's der Herr Blum einigsogt hot, weil er mi verklogen is gangen, ös hätts a narrische Freud ghobt! - Ich wünsch kan Menschen was Schlechts, a diesem Tapschädl nit; aber weil er holt gar a so a hochmietiger Dinger is überanand, da hob i a rechte Freud, wann ihm die guaten Herrn dort a wengerl die Flügel stutzen tan. O dös gschiecht ihm schon recht!“ - Spricht der Franz: „Na, Mierl, jetzt g'fallst mi scho wieder, und i bin scho wieder guat af di! Ober dos sog i di a, wanns mi wieder amol so angreifst, wie's ehnter tan host, da mogst schaun, wie's weiter kummen mogst! Ober jetzt is olles wieder guat, versteast mi?“

2. Spricht die Heldin: „No, no, mir san ja keine Böhm', doss wir auf anond sieben Johr solln harbig san! Die Weaner, wann's no so tan, als wollten's anonder fressen, wann sie sich aber dann amol umdrahn, san's nachher glei wieder die besten Freund! - Aber mit d'n Böhmen is do a Kreuz! I hob amol so an Dolken harbig gmocht. I glaub, der hätt mi vor lauter Lieb nach drei Jahrln no z'rissen, wo er mi wo kriegen hätt kinnen!“ - Spricht der Franz: „Mierl, red nit so laut! Denn ma kann nit wissen, wer do olles zuhört. Woasst denn nit, dass d'Böhmen die längsten Finger und d' längsten Ohrwaschl hobn, deshalb se a immer die besten Spitzl und Polizeidiener warn?“

3. Auf diese Worte des Franz erhebt sich sogleich eine kräftige, dickbackige Gestalt (ein Böhme), holt tief Atem und spricht dann hauptsächlich zum Franz: „Hörte mi Kerl fluckte! Wer hot de Urwaschl lunge, un wer hot de Finger lunge? A, sog du mi nu amul a su, noche wart mi! Wan bin a Geist; aber werd di noche schun sogn, wer hot de Urwaschl lunge! A, host di mi verstondn, Kerl fluckte!“ - Spricht die Heldin: „O jegerl, Franz! Jetzt schaun ma, dass ma weiterkummen! Wann ma in Wulf nennt, kummt er grennt. Da war scho grad aner, wie ma sich sein Lebtag kan bessern wünschen kunnt. No, wann der zurni wurd, i glaub, der bringet an glei um!“ - Spricht der Böhme: Holt die Kusche, deine fladerwaschete! Oder i schlag de ani eine, do wirst de g'nug hobn! Oder manst de, de Böhme sein Teibl? Du bis de ani Hur satrazena, aber de Böhmen sein gute Leut! Verstehs mi, du Grosskuschete?“ - Spricht die Heldin: „Hörts meine lieben Weaner, dos is aner! Wann mer nit in so an ehrsamen Haus warn, der müsst mir hinausgwutzelt werdn und wann's das Lebn meiner Muater kosten tät. Aber do is nix z'machen! Gehn ma do nur glei weg, sunst gibts an Spektakl!“

4. Auf diese Worte begibt sich die Heldin mit mehreren Wienern schnell zu Jellinek und Mir hin und fängt sogleich mit Jellinek folgendes Gespräch an: „No, no, Herr Dokter, Hietz hätt i Ihna bold nit kennt! Grüss Ihna Gott! Wia geht's Ihna und wos mochn denn Sö da?“

5. Spricht Jellinek: „Schau, mir geht es sehr gut, viel besser als je auf der Welt! Mein sehnlichster Wunsch aber ist, dass es euch allen bald ebenso gut gehen möchte, dann werdet ihr miteinander nicht mehr so hadern wie bis jetzt. Ihr müsst das hier ganz ablegen, sonst kann's mit euch allen schwerlich besser werden! Lernt es von uns, wie man mit den Schwächen seiner Brüder Geduld haben muss, so werdet ihr euch gleich leichter verstehen, und das wird euch goldne Früchte tragen! Aber wenn ihr euch untereinander stets beschimpft und mit Schlägen bedroht, da wird sich noch lange nicht jene christlich-himmlische Liebe unter euch aufhalten, die allein die wahre Seligkeit aller Geister bedingt.

6. Daher lasst ab von eurem dummen Hader und werdet sanft in euren Herzen, so wird euch leicht und bald zu helfen sein! Aber so ihr stets untereinander forthadert, werdet ihr noch lange leiden müssen. Und so euch auch geholfen wird, wird aber die Hilfe ebenso karg bemessen sein, wie da karg ist eure gegenseitige Liebe und Freundschaft! Denkt doch, dass wir vor Gott alle gleich sind! Niemand hat einen andern Vorzug, ausser allein, wie er am meisten demütig ist und die stärkste Liebe zu Gott und allen seinen Brüdern in seinem Herzen birgt! Hast du mich wohl verstanden?“

7. Spricht die Heldin: „O ja, verstanden hätt ich's wohl. Aber unsre Weanergoscherln, de können holt nit still sein, wann's wo a Lüftl kriegen! Da war holt a so a Wunderkur guat! Wär das nit mögli hier im Geisterreich? Wissen's unsre Herzen warn grod so schlecht nit; aber holt's Goscherl, das hot'n Teixel gsehn!“

8. Spricht Jellinek: „Nun, wir werden schon sehen, was sich da wird tun lassen. Aber ein bisschen müsst ihr euch auch selbst bestreben, eure Zungen im Zaum zu halten! Bitte diesen Herrn da neben mir, der vermag sehr viel! Wenn der euch hilft, so wird euch wahrhaft geholfen sein!“

9. Spricht die Heldin: „Herr Jellinek, sogen's mir, versteht der Herr do a unser weanerisch? A guats Gsichtl hot er wohl, und gar so gmütli sahet er aus! Den trauet i mi schon anz'redn; aber wann er nur weanerisch versteht!“

10. Spricht Jellinek: „Oh, und wie! Der versteht und spricht alle erdenklichen Sprachen. Ja, ich sage dir, dass er sogar die Sprache des Herzens genau versteht und sozusagen von der Nase herabliest, was sich nur immer jemand noch so geheim denken möchte. Versuch's nur einmal, und du wirst dich sogleich überzeugen, dass ich recht habe!“

11. Spricht die Heldin: „Ei der Tausend, was sog'n Sö mir da? Wann der dos kann, da muss er fast mit unserm lieb'n Herrgott a bissl verwandt sein? 'S wird aber a a spassigs Redn werdn, wann der schon ehenter alles wass, wos ma ihm sog'n möcht! Aber angehn tu i ihn amol, und möcht er sog'n, wos er glei immer wollt! Aber nur dos sogen's mir no, wie er hasst - nachher brauch i nix mehr.“

12. Spricht Jellinek: „Ja, liebe Freundin, da klopfst du gerade auf dem Fleck an, unter dem es auch bei mir ziemlich hohl ist! Ich ahne und vermute es, dass er ein grosser und mächtiger Engelsgeist ist und ist zu uns ausgesandt, um uns zu belehren und den rechten Weg zu Gott zu zeigen. Das ist aber auch alles, was ich dir sagen kann. Wie er aber so ganz eigentlich heisst und welche hohe Stellung er vor Gott bekleidet, das weiss ich ebensowenig wie du! - Aber das ist gewiss, dass er hier ganz allein wahrhaft helfen kann, weil er dazu die Macht besitzt.“

13. Spricht die Heldin: „Aha, aha, hietzt geht mir schon so a Lichtl auf! Wissen's, Herr Jellinek, i moan, das wird leicht wohl goar so an Apostl san? Vielleicht goar der Petrus oder der Paulus? He, was moanen denn Sö do - hob i recht oder nit?“

14. Spricht Jellinek: „Meine Liebe, das kann alles leicht sein. Wende dich daher nur schnurgerade zu ihm hin und du wirst bald wissen, wie du mit ihm dran bist. Nur ein wenig zu selbständig spricht er mir für einen Petrus oder Paulus! Ich vermute daher, dass er noch etwas Bedeutenderes sein müsse. Vielleicht so eine Art Erzengel? Aber rede du nur selbst mit ihm, da wirst du am ersten ins klare kommen!“


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