RBLUM-63

Aus Suche Jesus-Comes
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-63 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 63 - Die Gäste beim Anblick der Tänzerinnen. Volksgespräche. Die Barrikadenheldin. Der Pathetikus.


1. Als sie alle im Zimmer beisammen sind, bemerkt einer die Tänzerinnen: „Na, die können uns nun auch alle gestohlen werden! Unser Zustand und die da, das taugte so hübsch füreinander!“ - Spricht ein anderer neben ihm: „Aber fix Element! Sauber wärn's! Und die schönen Füss', die sie habn! Saprament, wenn i nur g'sund wär - meiner Seel, der Mittlern dort saget i was!“

2. Ermahnt ihn sein Nachbar: „Aber ich bitt dich Franz, sei nur jetzt g'scheit! Weisst du denn nit, dass wir nimmer auf der Welt san?“ Spricht der erste: „Das weiss i wohl! Aber Welt hin, Welt her - schön san's halt doch! Und ma müsst gar kein G'fühl habn, wann ma dabei gleichgülti bleibn kunnt!“

3. Spricht ein dritter: „Aber wann halt der Franz nachher mit seiner Ungleichgültigkeit in d' Höll kimmen tät, wie wär's n' Franz nachher zu Mut?“ - Spricht der Franz: „Eh, hol's der Teufel! Bist und bleibst a dummes Luder! Sein mir denn jetzt vielleicht im Himmel? Oder hast schon amol die Höll g'sehn, um sag'n zu können, dass du jetzt noch nit in der Höll wärst?“ - Spricht der Angeredete: „Dos woass i schon, aber da müss'n wir erst verdammt werdn und nachher s' höllische Feuer sehn. Und dos moan i, is jetzt mit uns no nit der Fall. Es brennt mi wohl ganz sakrisch - du woasst schon warum! Aber dos is denno ka Höll! Weil mer no nit san verdammt wordn, und a ka Feuer sehn! Aber dos moan i holt, wan wir jetzt a no nit von de verdammten Menscher ablassen, wo wir schon in der Geisterwelt san, da kunnt ma viel leichter in d' Höll kummen als auf der Welt! - Hab i etwa unrecht?“

4. Spricht der erste: „Jo, jo, hast wohl recht! Aber denken kann i ja doch, wie mir der Kopf g'wachsen is?! - Deswegen werd i denno nix tun!“ - Spricht der andere: „Jo, jo, nix tan, nix tan! Z'erst kummen allzeit die Gedanken; nach die Gedanken kummen die Begierden und nach die Begierden die Taten. Und danach kummt die Höll, und nachher is gar! Verstehst mi? I moan holt so: Gstorbn wärn wir und san jetzt in der Geisterwelt. Do hoasst's schön ruhig und g'hursam sein und nix anders denken, redn und tan, als wos uns der Blum sagen wird - do kanns mit uns no besser werdn!“ - Spricht der Franz: „No ja, is a recht so; bist nit gar so dumm als wie's du ausschaust.“

5. Spricht neben den Beiden eine Barrikadenheldin: „Do schauts die zwa Schnipfer an! Die wolln anonder die Höll aus- oder einreden! Hahaha! War do aner an grössrer Schnipfer als der andre - und warten no, bis sie verdammt werdn - als wenn's etwa nit längst schon verdammt wärn! - Hahaha! Das is do g'spassi!“ - Spricht der Franz: „Haltst nit dein galgenstinketn Brotlad'n? Du Hauptmärzenflaxen von alle Weaner Studenten. Na wart, dir mess i vor'n Himmelreich Christi schon no a Paarl über, dass dabei die allerseligste Jungfrau selber auweh schrein soll! Da schau aner dös Mistbratl an! Die möcht uns schon alli mitanander in der Höll hobn! Schau, dass du mit deine Fledermausflügel von Händ nit z'erst hineinfliegen wirst!“

6. Kommt ein anderer hinzu und spricht in einem pathetischen Ton: „Freunde, bedenkt, wo ihr seid! Das ist nicht etwa der Prater, in dem die Wiener Menschheit sich noch zehnmal roher gebärdet als sonst! Bedenkt, hier ist das ernste Geisterreich, wo man ordentlich und ernst sein muss, um nicht augenblicklich auf ewig verdammt zu werden. Denn bei Gott ist keine Gnade und kein Pardon mehr in dieser Welt!“ - Spricht die Heldin: „Oho, ereifern's Ihna nit gar so, Sö bratschulteriger Tapschädl! Dass unser Herrgott mit an solchenen Eimerbier-Sauflümmel, wie Sö aner san, ka Erbarmnis hobn kann, das wird doch ganz natürli san?“ - Spricht der Pathetiker, seine Augen weit auftuend: „Wa-a-s sagt diese Blocksberghexe? Oh, für diese Hacke wird sich wohl auch hier in der Geisterwelt ein Stiel finden lassen! Ist denn kein Kerl hier, dem es um seine Hände nicht leid sein dürfte, dieser unflätigen Dirne den Hals umzudrehen?“ - Spricht die Heldin: „Oh, deswegen machen's Ihnen ka Müh! Denn wenn's auf die gemeinste Kerlschaft hier ankäm, um mir den Hals umz'drahn, da war zu dem G'schäft ja so kaner tauglicher wie Sö! Aber da moan i, dass so an Arbeit für Sö wohl no viel z'gut war! Was moanen's denn, wer Sö san, Sö lebendigs Eimer- Bierfassl!? Gelten's 's Bierl und Ihnere kropfete Mierl - die gehn Ihnen halt ab hier in der Geisterwelt? Aber trösten's Ihnen nur, vielleicht kummt Ihre Mierl a bald noch. Da wird dann der liebe Herrgott glei barmherziger sein als er jetzt ist!“

7. Spricht der Pathetikus: „Freunde! Lassen wir ab von diesem stinkenden Aas, denn eine Kuh mit einem bedreckten Schweif macht alles unrein, was sie umgibt!“ - Spricht die Heldin: „No, wär doch a Schand, wann Sö nit reiner warn als i - hobens Ihnen doch durch Ihr ganzes Leben mit anige tausend Eimer Bier ausgwoschen gnua! Und das wird doch ganz wos anderes sein als hundert Generalbeichten bei olle Jesuiter! Wann i so a Stückl vom lieben Herrgott war, i wisst schon, wie Sö selig z'machen warn! Schaun's, i mochet die Donau zu lauter Doppelbier und setzet Ihnen dann grad durt hin, wo die Donau ins Schwarze Meer rinnt, und die kropfete Mierl daneben. Da wärn Sö dann der seligste Mensch!“


Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-63 Kapitel