RBLUM-60

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-60 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 60 - Die Tänzerinnen wünschen Aufschluss über Gott. Robert belehrt sie: „Nur in dir suche Licht!“ - Gefahr rein äusserlicher Forschung.


1. Die Tänzerinnen verneigen sich auf diesen Ruf gar ehrerbietig und die drei ersten sagen: „O ihr lieben, herrlichen Freunde, ihr seid gar zu gut und nachsichtig gegen uns! Denn unsere schlechte und elende Kunst ist wohl die allerunterste aller Künste, als dass sie von Geistern wie euch nur die geringste Achtung verdienen könnte. Und so können wir es gar nicht begreifen, warum ihr uns armen Sünderinnen gar so gut sein könnt? Wahrlich, so wir auf der Erde uns noch im Fleisch befänden, da könnten so herzlich gute Menschen eine grosse Macht über uns bekommen. Aber wir sind hier ganz vollkommen Arme im Geist, und haben nichts, als was eure grosse Güte uns beschert. Daher können wir auch für eure grosse Güte euch nichts anderes entgegentun als euch achten und lieben, so mächtig es unseren Herzen möglich ist! Dürfen wir uns euch damit nahen, so wollen wir übergerne mit euch fröhlich sein. Ist aber unsere vielleicht zu wenig reine Liebe euerem Wesen nicht genehm, dann lasst uns wieder fortziehen und unsere irdischen Sünden beweinen!“

2. Spricht Jellinek: „Ich bitte euch, liebste Herzchen, seid nur nicht gar so römisch-katholisch! Wo ist denn der Gott, der die Liebe für ein Verbrechen hielte? Wie sollten dann wir euch wohl verachten, weil ihr uns liebet? Kommt also nur alle her und trinkt von diesem wahren Lebenswein! Scheuet euch nicht vor uns; wir alle fünf verlangen von euch nichts als bloss eure Liebe, die ihr uns gerne werdet zukommen lassen. - Und so hoffe ich, dass ihr nun im klaren seid, was wir von euch zu erlangen wünschen - nämlich nichts als eure reine Liebe und Freundschaft!“

3. Als die Tänzerinnen solches von Jellinek vernehmen, begeben sie sich darauf freundlichsten Angesichtes zu uns hin und sagen: „Wir sind eure Mägde! Euer guter und edelster Wille sei unser heiligstes Gesetz! Eine Bitte aber wagen wir euch dennoch vorzutragen: Wir hatten auf der dummen Welt wenig Gelegenheit gesucht, das höchste Gottwesen wahrhaft kennenzulernen und sind sonach in diesem allerersten Punkte menschlichen Wissens und Glaubens hier als reine Blinde angekommen.

4. Wohl waren wir sogenannte römische Christinnen und machten äusserlich alles mit, was diese Kirche zu beachten vorschrieb. Aber alle unsere Fasten, Beichten und Kommunionen haben uns der wahren Erkenntnis Gottes nicht um ein Haar nähergebracht. Wir starben etwa im Verlauf von zehn bis fünfzehn Jahren alle, wie wir hier sind, und fanden uns hier wie zufällig wieder. Aber in demselben Zustand, in dem wir diese ernste Welt betraten, befinden wir uns noch jetzt. Wir kannten Gott nie und kennen Ihn noch immer nicht. Und doch kann nur ein überaus guter, höchst weiser und allmächtiger Gott uns dieses Dasein gegeben haben!

5. Wenn ihr, liebe Freunde, es nicht unter eurer Würde fändet, auch uns armen Kreaturen bei Gelegenheit von Gott eine etwas bessere Vorstellung zu geben, würdet ihr uns eine überaus grosse Freude machen.

6. Man hat uns auf der Welt die Gottheit stets auf eine solche Weise geschildert, dass eben diese Vorstellung von Gott uns jeden wahren Begriff von Gott nahm. Ein Gott bestehe aus drei Personen, deren jede für sich vollkommen Gott sei, was doch offenbar drei Götter ergeben müsste! Aber diese drei Götter seien dennoch nicht drei Götter, sondern einzig nur ein Gott! Jeder der drei Götter hat zwar seine eigene Verrichtung. So hängt z.B. der Gott-Sohn sehr vom Gott-Vater ab und darf nur das tun und lehren, was der Vater will. Und doch heisst es wieder: Sohn und Vater sind völlig eins! - Mit dem Heiligen Geist weiss man eigentlich gar nichts anzufangen. Ist er mehr oder weniger als der Vater oder der Sohn? Er gehe aus beiden hervor und ist über beiden als eine Taube dargestellt! - Nun kommen aber noch die Milliarden Hostien, von denen jede auch vollkommen Gott sein soll! - Kann daraus ein Mensch über das Gottwesen je ins klare kommen? Daher lasst euch unsere Bitte nicht zuwider sein, denn ihre Erhörung tut uns not - mehr als dieser Wein!“

7. Spricht Robert, einen Pokal des besten Weins darreichend: „Liebe Schwestern, im Namen Gottes, des Herrn und Schöpfers der Unendlichkeit, nehmet nur getrost hin diesen Wein und trinket ihn! Denn dieses Weines Geist ist nicht wie der Geist der irdischen Weine, in denen nach Paulus die Geister der Unzucht und Hurerei wohnen. Sondern der Geist in diesem Wein heisst der Geist der ewigen, reinsten Liebe in Gott; welcher Geist daher auch eine heilige Flamme voll Licht, Helle und Klarheit ist. In diesem Lichte werdet ihr gar bald von selbst in euch finden, was ihr von uns haben möchtet.

8. Erhaben ist zwar euer Wunsch, und kein Engel kann an ihm einen Makel entdecken. Aber sucht seine Erfüllung nicht ausser euch, sondern in euch, so wird sie euch nützen für ewig! Geben wir sie aber euch, da habt ihr ein fremdes Eigentum in euch. Das kann euch wohl äusserlich einen zeitweiligen Vorteil gewähren, müsste euch aber innerlich mit der Zeit einen nicht leicht zu verbessernden Schaden bringen.

9. Denn seht, eine bloss äussere Lehre kann sich vorerst auch nur den äusseren Geistern mitteilen, deren Sinn ein materieller ist. Er macht dann in diesen Geistern wohl eine Revolution und nötigt sie hie und da, solche Lehre anzunehmen. Der innere Geist merkt solches bald. Er tritt hinaus unter die Naturgeister oder die eigentliche Naturseele jedes Menschen, gewahrt da die gute Saat und hat eine grosse Freude daran. Aber da geschieht dann meist ein Unglück. Während der eigentliche Lebensgeist des Menschen die äussere Saat betrachtet und sich ausserhalb seines Gemaches unter seinen Naturgeistern auf eine reiche Ernte freut, raffen sich die bösesten und unlautersten Naturgeister, die noch in der Seele vorhanden waren, zusammen, um in das Gemach des wahren Geistes einzudringen und diesem dann den Rückzug zu verwehren, ja gar oft unmöglich zu machen. So der wahre Geist aber dann seinen Sitz des Lebens verliert, sucht er anfangs sich einen neuen Sitz unter den besten seiner seelischen Naturgeister aufzurichten; er wohnt da unter ihnen wie eine Wohnpartei im Hause eines anderen Besitzers. Aber da er, all seines Eigentums beraubt, am Ende den Mietzins nicht entrichten kann, so nimmt ihm der eigentliche Hausherr alles, was er noch hatte und macht ihn obendrauf zu einem Gefangenen oder gar zum Sklaven seiner Herrschsucht! In diesem Zustand muss sich dann der wahre innere Lebensgeist mit den unlautersten Naturgeistern verbinden und im selben Joch am Schandseile des Lasters ziehen. Und das ist dann auch so viel wie der geistige Tod des Menschen. Denn in solch einem Menschen hat dann Satan seinen Thron aufgerichtet und hat den eigentlichen Herrn des Lebens im Menschen zum Sklaven höllischer Gelüste und Triebe gemacht!

10. Daher lasst euch allzeit raten, dass ihr nicht zu gierig nach äusserer Belehrung trachtet. Denn diese taugt für nichts, wenn sie der Geist nicht in der grössten Demut aufnimmt und sogleich sein ganzes Leben vollkommen darnach einrichtet, was wohl für jeden Geist eine sehr schwere Aufgabe ist. - Seht, Salomo, Israels weisester König, fiel trotz seiner Weisheit. Denn sein innerer Geist, sich stark genug fühlend, wagte es einmal, seinen innersten Wohnsitz zu verlassen, dann hinauszutreten unter seine Naturgeister, um sie zu ordnen nach seiner Weisheit. Aber da er das tat vor der Zeit seiner Vollreife - die allzeit von innen heraus und nie von aussen nach innen erfolgen muss -, so ward er von seinen unlauteren Naturgeistern gefangen und nicht mehr in sein Haus gelassen, das nur zu bald zu einer Wohnung alles Lasters, der Unzucht und Abgötterei umgestaltet wurde! - So verriet auch Judas seinen Meister, Herrn und Gott, weil er die Lehre des Heils nur in seine äusseren Geister aufnahm, die im Verstand und daraus in allerlei Begierlichkeiten ihren Sitz haben. Dadurch lockte er den eigentlichen Lebensgeist aus seiner innersten Wohnung und öffnete sie dem Satan zum freien Einzug. Die Folge davon ist zu bekannt, als dass ich sie euch wiedergeben müsste.

11. Daher trinket nun diesen Wein! Dieser wird in euch die rechte Liebe zu Gott erwecken. Und diese wird euren Geist stärken und wachsen machen. Wenn der Geist dann durch sein Wachstum alle seine äusseren Naturgeister durchdringen wird, ohne seinen ursprünglichen Sitz zu verlassen, dann wird er schon in sich alles finden, was er jetzt von aussen her erhalten möchte. - Habt ihr mich wohl verstanden?“


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