RBLUM-58

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-58 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 58 - Probe der Weiberliebe für Roberts Freunde. Gute Erwiderungen Jellineks und Messenhausers.


1. Auf diese Rede Jellineks begibt sich Robert sogleich in den bekannten hinteren Teil des Zimmers, wo sich die vierundzwanzig Tänzerinnen nun hinter einem Vorhang befinden. Als er da anlangt, zieht er den Vorhang auseinander und spricht zu den ruhig versammelten Tänzerinnen: „Nun, meine Lieben, ist es an der Zeit. Tretet sonach hervor und macht vor jenen drei Gästen einige recht artige Bewegungen. Aber macht eure Sache gut und bereitet diesem Hause keine Schande!“

2. Die Tänzerinnen tun sogleich, was Robert von ihnen verlangt. Aber bevor sie noch einen Tanzschritt machen, spricht die erste zu Robert: „Nur das bitten wir dich, dass du es uns nicht zu einem Fehler anrechnest, so wir durch unsere hier merkwürdig üppige Gestalt etwa gefährlich würden! Solltest du aber so etwas im voraus vermuten, wäre es uns allen lieber, du liessest uns nicht vor jene neuen Gäste treten! Denn es wäre uns allen wahrlich leid, so wir Böses anrichteten, da wir nun ganz ernstlich Gutes wirken möchten!“

3. Spricht Robert: „Meine lieben Schwestern, diese Äusserung erfreut mein Herz, denn ich entnehme daraus, dass ihr guten und reinen Sinnes seid. Aber es sei euch allen nicht im geringsten bange! Denn dafür wird schon mein liebster Freund dort und auch ich Sorge tragen, dass ihr jenen Gästen und die Gäste euch nicht den geringsten Schaden zufügen werden! Tretet sonach nur mutig und unerschrocken auf; denn nichts Böses oder Gefährliches, sondern nur Gutes und Erspriessliches sollt ihr durch euren Tanz an jenen drei Gästen bewirken!“

4. Als die Tänzerinnen diese Versicherung vernehmen, treten sie rasch in den hellen Vordergrund des Zimmers und beginnen sogleich mit den freundlichsten Mienen ihre Künste durch allerlei artige Bewegungen zu entfalten. Robert, schon wieder bei den drei Freunden, fragt sogleich den Jellinek: „Nun Bruder, wie gefallen dir unsere Haustänzerinnen? Hast du auf der Erde je etwas Vollendeteres in dieser Art gesehen?“

5. Jellinek betrachtet die Tänzerinnen mit grosser Aufmerksamkeit und spricht darnach wie mit einem tiefen Seufzer: „Ach, lieber Bruder, ich kann mir nicht helfen, aber mein Gefühl beim Anblick solcher Produktionen bleibt sich stets gleich! Ich muss es dir ganz offen sagen, dass ich daran nie ein wahres Vergnügen gehabt habe. Im Gegenteil, ich bin dabei stets nur mit einer gewissen Art von Wehmut erfüllt worden und verliess ganz sonderbar gestimmt das Komödienhaus. Ich dachte auf der Erde oft über den sonderbaren Vorgang in meinem Gemüt nach. Ich war aber stets unfähig, mir darüber eine begründete Rechenschaft zu geben. Nun aber geht mir darüber ein recht tüchtiges Lichtlein auf, und das freut mich mehr als all diese Tanzkunstproduktionen. Der Grund liegt in der totalen Zwecklosigkeit dieser Gliederverrenkung. Sage mir, welchen Nutzen kann diese Kunst wohl je bezwecken? Nach meinem Dafürhalten nicht den allergeringsten! Alle anderen Künste, die Tonkunst, die Dichtkunst und die Maler- und Bildhauerkunst können in ihrer wahren und würdigen Haltung dem menschlichen Gemüt wohl von sehr wesentlichem Nutzen sein. Dies, indem sie das Herz sänftigen und veredeln und so nicht selten einen rauhen Menschen zu einem sanften und gemütvollen erziehen und eine rechte Liebe in der Brust erwecken. Nun aber lassen wir diese Tanzkunst eine noch so reine und würdige Richtung nehmen, so werden durch sie zumeist nur die unlautersten Gefühle in der Seele wach. Die Natur fast eines jeden Mannes wird nach einer solchen Vorführung stets ums vielfache sinnlicher und begehrender.

6. Ich meine, dass dieser angeführte Grund meines Missbehagens allerdings beachtenswert ist, obschon er nicht eigentlich die Quelle meiner Wehmut war, die stets meine Gefährtin nach solchen Darbietungen war. Die eigentliche Quelle meiner Wehmut nach solchen Kunstleistungen war wohl hauptsächlich der Gedanke, durch den ich so eine wohlgestaltete Tänzerin wie durch ein magisches Theaterglas als einen gefallenen Engel ansah!

7. Wie oft sprach ich da bei mir selbst: Was könntest du meinem Herzen sein! Aber als ein gefallener Engel erkennst du nimmer den Wert eines Herzens, das dich so gerne aus dem Schlamm deiner Gesunkenheit wieder zu einem wirklichen Engel erheben möchte. Der Welt Mammon ist nun dein Gott. Und dein eigenes Herz trittst du Blinde mit den Füssen, mit denen du nur die frechste Unzucht stachelst. Was kümmern dich die Herzen, in die deine zauberischen Füsse mit jedem Schritt giftige Pfeile geschleudert haben?“

8. Solche Gedanken waren stets meine Begleiter und stimmten meine Seele ganz sonderbar trüb. - Hatte ich aber nicht recht, wenn ich so dachte? Weil ich aber nun auch hier ebenso denke - so frage dich nun selbst, ob mir nach deinem Dafürhalten diese Tänzerinnen, die nun glücklicherweise ihre Vorführung beendet haben, je gefährlich werden könnten? Mir sind sie in dieser Situation wohl am wenigsten gefährlich, sowie auch diesem meinem wohl allerliebsten Freund, der meine Rede mit sichtlicher Rührung angehört hat. - Also kann ich dir, Freund Blum, die volle Versicherung geben, dass alle diese vierundzwanzig Künstlerinnen samt ihren achtundvierzig schönsten Füssen meiner Jesusliebe nicht den leisesten Eintrag gemacht haben! Im Gegenteil - nur erhöht haben sie meine nun heiligste Liebe! Denn sieh, ich habe nun ein rechtes Mitleid mit diesen armen gefallenen Engeln! Und so es mir möglich wäre, sie aus ihrer Niedrigkeit zu wahren Menschen zu erheben, gäbe ich mein halbes Leben darum! - Aber lassen wir das! - Nun saget auch ihr beide, Messenhauser und Becher, wie euch dieses Spektakel gefallen hat?“

9. Sprechen die beiden: „Nun, nun, so - gar nicht übel! Aber etwas komisch kommt uns die Sache doch vor! Auf der Erde sind einem solche Exzentritäten menschlicher Dummheit ganz erträglich. Aber hier im Geisterreiche wirken solche Verirrungen des menschlichen Strebens wohl ein bisschen zu sonderbar! - Denke dir, so wir nun wieder zur Erde zurückkehren und dort unseren Freunden erzählen könnten, dass wir soeben einem himmlischen Ballett beigewohnt hätten! Na, das Gelächter möchten wir hören! Aber sage nun, wie du so eigentlich zu diesem tollen Gedanken gekommen bist, dir hier im Reich der Geister ein förmliches Serail, gleich von ein paar Dutzend der saubersten Balletttänzerinnen zu halten? Hast du sie denn förmlich in deinen Sold genommen? Oder ist das etwa der Himmel der Neukatholiken? Geh, fahr ab mit deinen neukatholischen Engelchen! Bringe uns lieber noch so ein Flascherl von dem letzten Wein. Von dem ist ein Tropfen mehr wert als alle die achtundvierzig Füsslein!“ Robert lächelt dazu und holt die zweite Bouteille.


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