RBLUM-56

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-56 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 56 - Jellineks Herz entbrennt in Liebe zu Roberts Freund. Ein Himmelswein. Jellineks Trinkspruch und des Herrn Erwiderung.


1. Jellinek aber schaut Mich freundlich fest an und fragt Mich: „Lieber, holdester Freund unseres Bruders Blum, dürfte ich dich bitten, dass du dich auch uns näher zu erkennen gibst? Du musst sicher ein äusserst guter Mensch sein, sonst möchtest du dich nicht in der Gesellschaft unseres edlen Freundes Blum befinden!“

2. Rede Ich: „Die Folge wird dir alles enthüllen, was dir noch dunkel ist. Gehe aber nun mit Mir auch zum Tische des Herrn hin und stärke dich zuvor! Dann wirst du viel geeigneter sein, so manches zu begreifen, was dir bis jetzt noch ein Rätsel sein musste. Komm also, mein lieber Freund und Bruder Jellinek!“

3. Spricht Jellinek: „O Freund, deine Stimme klingt wunderbar freundlich! Jedes deiner Worte schwellt mir das Herz auf eine nie empfundene Weise. So du nicht ein Engel aus den Himmeln bist, so leiste ich auf mein Menschentum ewig Verzicht. Ja, ja, du musst ein Engel sein! Weisst du, ich werde bei dir bleiben und mich ganz besonders an dich halten! Denn so lieb ich auch den guten Freund Blum habe, so habe ich dich nun, seit du mit mir geredet hast, ganz unbegreiflich um sehr vieles lieber! Jetzt also zu Tisch und ein Gläschen miteinander zur ewigen Freundschaft! Denn ich glaube, hier wird es doch etwa keine Windischgrätz oder ähnliche geben, die über dies Haus ein Standrecht verhängen könnten?“

4. Rede Ich: „O nein! Diese Furcht lass du für ewig beiseite! Nun aber zum Tische hin, denn die anderen trinken uns schon eine rechte Gesundheit entgegen.“

5. Messenhauser geht Jellinek sogleich mit einem Kristallpokal voll des besten Weines entgegen und spricht: „O Bruder Jellinek, das ist eine wahre Tausendessenz aller besten Weine, die wir irgendwann auf der Erde verkostet haben! Da, trink den Pokal aus auf das Wohl aller unserer Freunde und Feinde! Auch der Windischgrätz soll leben! Dies blinde Werkzeug irdischer Völkerbeherrscher wird vielleicht auch einmal zu einer besseren Einsicht gelangen.“

6. Jellinek nimmt erfreut den Pokal und spricht: „Liebe Freunde! So gefallt ihr mir besser als ehedem bei unseren nichtssagenden Debatten in jenem Haftkämmerchen, wo du, Bruder Messenhauser, noch immer aufs Todesurteil in Verzweiflung harrtest!

7. Aber hört, ich habe mir hier den Freund unseres Blum zu meinem Herzensfreund erwählt. Und so müsst ihr mir schon vergeben, wenn ich von diesem göttlich duftenden Saft eher keinen Tropfen nehmen will, als bis nicht er zuvor aus diesem Pokal getrunken hat!“

8. Alle stimmen fröhlichen Mutes in den Wunsch Jellineks ein. Dieser aber reicht Mir mit innigster Freundschaftsliebe den Pokal und spricht: „Lieber, göttlich erhabener Freund! Verschmähe es nicht, aus der Hand eines armen Sünders, eines irdischen Staatsverräters diesen Becher anzunehmen! Wahrlich, hätte ich hier etwas Besseres, wie gerne würde ich dir's als ein Zeichen meiner Verehrung und Hochachtung reichen! Aber siehe, Gold und Silber besitze ich nicht! Was ich jedoch habe, nämlich diesen Becher und dann ein warmes, dich als einen wertesten Freund begrüssendes Herz, das gebe ich Dir. O nimm es so an, wie ich es dir darreiche! Es ist wohl sicher eine Keckheit von mir, dass ich es wage, dir, der du sicher ein Engel bist, diesen Becher und mein Herz als Freundschaftspfand anzubieten. Aber ich liebe dich einmal auch mit meinem schlechten Herzen, weil ich ehedem in deinen wenigen Worten gar so viel Freundliches, Liebes und Weises fand. - Bin ich auch ein ganz unreiner Geist, so drücke ein wenig deine himmlisch milden Augen zu und denke dir: Der Kerl versteht's nicht besser! - Weisst du, ich kenne die Manieren noch lange nicht, wie man mit Geistern deiner Art umzugehen hat. Aber dessen kannst du versichert sein, dass bei mir Herz und Zunge fest aneinandergewachsen sind! Gelt ja, Freundchen, du nimmst mir diese kecke Freiheit nicht übel?“

9. Ich nehme sehr freundlich den Becher aus Jellineks Hand, trinke daraus und sage dann zu Robert: „Bruder, in dem Speiseschrank steht noch eine Flasche voll Meines eigentlichen Leibweines. Diese trage her, damit Ich Meinem neuen Herzensfreund zeige, wie gar teuer Mir seine Freundschaft ist!“

10. Robert springt geschwind hin und bringt eine förmlich diamantene Flasche voll des köstlichsten Weines und reicht sie Mir unter sichtlicher Rührung dar.

11. Ich aber nehme die Flasche und schenke denselben Becher voll ein. Darauf sage Ich: „Hier, lieber Freund und Bruder, nimm den Becher und trinke dir daraus die vollste Überzeugung, wie überaus lieb und teuer Mir deine Freundschaft ist! Was sprichst du von deinen Sünden? Welcher Mensch wohl könnte ein Herz, das so voll der uneigennützigsten Liebe ist, als mit Sünden behaftet ansehen? Ich sage dir, vor Mir bist du rein. Denn deine Liebe zu Mir bedeckt die Menge deiner irdischen Sünden! Was du aber noch irgend der Welt schuldig warst, - Ich müsste ein schlechter Freund sein, so Ich dir diese Schuld nicht abnähme und sie an deiner Statt nicht berichtigte! Also trinke nun, Bruder Jellinek - auf unsere ewige Freundschaft!“

12. Jellinek spricht zu Tränen gerührt: „O du göttlicher Freund, du! Wie gar so lieb und gut bist du! Oh, wenn ich mir nur jetzt das Herz aus dem Leib reissen und in deine Brust hineinschieben könnte! - Aber gib nun den Becher her!“

13. Jellinek nimmt den Kristall, trinkt daraus und spricht: „Nein, o du himmlischer Engelbruder! So deine Freundschaft diesem Saft gleicht, dann bist du kein Engel, sondern - ein reinster Gott selbst!! - Denn etwas Göttlicheres von einem Geschmack und Geist kann die ganze Unendlichkeit unmöglich mehr aufzuweisen haben! Brüder, kostet auch ihr davon und sagt, ob ich nicht vollkommen richtig geurteilt habe!“


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