RBLUM-55

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-55 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 55 - Aufbruch zu Entdeckungsfahrten. Furchtsame Helden. Der Herr und Robert treten auf.


1. Die drei erheben sich von ihrem Tisch und begeben sich behutsamen Schrittes zur offenstehenden Tür. Hier entdecken sie, wie aus einem Schlaf erwachend, dass es ausser ihrem Wohnzimmer noch ein grösseres und viel herrlicheres Zimmer gibt. Sie gucken einige Schritte vor der Tür hin und her, um irgend etwas Denkwürdiges zu entdecken. Denn ganz an die Tür getrauen sie sich noch nicht, weil sie nicht wissen, wer und was ihnen da etwa begegnen könnte.

2. Nachdem sie eine Weile das Zimmer, in dem Ich Mich mit Robert, etwas von der Tür zurückgezogen, befinde, sowie auch die vierundzwanzig Tänzerinnen im Hintergrund beisammenstehen - gehörig durchspioniert haben und darin nichts Bedenkliches wahrnehmen, spricht Jellinek mit leiserer Stimme:

3. „Freunde, ich entdecke durchaus nichts Gefährliches in diesem Vorzimmer. Im Gegenteil ersehe ich in der Ecke dort einen Tisch, auf dem sich in einer Kristallflasche ein sehr gut aussehender Wein und einige einladende Stücke Brotes befinden. Wenn uns sonst keine Gefahr droht, glaube ich, wir sollten da nicht so zaghaft hingehen. Offenbar scheint dies dafür bestimmt zu sein, um uns von unserem geistigen Sein bessere Begriffe und Ideen beizubringen als die, auf denen wir bis jetzt herumgeritten sind. Es dürfte uns meines Erachtens ein bisschen mehr Mut gar nicht schaden! Was meint ihr?“

4. Spricht Messenhauser: „Bruder Jellinek, da stimme ich dir vollkommen bei! Nur das muss ich zu meiner Schande bekennen, dass ich bei solchen Forschungsgelegenheiten allzeit am liebsten der letzte bin! Denn könnte es da möglicherweise zu einem Rückzug kommen, so wäre ich dann natürlich der erste!“

5. Spricht Jellinek: „Aber lieber Bruder, wie es mir vorkommt, bist du ja ein Haupthasenfuss! Wie aber hast du mit solch einem Mut einen Armeekommandanten vorstellen können? Nun wird mir so manches klar! Schau, so du nicht hättest deine Heeresmacht statt von deinem wohlbewachten Kommandantenbüro aus lieber im offenen Feld vor dem Feind befehligt - wer weiss, ob Wien nicht gesiegt hätte? Aber nun all das beiseite. Ich bitte dich um deiner eigenen Ehre willen, sei nur jetzt kein Hasenfuss!“

6. Spricht Messenhauser: „Aber, liebster Freund und Bruder, weil du schon so ein förmlicher Napoleon von einem Helden bist, wie wäre es denn, so du mir und Becher einen mutigen Vortrupp machtest? Da du unter uns den meisten Mut hast, sei so gut und mache uns den Anführer! Denn ein wahrer Heldenmut hat mein Gemüt nie belebt. Aber was wahr ist, das ist wahr: ich hatte trotz meinem geringen Heldenmut dennoch nie eine grosse Furcht vor dem Tod. Und so ist es auch jetzt. Aber es klebt mir eine ganz eigene Scheu vor diesem Vorzimmer an, so wie sie gespensterscheue Kinder vor manchen Gemächern haben. Es ist wirklich etwas ganz Eigenes, wie eine unverscheuchbare Ahnung von grossen Ereignissen, die bald und sicher eintreffen werden! Ihr werdet ja sehen, ob mich mein Gefühl getäuscht hat, wenn wir unsere Füsse über die Türschwelle setzen. Es kommt mir gerade so vor, dass wir da sogleich auf unerwartete, grosse Dinge und Begebnisse stossen werden. Und ich hoffe, das wird meine sonderbare Mutlosigkeit bei dir doch ein wenig entschuldigen?“

7. Spricht Jellinek: „Ja, mein Freund, das ist aber auch etwas ganz anderes! Denn auch mich foltert ein ähnliches Vorgefühl. Aber weisst du, das darf nie einen grossen Geist genieren! - Wenn ich mir jene Flasche Wein und das schöne Weizenbrot daneben besehe, und mein appetitvoller Magen eine bedeutende Sehnsucht kundzugeben anfängt - oh, da möchte ich mich schon lieber draussen am Tische befinden als hier in eurer zitternden Gesellschaft! Was soll mich eigentlich hier noch länger zurückhalten? Frisch gewagt, ist halb gewonnen! Daher also vorwärts, hurra!“

8. Hier geht Jellinek mutig auf die Tür zu und will zu dem gutbesetzten Tisch hinwandeln. Aber im Augenblick, als er den Fuss über die Türschwelle setzt, vertreten Robert und Ich ihm den Weg. Robert spricht in seinem gewöhnlich etwas barschen Ton: „Halt! Wer da? Keinen Schritt weiter, bevor du nicht nebst deinen zwei Begleitern dich legitimieren wirst, wer ihr seid und was ihr hier wollt!“

9. Jellinek fährt bei dieser unerwarteten Begegnung etwas zurück, ermannt sich aber bald, da er in dem Examinator sogleich Blum erkennt, und spricht erstaunt: „Oh, oh, Blum! Robert! Ja wo, wo - bist denn du nun gewesen? Ah, das ist denn doch etwas zu stark! Lass dich tausendmal umarmen und küssen! Kennst du uns etwa im Ernst nicht? - den Messenhauser, den Becher und mich, deinen Jellinek?“

10. Spricht Robert: „Ja, richtig, richtig! Ihr meine Leidens- und Schicksalsgenossen seid es ja - leibhaftig ganz dieselben, wie ihr es auf der Erde wart! Ich wusste ja lange schon, dass ihr hier meine Gäste seid. Ihr aber wusstet nicht, dass ihr euch in meinem Hause befindet. Ihr habt euch aber von einer läppischen Furcht beschleichen lassen! Kommt nun alle ganz wohlgemut heraus und lasst uns dort bei jenem Tisch guter und fröhlicher Dinge sein! - Bruder Messenhauser und du, Bruder Becher, traut ihr euch noch nicht über die Türschwelle?“

11. Sprechen Messenhauser und Becher zugleich: „Sei uns tausendmal gegrüsst, schätzbarster Bruder und Freund! Mit dir gehen wir, wohin du uns immer führen willst - besonders aber zu jenem Tische hin, der für unsere leeren Magen eine reichliche Segnung trägt!“

12. Mit diesen Worten stürzen sie voll Freude zu Robert heraus, umarmen und küssen ihn und begeben sich dann zum Tische hin.


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