RBLUM-50

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-50 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 50 - Die Wiener Gesellschaft verlangt nach den Tänzerinnen. Roberts Donnerpredigt. Seelenrettung am Abgrund.


1. Die vierundzwanzig schönen Tänzerinnen aber bleiben für die lüsternen Wiener Freunde nun schon zu lange im Hause. Daher kommen sie vor Roberts Zimmertür und schreien: „Nun, wie lange belieben denn diese Schnellfüsslerinnen bei euch zu verweilen? Wir glauben gar, dass du sie für dich und deinen Freund da zurückbehalten möchtest! Wäre nicht übel, du behieltest das Beste für dich, und wir als deine Freunde könnten uns draussen mit den mageren und hässlichen Fetzen begnügen! Wir bedanken uns ganz gehorsamst für solch saubere Freundschaft! Höre, wir wollen billig sein, weil du der Blum bist: ein Dutzend kannst du für dich behalten. Aber das andere Dutzend von diesen schönen Engländerinnen oder Französinnen musst du uns sogleich ausliefern, sonst fangen wir ein Spektakel ums andere an! Und wenn dich dies auch noch nicht für die Erfüllung unserer Wünsche stimmen sollte, so schlagen wir hier alles kleinweis zusammen!“

2. Spricht Robert: „Aber oha! Ich sage euch: So wahr ein ewiger Gott lebt, und so wahr ich bis jetzt noch den Erdnamen Robert Blum führe, so wahr auch kommt keine von diesen Tänzerinnen zu eurem schändlichen Vergnügen aus dieser Burg, in der Gott der Wahrhaftige wohnt und jedem gibt, wie er es verdient hat!

3. Ich habe sie als hungrige und elende Wesen in mein Haus aufgenommen. Sie sind nun meine Gäste und geniessen als solche auch allen Respekt, den mein Haus von jedem ehrlichgesinnten Geiste zu fordern das Recht hat! Seid ihr aber etwa ernstlich gesonnen, dieses heilige Recht jedes Hauses hier zu schänden, so versucht es! Wir wollen dann sehen, wer da den kürzeren ziehen wird!

4. Nach dem, was ich von euch durch diese Fenster gesehen habe, bin ich der Meinung, dass ihr euch draussen im Garten doch zur Vollgenüge müsstet ausgebuhlt haben? Wahrlich, ich kenne kein Tier auf der Erde, das einen solch schändlichen Instinkttrieb je irgendwo verriete, wie ihr als vernünftige Menschen hier im Gottesreiche tätigst an den Tag gelegt habt! Aber nicht genug, dass ihr euch schon bis ins Zentrum der untersten Hölle hineingesündigt habt und Teufeln gleich geworden seid; nicht genug, dass eure Gier jene ärmsten weiblichen Wesen, statt ihnen zu helfen, noch tausendmal elender gemacht hat, als sie ehedem waren; nicht genug, dass ihr diese reine, geistige Gotteserde mit dem schändlichen Geifer echt höllischer Unzucht und Hurerei auf das schmählichste befleckt habt! Nein, das alles ist eurer unersättlichen Lustgier noch viel zu wenig!

5. Diese armen Wesen, die nun lange Jahre Hunger, Durst und anderes Elend nach dem Ratschluss des Allerhöchsten zu erdulden hatten, hat Gott Selbst nun aufgenommen! Die dort in jener Ecke seit dreissig langen Jahren das erste Stückchen nährenden Brotes geniessen und dafür Gott, den sie leider noch kaum kennen, mit Tränen danken - diese wollt ihr auch noch mit euch zur Hölle hinabziehen! Welche grenzenlose Verruchtheit!

6. Die armen Wesen da draussen, die ihr soeben auf das gewissenloseste geschändet habt, die nun voll Schmerzen wehklagen und daliegen wie Halbtote - wisst ihr, wer sie sind? Seht, das sind eure eigenen Töchter auf Erden gewesen! Sie kamen zum Teil durch natürliche Krankheiten und zum Teil durch die Beschiessung Wiens um ihr irdisches Leben. Aller geistigen Bildung bar kamen sie in dieser Welt an und wussten nicht wo aus noch ein. Da erfuhren sie durch eine gütige Fügung Gottes, dass ihr als ihre irdischen Väter euch in dieser Gegend befindet. Voll Freuden und in der Hoffnung, ihr trauriges Los zu verbessern, eilten sie hierher. Als sie hier anlangten und euch erblickten und erkannten, und euch mit dem kindlichen Rufe ,Vater!‘ an ihr Herz ziehen wollten, da sprangt ihr gleich wütenden Hyänen über sie und fingt sogleich an - als Väter mit den eigenen Töchtern -, die schmählichste Unzucht und Hurerei zu treiben. Umsonst schrien die Armen: ,Um Gotteswillen, wir sind ja eure Töchter! Was tut ihr mit uns!? Jesus, Jesus! Was tut ihr!‘ Aber das hörtet ihr gar nicht! Denn eure verfluchte teuflische Brunst hat euch blinder gemacht, als da ist ein Auerhahn in seiner Balzzeit! Ihr zerrisset förmlich die Armen in eurer Geilwut! O ihr verruchten Täter des Übels! Da sehet hinaus, euer schönes Werk - mit welchem Namen soll man es bezeichnen? Wahrlich, meine Zunge findet keinen Ausdruck dafür!

7. Als ich mit meinem grossen Freunde hier ankam und euch alle hier in meinem Hause antraf, hatte ich eine rechte Freude an euch. Besonders freute es mich, als ich nach meinen Worten von euch das Verlangen vernahm, demnach es nun eure grösste Freude wäre, Christus, den Herrn, nur einmal von ferne zu Gesicht zu bekommen. Ich gab euch darauf die Versicherung, dass ihr, so ihr Ihn innig liebend in euer Herz aufnehmt und durch solche Liebe reiner werdet, Ihn, den Herrn der Ewigkeit, immer und ewig sehen werdet! Worauf ihr froh ergriffen wart und demütig bekanntet, dass ihr solcher Gnade noch lange nicht wert seid! Das gefiel mir so gut, dass ich vor Freude hätte weinen mögen.

8. Als ich aber in mein Haus mit meinem Freunde eintrat und Ihm darob meine Freude äusserte, da sprach Sein weisester Mund: ,Trau ihnen nicht zu viel; das sind lauter grobsinnliche Genussmenschen! Ich sage dir, es werden etliche von ihnen zur Hölle hinab müssen und ihre Besserung wird ein hartes Werk sein!‘ O der grossen Wahrheit! Ich sage euch, ihr braucht nun nicht mehr zur Hölle hinabzukommen - ihr seid schon völlig in ihr! Denn diese böse, unersättliche Lustgier eurer unratvollen Herzen kann Gott in euch nicht mehr bessern ausser durchs Gericht der Hölle!

9. Nun habe ich euch gesagt, was mir Gott ins Herz gelegt hat. Ihr wisst nun, was ihr getan habt und noch tun wollt, und was davon die unvermeidlichste Folge sein wird. Tut nun, was ihr wollt! Noch seid ihr frei; aber nur zu bald wird das Gericht Gottes euch ergreifen und euch euren Lohn geben! Aber nicht nur euch, sondern allen, die auf Erden in dieser Zeit noch im Leibe wandeln und sich die Mahnungen Gottes, deren diese Zeit so voll ist, nicht wollen gefallen lassen!

10. Hätte ich selbst auf der Erde lieber so manchen unverkennbaren Gottesmahnungen Ohr und Herz geöffnet, so wäre ich auch in gar kein Gericht gekommen. Aber weil ich nur dem folgte, was mein verstiegener und ruhmsüchtiger Verstand mir eingab, musste ich mir denn auch ein übles Gericht gefallen lassen. Ich wollte nach meinem Urteil immerhin Gutes und habe mich dennoch eines Gerichtes schuldig gemacht. Was wird aber mit euch, da ihr nur Arges wollt, obwohl ihr einseht, dass es ein Arges ist?“

11. Auf diese eindringliche Rede Roberts fangen die äusserst betroffenen Zuhörer gewaltig zu stutzen an und einer um den andern zieht sich zurück. Keiner hat den Mut, Robert auch nur ein Wörtlein zu erwidern. Nur untereinander murmeln sie, dass sie die Veränderung Roberts nicht begreifen, und sein Ernst sei wie ein grosser Donner und seine Rede wie eine verheerende Sturmflut!

12. Einige unter ihnen aber fangen an, sehr in sich zu gehen. Eine mächtige Furcht ergreift ihr ganzes Wesen, und sie bereuen sehr, was sie getan haben.

13. Darauf wendet sich Robert im Herzen zu Mir und spricht: „O Du mein heiligster, wahrster und bester Vater! Vergib mir, so ich an diese Wiener Freunde eine vielleicht doch etwas zu harte und scharfe Mahnrede gerichtet habe! Du siehst ja in meinem Innersten, dass ich ihnen allen nur das Beste wünsche und durch die Schärfe meiner Rede nichts anderes bewerkstelligen wollte, als ihnen, wenn möglich, das höchst traurige Gericht der Hölle zu ersparen. Denn ich meine, ein noch so scharfes Mahnwort ist noch unberechenbar milder als das kleinste Fünklein höllischen Gerichtes! Und so donnerte ich denn in diese aller höheren Bildung ledigen Brüder mit aller Kraft meines Wesens hinein und habe, wie es scheint, bei einigen einen wohl sichtbaren Effekt zuwege gebracht!

14. O Vater, segne Du meine Worte in ihnen! Vielleicht werden sie doch das bewirken, was ich damit so ganz eigentlich habe tun wollen!“

15. Rede Ich: „Mein lieber Freund, Bruder und nun auch Sohn! Ich sage dir: Nicht ein Wort mehr oder weniger hast du geredet, als Ich Selbst in dein Herz gelegt habe! Denn was du gesagt hast, das habe Ich in deinem Herzen gedacht und gewollt. Darum darfst du dir durchaus keine Vorwürfe machen, als wärest etwa du aus dir selbst gegen diese aller geistigen Lebensbildung ledigen Menschen zu hart gewesen. Deshalb sei du nun ganz ruhig!

16. Denn siehe: solche Geister, die sich am Rande des Abgrundes schon vorneigen, um im nächsten Augenblick hineinzustürzen, müssen mit aller Kraft ergriffen und so vom Abgrund zurückgerissen werden. Nur so ist es möglich, sie ohne Hölle auf einen bessern Weg zu bringen.

17. Du wirst dich nun bald überzeugen, welch gute Wirkung die Donnerrede deines Mundes bei ihnen hervorgebracht hat! Alle werden freilich noch Ausflüchte suchen und werden sich schöner machen wollen als sie sind. Aber wenn nur der grössere Teil in sich geht, so ist das schon gut. Der mindere Teil wird dann als der schwächere mit der Weile dennoch bemüssigt sein, sich am Ende willig zu fügen, da er sonst keinen Ausweg finden wird.

18. Doch lassen wir sie nun ein wenig ruhen und dabei ein wenig durchgären! So sie nach rechtem Masse werden durchsäuert sein, wie da auf Erden die Maische, bevor sie zur Gewinnung des Weingeistes in den Destillierkessel getan wird - da werden wir sie dann auch in den Kessel tun, unter dem ein mächtiges Feuer unserer Liebe brennt. Und es wird dann ein leichtes sein, ihr wahres Geistiges von den groben irdischen Trebern zu scheiden. - Nun aber unterdessen zu etwas anderem!“


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