RBLUM-49

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-49 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 49 - Eine Schar einstiger Kunsttänzerinnen tritt ins Haus. Sie erfuhren viel Not in der Geisterwelt. Demütige Bitte um Brot und Unterkunft.


1. Kaum hat Robert solches ausgeredet, kommen diese zwei Dutzend weiblicher Schönheiten eine nach der anderen in das Zimmer zu uns beiden und machen vor uns eine tanzmeisterliche Referenz. Sie fragen uns, ob in diesem Prachtpalast nicht etwa auch ein Theater sei, auf dem sie etliche Vorstellungen in der hohen Choreographie geben könnten.

2. Spricht Robert: „Da, neben mir steht der eigentliche Herr, den fraget! Ich bin erst seit einigen Augenblicken der Inwohner dieses Hauses und kenne in ihm ausser diesem Gemache noch kein anderes. Es kommt mir überhaupt sonderbar vor, wie ihr hier in der Geisterwelt, wo man - um ein vollendeter Geist zu werden - allein nur Gott den Herrn suchen und sich in Liebe zu Ihm üben soll, euch mit solchen irdisch-materiellen Skandalkünsten noch abgeben könnt? Aber, so es dem Herrn dieses Hauses angenehm und zweckdienlich ist, dann macht, was ihr wollt! - Da neben mir aber, wie ich's euch schon angezeigt habe, ist eben der Herr Selbst!“

3. Sagen die drei ersten: „Wie ist nun das? Draussen sagte uns einer, du wärest der Eigentümer dieses Palastes! Und du sagst nun, dieser dein Freund ist es!“

4. Spricht Robert: „Ja, und noch tausendmal ja - Dieser ist der eigentliche Herr dieses Hauses! Und wer euch gesagt hat, dass ich es sei, der war ein dummer und blinder Mensch! Fragt also Diesen oder schaut, dass ihr bald zum Tempel hinauskommt!“

5. Darauf wenden sich die drei an Mich und fragen Mich, ob Ich sonach wohl der Herr dieses Palastes wäre?

6. Rede Ich: „In der Welt der Geister ist ein jeder Herr, das ist ein Besitzer dessen, was sein ist. Und so dieser da Mein Freund und Bruder ist, so besitze Ich ihn auch als das, was er Mir ist. Ich bin sonach auch sein Herr und auch der Herr dessen, was sein ist; wogegen er vor euch aber auch von Mir das gleiche aussagen kann.

7. Dass Ich aber dieses Haus, wie es beschaffen ist, besser kenne als er, hat seine gewissen Gründe, weil Ich schon um sehr viele Jahre länger Mich hier in der Welt der Geister befinde als der Freund da.

8. Mit Gewissheit kann Ich euch daher sagen, dass sich in diesem ganzen Hause durchaus kein Theater und ebensowenig irgendein Tanzsaal befindet. Ausser an der äussersten Nordseite dieses Hauses eine Art Rednerkammer mit einer Versenkung, durch welche unlautere Geister, die sich Gottes Ordnung durchaus nimmer wollen gefallen lassen, ganz wohlerhalten zur Hölle hinab versenkt werden können! So ihr dort eure Produktionen diesen Gästen da draussen wollt zum besten geben, so kann euch diese Redner- oder besser Haderkammer zur Verfügung gestellt werden! Aber ihr müsset da sehr acht geben, dass ihr bei eurer Choreographie nicht in eine solche Versenkung stürzt. Denn wenn ihr da hineinkommt, dürftet ihr schwer wieder den Weg zurück finden! Habt ihr das verstanden?“

9. Sprechen die drei ersten Koryphäen: „Höre, lieber Freund, das ist etwas fatal! So ein Lokal können wir durchaus nicht brauchen! Kannst du aber nicht gestatten, dass wir draussen im Garten unsere hohe Kunst produzieren dürften?“

10. Rede Ich: „Ja, draussen könnt ihr tanzen und springen, wie ihr nur immer wollt, da haben wir vorderhand nichts dagegen. - Geht sonach wieder hinaus und macht draussen, was ihr wollt! Hier im Hause tut es sich mit eurer Sache durchaus nicht!“

11. Spricht die eine aus den dreien: „Lieber Freund, als wir noch auf der Erde waren, ging es uns sehr gut. Denn wir waren die Abgöttinnen der grossen Städte. Alles, was uns zu bewundern Gelegenheit hatte, war entzückt. Wir erwarben uns neben der Gunst der grössten Kronenträger auch viel Geld und sonstige Schätze. Aber dann kam plötzlich eine fatale Krankheit über unseren Leib; wir zehrten ab und starben!

12. Nun sind wir schon bei dreissig Jahre lang hier in dieser armseligsten Geisterwelt, und es geht uns entsetzlich schlecht! Nirgends gibt es für uns einen Verdienst. Wo immer wir anklopfen, werden wir wie hier beschieden. Und der Hunger tut entsetzlich weh! Auf eine zu gemeine Weise wollen wir uns das Brot doch nicht verdienen, da wir dazu denn doch zu gut sind. Besonders möchten wir mit einem so lumpigen Gesindel wie das draussen schon gar nichts zu tun haben, da wir auf der Erde nicht selten Prinzen das nicht gewährten, was sie oft bei uns suchten. Und sonst gibt uns hier aber kein Mensch oder Geist auch nur einen Tropfen Wasser. Du siehst daraus, dass wir hier sehr elend und entsetzlich arm sind!

13. Wolltest du uns denn nicht gegen was immer für einen Dienst in diesem Hause Unterkunft und nur so viel Brot zukommen lassen, dass wir uns nur einmal den brennendsten Hunger etwas stillen könnten? Oh, sei von uns allen durch mich inbrünstigst darum gebeten!“

14. Rede Ich: „Ja, Meine lieben Tanzkünstlerinnen, das hängt hier nicht von Mir ab. Denn der eigentliche Eigentümer dieses Hauses, wie auch all dieser weitgedehnten Gegend ist dennoch dieser Mein Freund und Bruder. Wenn er euch das geben will, was ihr möchtet, da werde Ich nichts dagegen haben, es wird Mir im Gegenteile nur eine grosse Freude sein. Aber dazu bereden werde Ich ihn nicht. Wendet euch daher an ihn!“

15. Die Sprecherin will sich nun in dieser Sache an Robert wenden.

16. Aber Robert kommt ihr zuvor und spricht: „Meine liebe Tanzkünstlerin und ihr alle zwei Dutzend desselben Gewerbes! Ich habe von euch bisher nur gewusst, dass eure Füsse viel elastischer seien als die Füsse anderer Menschen. Dass ihr aber auch fuchsfeine Nasen hättet, wusste ich bisher nicht! So ich es allein mit euch zu tun hätte, würde ich euch sogleich zur Türe hinausweisen. Aber da es diesem meinem Freund eine Freude macht, so ich eure Bitte erhöre, will ich euch denn in Gottes Namen auch aufnehmen! Und so bleibet denn! Dort in einer Ecke dieses Gemaches befindet sich ein kleiner Tisch mit etwas Brot und Wein. Geht hin und stärket euch! Sodann kommt wieder, und wir werden euch dann schon ein Geschäft anweisen, dem ihr emsig zu obliegen haben werdet. - Nun geht, wohin ich euch beschieden habe!“ Die Tänzerinnen folgen sogleich diesem Befehl.


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