RBLUM-45

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-45 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 45 - Roberts machtvolles Bekenntnis zu Christus. Die Wiener Gesellschaft.


1. Spricht Robert: „Das freut mich sehr, meine lieben Freunde und wackeren Kampfgenossen, dass ihr nun alles so willig annehmt, was ich euch anrate! Ich gebe euch aber auch die Versicherung, dass ich - so wahr mir dieser mein und auch euer grösster Freund allzeit beistehen werde - euch nun auch die durchdachteste Weisung geben werde, durch die ihr unfehlbar zur wahrsten Wohlfahrt des ewig unzerstörbaren Lebens gelangen müsst, in dem ihr euch nun nach Ablegung der schweren Leiber befindet.

2. Freilich wird noch manches erforderlich sein, und ihr werdet noch manche Proben zu bestehen haben, bevor ihr für jene grossen Zwecke vollends reif werdet, die der heilige, ewige Urheber alles Seins uns Erdenmenschen gestellt hat, die Er sich zu Kindern erkor.

3. Aber nur Mut und Ausharrung bewahren, und eine wahre, vollkommene Liebe zu Ihm, unserem ewigen, heiligen Vater! Dadurch werden wir alle uns beirrenden Vorkommnisse leicht besiegen und ehestens die Reife erreichen, durch die wir uns Ihm im Geiste und in der Wahrheit werden nahen können!

4. O Brüder! Ich, euer getreuester Freund Robert, sage euch: Was ich selbst auf der Erde nicht einmal zu ahnen vermochte, entfaltet sich hier vor meinen Augen nun so wundersam, dass keine Zunge darzustellen vermöchte, was Gott denen bereitet, die Ihn lieben! Aber alles, was ihr nun seht, ist nicht einmal ein Tautröpfchen gegenüber dem Meer. Denn Unaussprechliches erwartet uns!

5. Höret, ein Weiser auf Erden sprach einst in grosser Entzückung: ,Welch ein Reichtum, welch unversiegbarer Born von zahllosen Himmeln ist in das kleine Herz dessen gelegt, der auf der Erde, unter allen Tieren aufrecht gehend, sich Mensch nennt! Könnte dieser Mensch alle seine Ideen durch ein göttliches ,Werde‘ verwirklichen - was wäre es da Grosses, ein Mensch zu sein! Und doch ist aller dieser Ideen- und Phantasiereichtum eines Menschen kaum nur ein leisester Schimmer jener endlosen Fülle, Tiefe und Klarheit, die jedes tiefdenkenden Menschen Erkenntnis in Gott annehmen muss!‘

6. So aber dieser Weise eine so erhabene Idee vom Menschen und eine noch erhabenere von der Gottheit fasste - um wieviel mehr haben wir nun das Recht, uns ganz diesen grossen Ideen hinzugeben, da wir durch des grossen Gottes Gnade uns über dem Staube der Verwesung befinden, und uns Christen nennen, die berufen sind, in des grossen Gottes Reich einzugehen!

7. Leider sind wir nur kaum dem Namen nach Christen. Viele aus uns haben sich sogar geschämt, Christen zu heissen, woran aber freilich Rom und unsere eigene Dummheit die Hauptschuld trägt. Aber von nun an soll es nimmer so sein. Die grösste Ehre unseres Herzens wird es nun sein, Christus völlig anzugehören!

8. Ich sage euch: Christus ist alles in allem! Er ist das ewige Alpha und Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende! Er allein ist das Leben, die Wahrheit und der Weg - allen Wesen, Menschen, Geistern und Engeln! In Seinen Händen ruhen alle Himmel, alle Welten und alles, was auf und in ihnen lebt. Durch Ihn und durch Sein ewiges Wort können wir Kinder Seines Vaterherzens werden und in Ihm alles in allem sein. Ohne Ihn aber gibt es ewig kein Sein, kein Leben, keine Seligkeit! - Glaubt ihr mir das, meine lieben Freunde?“

9. Schreien alle: „Ja, ja, wir glauben es! Sehen wir es auch noch nicht völlig ein, was du uns nun verkündet hast, so glauben wir es dennoch unerschütterlich. Denn wir wissen ja, dass du uns nichts verkünden willst, was du zuvor nicht selbst klar mit allem Grunde einsiehst. Ehre sei Gott in der Höhe, der dich mit so viel Verständnis und Einsicht begabt hat!

10. Das, was du uns nun von Christus so schön gesagt hast, hat uns alle besonders erfreut. Weisst du, wir hielten heimlich auf Ihn stets grosse Stücke. Freilich, wie die römischen Pfaffen nur zu oft Ihn nichts anderes tun liessen, als alle Menschen, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen, schnurgerade zur Hölle zu verdammen: da musste man sich ja dieses sonst erhabensten Namens förmlich zu schämen anfangen! Denn einen Gott von so zorniger und eigensinniger Art, wie ihn gewisse Mönche aus dem so guten Christus Jesus gemacht haben, konnte doch kein nur mit einiger Vernunft begabter Mensch annehmen. Rosenkranzbeten, Litanei, Heiligen-Gebete, Exerzitien, Verehrung der Reliquien, Beichten ohne Mass und Ziel, Messenzahlen und ähnliche Dummheiten mehr fordere Christus für die Gewinnung des Himmels! - Bruder, das konnte man im 19. Jahrhundert doch nicht mehr annehmen, besonders wenn man als ein armer Tagwerker nur zu oft sah, wie diese Gottesdiener sich beim Altar, wo sie ihre Messen herunterleierten, vor lauter Speck kaum umdrehen konnten.

11. Aber den Christus, von dem du nun gesprochen hast, nehmen wir mit grösster Bereitwilligkeit an und haben grosse Freude an Ihm! Der kann auch wohl Gott Selbst sein! Denn Er ist nach unserem Verstand gut, weise und mächtig genug dazu. Der rechte Christus muss gewiss ein ganz anderer gewesen sein, als wie Ihn die Pfaffen Roms ums Geld den armen Sündern verkündeten!

12. Was meinst du, Bruder, und etwa dein uns gar liebevoll vorkommender Freund, der bis jetzt noch nichts geredet hat - werden wir wohl auch einmal die Gnade haben, diesen wahren Christus irgendeinmal nur so von ferne zu sehen zu bekommen? Denn das könnten wir wohl nimmer verlangen, dass ein Christus, wie du Ihn verkündet hast, sich so hundsgemeinen Menschen wie uns öfter zeigen sollte. Wenn so etwas möglich wäre, leisteten wir auf jede andere Seligkeit Verzicht!“ -

13. Spricht Robert: „Liebe Freunde, ich versichere euch: Der wahre Christus, obschon das allerhöchste und heiligste Gottwesen, ist noch immer Derselbe, wie Er als Mensch auf Erden war! Er sieht nur das an, was auf der Welt niedrig und verachtet war, und die von der Welt Verfolgten sind Seine Freunde und Brüder! Alles aber, was die Welt gross und herrlich nennt und bevorzugt, ist vor Ihm ein Greuel!

14. Daher freuet euch, meine lieben Brüder, ihr werdet den wahren Christus nicht nur einmal, sondern für immer sehen und lieben - ohne Mass und Ende! Denn glaubt mir aufs Wort: Christus ist euch jetzt schon näher, als ihr es je glauben möchtet! So ich dürfte, so könnte ich schon eure Köpfe dorthin drehen, wo Er sich befindet, und ihr würdet Ihn da ohne weiteres ersehen. Aber ich darf es eures Heiles willen noch nicht tun. Daher geduldet euch noch eine Weile, bis ihr etwas reifer werdet, dann wird auch das geschehen. Seid ihr damit zufrieden?!“

15. Schreien alle: „Ja, ja, wir sind alle vollkommen zufrieden! Wir wissen nur zu gut, dass wir Seines Anblickes noch lange nicht wert sind, wollen aber darum alles tun, uns Seiner einigermassen würdiger zu machen!

16. Weisst du, wir waren in Wien doch schöne Lumpen! Und so können wir's wohl unmöglich etwa bald verlangen. Wenn die römischen Pfaffen nur ein hundertstel Wahrheit in ihren Höllenpredigten den Zuhörern auftischten, da wären wir gerade reif fürs Zentrum der Hölle. Wenn aber Gottes, Christi Gnade grösser ist, als die Prediger es verkündeten, dürfen wir wohl auch noch hoffen! Aber da gehört noch viel Zeit und Geduld dazu, und so sind wir dennoch sehr zufrieden und danken dir und deinem Freund für diese Zusage!“


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