RBLUM-44

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-44 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 44 - Roberts Aufgabe im neuen Heim. Erste Gesellschaft - die im Kampfe gefallenen politischen Freunde. Roberts Belehrung an die Gäste.


1. Rede Ich weiter: „Du siehst hier in nächster Nähe ein grosses und herrliches Wohngebäude. Siehe, das wirst du nun bewohnen. Und Ich werde allemale bei dir sein und dir helfen, so oft du Mich nur immer in deinem Herzen rufen wirst; was aber so viel sagen will als: Ich bleibe stets bei dir!

2. Du wirst auch keineswegs allein sein, wenn Ich Mich auch auf Augenblicke sichtlich von dir entfernen werde. Denn du wirst in diesem Hause eine weit grössere Gesellschaft finden, als du sie je irgendwo finden möchtest. Auch ist diese ganze Gegend vollauf bewohnt, so weit nur immer deine Augen reichen. Daher braucht es dir von nun an um Gesellschaft auch nimmer bange zu sein.

3. Aber Ich sage dir, dass diese Gesellschaften zumeist sehr radikaler Art sind. Es wird daher eine Hauptaufgabe von dir sein, alle diese Radikalen auf den gleichen Weg zu bringen, auf den nun Ich dich gebracht habe. Wird dir dieses Werk gelingen, so wirst du noch ganz andere Wunderdinge zu entdecken anfangen, als du sie nun bis jetzt an Meiner Seite gefunden hast. Denn eben dadurch wirst du erst recht in deine eigene Schatz- und Wunderkammer eingehen, in der sich dir Dinge offenbaren werden, von denen dir bisher noch nie etwas geträumt hat!

4. Vor allem aber musst du beachten, dass du Mich an gar keinen aller derer, die dir hier bald entgegenkommen werden, verrätst! Denn sie alle kennen Mich nicht, da es mit ihrem Glauben noch mangelhafter aussieht, als es mit dem deinen der Fall war. So du Mich ihnen vor der Zeit verrietest, so würdest du ihnen dadurch viel mehr schaden als nützen, daher sei da vorsichtig!

5. Nun aber folge Mir durch den Garten! An der Flur des Hauses wird uns eine grosse Gesellschaft empfangen.“

6. Ich gehe nun voran und Robert folgt Mir in der grössten Liebe, Ehrfurcht und Demut nach.

7. Als wir durch den Garten vor eine herrlich geformte Hausflur gelangen, da strömen aus derselben Massen von Menschen beiderlei Geschlechts und schreien laut: „Vivat hoch! Hoch lebe unser verehrtester Robert Blum, der grösste Völkerfreund Europas! Ein Hoch dir, du erster und grösster Deutscher des 19. Jahrhunderts! Tausend Male willkommen, du unser grösster Freund und mutvollster Anführer gegen die Feinde der Freiheit der Menschen! Komm in deiner Brüder Mitte! Wie lange harrten wir hier schon deiner, aber du wolltest nicht vorkommen, obschon wir gar wohl wissen, dass du vielen von uns vorangegangen bist. Wie sehr drängt uns die höchste Begierde, dein und unser Blut an jenen hochmütigen Barbaren zu rächen, die aus der pursten Herrschsucht uns haben gemeinen Hunden gleich erschiessen lassen! Aber es fehlte uns an einem Anführer. Nun aber bist du hier als derjenige Mann, der mit allen Gesetzen der Natur- und Geisterwelt wohl vertraut ist. Daher ordne uns zuvor nach unseren Fähigkeiten und führe uns dorthin, wo wir die glühendste Rache nehmen können! Diese irdisch grossglänzenden Raubtiere in menschlicher Gestalt sollen Wunder der Rache erleben, die wir an ihnen verüben werden!“

8. Spricht Robert: „Freunde! Kommt Zeit, kommt Rat! Vor allem meinen Dank für euren herzlichen Gruss, und Gott dem Herrn alles Lob, dass Er mich euch alle hier beisammen hat treffen lassen! Vorderhand sage ich euch bloss nur das: Wie auf der Erde, so hat auch hier alles seine Zeit! Bevor der Apfel nicht reif ist, fällt er nicht vom Baume. Was sollen wir uns hier nun vor der Zeit eine extra Mühe machen, um uns an jenen Wüterichen zu rächen, die sich auf der Erde nun die Herren über alle Menschen zu sein dünken? Lassen wir ihnen nur diese elende Freude noch einige Wochen oder Monate; sie werden uns dann schon von selbst kommen. Und haben wir sie einmal hier, dann, Freunde, werden wir mit ihnen ein paar Wörtlein diskurrieren! Ihr versteht hoffentlich, was ich damit sagen will?“

9. Schreien alle: „Ja, ja, wir verstehen dich! Du bist stets ein grundgescheiter Mann gewesen und bist es sicher auch noch hier in dieser Welt, in der wir uns noch gar nicht auskennen und auch nicht wissen, wie wir hierhergekommen und wo wir nun eigentlich sind.

10. Wohl ist diese Gegend sehr schön, ja so schön wie ein wahrhaftiges Paradies. Aber wir wissen nur, was uns bei unserer Ankunft hier von ein paar freundlich aussehenden Männern gesagt worden ist: ,Dieses Haus gehört dem Robert Blum samt allem, was hier euere Augen ersehen.‘ - ,Also sogar die Sterne am Firmament?‘ fragten wir. - ,Ja, auch die Sterne‘, antworteten die zwei Männer. - Darauf geboten sie uns, sich so lange hier ganz ruhig zu verhalten, bis du als der Besitzer dieser Herrlichkeit selbst kommen wirst mit noch einem grossen und guten Freund. Du würdest dann schon selbst mit deinem Freunde uns Bescheid geben, was wir in dieser Gegend anzufangen haben.

11. So verhielten wir uns denn bisher in deinem Hause und dessen Gemächern ganz still und ruhig. Nur als wir dich nun mit deinem Freunde ankommen sahen, eilten wir dir entgegen und teilten dir sogleich unser Hauptanliegen mit.

12. Nun aber sei so gut und zeige uns allen gütigst an, was wir denn unternehmen sollen? - Denn durch ein ganz müssiges Herumbrüten wird uns auch die schönste Zeit und Gegend langweilig. Kurz, wir hoffen von deiner weisen Einsicht und deinem redlichen Brudersinn alles Beste. Denn einem Robert Blum soll künftighin nichts mehr missglücken! - Vivat! Hoch!“

13. Spricht Robert: „Ganz wohl und gut! Es wird euch alles werden, was ihr wünscht. Und es freut mich ausserordentlich, dass ihr euch alle hier nicht minder folgsam zeigt, als ihr es auf der Erde wart, - was euch hier aber auch sicher bessere Früchte tragen wird. Aber nun lasst mich vor allem in mein Haus ziehen, damit ich es als Eigentümer auch einmal in Augenschein nehmen kann.

14. Vor allem aber muss ich euch darauf aufmerksam machen, mir von nun an kein ,Vivat hoch‘ mehr darzubringen! Das wäre eine reine Dummheit, wo wir hier ein ewiges, unverwüstliches Leben zu leben anfangen, dem ewig kein Tod mehr folgen wird. Warum sollen wir sonach einander ein Lebehoch zurufen, wo wir ohnehin durch Gottes Güte und Gnade das eigentliche höchste Leben erhalten haben?

15. Euer künftiger Ruf sei daher ein anderer und laute: Hochgelobt und geliebt und gepriesen sei Gott der Herr in Christo Jesu, - den wir für einen puren Menschen hielten, der aber dennoch in Ewigkeit ist der alleinige Gott und somit Schöpfer der Unendlichkeit und alles dessen, was in ihr ist!“ - Wenn ihr so rufet, werdet ihr ehestens den vollsten Grund haben, euch eines vollkommenen Lebens zu erfreuen - während euch Ehrenbezeugungen, die ihr mir erweist, nicht um ein Haar weiterbringen!

16. Merket euch auch, dass der Blum kein Narr ist und seinen guten Grund hat, euch allen gleich anfangs solches hier kundzugeben, was er auf der Erde leider selbst in hohem Grade bezweifelt hatte! Und das tut Blum hier wie auf der Erde als euer aller bester und aufrichtigster Freund. Wenn ihr das wohl erwägt, wird es euch hoffentlich leicht fallen, das Wort eures Freundes anzunehmen. Freunde, was ich euch sage, das sollt ihr auch glauben, da ihr wohl wisst, dass ich nichts leichten Kaufes annehme, besonders in Sachen des Glaubens und der Religion!“

17. Schreien alle: „Ja, ja, was du uns lehrst, das nehmen wir alle unbedingt an! Denn wir wissen, dass unser Robert eine weisse Kuh auch bei der finstersten Nacht niemals für eine schwarze angeschaut hat. Was du uns sagst, das ist auch sicher wahr. Denn du hast uns auch auf der Erde in Wien die Wahrheit gesagt und rietest uns, vom Gefecht abzustehen, da der Feind zu stark sei, und der Zusammenhalt der Verteidiger Wiens zu locker. Aber wir glaubten dir's nicht und sprachen: ,Ist denn nun auch Blum ein Feigling geworden?‘ Da riefst du mit männlicher Stimme: ,Blum fürchtet auch hunderttausend Teufel nicht, geschweige diese frechen Söldlinge! Daher zu den Waffen von neuem, wer Mut hat, an meiner Seite zu sterben!‘ Da griffen wir zu den Waffen und sahen leider zu spät, dass du die Wahrheit geredet hattest!

18. Nun aber wollen wir dir alles aufs Wort glauben und nimmer Widerrede tun. Bleibe nur stets unser Führer und Lehrer, denn du bist in einem Finger weiser als wir alle zusammen! Nun aber geh ungestört in dein Haus und besichtige es. Uns aber gib bald irgendeine unseren Kräften angemessene Beschäftigung!“


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