RBLUM-302

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-302 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 302 - Verhältnis materieller und geistiger Grösse. Gleichnis vom künstlichen Riesenkorn und natürlichen Weizenkörnlein. Durch die dritte Mittagstür erstrahlt das Licht einer neuen Schöpfung der ewigen Liebe.


1. Sage Ich: „Gross ist alles, was ihr nun geschaut habt, für alle hier in Meinem ewigen Reich noch jungen Bewohner, die noch zu wenig in ihres Lebens eigene Gemächer haben schauen können. Werden sie aber einmal mit ihrem innersten Leben, das ist mit Meiner Liebe in ihnen, vertrauter, dann wird ihnen alles, was der gerichteten Materie angehört, ganz klein vorkommen. Denn ein kleinster Funke Meiner Liebe übertrifft alle diese Materien in einem nie berechenbaren Verhältnis sowohl in der wirklichen Grösse wie auch in der Beschaffenheit. – Ein kleines Bild soll euch diese Sache anschaulich machen.

2. Seht, ein Künstler in der Bildnerei betrachtete auf der Welt durch ein gutes Mikroskop ein Weizenkorn und bildete es dann aus einer eigenen Masse in sehr vergrössertem Massstabe von Pore zu Pore ab, so dass er dadurch ein wahres Riesenweizenkorn vor sich hatte, das an Grösse das Original um mehrere Millionen übertraf. Er stellte dieses riesige Produkt seiner Kunst zur Schau und erklärte dabei den künstlichen Bau seines Weizenkorns. Da kam ein weiser Mann hinzu, dieses künstliche Riesenkorn zu betrachten. Als er es beschaut und den Künstler belobt hatte, sagte er weiter: ,Freund! Ihr habt neben dem grossen künstlichen Korn auch mehrere natürliche. Welches dünkt euch in Wahrheit grösser zu sein – euer künstliches oder ein natürliches in seiner Winzigkeit?‘ – Spricht der Künstler: ,Freund! So eure Augen messen können, da vergleicht eines mit dem anderen und ihr werdet gar leicht selbst euch Bescheid zu geben imstande sein!‘ – Worauf der Weise spricht: ,Wohlan, so hört denn! Ein jedes der kleinen Weizenkörner ist endlos grösser als euer künstliches. Denn in jedem kleinen Korn wohnt im Keimeshülschen Gottes Kraft, die aus jedem Korn zahllos viele Körner zu schaffen imstande ist, die zusammengenommen euer totes Riesenkorn in allem endlos übertreffen. Denn alles, was in sich nicht gross ist, weil ohne Leben, ist höchst klein, und wäre es dem Raumumfang nach auch grösser als eine ganze Welt. Das Kleinste aber, das Gottes Kraft und Leben in sich birgt, ist grösser als eine ganze tote Unendlichkeit!‘

3. Was dieser Weise dem Künstler sagte, dasselbe sage Ich auch euch. Diese materielle Schöpfung ist wahrlich gross, und wer ihrer achtet in gerechter Weise, wird eine grosse Freude an ihr haben. Aber in eines jeden Menschen Herzen liegt endlos Grösseres als alles, was ihr nun seht. Denn das wird nimmer grösser als es ist. Ihr aber werdet ewig in eurem Herzen wachsen an Liebe, Erkenntnis und Weisheit. Ihr könnt nun schon diesen grossen Schöpfungsmenschen überschauen und ihn berechnen und verstehen. Er aber ist tot und vermag das nimmer. Dazu wisst ihr auch noch, dass dieses grosse Bild aus euch selbst hier widerstrahlt. So aber das alles in euch und nicht ausser euch ist, wie gross müsst dann ihr sein, da solches in eurem Herzen Platz hat? Wundert euch daher nicht zu sehr über solche Grössen! Denn ihr müsst wissen, dass es vor Mir nichts Grosses geben kann ausser allein die Liebe in den Herzen Meiner Kinder zu Mir, ihrem Vater!

4. Wäre solch eine Schöpfung für Mich gross genug, möchte Ich ewig keiner zweiten mehr gedenken. Aber ihr seht, das grosse Bild hat seine Grenzen, ohne die es kein Bild wäre. Ausserhalb des Bildes aber seht ihr nichts als einen unendlichen, für diesen Grossmenschen leeren Raum – der für uns aber nicht leer, sondern schon ziemlich gefüllt ist.

5. Kommt nun in die dritte Tür der Mittagsseite und ihr sollt das sogleich mit euren eigenen Augen schauen! Die Tür steht bereits offen, und ihr erseht schon bei der Annäherung ein liebliches Licht euch entgegenströmen. Aus dem könnt ihr schliessen, dass dieses Licht euch aus einer zweiten Schöpfung Meiner Liebe entgegenkommt und nicht mehr aus Meiner ersten, deren Licht den Flammen Meines Zornfeuers entströmt und nichts schafft als Gericht über Gericht. Schaut euch sonach den Beginn der zweiten, wahrhaft endlos grossen Schöpfung an und sagt, was ihr alles seht und fühlt!“


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