RBLUM-301

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Hauptseite Robert Blum - Von der Hölle bis zum Himmel RBLUM-301 Kapitel

Jesus Christus offenbart durch Jakob Lorber: Von der Hölle bis zum Himmel - Die jenseitige Führung des Robert Blum


Kapitel 301 - Ausblick durch die zweite Mittagstür: Das Gesamtbild der materiellen Schöpfung. Der grosse Schöpfungsmensch als verlorener Sohn. Dessen Wesen und Bestimmung. Gottes endloses Schöpfertum.


1. Alle begeben sich darauf mit grosser Wissbegierde in die zweite Mittagstür. Als sie da angelangen, sagen alle: „Ah, da ist gut hinausschauen! Denn da haben unsere Augen mit keinem gar so mächtigen Lichte mehr zu kämpfen. Bei diesen zwei letzten Sonnen war es gar nicht mehr auszuhalten! Es fragt sich bloss, was wir hier eigentlich sehen? Es ist ein matt schimmernder Hintergrund, ungefähr so, wie auf der Erde die Milchstrasse schimmert in einer heiteren Sommernacht. Aber was dahinter verborgen sein soll, möchten wir nun erfahren, so es Dir, o liebevollster Vater, genehm wäre.“ – Sage Ich: „Darum sind wir ja hier! – Tretet aber nur recht weit auf den Balkon hinaus, weil ihr sonst das ganze Bild nicht völlig übersehen könnt.“

2. Nun gehen alle bis an den Rand des grossen Balkons. Robert überschaut zuerst das grosse Schimmerbild und sagt: „Übermerkwürdig! Das ist ja eine vollkommene Menschengestalt! Die Knie etwas vorgebogen. Die Hände hängen nachlässig herab. Und das Haupt, mit langen Absalomshaaren versehen, schaut wie das eines Trauernden, nach vorwärts geneigt in die bodenlose Tiefe hinab. Die Lenden sind mit einer zerrissenen Schürze zur Not bedeckt. Kurz, die ganze Gestalt macht auf mich einen wehmütigen Eindruck! – Die ungeheure Grösse könnte einen auf die Idee führen, als sei dies die Aussengestalt des allwirkenden Geistes aus Dir, o Herr! Aber die Trauergestalt sagt mir, dass dies unmöglich der Fall sein kann. Auch müsste in Deinem Geiste, o Herr, ein Leben verspürbar sein. Von so etwas ist aber bei dieser Grossgestalt keine Spur zu entdecken. Es ist wahrlich nur wie ein Phosphorbild, durch Deine Allmacht, o Herr, ans unermessliche Firmament hingehaucht. Dies alles wird seinen wichtigen Grund haben, den freilich ausser Dir wohl niemand kennen wird! Herr, bitte, erläutere uns dieses Bild!“

3. Sage Ich: „Ich möchte es wohl, aber du hast eine noch zu grosse Achtung vor materiellen Grössen und möchtest bei nur einiger Erklärung doch ein wenig zu sehr fiebern. Und es wäre mir leid, dich hier in Meinem Reiche krank zu machen. Frage dich daher, ob du das Allerungeheuerste aus dem Reich der Materie ertragen kannst oder es dir getraust, dann will Ich sogleich euch dieses Bild ein wenig näher enthüllen.“

4. Sagt Robert: „Herr und Vater voll der höchsten Liebe! Jetzt ist schon alles eins. Ich bin schon in diesen Grössen drinnen, und mein Gemüt ist damit gehörig breitgeschlagen. Jetzt ertrage ich gleichwohl noch einige Dutzend solcher Hülsengloben, in deren jeder meinetwegen dezillionenmal Dezillionen Sonnen kreisen sollen wie sie wollen.“

5. Sage Ich: „Nun gut, so sieh näher hin und sage Mir, was du nun erschaust!“ – Sagt Robert: „Ich ersehe nun die ganze ungeheure Gestalt, die nun beinahe alle Tiefen des endlosen Raumes auszufüllen scheint, wie sie aus lauter kleinsten, glitzernden Sandkörnchen dicht aufeinandergestreut besteht. Die Zahl dieser Glitzerpunkte ist offenbar unendlich oder doch eine solche, die kein geschaffener Geist sich mehr vorstellen kann. Die ganze Gestalt nimmt sich nun um vieles besser aus, denn dieses Glitzern verleiht ihr einen eigentümlichen Majestätsnimbus! Aber nun fragt es sich abermals, was dieses alles besagt?“

6. Sage Ich: „Nun, so vernehmt denn alle das grosse Geheimnis! Dieser Mensch in seinem ganzen Gehalt ist der urgeschaffene Geist, den die Schrift Luzifer (Lichtträger) nennt. Er ist noch immer im Vollbesitz seines grossen Selbstbewusstseins, aber nicht mehr im Besitz seiner Urkraft. Er ist gefangen und gerichtet in allen seinen Teilen. Nur ein Weg steht ihm stets frei, und das ist der zu Meinem Vaterherzen. Für jeden anderen aber ist er gerichtet und so gut wie tot und vermag keinen Fuss und keine Hand auch nur um ein Haarbreit weiter zu bewegen.

7. Das aber, was dir wie glitzernde Sandkörnchen vorkommt, sind lauter Hülsengloben, in deren jeder dezillionenmal Dezillionen Sonnen und dazu noch ums Millionfache mehr Planeten, Monde und Kometen enthalten sind. – Die Entfernung einer solchen Hülsenglobe von der andern aber beträgt in einer runden Zahl durchschnittlich fast stets eine Million Durchmesser einer Hülsenglobe. Dass sie hier so dicht aneinandergereiht erscheinen, macht die scheinbar grosse Entfernung. Mehr aber noch das, dass du auch jene im Hintergrund dieses Bildes befindlichen und auf diese Art überhaupt alle Hülsengloben erblickst, aus denen dieser ganze Leib besteht. Es ist ungefähr so, wie man von der Erde aus den gestirnten Himmel sieht: Für das Auge erscheint er auch wie eine gewölbte Fläche, die mit dicht aneinandergereihten Sternengruppen übersät ist, während in Wirklichkeit oft zwei dicht nebeneinander stehende Sternlein sich eigentlich hintereinander befinden und gut mehrere Trillionen Meilen voneinander abstehen können.

8. Dass aber dieser Geist nun in sich so, wie gezeigt, in lauter feste Globen gesondert ist, das ist sein Gericht. Und sein Leben, das dadurch in beinahe endlos viele abgeschlossene Teile getrennt ist, ist somit auch als kein Ganzes, sondern als ein höchst geteiltes anzusehen. Denn nur in jeder Globe ist Leben, ausserhalb derselben aber kein anderes als nur das Meines ewig unwandelbaren Gottwillens. Jede Globe steht fest und kann ihr Standverhältnis gegen ihre Nachbargloben nicht um eine Haarbreit ändern.

9. Zu allerunterst in der linken kleinen Zehe aber ersiehst du einen etwas rötlich glitzernden Punkt. Das ist eben jene Globe, in welcher sich naturmässig eure Erde und all das Sonnenwerk, das wir bis jetzt geschaut haben, befindet.

10. In ebendiese Globe, und darin nur auf den Punkt Erde ist das gesamte Leben dieses grössten urgeschaffenen Geistes nun gebannt. Will er sich dort demütigen und zu Mir wiederkehren, soll sein Urleben wieder freigegeben werden, und dieser grosse Mensch wird dann wie von einem ganz freiesten Leben durchweht sein. Will aber dieser Urgeist Meiner Schöpfung in seinem hochmütigen Starrsinn verharren, so mag diese Ordnung, wie sie nun bestellt ist, auch für ewig verbleiben. Oder wenigstens so lange, bis die ganze Materie sich in ein neues, endlos vervielfachtes Seelen- und Geisterleben aufgelöst haben wird.

11. Diese letztere Ordnung wird aber auch dann fortbestehen, so der urgeschaffene grosse Geist eine rechte Umkehr machen würde. Er kann nunmehr nur als ein ganz einfacher Geist gedemütigt umkehren und muss dann frei aus sich seine Urtotalität für ewig fahren lassen, wofür ihm freilich eine unermessbar grössere, aber wie jedem anderen Menschengeiste nur ganz einfache zuteil würde.

12. Das Hülsen- und Schotenwerk aber, das ohnehin bloss aus Meinem ewig festen, unwandelbarsten Willen besteht, wird dann – entledigt alles nun in ihm enthaltenen Seelen- und Geisterlebens – als feste Unterlage bleiben, und als ein ewiges Denkmal unseres grossen Wirkens, an das sich dann neue reingeistige Schöpfungen reihen sollen. – Robert und all ihr anderen, saget, ob ihr das nun wohl ordentlich begriffen habt?“

13. Robert und alle anderen getrauen sich kaum zu atmen vor lauter Ehrfurcht. Nur Robert allein sagt nach einer Weile höchsten Staunens: „O Herr, o Gott, o heiligster Vater! Ich komme mir jetzt vor wie ein in sich selbst endlos vernichtetes Nichts. O guter Vater! Lass uns erst ein wenig wieder zu uns selbst kommen, bevor Du uns etwa noch zu einer andern Tür führst! Denn das, was wir hier nun gesehen und gehört haben, hat uns alle zu sehr vernichtet, als dass wir nun imstande wären, noch etwas weiteres zu schauen und zu begreifen. O Gott, wie gross und erhaben bist Du doch! Nein, das erträgt kein geschaffener Geist! O Gott, o Gott, o Herr, o Vater!“


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